Warum spendet Papst Franziskus die Kommunion nicht? – Versuch einer Antwort, die viele Fragen aufwirft

Warum teilt Papst Franziskus keine Kommunion aus(Rom) Der Vatikanist Sandro Magister ging einer von mehreren offenen Fragen des neuen Pontifikats nach, der Frage, warum Papst Franziskus keine Kommunion spendet. Hier sein Versuch, die Frage zu beantworten. Eine Antwort, die viele weitere Fragen aufwirft:

Es gibt eine Besonderheit in den von Papst Franziskus zelebrierten Messen, die Fragen aufwirft, die bisher unbeantwortet blieben.

Bei der Kommunion spendet Papst Jorge Mario Bergoglio nicht selbst, sondern läßt andere die konsekrierten Hostien den Gläubigen spenden. Er setzt sich hin und wartet bis die Austeilung des Sakraments abgeschlossen ist.

Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen. Bei den feierlichen Hochämtern spendet er, bevor er sich hinsetzt, die Kommunion an jene, die den Altardienst verrichten. Bei der Messe am Gründonnerstag im Jugendgefängnis von Casal del Marmo wollte er den Jugendstraftätern persönlich die Kommunion spenden.

Eine Erklärung für dieses Verhalten hat Bergoglio, seit er Papst ist, nicht abgegeben.

Es gibt aber eine Seite in seinem Buch von 2010, die die Gründe für diese Geste erahnen läßt.

Es handelt sich um das Buch, in dem die Gespräche mit dem Rabbiner von Buenos Aires, Abraham Skorka gesammelt sind.

Am Ende des Kapitels über das Gebet sagt Bergoglio:

David war Ehebrecher und Auftraggeber für einen Mord, und dennoch verehren wir ihn wie einen Heiligen, weil er den Mut hatte, zu sagen: ‘Ich habe gesündigt.’ Er demütigte sich vor Gott. Man kann enorme Fehler begehen, aber man kann dies auch einsehen, Leben ändern und Wiedergutmachung leisten für das, was man getan hat. Es ist wahr, daß unter den Pfarrangehörigen Personen sind, die getötet haben, nicht nur geistig oder physisch, sondern indirekt mit einer schlechten Verwaltung der Gelder, indem sie ungerechte Gehälter gezahlt haben. Es sind Mitglieder wohltätiger Organisationen, aber sie zahlen ihren Angestellten nicht, was diesen zusteht oder lassen schwarz arbeiten. […] Von einigen kennen wir ihren ganzen Lebenslauf, wir wissen, daß sie sich für Katholiken ausgeben, aber ein unanständiges Verhalten haben, das sie nicht bereuen. Aus diesem Grund spende bei einigen Gelegenheiten nicht die Kommunion, ich bleibe zurück und lasse es die Assistenten machen, weil ich nicht will, daß diese Personen sich mir für ein Foto nähern. Man könnte einem bekannten Sünder, der nicht bereut, auch die Kommunion verweigern, aber es ist sehr schwer dies nachzuweisen. Die Kommunion empfangen bedeutet den Leib des Herrn empfangen im Bewußtsein eine Einheit zu bilden. Wenn aber ein Mensch statt das Volk Gottes zu einen, das Leben sehr vieler Menschen zerstört hat, kann er nicht die Kommunion empfangen, das wäre ein völliger Widerspruch. Ähnliche Fälle geistiger Heuchelei finden sich in vielen, die Schutz in der Kirche suchen und nicht nach der von Gott gepredigten Gerechtigkeit leben. Und keine Reue zeigen. Es ist das, was wir allgemein ein Doppelleben führen nennen.

Es fällt auf, daß Bergoglio 2010 seine Enthaltung persönlich die Kommunion zu spenden mit einer sehr praktischen Überlegung begründete: „Ich will nicht, daß diese Personen sich mir für ein Foto nähern.“

Als erfahrener Seelsorger und gute Jesuit wußte er, daß unter denen, die sich zum Kommunionempfang nähern, öffentliche Sünder sein konnten, die nicht bereuten und sich dennoch als Katholiken bekannten. Er wußte, daß es schwierig gewesen wäre, ihnen das Sakrament zu verweigern. Und er wußte um die öffentlichen Folgen, die dieser Kommunionempfang haben hätte können, wenn er durch die Hand des Erzbischofs von Buenos Aires erfolgt wäre.

Man kann annehmen, daß Bergoglio dieselbe Gefahr auch als Papst empfindet, wahrscheinlich sogar noch stärker. Und aus diesem Grund legt er dasselbe vorsichtige Verhalten an den Tag: „Ich gebe nicht die Kommunion, bleibe zurück und lasse es die Assistenten tun.“

Die öffentlichen Sünden, die Bergoglio in seinem Gespräch mit dem Rabbiner als Beispiel anführte, sind die Unterdrückung der Armen und die Verweigerung des gerechten Lohns an den Arbeiter. Zwei Sünden, die unter den vier Sünden genannt sind, die „zum Himmel schreien“.

Die Überlegung ist dieselbe, die in den vergangenen Jahren von anderen Bischöfen auf eine andere Sünde angewandt wurde: die öffentliche Unterstützung für die Abtreibung und Abtreibungsgesetze durch Politiker, die sich als Katholiken bezeichnen.

Eine Kontroverse, die ihr Zentrum in den USA hat.

2004 übermittelte Joseph Kardinal Ratzinger, als Präfekt der Glaubenskongregation der amerikanischen Bischofskonferenz eine Richtliniennote zum Frage.

Die Bischofskonferenz entschied, die von Ratzinger angemahnten Grundsätze von Fall zu Fall „anzuwenden“, indem sie jedem einzelnen Bischof die Entscheidung überließ, den Einzelfall nach pastoralen Gesichtspunkten abzuwägen und zu entscheiden.

Rom akzeptierte diese Entscheidung und bezeichnete sie „in Einklang“ mit den Grundsätzen der Note.

In Wirklichkeit waren sich die amerikanischen Bischöfe uneinig. Einige, auch unter den Konservativen, wie die Kardinäle Francis George und Patrick O’Malley weigerten sich, „aus der Eucharistie ein politisches Schlachtfeld“ zu machen. Andere sind unnachgiebiger. Als der Katholik Joe Biden von Barack Obama zum Vizepräsident gemacht wurden, erklärte der damalige Bischof von Denver, Charles J. Chaput, heute Erzbischof von Philadelphia, daß die Unterstützung Bidens für ein „Recht“ auf Abtreibung eine schwere öffentliche Sünde ist und „er sich deshalb kohärenterweise enthalten sollte, die Kommunion zu empfangen“.

Am 19. März waren sowohl Vizepräsident Joe Biden als auch die Sprecherin der Demokratischen Partei im amerikanischen Kongreß, Nancy Pelosi, auch sie Katholikin und Abtreibungsbefürworterin, bei der Amtseinführungsmesse von Papst Franziskus in Rom als offizielle Vertreter der USA anwesend.

Und beiden haben die Kommunion empfangen. Aber nicht aus der Hand von Papst Bergoglio, der sich hinter dem Altar niedersetzte.

