Weichenstellungen in Argentinien – Das Schweigen Bergoglios und Fernandez zu jüdischer Kirchenverleumdung

Feier an UCA: 50 Jahre Konzilseröffnung 11. Oktober 2012 - Ehrendoktor für Rabbiner Abraham Skorka: von links Apostolischer Nuntius, Rabbi Skorka, Pater Cantalamessa, Kardinal Bergoglio, Rektor Fernandez - Rabbi Skorka verglich in Dankrede katholische Kirche mit dem Nationalsozialismus, dessen Antisemitismus seine Wurzeln in der Theologie der katholischen Kirche gehabt hätte(Buenos Aires) Papst Franziskus erhob den Rektor der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien, Victor Manuel Fernandez am Montag zum Erzbischof.

Die Ernennung kam überraschend. Der Rektor der Pontificia Universidad Católica Argentina „Santa María de los Buenos Ayres“, kurz UCA genannt, wurde vom Papst mit der Würde eines Titularerzbischofs von Tiburnia ausgezeichnet. Das Signal ist eindeutig. Fernandez steht innerhalb der argentinischen Kirche Papst Bergoglio besonders nahe. Ihn will der Papst dort und an der Spitze der Universität stärken. An der Universität sind derzeit rund 20.000 Studenten immatrikuliert.

Rektor Fernandez der Katholischen Universität wird Erzbischof

Rektor Fernandez wurde am 18. Juli 1962 in Alcira Gigena in der Provinz Cordoba geboren. 1986 zum Priester der Diözese Villa de Concepcion de Rio Cuarto geweiht, erwarb er an der Gregoriana in Rom sein Lizentiat und 1990 an der UCA das Doktorat mit einer Dissertation über den heiligen Bonaventura.

Fernandez wirkte von 1991 bis 2007 in der Pfarrseelsorge (1993-2000 als Pfarrer von Santa Teresita) und lehrte am Priesterseminar von Rio Cuarto, dann auch an der  Theologischen Fakultät an der UCA. 2002 wurde er stellvertretender Dekan der Fakultät, 2008 Dekan derselben und lehrte als ordentlicher Professor Moraltheologie. Von 2003 bis 2005 war der Theologe Ökumenebeauftragter der Diözese Rio Cuarto. Papst Franziskus kennt ihn vor allem durch die Charismatische Erneuerung. Fernandez war diözesaner geistlicher Assistent des Movimiento de Renovacion Carismatica.

Von Erzbischof Bergoglio 2009 als Rektor durchgesetzt

Fernandez nahm 2007 als Peritus der argentinischen Bischofskonferenz an der sogenannten Konferenz von Aparecida, der 5. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika und der Karibik teil. Maßgeblich wirkte er an der Formulierung des Schlußdokuments mit, das unter der Leitung des damaligen Erzbischofs von Buenos Aires ausgearbeitet wurde. 2009 war es Kardinal Bergoglio, der Fernandez gegen konservative Widerstände als Rektor der Universität durchsetzte.

Unter seinem Rektorat wurde an der UCA eine Fakultät für Sozialwissenschaften errichtet. Mit der Coordinacion de Compromiso Social startete Fernandez eine von Erzbischof Bergoglio gewünschte Einbindung der Universität in das soziale Netz der Stadt Buenos Aires, einschließlich der Armenviertel Villas miserias am Stadtrand. Die Mitbestimmungsmöglichkeiten an der Universität wurden neu geordnet, Außenstellen wurden ausgebaut und weitere gegründet.

Interreligiöse Feier zu 50 Jahre Konzilsbeginn mit Ehrendoktorat für Rabbiner

Zu seinem Rektorat gehört allerdings auch sein Schweigen, als an der Päpstlichen Universität die katholische Kirche angegriffen wurde. Am 11. Oktober 2012 wurde an der UCA unter Anwesenheit des damaligen Erzbischofs von Buenos Aires, Kardinal Bergoglio, des Apostolischen Nuntius und des Päpstlichen Hauspredigers Pater Raniero Cantalamessa des 50. Jahrestages der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils gedacht. Obwohl das Gedenken ein zentrales Ereignis der jüngsten katholischen Kirchengeschichte betraf, fand es im Rahmen einer interreligiösen Feier statt. Im Rahmen dieser Feier wurde auf Anregung von Kardinal Bergoglio dem Rabbiner von Buenos Aires, Abraham Skorka, einem persönlichen Freund des damaligen Erzbischofs von Buenos Aires, mit dem der Kardinal 2010 ein Gesprächsbuch veröffentlicht hatte, die Ehrendoktorwürde der Universität verliehen. Rabbi Skorka ist ein Verfechter der Legalisierung der Homo-“Ehe“ in Argentinien.

„Unwürdiges Schauspiel“: Kirchenvertreter applaudierten zu Kirchenverleumdung durch Rabbiner

„An der Päpstlichen Universität bot sich ein unwürdiges Schauspiel, das sich die höchsten Vertreter der katholischen Kirche vom höchsten Vertreter des Judentums im Land bieten ließen“, wie Pagina Catolica schrieb. In seiner Dankrede verglich der Rabbiner die katholische Kirche, die ihn soeben mit der höchsten akademischen Würde auszeichnete, mit dem Nationalsozialismus und bezeichnete dessen Antisemitismus ausdrücklich als Produkt der katholischen Theologie („tuvo raíces en la teología que se fue desarrollando en la Iglesia Católica“). Dagegen regte sich kein Widerspruch. Am Ende der Rede applaudierten Rektor Fernandez, Kardinal Bergoglio, der anwesende Nuntius, Pater Cantalamessa und der heutige Erzbischof von Buenos Aires Mario Poli dem mit dem katholischen Ehrendoktorat ausgezeichneten Rabbiner.

Die Bischofsweihe wird am 15. Juni in der Kathedrale von Buenos Aires stattfinden. Hauptkonsekrator wird der kurz nach seiner Wahl von Papst Franziskus ernannte Nachfolger als Erzbischof von Buenos Aires Mario Aurelio Poli sein, der von Kardinal Bergoglio auch das Amt des Großkanzlers der UCA übernommen hat.

Das Fernandez verliehene Titularerzbistum Tiburnia bezieht sich auf die im Awarensturm kurz nach 600 untergegangene Stadt Teurnia auf dem Lurnfeld in Oberkärnten (Österreich). Die keltische Gründung war als römische Stadt spätestens ab dem 4. Jahrhundert Bischofssitz. Das Erzbistum ging mit der Stadt Anfang des 7. Jahrhunderts unter. Die frühchristliche, dreischiffige Bischofskirche konnte bei Ausgrabungsarbeiten in den 80er Jahren freigelegt werden.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Pagina Catolica/Youtube

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68 Comments

  1. Eine ausgezeichnete Ernennung von Franziskus. In Argentinien herrscht Freude.

  2. Diese Informationen eröffnen vielleicht, unter anderem, warum manche von uns, diesem Papst sehr kritisch gegenüberstehen. Mich stimmt das alles sehr bedenklich, und ich habe kein gutes Gefühl. Viele sehen nur den jovialen Papst, aber nicht wie er die Gegner der Kirche gewähren lässt oder den Modernismus gezielt fördert, z.B. durch seine Personalpolitik.

