Wie der nächste Papst sein sollte – laut Kardinal Bergoglio

(Buenos Aires) Pater Angel Strada, Postulator im Seligsprechungsverfahren für Pater Joseph Kentenich, den Gründer der internationalen Schönstatt-Bewegung, erzählte nach der Wahl des Erzbischofs von Buenos Aires zum Papst der argentinischen Journalistin Evangelina Himitian, Autorin des Buches Francisco. El Papa de la gente (Franziskus. Der Papst der Menschen), das vor wenigen Tagen in Buenos Aires vorgestellt wurde, über sein privates Gespräch mit Kardinal Bergoglio drei Tage vor dessen Abreise zum Konklave nach Rom.
Als Kardinal Bergoglio und Pater Strada über das Profil sprachen, das der neue Papst haben sollte, sagte der Kardinal, daß er seiner Meinung nach „erstens ein Mann des Gebets sein müsse, der innig mit Gott verbunden ist. Zweitens muß er zutiefst davon überzeugt sein, daß Jesus der Herr der Geschichte ist. Drittens muß er ein guter Bischof sein, fähig anzunehmen, liebevoll zu den Menschen sein und auch fähig Gemeinschaft zu schaffen. Schließlich muß er fähig sein, die Kurie zu reformieren.“
Innerhalb von 24 Stunden im Konklave hatten sich die Kardinäle auf ihn geeinigt.

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78 Comments

    • Weil Nationalität und Hautfarbe in einer Weltkirche keine Rolle spielen, einzig alleine die Fähigkeiten zählen, so haben die Kardinäle im Vorkonklave ja auch ein Profil für den zu wählenden Papst erstellt.

    • Ich würde sagen, weil die Herkunft egal und das spirituelle Profil entscheidend ist. Ich bin dankbar, dass wir einen Papst haben, der die vier genannten Punkte voll und ganz erfüllt!

    • Es war diesmal wohl ein Südamerikaner dran. Da hatte sich so etwas wie eine Eigendynamik entwickelt. Auch Karinal Scherer wurde ja plötzlich hoch gehandelt. Dann spielt die Herkunft eine größere Rolle als das Profil, obwohl diese beiden Faktoren nicht immer getrennt werden können. Für einen Afrikaner oder Asiaten war die Zeit wohl noch nicht reif, so sehr ich mir das auch gewünscht hätte. Kardinal Ranjith, zum Beispiel brachte die besten Voraussetzungen mit, gegen die Pressure Groups, die dem Konklave den Stempel aufdrückten hatte er schlussendlich keine Chance. Sehr schade!

      • Aber, aber Jean-Louis! Im Konklave wirkt doch einzig und allein der Heilig Geist. Lesen Sie bitte einmal die geradezu euphorischen Äusserungen des Wiener Kardinals in London bezüglich der schnellen Wahl dieses Mannes, der in „der hintersten Ecke der Sixtinischen Kapelle saß“. Da wird selbst das Wunschdenken von Laien, das dem Kardinal vor dem Konklave zu Ohren kam, als „starkes Zeichen des Heiligen Geistes“ gewertet. Wer weiss, welchen Einflüsterungen des Geistes die Kardinäle im Vorkonklave noch so ausgesetzt waren. Vielleicht wirkt der Heilige Geist ja auch wie eine bewusstseinserweiternde Droge im Tee der Kardinäle. Auf jeden Fall lässt sich mit dem Heiligen Geist sehr schön und richtig die überraschende, schnelle und einhellige Wahl eines Mannes rechtfertigen, der eigentlich so gar keine besonderen Qualifikationen für dieses Amt mitbringt. Nun, der Heilig Geist und die von ihm Erfüllten, wissen sicher was sie taten und mit der Wahl bezweckten.

  1. Gerade im sog. „konservativen“ Spektrum der Kirche hat es jahrelang geheißen: der nächste Papst soll kein Deutscher und am besten auch kein Europäer mehr sein, weil in Europa ist die Kirche in den meisten Ländern häretische Nationalkirche. In den anderen Kontinenten aber blüht und gedeiht sie, und dort lacht man sich über die „europäischen“ Probleme (Frauenordination, Zölibat, Homo etc.) nur kaputt.
    Sehr komisch: kaum ist es so gekommen und „jemand vom Ende der Welt Papst“ zetern dieselben Leute gegen diesen angeblich halbgebildeten, vierschrötigen argentinischen Gaucho.

    • „Halbgebildeter, vierschrötiger argentinischer Gaucho“!? Oh, là, là, eine solch bissige Charakteristik des neuen Mannes in Rom habe ich ja noch nirgendwo gelesen! Dunkelkatholik, ich muss Ihnen attestieren, Sie sind ein geradezu gefährlich eloquenter Kommentator!

  2. Generalaudienz vom 10. April; der Heilige Vater Papst Franziskus über das Geheimnis von Ostern:

    „Im Ostergeschehen befreit Christus uns von der Knechtschaft der Sünde und macht uns zu Kindern Gottes. Diese Gotteskindschaft wird den Menschen nur persönlich durch das Sakrament der Taufe ermöglicht. Wir sind getauft auf den Tod und die Auferstehung Christi und wurden so zu neuem Leben geboren. Der Heilige Geist wirkt in uns dieses neue Sein als Kinder Gottes. So ist die Gotteskindschaft das grösste Geschenk des Ostergeheimnisses.

    Den Mut, zum Glauben zu stehen und die Gotteskindschaft voller Überzeugung zu leben, wird durch die Gnade Gottes möglich. Der Heilige Geist wirkt in uns dieses neue Sein als Kinder Gottes. So ist die Gotteskindschaft das größte Geschenk des Ostergeheimnisses. 
    Gott nimmt uns als Kinder an, er liebt uns, auch dann, wenn wir Fehler machen. Die Beziehung zu Gott als seine Kinder ist nicht einfach ein Schatz, der im Leben nur zu hüten ist; sie muss vielmehr wachsen und Tag für Tag genährt werden durch das Hören des Wortes Gottes, durch das Gebet und die Teilnahme an den Sakramenten, 
    insbesondere der Beichte und der Eucharistie. Nur wenn wir als Gottes Kinder leben und spüren, wie er uns liebt, dann wird unser Leben neu, unbeschwert und voller Freude. Gott ist unsere Stärke; Gott ist unsere Hoffnung! Die Christen müssten selber sichtbare Zeichen der Hoffnung sein.