Die Suche nach einer Antwort und der von Magister unternommene Versuch, eine Antwort zu geben, werfen eine Vielzahl neuer Fragen auf, unter anderem: Geht es nur um das Ärgernis öffentlich bekannter Sünder? Wäre das direkte Gespräch und notfalls die Verweigerung der Kommunion nicht kohärenter und der Sakralität des Kommunionempfangs und dem damit verbundenen biblischen Anspruch nicht angemessener? Soll nur der Erzbischof oder Papst nicht mit öffentlichen Sündern in Zusammenhang gebracht werden, dessen Assistenten aber schon? Anders gefragt: Soll sich nur der Hohe die Hände nicht schmutzig machen, der Untergebene aber schon? Joe Biden und Nancy Pelosi, uneinsichtige Abtreibungsbefürworter haben bei der Amtseinführung des Papstes in einem Pontifikalen Hochamt am Petersplatz den Leib des Herrn empfangen: Welche Rolle spielt es, ob sie ihn vom Papst, einem Kardinal oder einem zufällig zur Kommunionspendung eingeteilten Priester empfangen haben? Geht es um den Erzbischof, den nunmehrigen Papst oder geht um Christus im Sinne des 1. Korintherbriefes 11,27-29? Welche allgemeinen pastoralen Konsequenzen ergeben sich, wenn man Erzbischof Bergoglios Überlegung von 2010 konsequent zu Ende denkt? Welche Vorbildwirkung hätte das Sich-Entziehen des Papstes aufgrund einer solchen Begründung für die Priester, die weltweit ihren priesterlichen Dienst verrichten? Es gibt Filmaufnahmen, die Bergoglio als Erzbischof zeigen, wie er die Heilige Kommunion unterschiedslos austeilte, und die konsekrierten Hostien über die Köpfe anderer in die zweite Reihe hineinreckte: Wußte er, wem er den Leib des Herrn in die Hand gab? Wann weiß das ein Priester letztlich genau? Ging es in seinen argentinischen Überlegungen nur um bestimmte Politiker, mit denen er aufgrund innenpolitischer Opportunitäten und Sympathien nicht auf einem Foto abgebildet sein wollte? Auch nicht als Priester, der einem Gläubigen die Heilige Kommunion spendet? Ging es 2010 also gar um eine Frage politischer Opportunität und nicht um den Schutz des Leibes Christi und um den Schutz des Sünders (1 Kor 11,27-29)? Wäre es seelsorglich nicht angebrachter, die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten Sakrament des Altares und damit zusammenhängend das Bußsakrament zu fördern? Soweit nur einige Fragen, die nichts unterstellen sollen, aber spontan im Raum stehen.

Zu den weiteren noch nicht beantworteten Fragen gehört übrigens nach wie vor jene, weshalb Papst Franziskus beim Hochgebet nach der Elevation keine verehrende Kniebeuge macht. An dieser Stelle wurde bereits darauf hingewiesen, daß es dafür eine ebenso einleuchtende, wie naheliegende Erklärung geben kann. Solange die Frage aber offiziell nicht beantwortet wird, steht sie im Raum und bietet unnötigen Anlaß für Spekulationen.

Text: Settimo Cielo/Giuseppe Nardi
Bild: Settimo Cielo

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78 Comments

  1. Haben wir Gläubigen nicht ein Recht darauf zu erfahren, warum der Papst so handelt wie er handelt? In einer Zeit allgemeinen Durcheinanders in Liturgie und Disziplin der Kirche wäre hier eine eindeutige Klarstellung von Seiten des Vatikans dringend notwendig, allein schon des Vorbildcharakters wegen. Was ist, wenn das Beispiel Papst Franziskus‘ in den Pfarreien Schule macht? Sind wir im Gemeindealltag nicht schon genug des willkürlichen Handelns sich als „aufgeschlossen“ und „modern“ gebender Priester und hauptamtlicher Laien ausgeliefert?

  2. Es gibt wichtigeres als daß Bischöfe die Kommunion an die Gemeinde austeilen.

  3. Herr Bergoglio ist halt ein wenig allergisch gegen den Leib unseres Herrn. Das ist nun mal bei den Freimaurern so, genauso wie die chronischen Knieprobleme, die das Beugen unmöglich machen.

    • Sie meinen das im Scherz?! Sie unterstellen doch einem Papst nicht, Freimaurer zu sein. Das ist ja grotesk, ja noch abenteuerlich als die Erklärung, die Bergoglio 2010 dem Rabbiner gab, warum er manchmal keine Kommunion austeilt.

      • Ob der Heilige Vater Franziskus Freimaurer ist (was Gott verhüten möge) oder nicht, wird sich noch herausstellen.
        Um Freimaurer im Geiste zu sein, braucht man weder Schurz noch Ausweis.

    • Es gibt inzwischen genug Videibeweise, die eindeutig belegen, dass Franz keine Knieprobleme hat. Wieso er dann vor dem Herrn die Kniebeuge verweigert, muss noch geklärt werden.

      • Das Problem ist, dass er sich nicht in erster Linie von einem Menschen segnen liess, jeder Segen ist gut, auch der eines Heiden, sondern dass dieser Mann in seiner Funktion als Pastor, also offizieller Vertreter einer nicht katholischen Glaubensgemeinschaft agierte. Ich bin nicht Theologe genug, um zu wissen, ob das mit unserer Lehre vereinbar ist oder nicht. Viel schlimmer finde ich allerdings die permanenten Unterwürfigkeitsbezeugungen von Franziskus gegenüber anderen Religionen, und seine offensichtliche Retizenz unseren Glauben auch offensiv zu vertreten; mir und vielen anderen wäre lieber er hätte weniger Bedenken selbst zu segnen, eine seiner schönsten Aufgaben.

      • Es ging um das Knien des Heiligen Vaters – wenn es stattfindet und wann nicht.
        Vor protestantischen Pastören klappt das mit dem Knien, zumindest im Jahr 2006, sogar mit zusätzlicher Ehrfurchtsgeste.
        Warum ich ein „Problem“ damit habe? fragen Sie.
        Früher hatte die Kirche damit ein „Problem“ – rund zwei Jahrtausende lang.
        Es war stets verboten, gemeinsam mit Häretikern zu beten, siehe entsprechende Kanons in den Apostolischen Konstitutionen und in Konzilien sowie entsprechende Hinweise in Schriften der Kirchenväter und großen Theologen.
        Kanon 32 des Konzils von Laodicea (dessen Kanons von späteren ökumenischen Konzilien angenommen wurden) sagt direkt: „Man darf nicht die Segnungen der Häretiker annehmen, die mehr Unglück als Segen sind.“
        Wenn Ihnen das alles zu weit zurückliegt (da vor dem 2. Vatikanischen Konzil) und deshalb belanglos für die heutige Zeit erscheint, dann lesen Sie „Mortalium animos“ von Papst Pius XI.: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Mortalium_animos_(Wortlaut)

      • Nun, Kanon 20 des ersten Konzils von Nikaia (ein bisschen höher in der Hierarchie als Laodicea) verbietet das Knien in der Osterzeit generell. Halten Sie sich dran?

    • Was ist daran unnötig? Es bedarf nur eines Satzes durch den Vatikansprecher, um Klarheit zu schaffen. Er redet ja jeden Tag mit der Presse. Das Problem liegt nicht beim Fragenden. Fragen ist nie falsch. Dann sind die Spekulationen mit einem Schlag vom Tisch.
      Die Antwort, die der Vatikanist versucht, kann ja nie und nimmer stimmen. Das wäre ja in jeder Hinsicht groteskt: theologisch und seelsorgerisch.
      Gleiches gilt mit den Kniebeugen. Wo liegt das Problem, wenn er Knieprobleme hat?! Jeder wird Verständnis haben. Warum sagt man es nicht? Das muß ja Spekulationen auslösen. Immerhin geht es ja bei beiden Fragen nicht darum, welche Farbe seine Schuhe haben, die er anziehen will oder nicht.

      • Lioba,
        das Problem bei den päpstlichen Knieproblemen liegt darin, dass diese offenbar eucharistisch induziert sind. Es scheint sich um ein neues Krankheitsbild zu handeln, um eine Art christogene Arthrose.
        Wenn es jugendliche, zumal muslimische Straftäter sind, kniet sich der Papst vor ihnen nieder und küsst ihnen die Füße. Wenn einer Frau im Rollstuhl die Handtasche auf den Boden fällt, beugt der Papst behende wie ein Hirsch die Knie und hebt sie auf. Nur vor dem König der Könige und Herrn der Herren meldet sich grundsätzlich die Arthrose.
        Da macht man sich halt so seine Gedanken.
        Es gab in der Geschichte der Kirche keinen Papst, bei dem man sich im Hinblick auf seine Ehrfurcht vor der hlgst. Eucharistie solche Gedanken machen musste.
        Das gibt zu denken.