  3. Englischkundigen empfehle ich:

    Adrian Salbuchi: „Will Pope Francis be a Reformer?“

    Buenos Aires resident Adrian Salbuchi has watched the former Archbishop Bergoglio for decades.
    Salbuchi finds both hopeful and worrisome signs.

  4. Schlecht recherchiert. Vielleicht hat der Rabbi tatsächlich Skandalöses gesagt, wer weiß, möglich ist es. Aber der zitierte Satz („tuvo raíces [= hatte Wurzeln] en la teología que se fue desarrollando en la Iglesia Católica“) ist nun einmal nicht zu beanstanden.

    • Und wie das zu beanstanden ist. Der Nationalsozialismus hat mit der katholischen Kirche nichts zu tun. Sein Antisemitismus war rassistisch begründet. Hitler und die Nazis haben keine Juden wegen der katholischen Kirche umgebracht oder weil unter dem SS-Todenkopf ein verborgenes christliches Herz schlug.
      Ersparen Sie uns solchen politisch korrekten aber unhistorischen Unsinn. Danke

      • @ Lioba, das hat nicht unbedingt etwas mit „political correctness“ zu tun. Natürlich ist der „Antijudaismus“ etwas anderes als der „Rassenantisemitismus“ der Nazis. Doch dieser Antijudaismus wurde theologisch „begründet“ und er hat in den Völkern über Jahrhunderte Mißtrauen, Abneigung und Feindschaft gegenüber den Juden gefördert. Diese Vorurteile dürften den Rasseantisemiten ihr schmutziges Handwerk erleichtert haben, da sie auf lange bestehende Ressentiments zurückgreifen konnten.

        Insoweit ist der Satz mit den „Wurzeln“ nicht völlig falsch. Eine andere Frage ist, ob es sich gehört, dieses Thema in einer Dankesrede anläßlich einer Preisverleihung durch eine katholische zur Sprache zu bringen. Das hat in der Tat ein „Geschmäckle“.

      • Nett gedacht, aber nicht den Tatsachen entsprechend. Der Antisemtismus des NS geht auf den Sozialdarwinismus zurück. Nichts ist und war der Kirche je ferner.
        Das Verhältnis Juden – Christen ist komplex genug mit wechselnden Rollen. Dieses in Zusammenhang mit dem NS zu stellen, ist historisch falsch wie ebenso ungerecht und vernichtet von vorneherein jede vernünftige Behandlung.
        Papst Franziskus zitierte bei seinem ersten Angelus Leon Bloy. Ich kann ihnen nur die Lektüre empfehlen.
        Mir ist verständlich, weshalb von jüdischer Seite versucht wird, einen Zusammennhang herzustellen, damit könnte auch die Kirche mit der Nazi-Keule zum Knecht gemacht werden. Das ist deren Sache. Wenige verstehe ich den Philosemitismus in manchen protestantischen und auch katholischen Gruppen. So als hätten die Juden nicht nur einen eigenen Weg zum Heil (den sie nicht haben), sondern sogar noch so etwas wie einen privilegierten Weg. Das deckt sich nicht mit der christlichen Lehre, sondern scheint das Produkt einer seltsamen religiösen Verklärung, eines ideologisch-politischen Akts des NS zu sein, der mit der Kirche nichts zu tun hat.
        Ich habe Nachgeborene getroffen, die sich verzweifelt marterten, wie der Holocaust geschehen konnte und empfanden eine völlig irreale „Schuld“. Ich habe sie auf das Morden unserer Tage z.B. durch Abtreibung hingewiesen. Sie haben es nichtj verstanden. So zeitgeistig daneben kann man liegen.

      • Danke liebe Lioba für die Klarstellung,

        aber Juden und Moslems haben heutzutage Narrenfreiheit in Sachen Kirchenhetze, besonders auch bei Kirchenvertretern.
        Papst Benedikt hat zumindest intelektuellen Widerstand versucht, ist aber den Kirchenfeinden auch nicht nachdrücklich genug entgegen getreten.
        Bei Papst Franziskus vermißt man zuweilen eine differenzierte Haltung, er scheint, wenn man den Meldungen glauben darf, in Schwarzweißmustern zu denken.
        Es ist wichtig das die Kirche auch mit anderen Religionen spricht und sich austauscht, aber es darf niemals verschwiegen und vergessen werden, das Juden und Moslems die Kirche seit jeher verfolgen und bekämpfen und zu vernichten suchen, das ist kein Antisemitismus oder sonst etwas, sondern eine grausame Realität.
        Die Methoden sind heute subtiler, aber der Kirchenhaß bleibt derselbe, daher ist es nur klug, wachsam zu sein.
        Es wäre die Pflicht gewesen auf die unverschämten Äußerungen des Rabbi zu antworten, man bedenke die Aufregung der Moslems über das harmlose Zitat Benedikts in Regensburg, oder die jüdische Reaktion auf Kardinal Meissners Kritik an der Behandlung der Palästinenser durch Israel.
        Nein, Chancengleichheit sieht definitiv anders aus.

  5. War bei dieser unsäglichen Veranstaltung eigentlich auch der Heilige Geist anwesend? War der Heilige Geist anwesend als Erzbischof Bergoglio als Ehrenmitglied des Rotary Club Buenos Aires aufgenommen und im Jahre 2005 die Auszeichnung „Person des Jahres“ vom Club verliehen bekam? War der Heilige Geist tatsächlich anwesend, als Kardinal Bergoglio am 13.03.13 zum Nachfolger Petri gewählt worden ist? So viele Fragen und keine Antwort. Und irgendwie kann ich mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen, daß Gott es gutheißt, daß seine Kirche auf Erden mit Dreck beworfen wird und ihre Funktionäre hierbei auch noch ganz laut Beifall klatschen. Aber vielleicht hat Gott ja eine besonders befremdliche Art von Humor. Nur wie ist eigentlich dieser eigenartige Schwefelgeruch zu erklären, der andauernd im Raum ist?

    • „War der Heilige Geist anwesend als Erzbischof Bergoglio als Ehrenmitglied des Rotary Club Buenos Aires aufgenommen und im Jahre 2005 die Auszeichnung „Person des Jahres“ vom Club verliehen bekam?

      Wasr der Heilige Geist anwesend, als Kardinal Ratzinger 1978 als Ehrenmitglied in den Rotary Club München aufgenommen wurde? Und als Bischof Mixa 1997 Mitglied im Rotary Club Eichstätt wurde?? Und als Martin Mosebach 1986 Mitglied im Lions Club Frankfurt wurde?