    Christ sein heißt nicht bloß, die Gebote zu befolgen, sondern in Christus zu sein, denken, handeln, lieben wie Christus und zulassen, dass der Herr vom Leben eines jeden Besitz ergreift und es verwandelt und frei macht vom Dunkel des Bösen und der Sünde. So wollen wir unseren Mitmenschen den auferstandenen Christus bringen: durch die Verkündigung seiner Botschaft und mehr noch durch ein christliches Leben, ein Leben als Auferstandene. Christus ist gestorben und auferstanden, um uns zu Kindern Gottes zu machen. Wir wollen den Menschen um uns die Freude, Gottes Kinder zu sein, weiterschenken.
    +
    Am 23.4.;
    Predigt in der Cappella Paolina im Apostolischen Palast:

    Die Kirche ist die Mutter, die uns den Glauben schenkt. Christliche Identität ist Zugehörigkeit zur heiligen, hierarchischen und katholischen Kirche. Und so ist die Kirche mehr Mutter, Mutter mehrerer Kinder, vieler Kinder. Sie wird Mutter, Mutter, immer mehr Mutter. Mutter, die uns den Glauben schenkt, Mutter die uns unsere Identität gibt. Doch diese Identität ist christlich, sie ist kein Identitätskarte: die christliche Identität besteht in der Zugehörigkeit zur Kirche, denn sie alle gehörten zur Kirche, zur Kirche, die Mutter ist“. Es ist unmöglich, Jesus außerhalb der Kirche zu finden. 

    Der große Paul VI. sagte: 
    Es ist ein absurdes Auseinanderreißen, ohne die Kirche mit Jesus leben zu wollen, Jesus außerhalb der Kirche nachfolgen zu wollen, Jesus ohne die Kirche lieben zu wollen’ (vgl. Evangelii nuntiandi, 16). Diese Mutter Kirche ist es, die uns Jesus gibt, die die Identität verleiht, die nicht nur ein Siegel ist: 
    sie ist Zugehörigkeit!“, Zughörigkeit, „die schön ist“. 

  3. Die ersten drei Punkte, die Kardinal Bergolio in diesem Gespräch genannt hat, sind peinlich banal. Jeder Christ sollte ein Mann oder eine Frau des Gebets sein, der oder die innig mit Gott verbunden ist! Jeder Christ, jede Christin sollte zutiefst davon überzeugt sein, dass Jesus Herr der Geschichte ist! Jeder Mensch, der Jesus nachfolgt, sollte wie der Herr den Menschen in Liebe zugetan und gemeinschaftsfähig sein („Keiner von uns lebt sich selber und keiner stirbt sich selber.“ Röm. 14)
    In diesem Sinne wäre jeder und jede papabile.
    Wir wissen von Jesus, dass es genug Herr-Herr-Sager (das sind auch „Männer des Gebets“!) gibt. Bergoglio hätte den Nachsatz Jesu anführen müssen: Der zukünftige Papst muss vor allem anderen den Willen des Vaters tun wollen!
    Die theoretische Überzeugung, dass Jesus die Mitte der Geschichte ist, lässt sich allzu leicht in Eigenmächtigkeiten integrieren. Bergoglio hätte sagen müssen: Der künftige Papst muss öffentlich sagen, dass der Herr sein persönlicher Herr ist und dass er bereit ist, ihm vor allem anderen zu folgen!
    Seine Gemeinschaftsfähigkeit wäre auch dann abgedeckt, wenn er mehr ein „Einsiedler“ wäre, aber in Demut an Mitarbeiter das delegiert, was ihm an dieser Stelle nicht unbedingt gelingt! Nein – wieso sollte ein „fähiger“ Papst ein „Kumpel“ und „Medienliebling“ sein?

    Tja, aber entscheidend und rein politisch ist Bergoglios letztes Merkmal: die Fähigkeit, die Kurie zu reformieren. Ja, der Mensch muss machen können.Wie vermessen, dies einem Menschen zuzusprechen als „Fähigkeit“. Es war schon immer der Heilige Geist, der reformiert. Bergoglio hätte sagen müssen: Der künftige Papst möge dem heiligen Geist so viel Raum geben, dass ER wieder Leben schafft, wo vertrocknete Gebeine liegen.

    Nein – diese Worte Bergoglio sind fast ein Offenbarungseid. Wir sollten nicht allzuviel erwarten. Er hat nicht einmal erwähnt, dass es immer der Herr ist und bleibt, ohne den niemand, auch nicht der Papst, auch nur das geringste tun kann!

    • Gibt es eigentlich irgendein Jota an Positivem, was Ihnen an diesem wunderbaren Papst vielleicht auch mal aufgefallen sein könnte?? 🙂

      • Lieber Dunkelkatholik, ich glaube, diese Hoffnung können wir hier aufgeben.

        Hier macht man sich sogar lustig über Kardinäle, die bei der Wahl des Papstes, der den Tradis nicht ins Konzept passt, das Wirken des Hl. Geistes gespürt haben. Boshafter könnten sich auch Atheisten nicht äußern, als es hier geschieht.

      • „Der den Tradis nicht passt“ – meine Güte, welch ein Niveau! Keine Ahnung, in welche Schublade ich gehöre. Wüsste auch nicht über wen ich mich lustig gemacht habe.
        Rapunzel, lassen Sie ein wenig Sachlichkeit runter von Ihrem Elfenbeinturm!
        Haben Sie gelesen, was ich geschrieben habe und verstanden, wovon ich spreche? Ich befürchte nein.

      • Vielleicht ist es eine Form des Atheismus, sich Gott im eigenen traditionalistischen Denken so zurechtzubasteln, dass ein Papst, der in treffenden und einfachen Worte auf das Wesentlich des Christentums, die universale Barmherzigkeit Gottes, einfach nur stört.

      • Nach dem alten Lehrsatz, daß die Extreme sich berühren, ist es evident, daß Tradis und Atheisten einander viel näher sind als sie ahnen. Das ist wie mit Links- und Rechtsextremisten, die beide alles „Liberale“, alls, was irgendwie „Mitte“ ist und nach „Kompromiß“ riecht, abgrundtief hassen. Viele dieser Postings hier lesen sich genauso wie die von Atheisten.

      • Das klingt schon recht selbstgefällig nach dem Motto: die Mitte ist immer gut und ich stehe in der Mitte, ergo bin ich gut. Ich will nicht links oder rechts und auch nicht in der Mitte schlafengehen, sondern katholisch. Ob es immer gelingt, steht auf einem anderen Blatt.

      • Aber Ihnen fällt schon auch auf, daß hie meisten hier „katholisch“ und „rechts“ ganz selbstverständlich in ein setzen?! Und alles, was nach „Mitte“ und „liberal“ riecht, vehement bekämpfen.

      • Gott ist wohl in diesem wie in jenem Konzept ein wohlaufgeräumter Götze – dort ein abzulehnendes Relikt einer mittelalterlichen Gesellschaftsordnung, hier ein bloßer Garant reaktionärer Weltanschauung. Kein Wunder, dass der katholisierenden, aber atheistischen Action Francaise Erzbischof Lefebvre genauso nahestand wie der Vichy-Regierung.

      • Sehen Sie mal-Sie Klugschwätzer-,das was Sie hier an den Mann zu bringen versuchen,das ist Alt-68er Gewäsch.Merken’s denn nicht,Dass Sie unausstehlih sind? Was plagt Sie denn‘? gehn’s doch spazieren!