      • Das ist der Kern des Problems, denn die hl. Eucharistie ist heutzutage dermaßen profanisiert worden, das anscheinend viele Kleriker selbst an Realpräsenz etc. nicht mehr, oder nur sehr bedingt glauben.
        Der Wortgottesdienst und die Kirchenmusik sind derart dominant und zeitfüllend, Wandlung, Opferung und Kommunion sind teilweise erschreckend in den Hintergrund gerückt.
        Diese Welle der Modernisierung ist Ende der 60er Jahre über die ganze Katholische Welt geschwappt und mit dem Synonym 2.Vatikanum, Aufbruch, Moderne in die Köpfe der meisten Priester in der Kirche gerückt.
        Es ist ja auch der bequemere und weltlich verständliche Weg, tolerant und menschlich zu sein, als fundamental und eng, wie alle Modernisten immer wieder betonen.
        Papst Franz ist genau in solch einem Zeitgeist Millieu großgeworden und hat alle „Segnungen“ akzeptiert.
        Auch er weiß durch seinen Vorgänger sicher um die Gefahren des Modernismus, aber dieser ist mit seinem Ansinnen zur Rückbesinnung ja anscheinend komplett am Widerstand der Bischöfe gescheitert.
        Auch in Rom gilt inzwischen vielfach das „Mehrheit ist Wahrheit“ Prinzip und das macht es für die integralistisch denkenden Katholiken immer schwerer eine Heimat zu finden abseits von FSSPX.

      • michael
        Wenn es so weitergeht wie jetzt, dann wird bald auch für bisherige Konzilskirchgänger kein Weg mehr an der Piusbruderschaft vorbeiführen.
        Ich brauche nur daran zu denken, dass demnächst wohl in den Altarräumen unserer Kirchen hier am Ort das neue Katholikentagskreuz auftauchen wird. Ich glaube kaum, dass ich es über mich bringen werde, vor einem solchen Kreuz an der Heiligen Messe teilzunehmen.
        Mitten vor dem Kreuz ist eine Graphik, die eine symbolische Kombination von geschwisterlicher Kirche, Tanz auf Golgotha, Penis und Vagina, sowie Baphometkopf darstellt.

      • Wir müssen wohl davon ausgehen, dass die Mehrzahl des „modernen“ Klerus nicht mehr an die Wandlung und an die Realpräsenz unseres Herrn in der Eucharistie glaubt. Man braucht kein grosser Mystiker zu sein um schon bei der Wandlung zu erkennen, ob ein Priester noch an die Realpräsenz glaubt. Die Respektlosigkeit vor dem eucharistischen Herrn ist heute das Hauptproblem der Kirche. Wer beugt noch die Knie vor dem Tabernakel? Wer vor der Kommunion?

        Würde man wirklich an den eucharistischen Herrn glauben, dann wären Laien als „Kommunionhelfer“ und Handkommunion kein Thema. Jeder geht heute zur Kommunion ohne zu prüfen, ob er im Stand der Gnade ist.
        Doch wer den Herrn nicht von gewöhnlicher Speise unterscheidet, der isst sich das Gericht!

        Lasst uns für den Heiligen Vater, die Bischöfe und die Priester beten, damit sie die Wahrheit wieder erkennen.

      • Ich kenne keinen Kleriker (und ich kenne viele), der nicht mit Ehrfurcht von der Eucharistie spricht und eine entsprechende Form der Ehrerbietung zeigen würde. Außerdem kenne ich keinen Theologen (und da kenne ich auch etliche), der trotz der Aporien der Transubstantiationslehre (ja, die gibt es!) nicht auch dem Tridentinum zustimmte, das davon sprach, dass man bei der Wandlung „sehr passend“ von einer Wesensverwandlung sprechen müsse.

      • Der Präfekt der Glaubenskon-gregation! In seiner Dogmatik, ‚transfigurations-theoretische Darstellung‘ … J. Calvin wäre wohl sehr erfreut …..

      • … aber das sind ja nur Einzelbeispiele; über Gesamtzustand & „Tendenzen“ der Lehre innerhalb der (auch nur) deutsch-sprachigen Universitätstheologie (natürlich immer: bis auf Ausnahmen) hatte Papst Benedikt XVI. ja auch auf der letzten Bischofssynode in Rom ziemlich desillusionierende & erschütternde Worte gesagt. Wie auch über den erschreckenden ‚Analphabetismus in Glaubensdingen‘ in weiten Teilen nicht nur der Bevölkerung, sondern auch der Kirche selbst; ist auch meine pers. Erfahrung, leider …

      • … wundert mich auch nicht; über den „Reli-Unterricht“, den ich 13 Jahre durchlittÄH „genossen“ hab, sag ich jetzt mal … besser nix 😉 und auch nich über Kommunion-, Buß- und Firm-“Unterricht“ … außer daß wir viel … GEMALT haben^^

      • Zitat:
        „Weithin verloren gegangen ist der Glaube an die Wesenswandlung von Brot und Wein; Und damit auch
        a) der Glaube an die Realpräsenz unseres Herrn Jesus Christus im heiligen Sakrament überhaupt: Nach einer Umfrage in Frankreich ist es dort so, „daß 27 Prozent der Priester nicht mehr an die wirkliche Gegenwart Christi in der konsekrierten Hostie und noch weniger an eine solche in den Partikeln glauben“. „Man kann sich des sicheren Eindrucks nicht erwehren, daß der Glaube an die Realpräsenz immer mehr preisgegeben wird.“ Walter Hoeres
        (…)
        b) Besonders in Verlust geraten ist der Glaube an die Realpräsenz auch in kleinen und kleinsten Teilchen der eucharistischen Gestalt: „Wenn man früher für die Ehrfurcht gegenüber dem präsenten Leib des Herrn es für angemessen hielt, daß der Priester bei der Feier der heiligen Geheimnisse nach vollzogener Konsekration die Finger, die den Leib des Herrn berührt hatten, nicht mehr öffnete – und wenn das Gleiche heute nicht mehr für angemessen und erforderlich erachtet wird, dann hat sich offenbar in der Meinung bezüglich der Weise der Gegenwart des Herrn in den Eucharistischen Gestalten etwas geändert.“
        Quelle: adorare.ch/realpraesenz.html

        Ich habe von noch dramatischeren Prozentsätzen priesterlichen Glaubensverlusts an die Realpräsenz in der hlst. Eucharistie gelesen (kann es in diesem Moment aber nicht belegen).

      • Und wer hat den Glauben an die Gegenwart Christi in den eucharistischen Partikeln lächerlich gemacht? Das war dieser Jesuit Rahner! Die Jesuiten waren und sind federführend im Abbruchunternehmen Konzilskirche!

      • Ich kenne keine Stelle, an der Rahner auch nur ein Jota davon abwiche, dass Thomas gelehrt habe, dass, sobald die species des Brotes nicht mehr erkennbar sei, auch die Substanz des Herrn geschwunden sei…

  4. Es geht hier wohl vorwiegend oder überhaupt nur darum, daß der Papst nicht auf Fotos abgebildet wird, wie er einer der voll zu recht krititisierten Person die hl., Kommunion (also nicht nur konsekrierte Hostie, obwohl das dasselobe ist, aber eine mildernde Ausdruckweise) reicht, und mit ein soches Foto dann werbewirksam ausgeschlachter wird.

    • Ja, aber einen solchen Gedanken zu Ende gedacht, hieße doch, daß kein Priester mehr Kommunion austeilen könnte, weil er unter den Kommunionempfängern unwürdige haben könnte. Die Folge: Wegen Einzelner würden alle keine Kommunion erhalten? Weil man ja nie wisse..???? Warum haben die Herren Kleriker nicht den Mut öffentliche Sünder zur Rede zu stellen? Sie müssen es ja nicht öffentlich tun. Ehrfurcht vor dem eucharistischen Herrn wecken, fördern, Bußsakrament fördern…. Das sind die Gegenmittel, nicht die Supermoralisten spielen, denn das wäre das genannte Verhalten.

    • Ja, Gutterberger, hier haben wir echte Demut vor uns: nicht an sich selbst denken, sondern an die Ehre des eucharistischen Herrn.

      • Mir erscheint das eher als eine Flucht vor der Verantwortung. Das Problem wird nur weitergereicht. Wieso die „Ehre des eucharistischen Herrn“ besser gewahrt wird, wenn ein einfacher Priester die Kommunion reicht kann ich nicht nachvollziehen.