      • Und? War der Heilige Geist nun anwesend oder warum zählen Sie denn das deutsche Rotarier Gruselkabinett der katholischen Kirche auf? Weiß doch jeder, wem die überwiegende Mehrheit der hohen Würdenträger so dient, nach dem Motto „Wen interessiert schon das Jenseits und das Seelenheil, wenn hier und jetzt im Diesseits das Vergnügen tobt.“

  6. Die Kombination ist schon seltsam:
    50 Jahre Beginn des Konzils, interreligiöse Feier (dürfen Katholiken nie unter sich sein und nachdenken? vor allem da das Beisammensein mit den anderen Konfessionen und Religionen Missionierung a priori auszuschließen scheint), Ehrendoktorat für den Rabbi (warum? weil er ein freund des Erzbischofs ist? Freundschaftsdienste untereinander?). Da versteh ich nun vielleicht, warum Bergoglio nunmehr Papst Franziskus in argentinischen Kirchen die B‘nai B‘rith Freimaurer reinließ, um dem Holocaust zu gedenken. Ist er auch der Meinung des so freundlichen, geradezu unverschämt höflichen Rabbi, der seine Gastgeber beschimpft?
    Dann hat für ihn mit dem Konzil V2 alles neu begonnen, dann ist das vom Rabbi kritisierte vorher, mit dem man nichts zu tun hat, die Geschichte einer anderen Kirche? Oder ist das ein Kniefall der Kirche vor der Synagoge (oder in diesem Fall eher vor dem Zionismus)? Die Religion von morgen: die Kirche unterwirft sich der Synagoge, beschenkt sie mit Ehrungen und wird dafür beschimpft. Echt super. Wie im Film. Nur im falschen!

    • „Die Religion von morgen: die Kirche unterwirft sich der Synagoge, beschenkt sie mit Ehrungen und wird dafür beschimpft. Echt super. Wie im Film. Nur im falschen!“
      Tja, dann gehn Sie doch einfach aus dem falschen Film raus und in den richtigen. Hindert Sie keiner dran. Und lassen Sie Franziskus, der „vor der Synagoge in die Knie fällt“, einen guten Mann sein.

      • Also, das versöhnt mich doch glatt noch fast mit Ihnen: Sie sind ja ein echter Spaßvogel.

  7. Der über Jahrhunderte praktizierte christliche Antijudaismus und Antisemitismus hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Holocaust an den Juden möglich wurde. Das ist eine historische und von der Kirche anerkannteTatsache. Dass der Rabbiner das zur Sprache bringt hat mit Kirchenverleumdung absolut nichts zu tun. Die Reaktionen hier sind absolut erschreckend.

    • Das glauben sie aber selber nicht!? Glauben Sie, Katholiken sind in der Reichskristallnacht ausgezogen, um Juden umzubringen oder Katholiken haben die Judenvernichtung gewollt?
      Hitler hat das vor der eigenen Bevölkerung strikte geheimgehalten, weil er nicht einmal der Masse seiner NS-Anhänger diesen Wahnsinn zutraute. Im empfehle das Buch des Historikers und UN-Sonderbeauftragten Alfred de Zayas: Völkermord als Staatsgeheimnis: Vom Wissen über die „Endlösung der Judenfrage“ im Dritten Reich.

      Die Katholiken damals sind am Holocaust soviel schuld wie wir Katholiken heute am Babycaust.

      • „Die Katholiken damals sind am Holocaust soviel schuld wie wir Katholiken heute am Babycaust.“
        Eben, deshalb dürfen wir Katholiken, die wir nie an nichts schuld waren, mit Lukas 18 sagen: Wir danken dir, Herr, da wir nicht so sind wie diese (Schuldigen) da!

      • Ach was sind sie für ein geschwätziger Heuchler. Es ist offensichtlich, dass ich es nicht so gemeint habe. Sie haben genau verstanden, wie ich es meinte. Warum behaupten Sie dann so etwas?
        Wenn es damals ein Versagen gab, dann nützt alles heutige Gejammer nichts. Das Geplapper von „Wehret den Anfängen“ und „Nie wieder“ wird zur übelsten Heuchelei, wenn gleichzeitig, HEUTE, ein vielfaches des alltäglichen Morden stattfindet und das in jeder größeren und kleineren Stadt. Damals herrschte Diktatur, heute Demokratie; damals gab es keine Meinungsfreiheit und noch weniger Pressefreiheit, heute wissen wir alles ganz genau und schweigen es dennoch tod; damals entschied die NS-Führung im engsten Kreis ganz geheim, kein öffentliches Wort über das Morden, heute beschließen es die Parlamente oder in manchen Ländern mit Volksabstimmungen das Volk direkt.
        Ich denke, es ist kein Zufall, daß deshalb der Blick so gerne in die nahe Vergangenheit schweift, da kann man sich moralisch austoben, und völlig gefahrlos, zudem noch politisch korrekt mit dem Finger auf andere zeigen und sich ein reines Mäntelchen umlegen, die das morden heute zudecken soll. Immer brav in die falsche Richtung schauen. Damals wie heute, möchte man sagen. Aber ich spreche lieber über das heute, denn über andere reden bringt nichts.
        Und ich weiß nicht, wie es mit Ihnen steht, aber ich bin seit meiner Jugend für den Lebensschutz aktiv.

      • Die „Lebensschützer“ sind in vieler Hinsicht beeindruckende Leute. Aber solange darunter auch solche sind, die, wie in Ihrem Post, permanent auf dem sog. „Babycaust“ herumreiten und damit auf subtile, aber unüberhörbare Weise eine Mutter, die ihr Kind abgetrieben hat, nicht nur zur „Mörderin“, sondern gleich auf eine moralische Ebene mit Heinrich Himmler stellen, werden Sie (leider) immer eine sehr kleine Minderheit bleiben. Mit solcher Brutalo-Rhetorik schaden Sie Ihrem Anliegen auf denkbar schwere Weise. Daß selbst in der CDU/CSU immer weniger Leute noch Sympathien für Ihre Bewegung aufbringen, haben Sie leider mit zu verantworten.

      • Millionen abgetriebene Kinder sind ein unfassbarer Skandal.
        Egal wie laut heute dagegen geschrieben und agiert wird, es kommt eine Zeit in der man der Kirche den Vorwurf machen wird, nicht aktiv genuf gewesen zu sein.
        Nein bei diesem Thema gibt es NIE ein Zuviel an Protest, sondern immer nur ein Zuwenig !

    • Der Nationalsozialismus ist eine neoheidnische Ideologie. Diese Ideologie dem Christentum in die Schuhe schieben zu wollen ist blanke Propaganda kirchenfeindlichen Ursprungs .