      • Nicht gar zu herablassend, bitte.
        Jetzt einmal ganz im Ernst. Der bloße Hinweis auf den Heiligen Geist und den 13. als Wahltag (Maria lo vult), ist mir doch zu wenig. Das könnten einfach Totschlaginstrumente sein, um jede Nachfrage abzuwürgen.
        Die Frage ist berechtigt und ernst: Was bewegt 115 Kardinäle innerhalb 24 Stunden den Erzbischof von Buenos Aires zu wählen?
        Ich bezweifle nicht das von Schönborn in London geschilderte Erlebnis mit dem Ehepaar, wenngleich die Schilderung etwas schräg wirkt („Ihr, die Ihr den Heiligen Geist habt, gebt mir einen Rat“). Einen Rat hätte er an dem Tag wohl von jedem Katholiken am Petersplatz bekommen. Auch von mir. Ich glaube schon, daß er sich das im Nachhinein so denkt. Im Konklave scheint er ja zunächst noch Scola unterstützt zu haben, bis zu dem zweiten „Hinweis“ des Geistes, den er nicht verraten darf.
        Warum schräg? Weil er vor Anglikanern die Wahl Bergoglios dem Hl. Geist zuschreibt und gleichzeitig die Wahl Bergoglios mit jener Welbys zum Primas der Anglikaner gleichsetzt.
        Für den Rest des Pontifikats gilt für einen Katholiken: abwarten und für den Papst beten.
        Die Frage bleibt: Wieviel ist an einem Konklave geistgewirkt, wieviel menschliches Kalkül, Sympathie, Antipathie? Wer kann das sagen. Wenn immer der Hl. Geist die Wahl entscheidet, wie paßt dann die von BXVI zusammen und den erleichterten Aussagen mancher Kardinäle nach der Wahl von FI? Hat sich der Hl. Geist damals geirrt? Die Sache ist nicht so einfach. Die Kirche ist daher gewohnt zurückhaltender. Sie ruft den Hl. Geist vor Konklavebeginn an und weiß, daß der Hl. Geist sie nie verlassen wird und sie Bestand hat bis zum letzten Tag. Mehr sagt sie mit gutem Grund nicht.
        Ich kann mich auch nicht erinnern, daß 2005 bei der Wahl von BXVI. so viel über den Hl. Geist geredet wurde wie jetzt. BXVI. hätte wohl auch nie zu Freunden gesagt: „Ihr, die Ihr den Heiligen Geist habt“… 😉

      • @ Lioba:Schon die Psychologie kennt das Phänomen, dass Menschen, die widersprüchlich und eher „hohl/oberflächlich“ sind, unreifen Menschen als Projektionsfläche für die wundersamsten Eigenschaften dienen („narzisstsiche Spiegelfläche“).
        Sie sagen es: bei Benedikt, der unzweifelhaft ein tiefer und reicher Mensch ist, hätte kein Mensch ständig den Hl. Geist bemüht oder wäre sonst in geistliche Schwärmerei verfallen. Er blieb bei allem sachlich, liebevoll und wahrhaft demütig und bescheiden.
        Immerhin sollen Christen laut NT „nüchtern“ bleiben und nicht, ohne etwas genauer geprüft zu haben, enthusiastisch werden.
        Es ist symptomatisch, dass einige hier es nicht verkraften, wenn man F.s konkrete Worte unter die Lupe nimmt. D.h. sie weigern sich, diesen Mann zu prüfen. Sie wollen ihm unbesehen und unbedacht folgen. Das hat nichts mit Respekt vor dem Amt zu tun, sondern mit der Neigung, sich an Idolen festzuhalten. Als Argumentationskeule kommt die formale Gestalt des Papstamtes.
        Wer so argumentiert, vergisst, dass selbst unser Herr seine Kritiker dazu aufforderte, ihm argumentativ zu zeigen, ob er etwas Falsches sage. Er trat nie auf mit dem Anspruch: „Ich habe recht, weil mir das Rechthaben schon eingebaut ist.“ Er erklärte, predigte, wies zurecht, stand Rede und Antwort, und dies mit Vollmacht. Er war nicht grob, nicht populistisch und bediente keine Moralkeulen. Und er war keine Stratege, sondern gab sein Leben. Er wollte mit den Menschen „am Seelengrund“ kommunizieren und nicht theoretische Endlosdebatten führen. Und er war niemals autoritär. Das hatte er nicht nötig, weil er wirkliche Vollmacht hatte.

      • Prinzipienreiterei („Weil es der Papst ist, muss es wunderbar sein!“) ist uns nicht geboten, sondern alles zu prüfen und das Gute das bewahren.
        Das Gute ist nicht Getöse, Getue oder Geschwätz, sondern die Folgen eines Tuns im ganzen…

        Seit Jxxiii. müssen wir uns einbilden, wir hätten wunderbare Päpste, einfach weil sie der Papst sind, aber die Kirche geht unaufhaltsam nieder unter dieser Regie – einzige echte Ausnahme war für mich Bxvi.: er sprach davon, dass er einen Herrn hat und mit ihm alles bespricht. Benedikt gab zu, wie zwiespältig die Lage für ihn war, auch und gerade was Fatima betrifft. Eine gequälte Ehrlichkeit, aber doch Ehrlichkeit.
        Das hat ihn mir trotz allem, was man ihm zu Recht vorwerfen könnte, überzeugend gemacht.

        Mich werden Sie nicht in Ihre verschlafene Straußenwirtschaft voller prinzipien-, dialog- oder legalismustrunkener Katholiken locken können. Schon gar nicht mit derart faden Argumenten!

      • Eben, „prüfet alles und das Gute bewahret“, sagt der Apostel. Wenn Sie auf diese Aussage schon anspielen, sollte aber klar sein, daß es eben auch Gutes git, sondern hätte Paulus das ja nicht so formuliert. Ais Ihrer Sicht indes scheint es bei „Franz“ nur Schlechtes zu geben, weil er Ihren vielfältigen „Prüfungen“ ja nie standhält.

        Das aber ist realitäts- und menschenfern.

      • Nein, Dunkelmann, aus dieser Aussage folgt logisch nicht, dass es zwangsläufig Gutes geben muss. Grundkurs Aussagenlogik, schauen Sie mal rein…
        Ob es bei F. nur Schlechtes gibt, weiß ich nicht, das sagen Sie.
        Ich befasse mich mit seinen konkreten Aussagen und finde Sie sehr flach. Warum ich das finde, kann man in meinen Argumenten nachlesen. Ist an den Argumenten etwas nicht in Ordnung? Dann werden Sie konkret und weisen Sie es mir nach!