  5. Also, ich finde diese Erklärungen alles andere als überzeugend. Es ist in der Tat sehr schwer, für einen Papst quasi unmöglich, einer Person, die Heilige Kommunion zu verweigern. Es sei denn die Zulassungskriterien werden klar und unmissverständlich immer wieder dargelegt. So liegt die Verantwortung schlussendlich beim Empfänger. Außerdem ist die Gefahr einer Missdeutung doch sehr klein, weil ein Papst normalerweise nur ausgewählten Gläubigen die Kommunion reicht. Und die Jugendlichen im Knast? Waren die vorher alle zur Beichte, bevor sie den Leib des Herrn empfingen? Oder ging es hier nur um die Medienwirksamkeit? Mir ist das Verhalten des Papstes (auch zum Beispiel seine Skrupel beim Segnen) mehr als einmal ein Rätsel. Ich interpretiere es eher so, dass Franziskus so viel wie möglich delegieren will. Ein Aspekt einer (in diesem Falle unangebrachten) Bescheidenheit.

  6. Ich erinnere an ein Bild, das Aufsehen erregt hat: Seehofer empfing knieend von Papst Benedikt die Kommunion, obwohl Seehofer geschieden und wiederverheiratet ist.

    Dies führte zu Anfragen im Vatikan und bayrischem Staatsministerium. Dass Franziskus solche Bilder, die dann zu Ärgernissen führen, vermeiden will, ist vernünftig.

    • Wenn einer ein so hohes Amt annimmt, sollte er auch die Verantwortung übernehmen. So oder so. Außerdem hat der Papst (Bischof) für das Verhalten der Priester in seinen Messen gerade zu stehen. Papst Benedikt hat in dieser Hinsicht immer richtig gehandelt. Ich werde nie vergessen wie er Pater Roger Schutz den Leib Christi gereicht hat. Ich hätte weinen können vor freudiger Ergriffenheit. Und wenn er Horst Seehofer die Hostie reicht, wird er schon gewusst haben warum, und wir haben das zu akzeptieren. Ich frage mich ob hicesthodie mit seiner (nachfolgenden) Erklärung nicht recht hat.

      • zu Jean-Louis v. 10.5.: zunächst mal: Roger Schutz war kein „Pater“. Er nannte sich Prior der Brüdergemeinschaft v. Taize‘. In den 70er J. war ich persönlich zwei Mal in Taize‘ und sah schon beim 1. Besuch 1971 mit Erstaunen, daß erstens auf der linken Seite ein Tabernakel angebracht war, in dem beide eucharist. Gestalten aufbewahrt wurden. Und zweitens daß nach dem Gottesdienst (im Anschlag stand „la Mess“ -oder so ähnlich, ich hatte kein französisch gelernt) Roger Schutz vor diesem Tabernakel im Gebet kniete; es hieß damals, R. Schutz sei zwar offiziell noch ein reform. Protestant und nur wegen der Brüdergemeinschaft wolle er die Konversion zur kathol. Kirche nicht äußerlich vollziehen, obwohl er eigentlich doch inzwischen innerlich sich zum kathol. Glauben bekenne – so sein deutliches Knieen vor einem Tabernakel. Neben dem Tabernakel hing damals schon ein großes, ostkirchl. Marienbild mit einer Lichtampel, wie ein „Ewiges Licht“ in unseren kathol. Kirchen. Was seinen Kommunionempfang beim Requiem f. Johannes Paul II. angeht, nehme ich doch an, daß Kardinal Ratzinger wohl von dem von mir zuvor Geschilderten genau informiert war, daß Roger Schutz wohl im Herzen schon kathol. glaubte. Aber warum denken einige fast voraussetzend negativ, wenn Jemand nicht genau so äußerlich perfekt handelt, wie sie ! Denn noch können wir einem anderen Menschen nur bis vor den Kopf sehen – was in dessen Inneren ist, das sieht doch nur Gott alleine, der bis ins Innerste des Menschen schauen und erkennen kann – mehr noch, als man selbst. Da ist mir bei einigen zu oft eine sehr harte Spekulation verbunden mit Be- und Verurteilung im Spiel. Zur großen beeindruckenden „la Mess“-Feier hörte ich schon 1971, daß sich mit Erlaubnis ihres Bischofs zwischen den Brüdern ca. 2 kathol. Priester befänden, Einer sei immer der Zelebrant im Gottesdienst – „für“ die kathol. Teilnehmer. … (Jetzt vermute ich, daß dabei einige gleich wieder wenigstens „ein Haar in der Suppe finden“ und loswettern.

  7. Vermutlich ist der wahre Grund für seine Enthaltsamkeit vielmehr der, dass er schlichtweg keine Mundkommunion spenden möchte, dies durchzuführen aber nach der kürzlich erst wieder eingeführten päpstlichen Kommunionbank ein zu deutlicher Affront gegen seinen Vorgänger wäre. Deshalb wird man ihm geraten haben, sich vorerst auf die Austeilung an die Altarassistenz zu beschränken. Sobald ein neuer Zeremoniar ernannt ist, kann man dann alle liturgischen Brüche bequem auf diesen schieben. Der Papst wird dann auch wieder fleißig austeilen, egal an wen. Die Lizenz für Photos von den päpstlichen Zeremonien hat überdies ja wohl eh nur der päpstliche Hofphotograph.

  8. Also ich bin überzeugt, dass Sie es nicht schaffen werden , diesen Papst mit all Ihrer subtilen „Arbeit“ seit seiner Wahl, bei der überwältigenden Mehrheit der Katholiken zu beschädigen. Da wo Petrus ist, ist Kirche. Ich frage mich immer wieder, ob jemand, der den derzeitigen Papst, so wie auf Ihren Seiten, nicht nur zwischen den Zeilen, sondern unmißverständlich agressiv angeht, noch in der wahren Kirche ist ?
    Ich für meinen Fall werde mir das Lesen Ihrer Beiträge zukünftig nicht mehr antun.
    Tröstlich für mich ist zu wissen und ich freue mich jedesmal über den randvoll gefüllten Petersplatz, wenn Papst Franziskus die Eucharistie feiert oder den Angelus betet, dass die Kirche auch ohne Leute wie Sie überleben wird. Auch die Piusbrüder, denen Sie sehr nahe zu stehen scheinen, werden eine marginale Erscheinung in der Kirchengeschichte bleiben.

    • Theophilus
      Ich hingegen bin froh, dass es noch einzelne kirchliche Foren, wie dieses, gibt, wo man seine Sorgen artikulieren kann.
      Meine Vorbehalte gegen bestimmte Worte und Taten des neuen Papstes habe ich mir nicht angelesen, dazu brauchte mich niemand aufzuwiegeln.
      Ich bin ich erleichtert über die Tatsache, dass es andern ähnlich geht wie mir und dass meine Besorgnis keine private Wahnidee von mir ist.
      Oremus pro duobis papis nostris Benedicto (emerito) et Francisco!

      • Es gibt nach wie vor nur einen Papst, denn der emeritierte hat nur noch bischöfliche Rechte. Es muss übrigens „duobus“ heißen.

      • Sind es nicht doch zwei Päpste: ein emeritierter und ein amtierender? Wäre es anders, warum würde Franziskus dann Benedikt mit „Heiligkeit“ anreden, was er, Berichten zufolge, tut?
        „Duobus“ ist schon klar – danke. Das andere war ein Tippfehler – ein lapsus calami sozusagen.
        Aber mit Bitterkeit gemischt, weil der Amtsverzicht mir anomal erscheint und ich Groll deswegen empfinde.

      • „Papst-Sein“ ist eben etwas qualitativ anderes als einfach nur „Bischof-von-Rom-Sein“, denn als Papst ist man Bischof der Universalkirche, auf diesem Rechtstitel beruht der Jurisdiktionsprimat! Nur als Oberhaupt der gesamten Universalkirche besitzt er die Unfehlbarkeit, als Bischof von Rom nicht. Insofern kann ein emeritierter Papst auch niemals wie ein emeritierter Bischof angesehen und behandelt werden.