      • Und Bergoglio und Fernandez schwiegen dazu. Es wurde auch nicht „das Christentum“ angegriffen, sondern allein die katholische Kirche.
        Übrigens war Deutschland damals zu 2/3 protestantisch, zu 1/3 katholisch. Ein unübertroffen wüster Antisemit war Martin Luther. „Es fehlten nur die Gaskammern“ , urteilte der Philosoph Jaspers nach dem Krieg. Der Satz bezog sich auf den Antisemitismus Martin Luthers.
        Über den sich Juden erstaunlich wenig aufregen. Ja, ich weiß: Allein der Hinweis, dass es auch eine jüdische Feindschaft gegen die katholische Kirche gibt, ist politisch nicht nur nicht korrekt, er ist rassistisch, antisemitisch, ach, einfach das ganze Programm…

  8. Ich empfehle das Standardwerk des kath. Kirchenhistorikers Arnold Angenendt, Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert. Erschienen bei Aschendorff Münster 2009.

    De Zayas hat sicher seine Verdienste, aber in diesem Buch hat er sich leider nach rechtsaußen vergaloppiert und damit auch wissenschaftlich diskreditiert.

    Antisemitismus und Antijudaismus waren kein Erfindungen der Nazis, sondern haben jahrhunderte alte christliche Wurzeln, die ja bis heute wirksam sind. Das ist leider so. Dem haben sich die Nazis bedient – und die Christen standen mehrheitlich mit dem Rücken dazu.

    • Mir scheint, Sie kennen das Buch gar nicht, sonst könnten Sie nicht eine solch haltlose Unterstellung wagen. Was haben Sie davon? Schade.

    • Robert : Christliche Wurzeln wenn sie Martin Luther meinen, der ja auch ein katholischer Priester wahr, der aber zu Recht exkommuniziert wurde, weil er eben von Gott dem Herrn abgefallen ist, ja der war ein Christ und ein wahrer Feind der Juden. Können sie mir bitte den Papst mit Namen benennen, der jemals zu Gewalt gegen Juden aufgerufen hat??? Oder plappern sie auch nur das nach, was ihnen die Feinde Gottes unseres Herrn und der Kirche vorplappern.

      Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

      • danke Armin für diese mutigen und glaubenstreuen zeilen,ich habe ihre kommentare immer mit grosser freude und stärkung gelesen.fahren sie bitte weiter quia in verbis tuis grandia monstra placasti

    • @ Robert um 17:27

      Seit wann ist rechtsaußen ein wissenschaftlicher Begriff?
      Meine Erfahrung zeigt, daß mit dieser Zuordnung vor allem mißliebige Äußerungen diskreditiert werden sollen. Ich bin seit meinem 13. Lj. ideologieresistent, also 57 Jahre.

      Es besteht keinerlei Zweifel, daß der Anti-Semitismus so alt ist wie die Juden selber.
      Schon in Babylon wollte ein Mächtiger alle Juden umbringen lassen.

      Wenn schon christlicher Anti-Judaismus und Anti-Semitismus leider nicht ausschließbar sind, dann aber bitte auch die Ursache mitbedenken: Die Juden haben zuerst die Christen verfolgt. Auch das prägt irgendwie. Es war die jüdische Nomenklatura, die die Tötung Christi durchsetzte und es war die dt., die das Juden-Ausrottungsprogramm betrieb. Und das gegen Juden, die Deutsche sein wollten!

      Und es sind die Sozialdemokraten und Sozialisten und die Freimaurer, die den Untergang des Christlichen Abendlandes betreiben.

    • „und die Christen standen mehrheitlich mit dem Rücken dazu.“
      +++
      Ihre angenendtschen Wunschvorstellungen in Ehren, aber es steht wissenschaftlich fest, dass Hitler in den Gebieten mit überwiegend katholischer Bevölkerung die wenigsten Stimmen erhielt.

      • Da haben Sie recht. In Gegenden mit überwiegend katholischer Bevölkerung erhielt Hitler die wenigsten Stimmen.
        Aber auch da standen die Menschen mit dem Rücken zum Schicksal der Juden. Im „heiligen Köln“ gab es einen aggresiven Antisemitismus, im Kölner Karneval wurden sie verunglimpft, in vorauseilendem Gehorsam wurden Juden aus vielen Kölner Vereinen und Clubs ausgeschlossen, bevor das Pflicht war. Köln war die Stadt, deren Universität 1933 als erste im Reich „gleichgeschaltet“ war. Das alles im überwiegend katholischen Köln. Nachzulesen im Band 12 der Kölner Stadtgeschichte „Köln in der Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945″.
        Was macht es so schwer, zur Vergangenheit zu stehen?

  9. O, das ist ein schwieriges Thema! Man kann kaum behaupten, was Henne und was Ei war. Der Judenhass ist nachweislich wesentlich älter als das Christentum und wird schon im AT beschrieben (z.B. im Buch Esther). Er war, ist weltweit verbreitet. Schaut in den Islam.
    Der rassistische Antisemitismus oder gar der Holocaust hat damit wiederum nichts zu tun. Hitler hat sich für seinen Genozid nicht Pogrome in Polen oder das dumme Gerede des Mobs in ukrainischen Wirtshäusern zum Vorbild genommen (wovor viele Ostjuden übrigens ins „sichere“ Deutschland geflohen waren), sondern den technokratischen und effizienten Völkermord der Türken an den Armeniern und Aramäern. Auch die Ausweisung und Zurücksetzung getaufter Juden zur Zeit der Reconquista war ihm kein Vorbild (wobei diese Sache wiederum differenziert und für sich betrachtet werden muss – mit Verklärungen der angeblichen Toleranz der Nichtchristen ist es nicht getan!). Wie Bxvi. sagte, leidet die Kirche am Ungehorsam vieler Hirten und Laien – offenem Ungehorsam und nicht etwa einer falschen Lehre!

    Was uns aber irritiert ist doch Bergoglios inkonsistente Haltung – wieder mal…
    Ein Mensch, der im Gehorsam vor Gott steht, kann nicht dauerhaft inkonsistent sein. Ja ja oder nein nein hat uns Jesus befohlen. Jeder prüfe abends sein Gewissen, ob er heute wahrhaftig war. Wer hin- und herschwankt wie ein Rohr, hat auf jeden Fall nicht nur einen Herrn, den er über alles liebt. Und das ist es, was so beunruhigend ist. Bevor nun wieder einer unserer Dunkelmänner mit dem Primaten des Papstes kommt – der Papst ist der größte der Diener. Und es ist die größte Katastrophe, wenn ein Papst nicht mit wahrhaftigem Herzen Jesus sichtbar macht in der ganzen Welt, sondern einen unklaren, parteiischen und autoritären und zugleich autoritätslosen Mann mimt.

  10. Über Ursachen, wenn nicht direkte, denn die gibt es zwischen Katholischer Kirche und dem Nationalsozialismus mit Sicherheit nicht (klösterfreie Gaue, Tausende Priester im Gefängnis und KZ), so indirekte im Sinne der Ideengeschichte kann man lange diskutieren.
    Hier geht es aber doch um den Skandal, und der ist es, dass der Rabbiner, Freund des Erzbischofs, von diesem ausgezeichnet, wird. Er hat es sich wahrscheinlich verdient. Aber so unhöflich sein und so plump als Gleichsetzung (also von wegen vielleicht indirekter Ideengeschichte) die Kirche mit dem NS gleichzusetzen, das hätten sich Hitler, Goebbels, Rosenberg verboten und das sollten auch wir uns verbieten, wenn auch anderem Grund. Alles was Recht ist. Mir scheint die Anspielung des Herrn Rabbi recht durchsichtig. Und es ist bedauerlich, dass man in der Kirche das Schweigen vorzieht.