      • Seit wann spielt hier „flach“ oder „tief“ eine Rolle? Hier zählt doch wahr oder falsch?! Und welche Aussage, die der Papst bisher gemacht hat, war falsch bzw. häretisch? „Flach“ ist eine intellektualistisch-ästhetische Salonkategorie. Die mag man sich in beschaulichen süddeutschen Uni-Städtchen leisten können – in Buenos Aires wäre das dekadenter Luxus.

      • Nein, seh ich nicht so: man kann auch dauernd wahre Aussagen von sich geben, ohne irgendwas (Neues) gesagt zu haben, ohne deshalb studiert haben oder Papst sein zu müssen, etwa „9 hoch (9 hoch 9)“ ist die größte, mit 3 Ziffern darstellbare nat. Zahl; bloß bringt das nix. – Nicht eine ‚aesthetische Salon-Kategorie‘ ist entscheidend, sondern Sinn, Wirksamkeit, Adäquatheit und Wirkung, und zwar abhängig vom Kontext, d.h. von der Zeit mit allen ihren Problemen und dem Amt, welches man bekleidet, und von den Maßnahmen, die man in diesem Amt ergreift, um zur Lösung der Probleme best-möglich beizutragen. – Würde ein Bischof immer NUR Dinge sagen, die egtl. bereits vor der Erstkommunion klar sein sollten, oder NUR – ohne je irgendwas Falsches zu sagen – predigen wie ein „blutjunger Hilfskaplan“, der „noch lernen muß“, dann muß ich als Gläubiger diesen Bischof in dieser Sache auch kritisieren dürfen – oder mal die Frage stellen, wie’s denn mit der theolog. Ausbildung & der Qualifikation so aussieht! – Und wenn dieser Bischof gar der Pastor Pastorum der Universalkirche ist, dann darf ich schon fragen, ob er die richtigen i.S.v. angemessenen Antworten gibt (als Papst – nicht als „Hilfskaplan“, der „Kommunionstunde“ hält!), oder nicht – selbst wenn alles, was er sagt, ‚formal korrekt‘ sein sollte … – da kommt es nicht nur auf die Richtigkeit seiner Worte, auch nicht nur den interpretierbaren Sinn an, sondern vor allem auf die Wirkung in einer ganz bestimmten kirchlichen & politisch-gesellschaftlichen Gesamtlage an. – Auch ‚an sich‘ absolut richtige Worte können eine verheerende Wirkung haben und die Probleme eher noch verschlimmern, z.B. wenn in einer Zeit des Indifferentismus und der ‚Diktatur des Relativismus‘ eine bestimmte Aussage über den theolog. Wahrheitsbegriff gemacht wird, ‚an sich‘ korrekt, aber einseitig betont, möglicherweise genau das falsche Signal in DIESER Zeit (die Franzensperle vom 8. Mai etwa – worüber man trefflich streiten … DARF!!!) …

      • @ GW: Sehr gut, Sie sprechen mir aus der Seele – es muss doch irgendwie erkennbar sein, dass ein Christ, noch dazu der Papst, all die Lehrbuchwahrheit für sich „ergriffen hat“ – nein: dass er davon „ergriffen wurde“. Das ist ja das, was im NT immer über Jesus gesagt wird, er habe „mit Vollmacht“ gepredigt, nicht formal korrekt und eben „flach“, also zweidimensional „korrekt“, ohne die tiefe Mehrdimensionalität, die das geistgewirkte Reden und Handeln kennzeichnet.
        Ich habe bei F. das Gefühl, er sagt wahre „Splitter“, die aber nicht zu einem stimmigen Bild zusammensetzbar sind, sich widersprechen, weil er offenbar den Sinn nicht lebt oder versteht. Der „Logos“ fehlt. Natürlich ist das eine oder andere korrekt, keine Frage, aber nicht das ganze, und das bedrückt mich.

      • Der nächste Papst wird Ravioli heissen,das würde doch Sie höchsterfreuen,Sie Superschlauer. “ Hallo Leute-hallo Welt,seht ich lasse mich öffnen,ich bin eine Ravioli Büchse“…..

    • Warum eigentlich hat Benedikt XVI. die Kurie nicht reformiert? Er kannte sie doch aus eigener, langjähriger Anschauung! Wurde er erpresst? Fehlte ihm der Heilige Geist? Fand er die Kurie in ihrem Bestand in Ordnung?

      • Benedikt war ein genialer Theologe alteuropäischer Art, er hatte vor Platon und Augustinus weniger Angst wie vor dir und mir. Er war weder ein pastoraler Mensch (hat nie in seinem Leben in der Pastoral gearbeitet, sondern ausschließlich in Hörsäälen und später in Bischofsbehörden) und schon gar nicht ein homo politicus, wovon er nichts verstand und sich auch nicht dafür interessierte. Beides aber sind unabdingbare Voraussetzungen für das Papstamt, das nach dem Willen der Kirche ein eminentes Leitungsamt ist. Ohne Leadership geht es nicht – und die hatte Benedikt nicht, sondern flüchtete sich ins Bücherschreiben, berauscht von seinem ästhetischen Empfinden für die „Schönheit des Dekens“. Wunderbar, aber dazu hatte er als Professor genug Zeit, ein Papst muß anderes tun. Ich glaube, das erklärt seine Unfähigkeit und Unwillen (beides), die Kurie zu reformieren, mehr als Spekulationen über das Fehlen des Geistes.
        Und dann hat er aufgrund mangelnder Menschenkenntnis sich mit den falschen Leuten umgeben, z.B. der verheerende Bertone, der ihm seine fatalen medialen Desaster bereitet hat Williamson, Regensburg, Mißbrauchsskandale, Vatileaks.

      • Und dennoch hat er die vor dem Deutschen Bundestag die beste und verständlichste Rede nicht nur der laufenden, sondern auch mindestens der vorhergehenden Legislaturperiode gehalten. Den Politiker hat da offenbar schon auch etwas gedämmert, eine Ahnung, daß da durch seine Worte eine Welt hereinbricht, von der sie meilenweit entfernt sind, und dies obwohl er über ihre Aufgabe als Politiker sprach.

      • So, jetzt ist die Katze aus dem Sack – der Hl. Geist ist immer dann da gewesen, wenn ich es finde, richtig, Dunkelmann? Bxvi. war übrigens auch eine kurze Zeit in der Pastoral. Ob er ein „pastoraler Mensch“ war, wissen Sie nicht. Sie reden leichtfertig und fahrlässig.
        Was für ein Papstamt – außer dem grundsätzlichen Willen, den Willen des Vatres zu tun – unabdingbar ist, wissen doch Sie nicht! Sie zeichnen hier ein weltliches politisches Amt.
        „Leadership“ in der Kirche?
        Warum nicht am besten noch ein „Führer“?
        Ja, da hat der Geist keinen Platz – wenn wir so genau wissen, was alles unabdingbar ist.
        Merkwürdig ungeistliches Kirchenverständnis!