      • Sie liefern doch selbst das Argument, warum der emeritierte Papst „nur“ noch Bischof ist: „Nur als Oberhaupt der gesamten Universalkirche besitzt er die Unfehlbarkeit“. Das ist Benedikt XVI. nicht mehr. Er hat das Amt zurückgelegt. Daher ist er nur noch einfacher emeritierter Erzbischof.
        Im übrigen IST der Bischof von Rom Papst. Es ist der Bischof von Rom, dem die Unfehlbarkeit und die plena potestas eigen sind.

      • Vincentius, Benedikt XVI. war und ist und wird es immer bleiben: der 264. Nachfolger des Heiligen Petrus. Diese Berufung zum Hirten der Universalkirche hängt man nicht wieder an den Nagel, so als ob nichts gewesen wäre. In dem Ausnahmefall eines freiwilligen Verzichts auf die aktuelle Ausübung des Amtes gehen natürlich die Amtsvollmachten auf den rechtmässig gewählten Nachfolger über – aber der auf die Ausübung des Amtes Verzichtende bleibt gewesener Papst. So sieht es auch der Vatikan, sonst wären Benedikt nicht die Privilegien zugestanden worden. Nach allgemeiner Lehre der Kirche ist sehr wohl zwischen der Amtsgewalt des Bischofs von Rom und des Papstes als Hirt der Hirten und Oberhaupt der Universalkirche zu unterscheiden. Der Jurisdiktionsprimat beruht ausschliesslich auf dem Amt des Papstes als Hirt der Universalkiche, das nicht aufgrund göttlichen Rechts zwingend mit dem Bischofsamt von Rom verbunden sein muss.

      • Benedikt XVI. hat aber das Amt eben nicht mehr inne. Er ist nicht ein emeritierter Professor, der weiterhin über alle Amtsvollmachten verfügen kann. Er ist nur noch einfacher Bischof und unterscheidet sich darin nicht von anderen emeritierten Bischöfen.

    • Was haben Sie für ein Problem??? Sie sollten sich an die Redaktion wenden. Ich für meinen Teil, antworte Ihnen aber gerne:
      1.) Ich schreibe Kommentare hier, bei der FAZ und anderswo. Deshalb erwarte ich nicht, daß diese Seite, die der FAZ oder der anderen sich nach meinen Kommentaren definieren. Ebenso beurteile ich diese Seite nicht nach den Kommenataren anderer, die hier schreiben. Das ist ja kein Forum.
      2.) Ich freue mich auch über den gefüllten Petersplatz, stand selbst schon dort. Er ist heute gefüllt, wie er immer gefüllt ist, seit wir Bilder haben: unter PXII, JXXIII, PVI (der allerdings blieb in den 70er Jahren einmal leider allein, als er die Jugend um sich rief), JPI, JPII., BXVI., FI. Was wollen Sie mir aber damit sagen?
      3.) Ubi Petrus ibi ecclesia, natürlich und immer so. Was aber hat das mit dem Artikel hier zu tun?
      4.) Die Kirche überlebt durch die, die treu zu Christus und zur Kirche stehen, zu ihrem unverkürzten Glaubensgut und die die Autorität der Kirche anerkennen. Das tun viele außerhalb der Kirche, aber leider auch in der Kirche nicht. Diese Seite gehört aber wohl nicht dazu. Jedenfalls konnte ich nichts finden, was einen der Punkte in Frage stellt. Haben Sie etwas gefunden? Falls Sie meinen, daß diese Seite dem Papst nicht zujubelt, wie einem Popstar, weil er schwarze oder grüne Schuhe trägt, dann haben sie recht, das hat aber nichts mit dem zu tun, was sie wohl meinen. Man muß die Autorität des Papstes anerkennen, nicht zu allem Jubeln, was ein Papst so tut oder sagt. Bitte nichts verwechseln.
      5.) Was haben die Piusbrüder damit zu tun? Ich bin keine Piusianerin, aber mir scheint nicht, daß die an den Fundamenten der Kirche herumbuddeln, um sie zum Einsturz zu bringen. Wenn ich mir auch wünschen würde, sie würden in die Kirche zurückkehren und demütig, wenn auch unter Schwierigkeiten dort ihre Arbeit fortsetzen.

    • Ich kann Theophilus nur zustimmen bei jedem seiner Worte, und denke auch schon lange mit innerlicher Bedrücktheit, was und wie da so ohne Hemmung selbst von eigenen Katholiken auf unseren neuen Papst eingedroschen wird. Denken diese Kritiker eigentlich nicht darüber nach, daß sie einmal vor Gott für jedes ihrer Worte zur Rechenschaft vom Allmächtigen gezogen werden. Da geht es dann nicht darum „Ich hatte doch Recht!“ sondern: „Wo war dein Gehorsam!?“ Er kann einem in seinem Leben als Christ manchmal auch nicht „schmecken“. Jesus selbst „war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ Phil 2, 8 – er, Christus, war er vor seinen Verurteilern eigentlich nicht doch „im Recht“ ?; aber er war gehorsam! – dafür hatte er doch vorher sogar Blut geschwitzt…. – Haben wir nicht, z.B. bezogen auf die von den Kardinälen vollzogene Wahl eines Papstes im Religionsunterricht gelernt, da wirkt der Hl. Geist – oder wollen wir da etwa entscheiden: da wirkte der Hl. Geist, aber da nicht ?! … vielleicht weil uns dieses oder jenes nicht nach unserem Denkschema (wie in einem geistigen, alten Korsett) paßt. Und der Hl. Geist weht bekanntlich, sicher auch überraschend, da wo er will. „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken!“, das mußten sich schon die Gläubigen im Alten Testament sagen lassen – oder im Psalm 77 Vers 11 = es kann erleuchtend sein, diesen Vers zu meditieren.

  9. Hat sich schon jemand erkundigt, ob es eine südamerikanische Ordenstradition gibt, die die Kniebeuge bei der Wandlung nicht vorsieht? Das gibt es nämlich bei einigen Orden, bei denen die Frömmigkeit der ersten 1200 Jahre des Christentums fortlebt. Erst ab ca. 1200 wird nämlich die Wandlungskniebeuge üblich.

    • Kniebeugen, seit dem Altertum bekannt, ist ein Ehrerbietungskeitserweis vor einem Höheren (Gn 18,2; Mk 15,19; Apg 10,26), auch vor Gott (1 Kg8,54; Dn 6,10; Phil 2,10). In der römische Liturgie begann man mit Beginn der Neuzeit mit der Kniebeugung. Zuvor war eine Verneigung üblich.

      Die Kniebeugung ist seit Beginn der Neuzeit die höchste Form der Ehrerbietigkeitserweisung. Verneigen tuen wir uns auch vor Bundespräsidenten, sowie schönen und intelligenten Frauen. Da wollen wir die Kniebeuge uns doch bitte Höhreren vorbehalten.

      Da nun die Kniebeuge vor dem Allerheiligsten ausbliebt, kann man berechtigt davon ausgehen, dass der Verweigerer der Kniebeuge die höchste (und angebrachtere Form) des Ehrerbietungskeitserweis nicht erbringen möchte.

      • Oder derjenige, der die Kniebeuge nicht macht, ist der Überzeugung, dass die Kniebeuge keine zeitgemäße Form der Ehrerbietung ist.

      • Was seine eigene persönliche Meinung wäre, um die es nicht geht.

        Da der Papst allgemeine gesellschaftliche Reglungen kennt und diese auch beachtet, kann man (muss man) leider davon ausgehen, dass er diesen Ehrerbietungskeitserweis nicht erbringen möchte!

        Übrigens kann man davon ausgehen, dass er die Kniebeuge sehr wohl als zeitgemäße Form eines Ehrerbietungskeitserweis ansieht. Siehe die Bilder der Fußwaschung im Jugendgefängnis.

      • Wenn der heilige Vater überzeugt ist, dass eine Verbeugung reicht (sowie in den ersten Jahrhunderten), dann wird es reichen. Wer sind Sie, dass Sie über die Sancta Sedes urteilen?

      • Ach, jetzt wird sozusagen als letzter Trumpf wieder die plena-potestas- Karte gezogen, einfach nur peinlich, Vincentius!