    Und weil das hier schon jemand erwähnt hat: Heute über damals reden, rettet kein einziges Menschenleben mehr. Heute aber gescheit über damals reden, sprich auf die Brust meist schon verstorbener klopfen, das ist einfach und billig, aber zu den Hekatomben getöteter ungeborener Kinder schweigen, zeigt wie heuchlerisch unsere Welt ist. Damals hatten nur die allerwenigsten eine leise Ahnung, was mit den Juden „im Osten“ passieren könnte. Heute wissen wir alle, was in den Krankenhäusern und Abtreibungskliniken passiert. Und? Was schert es uns? Nichts!!! Also sollten wir lieber den Mund halten, ehe wir großspurige über die Vergangenheit, die niemand mehr direkt berührt, schwadronieren.

    Es steht mir nicht zu, den Juden zu sagen, was sie für Konsequenzen aus ihrem Leid ziehen. Dennoch bedauere ich es, daß sie beim Kampf für das Lebensrecht, das ihnen streitig gemacht wurde, fehlen. Wir müssen heute Leben retten, wo es noch möglich ist. Was sonst sollen wir aus der Geschichte lernen?

  11. Der Vorwurf des Antijudaismus gegen die Kirche ist vollkommen absurd. Was hat denn die Kirche mit bezug auf die soziologische Gruppe der Juden je anderes getan als Juden zu retten oder die Rettung von Juden anzustreben?
    Ich finde, man sollte von denen, die solche ungeheuerlichen Vorwürfe machen, immer konkretes Fehlverhalten der Kirche zu benennen verlangen.
    Es ist immer interessant zu erfahren, wie hier von vermeintlichen Katholiken über die Kirche gedacht wird.

    • Gespenstisch, was hier zu lesen ist. Die Kirche hat also in ihrer Geschichte den Juden gegenüber nichts anderes getan als zu helfen, zu helfen, zu helfen. Immer und immer wieder, obwohl die Juden die Christen von Anfang an rachsüchtig verfolgt haben.

      Und natürlich ist es auch nichts als eine böse Erfindung der Freimaurer und Sozialisten, daß der Vatikan es war, der nach ‚45 zahlreichen deutschen Massenjudenmördern die nötigen Papiere zur Ausschiffung nach Lateinamerika, in gut katholisches Kernland, organisierte.

  12. Diese ganze Antijudaismusdiskussion ist unergiebig.
    Abstoßend und einmal mehr bezeichnend ist es jedoch, dass ein Befürworter und Förderer der Gleichstellung der Homo-“Ehe“ Bergoglios Freund ist und auf Bergoglios Betreiben hin geehrt wurde.

  13. Dunkelkatholik ist ein lanweiliger Schwätzer und erleidet unweigerlich Shiffbruch wie alle Leute,die-sobald sie aus dem Wagen gestiegen sind-alles und jedes kritisieren und hinausposaunen,ohne wissenschaftliche Untersuchungen anzustellen.Solche Leute erleiden Shiffbruch am Laufmeter. Mit Metaphysik kommt man eben leichter durchs Leben. Mann kann dann soviel dummes Zeug zusammenschwatzen wie Leute vom Schlage des Dunkelkatholik.

  14. und jetzt helft mir bitte Experten!
    Warum sprach dann einst der selige Heilige Vater Johannes Paul II den Juden gegenüber ein „mea culpa“ aus?

    • Weil die katholische Kirche lehrt, dass jeder Mensch sündigt. Schuld ist immer individuell, weshalb die Frage eines Mea Culpa im Namen der Kirche, die per se makellos ist, weil Christus ihr Stifter und Haupt ist, diskutabel war und ist.
      Jedenfalls haben wir Katholiken, als Menschen Schuld auf uns geladen auch gegenüber Juden, wie gegen andere: JPII sprach das Mea Culpa als reinigenden Akt im Rahmen mehrer die graduell geordnter Punkte, z.B. Verstoß Dienst an der Wahrheit, Einheit der Christen usw.
      Zu den Juden sagte JPII wörtlich:
      Gott unserer Väter, Du hast Abraham und seine Nachkommen auserwählt,
      Deinen Namen zu den Völkern zu tragen. Wir sind zutiefst betrübt über das
      Verhalten aller, die im Laufe der Geschichte Deine Söhne und Töchter leiden
      ließen. Wir bitten um Verzeihung und wollen uns dafür einsetzen, dass echte
      Brüderlichkeit herrsche mit dem Volk des Bundes. Darum bitten wir durch
      Christus unseren Herrn.

      Das steht also mit gutem Grund so da, es hat aber nichts mit dem von Rabbi Skorka konstruierten Zusammenhang zu tun.
      Selbst unter zwei leiblichen Brüdern gibt es genug Grund für gegenseitige Vergebungsbitte. Immer. Sie sollte auf Gegenseitigkeit beruhen. Aus christlicher Sicht ist die einseitige Vorleistung aufgrund der Nächstenliebe und der Gottesfurcht angebracht.
      Das ändert nichts daran, daß das Gebot der Gegenseitigkeit aufrecht bleibt. Diesbezüglich war von jüdischer Seite allerdings noch nichts zu hören. Was wiederum den Verdacht nährt, dass es manches zu gefallen scheint, die Kirche einseitig unter (einem konstruierten) Druck zu halten (es gibt ja genug Katholiken, die da willfährig nachplappern). Eine Unterstellung? Wohl kaum. Warum hörte man das Theater um die Karfreitagsbitte? und die immer neuen Forderungen „antijüdische“ Teile des NT zu streichen? Nie aber von der Streichung der abscheulichen Gotteslästerungen des Talmud? Die Beleidigungen von Christus und Maria durch Juden heute? Nie davon gehört? Warum wohl?

    • Nun, es gibt neben individueller und Ursprungssünde eben auch strukturelle Sünde. Und über jahrhunderte hinweg haben Christen eben Juden tyrannisiert, mit Zwang bekehren wollen und wenn ihnen dies nicht gelungen ist, auch massakriert (während des 1. Kreuzzuges, am Ende des Mittelalters mittels frei erfundener Ritualmordvorwürfe). Für die unglaubliche Bosheit, die im Namen von Christus und Kirche begangen wurden und durch die beide besudelt wurden, hat sich Johannes Paul II. zurecht entschuldigt und um Verzeihung gebeten.

      • Was wohl Ariel Toaff zu den „Ritualmordlegenden“ sagen würde?
        Apropos, bitte nicht nur bei Wikiblödia nachlesen.