      • „Der grundsätzliche Wille, den Willen des Vaters zu tun, ist allein deshalb nicht das hervorstechende Charakteristikum des Papstamtes, weil dies für jedes Christenleben unabdingbar gilt. Wenn sich darin in Ihrer Sicht das Papstamt erschöpft und andere Voraussetzungen „ungeistlich“ sind, dann bleibt vom Papstamt gegenüber Otto Normalkatholik nichts mehr übrig. Seltsames Pastamtverständnis für jemand, die sonst täglich kritisiert, das der jetzige Papst „kein Papst sein“, sprich: das „Besondere“, „Einzigartige“ des Papstamtes nicht inszinieren will.

      • Von „erschöpfen“ war keine Rede – aber davon, dass Gott führt „wohin du nicht willst“ (Jesus an Petrus).
        Es geht drum, dass die Leadership bei jesus liegt und das ist ein Geheimnis, Dunkelmann, nichts Planbares.

      • Aber das sagt zeitschnur doch überhaupt nicht!!! Der grundsätzliche Wille, den Willen des Vaters zu tun, ist notwendige Voraussetzung, ist ‚unabdingbar‘ für das Christsein eines jeden, auch des Papstes; aber ist ja noch lange nicht hinreichende Bedingung, d.h. Qualifikation für das Papstamt. Sie z.B. fordern darüber hinaus auch noch so etwas wie ‚Leadership‘ – eine völlig weltliche Kategorie im Übrigen. – Und das, was der Papst bis jetzt an Verbalem so von sich gegeben hat, diese eingängigen, ‚herzerwärmenden‘ Worte, die (mal noch?) nichts darüber hinaus bringen, als was man sich so im ‚Wort zum Sonntag‘ anhören kann (aber wer weiß, kann ja noch werden^^), da sag ich mit Ihren Worten, leicht modifiziert:
        ‚wunderbar, aber dazu hatte er als Kaplan genug Zeit, ein Papst muß anderes tun.‘
        Was hat er denn seit seiner Wahl bis jetzt – in den wenigen Wochen – WIRKLICH an DERMASZEN Großartigem & völlig Neuem gesagt oder getan, daß man sich gleich zu solchen völlig unkritischen, ja enthusiasmierten Dithyramben à la „Franziskus der Große – Gottes Geschenk an die Kirche – Alleluia, alleluia!!!…!“ hinreißen lassen muß?!???

      • [pardon, ungünstig-frühes Timing von mir, müßte warten, bis 'letzte nächtliche Kommentare + Antworten' schon freigeschaltet, na ja 😉 ]

      • Für deutsche Ohren ist das Wort „Führer“ in der Tat recht böse besetzt. Das sollten Sie aber bitte nicht gegen Dunkelkatholiks berechtigte Sorge um geistig-geistliches Vorangehen ausspielen. Das wäre doch ein unwürdiges Verdrehen eines Argumentes.

      • Werter Dunkelkatholik, ich muss mich schon sehr wundern, mit welcher Dreistigkeit Sie hier öffentlich Seine Heiligkeit, unseren Papst emeritus, Benedikt XVI., dessen Wahl mindestens ebenso geistgewirkt war wie die Bergoglios, abkanzeln, anstatt ihm, wie es sich – nach Ihrer und Vincentius Meinung – für gute Katholiken gehört, in vollständigem Gehorsam kritiklos zu folgen. Man darf schon berechtigte Zweifel hegen, ob Sie in Ihrer Dunkelstube in Hintertupfingen auch nur annähernd die Befähigung besitzen, die Amtsführung oder die Persönlichkeit Seiner Heiligkeit in irgendeiner Weise zutreffend zu beurteilen. Sie sollten sich also an Ihre eigenen Worte halten und sich jeglicher Kritik enthalten. Oder steht das Vorrecht der (Papst-)Kritik Ihrer Ansicht nach nur den progressistischen Glaubensbrüdern zu? Dort ist sie ja gang und gäbe und verwundert niemanden. Die sogenannten „Traditionalisten“ hingegen haben zu schweigen, zu beten und Ihre Kirchensteuer zu zahlen und sich von den ökumenistischen Zeitgeistkatholiken, wie es seit den glorreichen Zeiten des Zweiten Vatikanums Brauch war, widerspruchslos herumkommandieren und unterbuttern zu lassen. Dass dies offenbar seit dem benediktinischen Frühling nicht mehr so funktioniert, scheint das Verstörende zu sein, worunter Sie und andere Kommentatoren so offensichtlich leiden und wogegen Sie hier propagandistisch zu Felde ziehen.

      • Nun pumpen Sie mal kräftig ab, verehrter „Hieristheute“. Ich habe den früheren Papst („Seine Heiligkeit“ ist jetzt Franziskus, nicht Benedikt, auch wenn Sie dies noch so sehr erbittern mag) noch nicht mal „kritisiert“, sondern einfach nur geschrieben, wo er stark war (als Theologe) und wo nicht (als pastorale und politische Führungsperson). Das ist so abgelutscht, fast schon banal, daß sich kein Mensch, auch kein Tradi, darüber noch empören muß. In jeder Zeitung von Rang konnte man diese differenzierte Würdigung Bendikts lesen. Und es gibt das bekannte Aussage von S.E. Kardinal Meisner, bekanntlich alles andere als ein „Progressist“, sondern einer der engsten Weggeführten und persönlichen Freunde Benedikts, der über ihn sagte: „Die Tragödie ist, daß er hochbegabt ist, aber einfach nicht Kirche leiten will.“ Recht hatte er.

      • „hicesthodie“ hat seinen Namen vermutlich vom Einschubtext des Gründonnerstags im Canon Romanus:
        Qui, pridie quam pateretur pro nostra omniumque salute pateretur, hoc est hodie, accept panem…
        (Am Tag, bevor er für unser und aller Heil litt – das ist heute, nahm er das Brot…). Weil „hicesthodie“ Hic und Hoc verwechselt (das kommt von fehlenden Lateinkenntnissen), haben Sie es konsequent übersetzt.