      • Das ist keineswegs am Thema vorbei. Sie spekulieren über die Kniebeuge, die angeblich ein Zeichen eines Mangels an Eucharistietheologie des Papstes sei. Ich halte das für Unsinn, weil die Wandlung gültig zustande kommt, da Franciscus gültig geweiht ist. Lesen Sie mal zum Agnostizismus von Bonifaz VIII. Da werden Ihnen die Augen aufgehen. Da ist der die Frage nach der Verbeugung nicht mal eine petitesse.

      • Bedeutung & Wirkung eines Zeichens sind aber immer kontext-abhängig; synchron ist es so, daß die Kniebeuge jedem Priester, dem das gesundheitlich (noch) möglich ist, vorgeschrieben ist. Auch BXVI hat, soviel ich weiß, Knie- bzw. Hüftprobleme & ist zudem viel älter als F – und hat die Kniebeuge dennoch nie unterlassen! – Mag auch eine tiefe Verbeugung ‚an sich‘ hinreichendes Zeichen der Reverenz sein, so ist im gegebenen Kontext – und im scharfen Kontrast zu den Päpsten vor F – der Übergang zur Verbeugung selbst schon ein Zeichen, ein Signal; es sei denn, er wäre gesundheitlichen Problemen geschuldet – dann MUSZ das aber deutlich kommuniziert werden, was jedoch bis jetzt nicht geschah … so daß auch öffentliche Diskussionen über dieses auffällige, öffentlich gesetzte Zeichen, das Eucharistieverständnis von Papst F (und vlt. auch das Eucharistieverständnis generell) fast schon intendiert erscheinen, zumindest aber ganz offensichtlich inkauf genommen werden; gehörte [fetter Irrealis!^^] ich einer Glaubensgem. an, die etwa ein … ‚transfiguratives Eucharistieverständnis‘ hätte, so würde ich vlt. eine Verneigung – und eben keine Kniebeuge! – vor den „Zeichen der Gegenwart des Herrn ‚für uns‘“ gerade für angemessen halten. Glaube ich aber an die Wesensverwandlung, d.h. an die wirkliche, physische Anwesenheit Christi in seiner Gottheit und Menschheit, so ‚verehre‘ ich nicht nur (wie etwa – durch tiefe Verneigung – den Altar als Zeichen Christi), sondern bete an & erweise Christus als meinem Herrn und Gott unmißverständlich meine Reverenz dadurch, daß ich – in diesem (aktuellen) Kontext, dieser Kultur & Geschichte, in der Kirche, in der hl. Messe – ein absolut eindeutiges Zeichen der Reverenz verwende, welches, im Ggs. zur Verneigung, ALLEIN dem Herrn zukommt; eben das Beugen der Knie. Unabhängig davon, was in anderen Kontexten, etwa der Zeit vor 16oo Jahren, üblich gewesen ist – so wie ich ja auch nicht mehr in‘nem westgerman. Dialekt, sondern (meist^^) Neuhd. rede …

      • Vielen Dank. Sie haben sehr gut herausgestellt, worum es hier geht und was hier, so ist zu befürchten, abläuft.

      • Und nochmal zur Gültigkeit: ein (gültig geweihter) Priester würde ja selbst dann ‚valide‘ konsekrieren, wenn er persönlich etwa ein ‚lutheranisches Abendmahlsverständnis‘ hätte, oder ein calvinistisches; dies könnte er eben durch Unterlassen der Kniebeuge zum Ausdruck bringen … – und in einer Zeit der so tiefgehenden Glaubenskrise auch innerhalb der Kirche, wie wir sie heute erleben müssen, sind auch kleinste Signale der Bischöfe und ja vor allem des Papstes selbst, der zutiefst Vorbild sein muß für die ganze Kirche … alles andere als „Petitessen“; zumal, wenn sie sich (bewußt!?) so deutlich in einen so scharfen Kontrast zu seinem Vorgänger im Amt setzen … – vor allem, wenn dieser so sehr, fast schon verzweifelt, alles versucht hat, um sich in Worten und Zeichen mit aller Kraft diesem völligen Verfall des Glaubens entgegenzustemmen, gerade auch, in dem er immer wieder eine Wiederbelebung auch der eucharistischen Frömmigkeit (Andachten, Anbetung des Allerheiligsten …) angemahnt hat; z.B. in Altötting, als er das Sanctissimum in der Monstranz über diesen Platz in die (neue Sakraments!?-) Kapelle überführte; als ich das (im Fernsehn) sah, war ich schon ziemlich … erschüttert: nicht daß „die Massen“ wenigstens in Andacht & Verehrung still STANDEN (von KNIE‘N sowieso keine Rede …), nein, die brüllten und jubelten („Benedetto! Bene…!“) IHM zu, dem Menschen, und nicht dem MENSCHENSOHN, dessen Gegenwart für so viele scheint’s völlig irrelevant, ja nicht mal im Bewußtsein war …
        … und der sehr ernste, vlt. sogar schmerzlich berührte Gesichtsausdruck unseres Papstes sprach, so empfand ich das zumindest, Bände; klar, daß er sich über *diesen* Jubel in *diesem* (ja egtl. auch gottes[!]-dienstlichen) Kontext – ‚coram Sanctissimo‘ – keineswegs „gefreut“ hatte – während er ja sonst immer auch ausgelassenen Jubel herzlich & mit ‚bester katholischer Freude‘ grüßend erwiderte (obwohl ihm persönlich dieses „Angejubeltwerden“ ja egtl. „nich so sein Ding“ war …). -

      • [jedoch: Einschränkung bzw. Frage - hätte ein solcher "kath. - gültig - geweihter, jed. etwa calvinistisch glaubender" Priester überhaupt noch die richtige Intention? denn dann wäre die Konsekration ja sogar ungültig??]

      • Wäre die Bischofsweihe durch einen Bischof, der nicht die Fülle der Weihetheologie vertritt dann auch ungültig? Im Hinblick auf die Ungültigkeitserklärung anglikanischer Weihen durch Leo XIII. wohl ja.

      • [muß ich mal noch drüber nachdenken & was zu lesen; "Angelpunkt" scheint mir hier der Begr. der 'Intention' zu sein, aber wie das genau def. ist - weiß ich (noch) "nicht wirklich" 😉 aber das interessiert mich schon, wie sich das damit nun genau verhält ...!?]

      • Ich finde @ Isidor hat es gut beschrieben.
        Eine Ehrerbietung durch eine Verbeugung kann vor allem Weltlichen erbracht werden.

        Die Kniebeuge als Demutsgeste sollte dem Höchsten – also Gott – vorbehalten sein.

        Katechismus der Katholischen Kirche:

        http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P47.HTM

        1378 Die Verehrung der Eucharistie. Wir bringen in der Meßliturgie unseren Glauben, daß Christus unter den Gestalten von Brot und Wein wirklich zugegen ist, unter anderem dadurch zum Ausdruck, daß wir zum Zeichen der Anbetung des Herrn die Knie beugen oder uns tief verneigen. …..

        http://www.kath.de/lexikon/liturgie/index.php?page=knien.php

        Vor jemanden hinknien ist Ausdruck der Ehrerbietung. Im christlichen Kult gilt die Kniebeuge nur Gott. ……

  10. Ein positives Gegenbeispiel zu dem Verhalten von Papst Franziskus war die Messe des Schweizer Bischofs Vitus Huonder, in der Birnau am Himmelfahrtstag am Bodensee.Vor dem Kommunion -empfang wies er darauf hin ,das nur Mundkommunion erlaubt sei,man im katholischen Glauben stehen müsse,im Stand der Gnade sein müsse und wenn man dies alle nicht wäre, man die Gelegenheit hätte die geistige Kommunion zu empfangen.

    • HP sagt:

      Papst Benedikt hat nur noch Mundkommunion ausgeteilt und den Klerus angewiesen es ihm gleichzutun, wie Bischof Vitus Huonder es auch befolgt. Es stellt sich die Frage, ob Papst Franziskus dem Beispiel seine Vorgängers zu folgen sich weigert und vielleicht deshalb ganz auf die Kommunionspendung verzichtet.