      • Für die frei erfundenen Ritualmordlegenden muss ich nicht Wikipedia nachlesen, Signore! Soweit ich weiß, hat Toaff einen gut begründeten Rückzieher gemacht. Ob Deggendorfer Gnad oder Anderl von Rinn – dass Juden Christen rituell ermodeten ist völlig abstrus und ein Beleg christlichen Antisemitismus.

      • So, wo lesen Sie dann nach? Haben Sie Toaff gelesen?
        1. Ausgabe und/oder 2. Ausgabe? Sie schauen offensichtlich nur hinter den Vorhang, wenn es Ihnen bequemt. Das bedeutet aber noch lange nicht, daß hinter den von Ihnen unbeachteten Vorhänge die nackte Wand ist.
        Wie erklären Sie sich, daß im Laufe der Geschichte bis heute namhafte Katholiken, kein dumper Mob, sich außerstande sahen, eine solche Erklärung abzugeben, wie Sie Ihnen hier und heute so locker aus dem Handgelenk kommt? Was hat sich geändert? Aber Sie hinterfragen Ihre Meinung wahrscheinlich nicht, oder vielleicht doch? Dann wirklich, wäre es interessant mit Ihnen ein bißchen zu diskutieren.

      • Wer sind denn diese namhaften Katholiken?
        Die Wallfahrt zur Deggendorfer Gnad ist nach guter Recherche von Manfred Eder zurecht abgeschafft worden. Es gibt im Tanach keine Vorschrift, die dazu auffordert, Menschen rituell zu schlachten. Also sind die Ritualmorde nur wüste, antisemitische Propaganda.

  15. Lesen sie doch mal im Internet „Die verborgene Geschichte der Jesuiten“
    Sehr interessant welche Aspekte sich dort zum Nationalsozialismus aufzeigen.
    Tatsache ist,das Papst Franziskus viele Ziele der Freimaurer zur Zerstörung der katholischen Kirche
    unterstützt.
    Kein Papsttum mehr….nur noch ein Bischof unter vielen(gegen den Papst und den König)
    Keine Kniebeuge nach der Wandlung.Kein Austeilen der Kommunion.(Man soll sich hinsetzen wie nach einem Mahl)
    Kaum noch Kreuzzeichen.Weder vor der Lesung des Evangeliums(siehe Osternacht) noch beim Segen der Gläubigen.Die Hand ist zum Gruß ausgestreckt.
    Wir sind alle Brüder.(“Wir beginnen einen neuen Weg der Brüderlichkeit“)in Christus oder welche
    Bruderschaft ist gemeint?
    Bedenkliche Zeichen,warum sehen so wenige Menschen sie?

    Es braucht viel Gebet.

    • Das ist aber sehr arg hingebogen, was Sie da schreiben. Wenn Sie sich einmal Band 7/1 und 7/2 der Gesammelten Schriften von Joseph Ratzinger zur Hand nehmen, werden Sie leicht erkennen, dass das Verständnis des Papsttums als Bischof von Rom eine zentrale Rolle spielt. Papst Benedikt führt in seinen Schriften zum Thema sehr überzeugend aus, dass ein hinter das 2. Vatikanische Konzil zurücktreten wollen, gerade die Glaubenswahrheit verliert und den Glauben in bloßen Traditionalismus erstarren ließe. Natürlich ist damit keinem Modernismus das Wort geredet, man muss also sehr genau hinschauen und fragen, wo sich der Glaube heute authentisch ausdrückt.

      Ein Papst ist kein Machthaber, sondern einer unter vielen, der aber doch die Vollmacht hat, die Glaubenslehre in letzter Instanz festzulegen. Daran rüttelt auch Papst Franziskus nicht.

  16. Eine interessante Diskussion!

    Ich glaube, man muss da zwei Themenkomplexe auseinanderhalten. Zum einen historisch auffindbare judenfeindliche Tendenzen innerhalb der Kirche und ihre Ursachen, zum anderen der Antisemitismus im Nationalsozialismus und seine Grundlagen. Beides zu vermengen, verkürzte die historischen Fakten.

    Natürlich gab es in der Katholischen Kirche in der Geschichte immer wieder antisemitische Strömungen, die dann zu offen feindseligem Verhalten bis hin zu Pogromen führte. Diese Strömungen muss man aber als häretisch ansehen, weil sie im Widerspruch zum christlichen Glauben stehen. Die Geschichte der Kirche zeigt, wie die Geschichte aller Religionen, dass es immer wieder Versuche gab und gibt, den Glauben Machtinteressen weltlicher Herrschaft zu unterwerfen und Glaubensinhalte entsprechend zu verzerren. Das Christentum ist von seinem Wesen her nicht judenfeindlich, etwas anderes unterstellen zu wollen, wäre unredlich. Darum ist aber die Geschichte eben nicht frei von schrecklichen Verfolgungen, die im Namen des Christentums gegen Juden begangen wurden. Hier sollte nicht vergessen werden, dass das christliche Europa immer auch von heidnischen Strömungen durchzogen wurde, die deutlich antisemitisch waren.

    Der Haß der Nazis auf die Juden gründete im Hass auf das Christliche, so paradox das klingt, aber man muss sich nur mal Nietzsches Aussagen zum Christentum anschauen. Der Hass richtete sich gegen das auserwählte Volk und damit gegen Glauben an und für sich. Über den Weg der Vernichtung des Judentums sollte auch das Christentum später mit Gewalt beseitigt werden. Insofern ist es natürlich absurd, eine Verbindung von Katholischem Glauben und Nationalsozialismus herstellen zu wollen.

    Leider gibt es eine Tendenz unter jüdischen Intellektuellen, die beiden Themenkreise zu vermengen und so zu sehr fragwürdigen Aussagen zu kommen. Wie es sich bei Rabbi Skorka verhält, kann ich nicht beurteilen, hierzu müsste man zumindest die ganze Rede kennen.

  17. In diesem Zusammenhang muss man auch bedenken, dass seit den Tagen Jesu nicht Juden von den Christen, sondern die Christen von den Juden verfolgt und überall möglichst angeschwärzt wurden, und es daraus resultierend zu einer sehr reservierten Haltung vieler Christen Juden gegenüber gekommen ist!

    • Nein, das muß man überhaupt nicht „bedenken“. Das galt für die Frühzeit des Christentums, aber das ist fast 2000 Jahre her. Schon die Kreuzfahrer, die zum Beginn des 1sten Kreuzzugs die Juden in den Städten am Rhein massakriert haben, hätten sich nicht darauf berufen dürfen, wenn sie die Lehre des Christentums wirklich begriffen hätten. Juden, die Jahrhunderte nach der Kreuzigung lebten, pauschal für diese Untat verantwortlich zu machen und damit Vorbehalte zu schüren, war und ist eine Schande.
      Aber genauso unsinnig ist es, die Christen der Gegenwart für diese Untaten in Haftung zu nehmen, wie das Feinde der Kirche ja gerne tun.
      Ansonsten kann ich mich den Aussagen von „Robert“ nur anschließen.
      Der Antijudaismus ist mit der Lehre des Christentums nicht vereinbar und war es nie, unter keinen Umständen. Aber es gab (gibt) ihn, das kann man nicht ignorieren.
      Anders ist es beim „völkischen“ Antisemitismus. Der ist sozusagen eine „Glaubenswahrheit“ dieser Ideologie.
      Das ändert nichts daran, daß die Aussagen des Rabbi angesichts der Umstände zumindest eine Unhöflichkeit waren. Aber das ist ein einzelner Rabbi, das sind nicht „die Juden“!