      • Erstaunlich, daß diejenigen, für die dass Zurückdrängen des „Latein“ in der Liturgie der Untergang von Abendland und Kirche gleichermaßen ist und die der Meinung sind, Gott ließe sich nur auf Latein „angemessen“ verehren, selber nicht mal richtig Latein können. 🙂

      • es muss bei mir natürlich auch „accepit“ heißen – ich hab das „I“ vergessen 😉

      • ‚N Älll??? oK, war‘n Witzlein 😀 & LG, G. [hm … deswegen tipp ich wohl oft morgens, ist rein-cerebral / konzentrationsmäßig betrachtet etwas günstiger, bei mir jedenfs.^^]

      • Man kann’s aber auf den im ‚pridie‘ genannten ‚dies‘ (m.) beziehen, ‚dieser Tag ist heute‘, und es stimmt!^^ Und ein ‚pateretur‘ zuviel in dem Zitat, aber auch nich schlimm; mir gefällt dieses Pseudonym, gerade weil es so deutlich auf die Einsetzung des allerheiligsten Altarsakraments hinweist, ob nun mit ‚hic‘ oder mit ‚hoc‘, es bleibt erkennbar; finde das (zu ‚hodie‘) etwas dissimilierte ‚hic‘ sogar noch schöner – statt auf „fehlende Lateinkenntnisse“ kann man auch auf ein ‚feines Gehör‘ & Stilempfinden schließen – denn, richtig bezogen, ist das ‚hic‘ grammatikalisch noch vollkommen im Rahmen, wenn nicht sogar sinniger als das etwas platte ‚hoc‘ …!
        @ Dunkelkatholik: Dieser Kommentar ist NIVEAULOS (Punkt)

      • Jepp. Dieser (Tag) ist heute, erschien mir in Bezug auf einen männlichen Nicknamen einfach passender als „dieses ist heute“. Dachte, das wäre irgendwie logisch, aber Vincentius folgt ja bekanntlich auch immer (s)einer ganz eigen(artig)en Logik. 😉

      • Nun, werter neunmalkluger Vincentius, es hat geradezu etwas rührend drolliges, wie Sie sich regelmässig in blindwütige Diskreditierung flüchten, wenn Ihnen Sachargumente fehlen. Gern können Sie das „hic“ meines Nicknamens adverbial übersetzen. Mir ist das schnurz. Weshalb aber sollte ich, als Mann, das sächliche Demonstrativpronomen „hoc“ gebrauchen?? Ist das Ihr ganz persönlicher Gender-Mainstreaming-Wahn oder wollen Sie mich damit beleidigen?

      • Ah, oder *so*, klar – und: Bbäääähh, GRAESZLICHES DschänderDingens … trug mich immer in der verwegenen Hoffnung, wenigstens DIESE Seite sei (noch!?) frei davon, na ja … – 😀 – LG, G.

      • Es geht hier gar nicht um gendergerechte Sprache. Es geht um korrekte lateinische Grammatik. „hoc est“ entspricht dem deutsche „das heißt“. Da kann man halt auch einfach nicht nur deswegen, weil es einem gefällt, schreiben: „dieser heißt“. Lateinische Kongruenzregeln sind halt nun mal fest. Das hat nichts mit neunmalklug oder blindwütig zu tun. Es ist auch keine argumentationslose Diskreditierung. Einfach nur: Grammatik.

      • „hoc est hodie“ heisst wörtlich übersetzt: „das ist dieser Tag“. Alle Schotts der Welt übersetzen: „dies ist heute“, d.h. Gegenwart, gegenwärtiges Geschehen.
        hic, haec, hoc oder qui est hodie heisst demzufolge: der, die, das, welcher ist heute, im Sinne von jetztlebend, jetzig, gegenwärtig seiend. Haben Ihnen das Ihre warmherzigen CK-Patres nicht beigebracht? Dann empfehle ich Ihnen die Lektüre des Antibarbarus der Lateinischen Sprache!

      • Mit Verlaub, ihre Übersetzung ist falsch. Die korrekte Übersetzung lautet: „das bedeutet: heute“.

        Es ist natürlich bedauerlich, wenn Sie einem Latinisten nicht abnehmen, dass Ihr Name schlechtes und falsches Latein ist: vgl. Leumann – Hofmann – Szantyr. Lateinische Grammatik, Bd. 2, S. 181-183. Dort auch Literatur zum „id est“/“hoc est“. Das Neutrum rührt daher, dass es sich als Parenthese auf den ganze antequam-Satz bezieht. Und daher ist das neutrale Geschlecht des hoc indispensabel.

      • Ach bester Vincentius, Sie sind ein Bluffer ;). Ich sehe nicht, dass es sich bei meinem „hic est hodie“ um eine Parenthese handeln würde, die sich auf irgendeinen antequam-Satz bezöge, der die Verwendung des neutrums „hoc“ indispensabel mache. Ihre Argumentation geht wieder einmal von Voraussetzungen aus, die gar nicht gegeben sind. Das nenne ich einen klassischen Fall von Paralogismus oder Sophismus, je nach dem…
        @GW: CK ist das Akronym für Canisius-Kolleg 🙂

      • Ah, merci, Canisius-K. … seeehr fürnehm!?^^ – Und außerdem, dachte immer, es sei eines jeden souveränes Recht, sich seinen Nicknamen frei auszusuchen (so lange er nicht gg. die ‚guten Sitten‘ verstößt, natürlich), und sich dabei z.B. auch von liturgischen Texten inspirieren zu lassen – ohne diese jedoch unbed. verbatim übernehmen zu müssen; mir gefällt’s jedenfalls!^^

      • Kleiner Nachtrag: Wie dreist Sie, werter Dunkelkatholik, Falschbehauptungen aufstellen oder argumentativ ganz einfach nur Ihrem Wunschdenken folgen, beweist Ihre verbitterte Bemerkung, dass nur Franziskus der Titel „Seine Heiligkeit“ zustehe. Wenn Sie mir das Recht absprechen, unseren Papst emeritus mit „Seine Heiligkeit“ anzureden, dann überzeugt Sie vielleicht am Ende doch der Jesuit Pater Lombardi und das jesuitische „Radio Vatican“, http://de.radiovaticana.va/news/2013/26/pater_lombardi:_papst_bleibt_seine_heiligkeit_benedikt_xvi./ted-668579 von der Falschheit Ihrer Auffassung.
        HIER ist eben Heute, und da ist Gestern noch lange nicht vorbei! 😉

      • Mag der Jesuit Lombardi sagen, was er will – es gibt nur einen Papst und nicht zwei, schließlich haben wir kein abendländisches Schisma. Und die Anrede „Seine Heiligkeit“ gebürt nun mal ausschließlich dem Papst, keinem Kardinal, der mal Papst war, und sei er noch so verehrungswürdig. Aber wenn für Sie Ratzinger weiter Papst ist, bitteschön, kein Problem, dann ziehen Sie fröhlich Ihre Straße ins Schisma. 🙂

      • So sind sie halt, die Dunkelkatholiken und Vincentiusse dieser Welt, sie schaffen sich ihre eigenen Regeln und Gesetze, nicht nur in der lateinischen Grammatik, sondern auch in der Kirche. Wer diesen selbstgezimmerten Regeln und Vorstellungen zu entsprechen scheint, wird zum sakrosankten Popanz hochstilisiert, wer nicht, wird für dumm verkauft oder ist halt einfach mal schismatisch. Wie einfach kann das Leben sein, in solchen Hirnen!

      • Was der emeritierte Papst für Sie auch immer sein mag, Kardinal ist er jedenfalls nicht, das ist kichenrechlich nicht möglich!