  11. Ein Papst, so er denn überhaupt ein solcher sein möchte, hat als Bischof der Universalkirche keine regionalen Sondertraditionen zu praktizieren, sondern vorbildhaft (!) und rubrikengemäss den römischen Ritus zu pflegen. Wenn er ein solch wesentliches Zeichen, das die Verehrung der eucharistischen Gegenwart des Herrn durch den Zelebranten sinnenfällig zum Ausdruck bringt, ohne hinreichende Begründung unterlässt, dann ist das ein Ärgernis. Der Ärgernis gibt ist der Schuldige, man darf sich also weder über Spekulationen wundern, noch die Schuld bei denen suchen, die an diesem Ärgernis berechtigterweise Anstoß nehmen und Fragen stellen.

    • Ja, und daher sollte es doch sein Anliegen sein, schon von selbst, motu proprio sozusagen, da für Klarheit zu sorgen, den P. Lombardi anzuweisen, die Sache klarzustellen oder aber sogar selbst, und sei’s auch nur in‘ner Messe in seiner Residenz, ich mein‘ der Domus St.ae Marthae, in eine Predigt einfließen zu lassen, er bedaure sehr, dem eucharistischen Herrn nicht mehr so die Reverenz erweisen zu können, wie in jüngeren Jahren, als er gesundheitlich noch etc. pp. [nehme auch an, daß das in den Rubriken / General-Instruktionen zum Missale geregelt ist, ‚De celebratione Presbyterorum infirmorum‘ oder so, daß man bei Behinderung dem Allerheiligsten auch auf andere Weise seine Reverenz erweisen könne]; ihm selbst und ’seiner Umgebung‘ muß jawohl klar sein, was die Leute so darüber spekulieren, wenn das nicht klargestellt wird, und es wäre für P. Lombardi ein Leichtes, dies auch nur in‘nem Nebensatz so anzudeuten, daß jeder versteht (und fast möchte ich vermuten, daß P. Lombardi oder ein anderer den Papst schon darauf hingewiesen & gefragt hat …). – Umso auffälliger und beredter dieses wie ‚von höchster Stelle angeordnete‘ Schweigen …

      • … nochwas (zumindest) Bemerkenswertes (da hatte ich mich also doch nicht „verguckt“, hab mir das eben nochmal bei RV angesehen, auf jeden Fall b.d. ‚Messe zur Amtseinführung‘ sowie am Palmsonntag / Petersplatz, und glaube, auch Ostern): der Papst teilt tatsächlich an seine Assistenz (die Diakone) die Kommunion aus, mit dem Rücken zum Altar; er hält die Patene[!] mit mehreren Hostien in der Hand, G. Marini hält ihm den mit dem (etwas ausgebreiteten) Kelchtüchlein umfaßten Kelch hin, der Papst … „tunkt“ die einzelne Hostie in schneller Bewegung[!] in den Kelch und reicht sie dem vor ihm knieenden Kommunikanten, wobei Marini versucht, der raschen Handbewegung des Kommunionspenders mit dem daruntergehaltenen Kelch zu folgen, aus verständlichen bzw. notwendigen Gründen …
        … also … ich weiß nich … – wobei ich mich nicht so sehr an der Kommunion ’sub utraque‘ störe, als vielmehr an dieser … ‚Verfahrensweise selbst‘ und der großen Gefahr, daß dabei Tropfen des allerheiligsten Blutes etc. pp.; man kann sich die entspr. Video-Sequenzen ansehen, allerdings … hält die Kamera nicht zu lange … in diese Richtung …..

      • Vielleicht sind wir alle viel zu naiv.
        Offensichtlich werden die Spekulationen, die Verunsicherung und sogar Zerstrittenheit der Gläubigen untereinander vom derzeitigen Rom bewusst in Kauf genommen.
        Zu welchem Zweck, kann man fragen
        Vielleicht um in der allgemeinen Unsicherheit und Verwirrung dann um so leichter das Rettende: die neue Kirche, präsentieren zu können?
        Zuerst Chaos zu erzeugen und aus dem Chaos eine neue Ordnung nach vorgefasstem Plan zu schaffen, ist eine erprobte masonische Strategie in der Politik – gemäß dem alchemistischen „Solve et coagula“.
        Warum nicht auch in der Kirche?
        Das vatikanische Projekt des Abrisses der alten „bürokratischen“ Kirche und ihrer Ersetzung durch eine neue „einfache“ Kirche hat Pater Raniero Cantalamessa in seiner Predigt an Karfreitag vorgestellt.
        Das Profil des neuen Papstes hat Kardinal Sodano in seiner Predigt zum Beginn des Konklaves präsentiert.
        Einfach nochmal nachlesen und staunen.
        Um zur Naivität zurückzukommen.
        Christus hat uns als Schafe mitten unter die Wölfe gesandt – und somit der Gefahr ausgesetzt, von den Wölfen zerrissen zu werden, wenn nämlich die Hirten schlecht sind und die ihnen anvertrauten Schafe nicht vor den Wölfen schützen. Aber er hat uns nicht gesagt, töricht zu sein, sondern klug wie die Schlangen, und dennoch ohne Falsch wie die Tauben (Mt 10,16).

  12. Dieser Bericht weist nur wieder das auf, was ich mit „Inkonsistenz“ meine. Es ist dies ein in sich widersprüchliches Verhalten, dazu merkwürdige Argumentationslinien, die immer ein Holzweg sind, denn konsequent weiter gedacht, enden sie in einer logischen und geistlichen Katastrophe.
    F. ist mit großer Sicherheit ein Mensch, der taktieren kann. So wird er von Argentiniern beschrieben, die miterlebt haben, wie er seine „Schachzüge“ in der Diktatur setzte.
    Bxvi. ist alle paar Monate über eine Falle gestolpert, weil er offensichtlich nicht strategisch, sondern eher von seinen Überzeugungen her dachte.
    Ob das die Alternative ist: entweder bin ich ein Mann des Glaubens und integer – und falle auf die Nase, kann mich nicht halten. Oder ich bin ein Mann der Politik, mein Glaube korreliert mit den strategischen Bedürfnissen, lässt die Leute einfach so kalt, dass alle sich darauf einigen können, und ich bin fest im Sattel.
    Oder ist es noch schlimmer: ich habe nichts im Griff, ein tiefer Glaube samt Demut vor dem Herrn (wieso kann man sich – falls man wirklich Knieprobleme hat – nicht wenigstens ganz tief verbeugen bei der Wandlung und das auch kommunizieren?) fehlt mir, aber ich weiß zu betören, habe Rhetorik studiert und halte mich fest im Sattel, auch wenn die Kirche um mich herum Stein um Stein abgetragen wird? Wenn alle geistlich gestorben sind – ich steige als letzter über ihre Leichen, wenigstens das? Und im Zweifelsfall bin ich es nicht gewesen – mir waren die Hände gebunden?

    Ich sehe einfach kein Land seit dem 13. März. Wer nicht erkennt, dass wir „Kritischen“ einfach nur die Kirche lieben, der ist zu bedauern. Es ist dem Christen Wachsamkeit geboten von Anfang an – gerade bei den Hirten. Es gab und gibt die bezahlten Hirten, denen die Herde schnurzegal ist. Jesus hat gesagt, seine Kinder hören SEINE Stimme. Es gibt aber keinen „Weiheautomatismus“, wie mancher hier immer so dumpf anmahnt. Weiheträger können auch zu Verrätern werden.