  18. Was macht es eigentlich so schwer, ur Kenntnis zu nehmen, dass der jahrhunderte währende christliche Antijudaismus den Holocaust der Nazis mit ermöglicht hat ? Juden waren im christlichen Abendland geduldet, mehr nicht. Sie waren Menschen zweiter Klasse. Sie durften nicht Mitglied der Zünfte werden, kein Handwerk ausüben – so blieb ihnen nur der Handel, auch der Geldhandel – sie lebten in Ghettos, trugen spezielle Kleidung, die sie kenntlich machte, es gab den Judenhut, im alten Chorgestühl des Kölner Doms kann man bis heute die „Judensau“ besichtigen, an vielen Kirchen die z.T. sehr diskriminierenden Skulpturen von Ecclesia und Synagoge, es gab Pogrome, die Beschuldigung mit Ritualmorden und Hostienfrevel – siehe die „Wernerkapelle“ – usw. Das alles hat über Jahrhunderte tief im Bewußtsein den Boden bereitet für den Judenhaß. Es ist gut, dass das II. Vat. Konzil damit ein Ende gesetzt hat. Und es ist gut, dass unser Papst diese Tradition des II. Vat. fortsetzt. Nichts ist unchristlicher als Antisemitismus.

    • DANKE für Ihre vernünftige Wortmeldung. Christsein bedeutet, Menschen zu lieben. Wenn ein Christ dem nicht nachkommt – sei es als einzelner, sei es in der Gruppe, dann versündigt er sich. Und dass wir Christen uns jahrhundertelang gegen die Juden versündigt haben, obwohl Gott zu ihnen zuerst gesprochen hat und seinen Bund mit ihnen nie gekündigt hat, ist katastrophal genug. Jede Christin und jeder Christ sollte immer auch bedenken, dass Jesus Christus am achten Tage beschnitten worden ist und bis zu seinem letzten Schrei am Kreuz Jude geblieben ist. Nein, mehr noch: Da seine menschliche Natur in alle Ewigkeit mit der göttlichen Natur geeint ist, ist er nicht nur Jude geblieben bis zum Tode, er bleibt es auch in Ewigkeit.

      • Das ist interessant. Allerdings wrift dieses „ewige Judesein“ des Herrn Fragen auf. Sie haben es sicher nicht rassistisch gemeint, sondern wohl doch religiös. Da ist Ihre Formulierung allerdings mißverständlich, ja ungenau. Es gibt in der Geschichte nur ein Gottesvolk, wenn wir dessen Entwicklung auch in eine Zeit vor Christi und nach Christi unterteilen. Christus wird in das Gottesvolk hineingeboren, ihm gehört er an. Und alle die vor ihm diesem angehören, werden gemeinhin Juden genannt, treffender wäre vielleicht Israeliten. Nach ihm aber Christen. Die Behauptung eines fortdauernden Judesein Christi ist ein Widerspruch in sich. A) religiös gesehen vermittelt es den Eindruck, als hätten die Juden von heute, etwas mit ihm zu tun, was nachweislich nicht so ist. Die Ablehnung Christi ist ja das entscheidende Wesensmerkmal der jüdischen Religion; B) rassisch oder national betrachtet, könnte man bei mir sagen: Katholik und Deutscher. Dann müßte es bei Christus heißen: und Judäer. Aber das ist keine religiöse Dimension und für Christus gibt die nicht-religiöse Dimension gar nicht. Es geht einzig und allein um die Heilstat.
        Ich denke, es sollte alles vermieden werden, was den irrigen Eindruck erweckt, als seien die Juden von heute noch Teil eines auserwählten Volkes oder hätten einen Anteil am Heilsweg oder sogar einen eigenen Heilsweg. Es schafft nur Verwirrung und hilft den Juden nicht, ihre Blindheit zu überwinden und Christus anzunehmen.

      • So sehe ich es auch. Jesus wurde als Kind einer jüdischen Mutter geboren und ist damit Jude. Er hat als Jude gelebt, wurde als Jude hingerichtet und ist als Jude gestorben. Nach unserem Glauben ist der Jude Jesus auferstanden gemäß der Schrift. aufgefahren in den Himmel und sitzt zur Rechten des Vaters.
        Hätte Jesus in der Zeit von 1933-1945 in Deutschland gelebt wäre er vermutlich mit Millionen anderen seines Volkes in Ausschwitz vergast worden.

        Als Christen leben wir aus der Tradition des Bundes, den Gott mit dem jüdischen Volk geschlossen hat – aus der Wurzel des Ölbaums, in den wir – die Christen – als wilde Triebe eingepfropft sind, wie Paulus das so eindringlich im Römerbrief beschreibt.“Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.“ Da Gott ein treuer Gott ist, ist sein Bund mit dem jüdischen Volk nicht gekündigt, sondern besteht fort. Sonst müssten wir an der Treue Gottes zweifeln. Der Apostel Paulus schreibt in diesem Zusammenhang: „Unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt.“ (Röm 11,29) Wenn das aber so ist, dann müssen wir es Gott überlassen, welchen Weg er mit dem jüdischen Volk geht. Deshalb finde ich es richtig, dass wir an Karfreitag mit Respekt für die Juden beten, zu denen Gott zuerst gesprochen hat. „Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will.“

      • „Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will.“
        +++
        Genau. Und Sein Ratschluss für das Heil der Juden ist in Christus offenbar geworden. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben für ALLE Menschen, auch für die Juden. Dass sie dies erkennen und annehmen, darum betet die Kirche Christi.

      • Wer hat den Ratschluss des Herrn erkannt, und wer ist sein Berater gewesen? (Röm 11,34)

        Das kann man alles vertrauensvoll in Gottes Hände legen. Das II. Vat. Konzil hat sich mit Nostra aetate von der Judenmission verabschiedet. Und das ist gut so.