      • Glauben Sie mir, ich schaffe mir keine eigenen Regeln des Latein. Für die klassische Periode empfehle ich Hofmann-Szantyr und Kühner-Stegmann 😉

      • Ich möchte doch höflich um einen angemessenen Tonfall bitten, auch wenn Sie in der Sache anderer Meinung sind.

      • Gilt aber für uns alle hier, auch für mich selbst; kann schonmal passieren, daß man sich vlt. … „ein bissl zu sehr échauffiert“ und dann „etwas über’s Ziel hinausschießt“ (oder gerade mal „nich so gut drauf ist“, und wenn mir selbst das passiert, dann tut’s mir hinterher immer sehr leid, dann ärger ich mich; deshalb möchte ich mich an dieser Stelle auch dafür entschuldigen, wenn ich selbst schonmal allzu scharf, „giftig“ & persönlich reagiere!); man kann, darf, soll ja ‚in der Sache knallhart‘ argumentieren, aber sich ‚im Persönlichen‘ möglst. zurückhalten (auch wenn’s manchmal nicht ganz leicht sein mag^^), und schließlich – wir gehören ja immerhin alle „mal noch“ derselben Kirche an (und hoffe, das wird auch immer so bleiben!), und diese Kirche steht, jedenfalls ‚in Teilen‘, im Moment gar nicht so dermaßen gut da … – da sollten wir doch, bei aller notwendigen Sach-Auseinandersetzung, doch auch MAL „an einem Strang“ ziehen 😉 – und uns höchstens[!] idealiter „die Köppe einhauen“ – und hinterher, wenn auch wieder bzw. leider^^ nur idealiter, zusammen drei bis fünf gut-katholische Biere „hinterher schütten“, so wie’s ja auch elementarster (wenn nicht fundamentaler) Bestandteil unserer gemeinsamen ’sancta traditio‘ ist^^ … un nich wie Luther mit dem Eck … (wobei doch egtl. DER „nach Punkten“ gewonnen hat, mein‘ ich gelesen zu haben, oder?!? gibt’s das irgendwo ’schriftlich‘, den Disput?), in diesem Sinne … ist zumindest meine pers. Meinung dazu … „immer schön commentmäßig“, auch von wegen der Optick 😀 ![?]

      • Soso, ich soll also kräftig „abpumpen“? Eklige Sprache, fühlen Sie sich getroffen, werter Dunkelkatholik? Selbst wenn hundert Zeitungen derartigen stümperhaften Mist über Benedikt und seine Amtsführung verbreiten, steht es einem Katholiken, selbst einem dunklen, noch lange nicht zu, dieses unzulängliche Urteil einer akatholischen Journaille unbedarft zu übernehmen. Verstecken Sie sich bitte nicht hinter Kardinal Meisner (der Mann scheint sich ja in letzter Zeit ohnehin nicht mehr ganz im Griff zu haben), ich messe Sie hier einzig an Ihren eigenen Massstäben, die Sie und Ihr alter ego Vincentius an Kommentatoren anlegen, die sich wagen, am etwas milchigen Glanz unserer täglichen „Franziskusperlen“ zu reiben.

      • Es kommen neue Grammatikprobleme auf uns zu: wenn hicesthodie, der eigentlich hocesthodie heißen müsste, wenn es nach der okkulten Grammatik der Dunkelvincentiner ginge, „abpumpen“ soll , dann muss man messerscharf schlussfolgern, dass hicesthodie nur eine stillende Frau sein kann. Also müsste sie haecesthodie heißen, richtig?

      • [lach] … ja, das weckt natürlich so gewisse Assoziationen an die VinzentinerINNEN, in ihrer traditionellen Ordenstracht, mein‘ ich, nur … etwas gefährlich, wenn’s draußen stürmisch wurde^^ – dachten Sie vlt. (auch … ein bißchen) an die, lieber Vincentius, bei der Wahl Ihres Nicknamens??!? 😉 Dann war’s also gar nicht der hl. Vinzenz von Lérins, sondern eher der … von Paul?!

      • Zu schummrig … etwas zwielichtig-fahl, dieser „Perlenglanz“, so empfand ich z.B. beim Lesen der „Perle“ vom 8. Mai, ‚über die Wahrheit‘ – mag ja formal, theologisch alles noch „im Rahmen“ sein, was er sagte, aber man sollte doch nicht in *diese* Zeit hinein etwas sagen, was von vielen wie eine Bestätigung ihrer eigenen Ansichten auch nur aufgefaßt werden KOENNTE (selbst wenn’s hundertmal nicht so gemeint sein sollte); und das auch noch in so erkennbarem Kontrast zu Papst Benedikt, der sich so sehr bemüht hatte, den Begriff der Wahrheit wieder von allem Relativismus & Indifferentismus zu befreien. – Jetzt heißt es, „ENDLICH sagt das auch mal (wieder) der Papst, daß die katholische Kirche sich nun ENDGUELTIG von diesem großkotzigen, intoleranten, diskriminierenden und unchristlichen Wahrheitsanspruch verabschiedet hat – weil [sic!] KEINER hat die Wahrheit, wir alle, alle sind erst noch GEMEINSAM auf dem Wege zur Wahrheit, WIR Christen aller Konfessionen, Moslems, Juden, Buddhisten …, denn NUR Gott kennt die Wahrheit, Christus ist die Wahrheit – und GEWISZ nicht die katholische Kirche!“ – Selbst wenn dies, bei Licht betrachtet, eine falsche Interpretation seiner Worte … ist [wäre?], so kann man sich doch an 5 Fingern ausrechnen, wie das bei vielen Leuten ankommt – so, wie sie es verstehen WOLLEN (man muß ja nur mal so die Kommentare dazu „überfliegen“!). Er kippt also noch kräftig Öl ins Feuer – und macht sich beliebt, trifft den „Nerv der Zeit“, und das sichtlich auf Kosten seines Vorgängers im Amt! – Was einer sagt, kann also, richtig interpretiert, absolut solide & korrekt die Lehre der Kirche zu einem best. Thema wiedergeben und dennoch – VOELLIG FALSCH sein, d.h. völlig „daneben“ …, mit umso fatalerer Wirkung, je höher sein Amt in der Hierarchie und je größer die „Breitenwirkung“ seiner Worte; und je länger und diffuser, unklarer seine Predigt, so daß am Ende nur wenig, aus dem Kontext Gelöstes, Mißverstandenes hängen bleibt – nämlich genau das Falsche.