  13. Was ist das nur für ein Papst, ein Bischof, ein Priester? An wen oder an was glaubt dieser Mann? Ich sehe die ersten Bilder noch vor mir, eingeprägt hat sich mir die tiefe und relativ lange Verbeugung auf der der Loggia, bevor er das Volk segnete. Er verneigt sich ehrfürchtig vor dem Volk auf dem Petersplatz, er liegt auf Knien vor jugendlchen Straftätern, und vor dem real gegenwärtigen Jeus Christus, unserem Herrn und Gott, genügt ihm, als dem Zelebranten, eine leichte Verneigung, eher angedeutet als ehrfürchtig vollzogen.
    Was mich irritiert, ist die fehlende Reaktion der Priesterbruderschaft St. Pius X., insbesondere die Gleichgültigkeit ihrer Leitung. Natürlich trifft das genauso auf die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften zu. Doch ihre Situation ist anders, sie haben sich Rom ausgeliefert, sie sind abhängig.
    Es kann nicht sein, dass nur noch eine kleine Minderheit von katholischen Laien leidet, so schlimm kann es doch nicht um die katholische Kirche bestellt sein. Doch es sieht zumindest bis jetzt so aus. Das Kardinalskollegium wählt einen Papst, der sich bisher aufführt wie ein Antipapst, und es sind nur noch Laien, die leiden. Denn anders verstehe ich die Kritik am Papst nicht: Es ist die Liebe zur Kirche, die aus ihr spricht.

    • Da haben Sie Recht.
      Das Schweigen der Bruderschaft ist ohrenbetäubend. Wer soll den die Rolle des Wachhundes gegen den Liberalismus in der Kirche spielen, wenn nicht die ureigenst dafür gegründete Bruderschaft? Mir scheint Fellay fährt einen völlig falschen Kuschelkurs mit Rom.

      • „Die Rolle des Wachhundes gegen den Liberalismus in der Kirche“ scheint schon länger aufgegeben. Wenigstens wenn ich das Buch lese „Sie haben ihn entthront“, die Worte von Erzbischof Lefebvre vergleiche mit Verlautbarungen Menzingens. Welten scheinen dazwischen zu liegen…

        Doch die gegenwärtige Situation ist geradezu extrem, sie geht über eine Liberalismusdebatte weit hinaus.
        Immer wieder erinnere ich mich an einen liberalen deutschen Bischof, der anlässlich der Visitation einen Dorfpfarrer ermahnte, er möge nicht die vorgeschriebene Kniebeuge zur Wandlung unterlassen. Ich kenne diesen Pfarrer, die Diskussion ist mir von daher vertraut.
        Was müssen Katholiken jetzt erleben, mit eigenen Augen ansehen? Der Papst benimmt sich am Altar wie ein einfacher Priester, der einen 68er Antiautoritätskomplex hatte, als „mündiger, emanzipierter Mann“ ablehnte, vor irgendeiner Autorität niederzuknien. Das war der verkorkste Hintergrund des Pfarrers.
        Die Einstellung des Papstes scheint noch schlimmer. Er kniet vor Menschen nieder, er verneigt sich, er verbeugt sich tief, vor Zeichen der Ehrerbietung MENSCHEN GEGENÜBER schreckt er nicht nur nicht zurück, großzügig erweist er sie.

        Wie ist das Verhalten des Papstes zu bewerten? Der Stellvertreter Jesu Christi kann das Knie vor Jesus Christus nicht beugen, am Altar, wohl aber vor jugendlichen Straftätern auf den Knien liegen.
        Er ist Vorbild für die Gesamtkirche. Er nimmt jenem liberalen, gleichwohl frommen deutschen Bischof jede Argumentation, denn der Pfarrer kann sich jetzt auf den Papst persönlich berufen.
        Priester können es jetzt lassen, persönlich die hl. Kommunion auszuteilen, sie können es amtlich bestellten weiblichen und männlichen Kommunionhelfern, die eine Kurzausbildung absolviert haben, überlassen, sie können sitzenbleiben und sich ausruhen von ihrem anstrengenden Dienst am Volksaltar.
        Dem Nachfolger von Erzbischof Lefebvre fällt dazu nichts ein. Wie allen anderen kirchlichen Würdenträgern.

    • cuppa, Ihre Kommentare könnten so wichtig und wertvoll sein, warum immer dieser Seitenhieb auf Exzellenz Fellay? Er ist doch in einer ganz anderen Situation wie Sie und ich. Es ist richtig, weil seiner Verantwortung als Generaloberer gemäß, sich in der ersten Zeit der Amtsführung des neuen Mannes in Rom mit Kritik zurückzuhalten. Zudem wird im neuen Mitteilungsblatt durchaus Kritik geübt, und ich bin froh, dass der Stil der Kritik jetzt reifer, überlegter und somit begründeter ist, als noch zu Zeiten, wo sich beide Seiten stets und ständig nur anathematisierten.

      • Es ist ein grundsätzliches Missverständnis, hicesthodie, wenn Sie den Eindruck haben, es ginge mir um „Seitenhiebe“ gegen Bischof Fellay, den Generalrat, den deutschen Distriktoberen, die Leitung.
        Ich habe es mehrfach betont, und ich finde nicht, dass ich mich dessen rühmen könnte, dass ich in der Mitte der Konzilskirche gelebt habe. Nicht am „linken Rand“, aber kritisch der Tradition gegenüber. Und ich kenne die Banalisierung, die Trivialisierung, den Verlust der Ehrfurcht., bei Katholiken, die das gar nicht bewust wollen. Die davon angesteckt werden, die diese Atmosphäre einatmen. Wie Menschen, die geruchlose, giftige Dämpfe einatmen, es aber nicht wissen.
        Die Gebärden der Ehrfurcht des Priesters am Volksaltar sind auf ein Minimum geschrumpft. Wenn jetzt der Papst offiziell durch sein Beispiel diese weithin geschrumpfte Ehrfurcht noch unterstützt, dann müssen doch die Alarmglocken schrillen.
        Wer bitte soll sie läuten? Ich erwarte das von den Ecclesia-Dei-Oberen genauso, und ich erwähne es. Doch sie sind abhängig.
        Martin Mosebach hat auf die Gefahr hingewiesen: Die Mentalität der Katholiken ändert sich. Unmerklich, aber nachhaltig. Ich war zu lange in der Konzilskirche, als dass ich die Gefahr für den katholischen Glauben unterschätzen könnte.
        Ich bedaure ausdrücklich, dass sich der Stil der Mitteilungsblätter geändert hat. Aber ich bin dankbar, dass Sie auf den veränderten Stil hingewiesen haben, ich bilde es mir also nicht ein.
        Ich finde den neuen Stil profilloser. Und das möchte ich ausdrücklich betonen: Damit habe ich mit keiner Silbe die Lebensleistung von Herrn Pater Schmidberger in Frage gestellt. Jedes Recht fehlt mir dazu, vor allem, weil ich der Tradition nicht treu war. Es geht schon gar nicht nicht gegen die Lebensleistung von Bischof Fellay. Es geht um den Glauben der Kirche, die der Zerrüttung entgegen zu gehen scheint. Und ich bin überzeugt, dazu darf die Leitung der FSSPX aus Liebe zur Kirche nicht schweigen.

  14. Warum grübeln Sie ständig über das „Fehlverhalten“ des Hl. Vaters und der Bischöfe ? Sie müssen sehr viel Zeit haben, wenn Sie sich über alles so viele Sorgen machen ! Jeder glaubenstreue katholische Christ sieht auch ohne diese Kommentare hier, dass nach menschlichem Ermessen die Lage von Kirche und Gesellschaft hoffnunglos ist. Nehmen auch Sie die stärkste Waffe gegen alle Irrlehren und Irrlehrer in die Hand die uns der Himmel geschenkt hat, den Hl. Rosenkranz.
    Unsere allerseligste Mutter Maria hat uns oft genug darum gebeten, auch der Herr.
    Er erteilt uns seine Gnade nur, wenn wir ihn demütig darum bitten.

    „Bittet in meinem Namen den Vater. Glaubt nur daran, dass ihr es erhalten werdet und ihr werdet es erhalten.“

    • Ja, da haben Sie recht: wir beten den Rosenkranz immer und immer wieder? Wollen Sie den Propheten Israels auch vorwerfen, dass sie über die Lage nachgedacht und geklagt haben?
      In meinem katholischen Glauben darf man trauern, klagen und über das zu Beklagende auch reden, ganz in dieser Tradtion der Psalmen, die ich auch täglich im Brevier bete…
      Machen Sie keinen Gegensatz auf, wo keiner ist, Jan! Lassen Sie uns menschlich sein, ohne heroisch-fromme Verklemmung, ich bitte Sie! Selbst unsere allerseligste Mutter Maria weint immer wieder bittere Tränen…

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