      • Die Tatsache, dass die große heilsgeschichtliche Linie aber vom „Alten Bund“ in den „Neuen Bund“ mit dem Hohepriester Jesus weiterführt, steht fest.
        Bitte, lest doch noch einmal diese Worte des NT – sie erschüttern mich sehr:
        „Doch ihr Denken wurde verhärtet. Bis zum heutigen Tag liegt die gleiche Hülle auf dem Alten Bund, wenn daraus vorgelesen wird, und es bleibt verhüllt, dass er in Christus ein Ende nimmt. Bis heute liegt die Hülle auf ihrem Herzen, wenn Mose vorgelesen wird. Sobald sich aber einer dem Herrn zuwendet, wird die Hülle entfernt.“ (2. Kor. 3, 14 ff)
        Sie sind vor uns gewesen und verdienen darum unsere besondere Liebe – immerhin haben sie uns überliefert, was vor Christus war und aus ihnen kam Jesus. Ihre „Verstocktheit“ sei ein Mahnmal für uns, in ihnen auch unsere Sünden zu erkennen. Es ist nicht unsere Sache, sie zu richten, sondern sie zu lieben. Eines aber ist ganz klar: auch für sie gibt es keinen Weg zu Gott außer über Jesus. Das schreibt auch der Hl. Paulus im Hebräerbrief.
        Christlicher Antjudaismus ist eine Häresie – wie jeder Hass gegen Menschen. Aber ein „Festfrieren“ der heutigen Juden im heutigen Judentum, weil das angeblich genauso zum Heil führe wie der Christusglaube ist ebenfalls eine Häresie.
        Die Haltung vieler Amtsträger (wie Kardinal Lehmann: „Es wurde zunehmend bewußt, daß Mission als Ruf zur Umkehr vom Götzendienst zum lebendigen und wahren Gott (1 Thess 1,9) nicht auf Juden angewandt werden kann. Hierin gründet das Faktum, daß es heute keine judenmissionarischen Aktivitäten der katholischen Kirche mehr gibt.“ zitiert nach http://www.kath-info.de/lehmann.html), sie seien sozusagen ausgenommen von dieser Heilsnotwendigkeit über Christus, ist nicht aus derm Depositum fidei vertretbar!

      • Mag sein, aber leider hat es in den vergangenen Jahrhunderten mehr als einen Versuch gegeben, die „Verstockheit“ der Juden mit Gewalt zu brechen und sie zwangsweise zu bekehren. Von „besonderer Liebe“, wie in der von Ihnen zitierten Stelle war dann keine Rede. Im Gegenteil, oft wurden die Juden ermordet, die sich „bekehren“ lassen wollten.
        Das gehört zum Glück heute der Vergangenheit an, aber man sollte diese Geschichte im Hinterkopf haben, wenn man die heftigen Reaktionen von jüdischer Seite auf alles, was nach „Judenmission“ aussieht, verstehen will.
        Es wäre auch interessant, ob und wie Kardinal Lehmenn und andere ihren Standpunkt theologisch begründen.

      • Danke @ zeitschnur, sehr klare Worte! Zu der Stelle 1 Thess 1,9 – das ist doch ein Ruf
        - weg vom Götzendienst, vom ‚falschen Gottesdienst‘
        - hin zum lebendigen und wahren Gott, der sich aber
        - Heiden und Juden in Christus als der Dreifaltige
        geoffenbart hat. Somit hebt diese Stelle den Ruf (auch) an die Juden, Gott als den anzunehmen, als der er sich in Christus endgültig geoffenbart hat, ja nicht auf.

      • Sagt Paulus ja auch in dem, was Francisco unten zitiert, z.B.: „Er wird aufgrund des Glaubens sowohl die Beschnittenen wie die Unbeschnittenen gerecht machen“ – es spielt keine Rolle, ‚woher‘ einer kommt, es kommt auf den Glauben an; und zwar an den Gott, den Paulus bekennt, den, der nicht nur einst durch die ‚Propheten & Schriften‘ zu Israel gesprochen hat, sondern zuletzt & endgültig in Jesus Christus – zu ALLEN Menschen.

      • Röm 2,28 Jude ist nicht, wer es nach außen hin ist, und Beschneidung ist nicht, was sichtbar am Fleisch geschieht,
        Röm 2,29 sondern Jude ist, wer es im Verborgenen ist, und Beschneidung ist, was am Herzen durch den Geist, nicht durch den Buchstaben geschieht. Der Ruhm eines solchen Juden kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.

        Röm 3,21 Jetzt aber ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und von den Propheten:
        Röm 3,22 die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus, offenbart für alle, die glauben. Denn es gibt keinen Unterschied:
        Röm 3,23 Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.

        Röm 3,29 Ist denn Gott nur der Gott der Juden, nicht auch der Heiden? Ja, auch der Heiden,
        Röm 3,30 da doch gilt: Gott ist «der Eine». Er wird aufgrund des Glaubens sowohl die Beschnittenen wie die Unbeschnittenen gerecht machen.
        Röm 3,31 Setzen wir nun durch den Glauben das Gesetz außer Kraft? Im Gegenteil, wir richten das Gesetz auf.

        Das ist eine sehr klare Auskunft, die uns Paulus da gibt.

  19. Einige Kommentatoren haben hier sehr den Judenhaß der Christen hervorgehoben. Der christliche Antijudaismus (nicht mit dem modernen, rassistischen Antisemitismus z.B. der antichristlichen, völkischen Sozialisten der NSDAP zu verwechseln) spielt jedoch heute kaum noch eine Rolle in den (ehemals) christlichen Nationen – übrigens ganz im Gegensatz zu seiner Thematisierung. Ganz anders hingegen ist es mit antichristlichen Tendenzen und Ausfällen in Israel und bei jüdischen Intellektuellen ( wie z.B. auch der im Artikel erwähnte antikatholisch geschichtsklitternde Rabbi), diese nehmen zu! Ich denke dies sollte auch mit berücksichtigt werden. Eine Beispiele:
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/israel-katholische-bischoefe-empoert-ueber-jesus-witze-a-608983.html
    http://diepresse.com/home/panorama/religion/1268598/Israelischer-Parlamentarier-zerreisst-Neues-Testament
    http://kath.net/news/41273
    http://www.katholisches.info/2012/09/05/jesus-ist-ein-affe-antichristliche-angriffe-radikaler-juden-in-israel-haufen-sich/
    http://www.katholisches.info/2013/01/04/patriarch-von-jerusalem-lage-der-christen-im-heiligen-land-und-im-nahen-osten-hat-sich-verschlechtert/
    http://www.katholisches.info/2012/10/09/steine-gegen-die-georgskirche-in-jerusalem-antichristlicher-vandalismus/

    • Da ich hier mehrfach das Thema „Antijudaismus“ angesprochen habe, möchte ich Ihrer Einschätzung zustimmen, daß er heute – Gott sei es gedankt! – kaum noch eine Roille spielt. Schlimm genug, daß es ihn hin und wieder immer noch gibt.
      Was die von Ihnen aufgeführten antichristlichen Übergriffe angeht, ist für mich wieder die Frage, wie repräsentativ das für „die Juden“ ist, oder ob es sich nicht eher um Aktionen einer Minderheit handelt. Es gibt auch jüdische Fanatiker.

      • Ich stimme Ihnen völlig zu, man darf nicht pauschalisieren und diese negativen Tendenzen dennoch nicht aus falsch verstandener Toleranz verschweigen.

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