      • „Er kippt also noch kräftig Öl ins Feuer – und macht sich beliebt, trifft den „Nerv der Zeit“, und das sichtlich auf Kosten seines Vorgängers im Amt!“ Und wo soll das so „sichtlich“ sein, daß er sich auf Kosten des Vorgängers „beliebt“ macht?!? Lesen Sie seine Ansprachen, er hat sich schon sehr oft über Benedikt geäußert, und jedes Mal expressis verbis voller Achtung und geradezu liebender Wertschätzung. Obwohl dieser ihm, gelinde gesagt, kein bestelltes Hasus hinterlassen hat…

      • So, so, Benedikt hat ihm „kein bestelltes Haus“ hinterlassen? Oh doch! Er hat zumindest kräftig aufgeräumt, zum Beispiel die Mißbrauchsproblematik, die praktisch ausschliesslich der Zeit seiner Vorgänger stammte, aufgearbeitet, Assisi so gestaltet, dass es wieder mit dem katholischen Glauben vereinbar ist, die Liturgie wieder an die Konzilsvorgaben angepasst, die Ungerechtigkeit der Unterdrückung des VOM beseitigt, die Glaubenswahrheiten klar verkündet (für die, die hören wollten), wunderbare Enzykliken geschrieben, glaubensfeste Bischöfe ernannt, die Ökumene vorangetrieben, ohne falsche Konzessionen zu machen,usw. Er hat den Weg gezeichnet für eine Erneuerung der Kirche aus dem Geist der Wahrheit. Die letzten Seligsprechungen, die Organisation der WJT in Rio, und vieles mehr wurde von unserem emeritierten Papst in die Wege geleitet. Sie wissen genau so gut wie wir alle, dass man Benedikt permanent Steine in den Weg gelegt hat, um seine Reformen zu bremsen. Also sparen Sie sich Ihre Giftpfeile. Es bleibt zu hoffen, dass nach der Zeit des Aufbaus unter Benedikt, der ein wahrhaft großer Papst war, nicht eine Zeit des Abbruchs kommt. Franziskus wäre jedenfalls gut beraten, wenn er, natürlich in Anbetracht seiner persönlichen Charismen, im Sinne seines Vorgängers weiter arbeiten würde.

      • Die erste deutsche Bischofsernennung war Walter Mixa… Und zur Missbrauchsproblematik: Bei aller ungeheuchelten Hochschätzung für seine Heiligkeit, den emeritierten Papst: Ich verstehe und verstand seine Überraschung über das Ausmaß des Missbrauches durch Priester nicht, weil seit den 90er Jahren jeder ruchbare Fall über den Schreibtisch des Präfekten der Glaubenskongregation laufen musste und lief…

      • Walter Mixa war eine hervorragende Ernennung. Keiner hat im deutschen Sprachraum unbequeme Wahrheitn zur christlichen Lehre so konsequent und furchtlos ausgesprochen, nicht einmal Kardinal Meisner. Der Preis war, dass er von seinen Feinden aus dem Amt gemobbt, und von zwei eigenen „MIt“-Bischöfen verraten wurde.

      • Was haben Sie gegen Walter Mixa? Was man ihm vorwarf, war zum größten Teil verlogen. Das, was er nicht gut gemacht hat, war ein Witz – dafür lassen sich andere Exzellenzen noch feiern. Da hätte sein Verräter, die Eminenz Marx schon längst mal kritisch unter die Lupe genommen werden müssen… Mixa war einfach nicht autoritär, blasiert, widersprüchlich und verkommen genug, das war das Problem…
        Und Benedikt hat seine Tragik des gescheiterten Modernisten, der aber unterwegs zum Glauben kam, zu tragen. Das ist hart, aber für unsere Zeit ein wichtiges Exempel. Warum soll er über das Ausmaß der praktizierten Homosexualität der Priester mit Jugendlichen nicht überrascht gewesen sein? Vieles war ja noch im Dunkeln. Er kannte eine bestimmte Anzahl von Fällen, aber es waren viel viel mehr!
        Angesichts der Situation hat er Enormes geleistet, gerade als Hochbetagter – die Zukunft wird gerechter urteilen. Er hat trotz allem wichtigste Impulse für die Zukunft, eine lebensfähige Zukunft der Kirche gegeben! Lassen Sie doch die ganzen Reformopas und die ewig unzufriedenen Wohlstandsomis erst mal aussterben und dann wird man sehen, dass niemand außer ihnen den Unsinn, den sie geschaffen haben, weiterführen will und kann, die einen, weil sie nicht mehr in die Kirche gehen, die anderen, weil sie im Glauben gehorsam sein wollen.
        F. hat aber bisher noch gar nichts vorzuweisen außer Merkwürdigem und Inkonsistentem. Warten wir’s kritisch ab! Wenn’s recht ist.

      • Lieber Dunkelkatholik, nehmen Sie ALLES in den Blick, nicht nur die Worte, und lesen Sie auch „zwischen den Zeilen“; und das – gelegentliche!!! – ostentative Rekurrieren auf Papst Benedikt XVI. kann man durchaus auch anders deuten …

      • … und in den andern Fragen bin ich ganz bei Jean-Louis und zeitschnur. – Frage @ Vincentius: sind Sie sich wirklich sicher, daß diese schlimmen Fälle tatsächlich (auch) über den Schreibtisch des Präfekten der Glaubenskongregation gingen?? Denn dies waren / sind ja keine Glaubens-, sondern Disziplinfragen, zumal die aus dem Hl. Officium hervorgegangene Glaubenskongregation ja bewußt kein ‚tribunal‘ mehr sein sollte – und viele der Aufgaben des Hl. Officiums (ganz gemäß der konziliaren Stärkung des Kollegialitäts- und Subsidiaritätsprinzips) an die Ortsordinarien bzw. die Bischofskonferenzen delegiert wurden …
        … und man kann sich durchaus fragen, ob nicht auch diese (durchaus intendierte) Aufweichung und ‚Dezentralisierung‘ der ehemals straff und gut organisierten kirchlichen Disziplinar- und Strafordnung (die dann aber als allzu ’straff und gut organisiert‘ empfunden wurde) genau die Folgen zeitigte, die jetzt alle so sehr beklagen – zurecht beklagen, jedoch ohne unvoreingenommen ALLE Ursachen, die letztlich dazu geführt oder es begünstigt haben, in Betracht zu ziehen …
        … da man in einer gewissen Zeit von (manchmal eben doch notwendiger) Härte, von Disziplin und Strafe, nichts mehr wissen wollte, und stattdessen vielmehr „die Medizin der Barmherzigkeit“ anwenden … die den bösen Willen offensichtlich NICHT immer daran hindern kann, zur bösen Tat zu werden. Letztlich wieder: anthropozentrischer Hochmut! Man hat den MENSCHEN, seine ‚Vernunft‘, seine ‚Aufgeklärtheit & Reife‘, seinen ’stets guten Willen‘ maßlos überschätzt, die Exsistenz des Grundbösen und die menschliche Schwäche aber krass unterbewertet; von Hölle, von gerechter Strafe und vom endgültigen Scheitern wollte man nichts mehr wissen (oder gar damit „drohen“, wie im „finsteren Mittelalter“), und wenn man dann noch verkündet (oder wenigstens bewußt „durchblicken“ läßt oder „mutmaßt“), daß eh alle in den Himmel kommen, braucht man sich echt nicht zu wundern über das, was dann dabei rauskommt …

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