"Wenn das ein Papst ist" – Das Papsttum im Wandel – wohin?

Der deutsche Benedikter Elmar Salmann über den stattfindenen Wandel des Papsttums„Mit Jorge Mario Bergoglio alias Franziskus wechselt die Institution ihre Haut. Um sich den neuen Zeiten mit etwas jesuitischem und etwas franziskanischem Geist zu stellen“, so Marco Burini, der einige Überlegungen zum Thema anstellt und dazu für Il Foglio mit dem deutschen Benediktiner Elmar Salmann sprach.
Salmann, der 1972 zum Priester geweiht wurde und 1973 in die Benediktinerabtei St. Jakob zu Gerleve eintrat, lehrte nach seiner Promotion bei Peter Hünermann bis 2012 Philosophie und Systemische Theologie am Päpstlichen Athenaeum Sant’Anselmo des Benediktinerordens und der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Im Denken Salmanns geht es vor allem um die Suche nach einem christlichen Lebensstil und einer Denkweise, ohne darauf zu verzichten, Menschen „unserer Zeit“ zu sein. Als Beitrag und Überblick über die aktuelle Debatte dokumentieren wir den Aufsatz Burinis.

Wo ansetzen, um zu verstehen, was dem Papsttum widerfährt?

Man könnte bei den respektlosen Gesten beginnen: das Autogramm auf dem Gips eines Mädchens, der Pileolus für einen Gläubigen, die schon vielen geschwungenen Fußballtrikots. Oder den Geschmackssinn auf die Waagschale legen: Hölderlin und manch vergessenerer französischer Autor 1)gemeint ist Leon Bloy, Guardini und Kasper, Chagall und das neorealistische italienische Kino, Anna Magani und Astor Piazzolla. Oder im Keller wühlen: vielleicht findet sich ja ein Skelett oder auch nur ein Stück Knochen, ein Ausrutscher, ein mißglückter Satz, ein falscher Schritt. Aber das wurde schon alles sehr gründlich erledigt und zwar ziemlich ergebnislos. Die Anekdoten über Jorge Mario Bergoglio alias Franziskus sind bereits über jedes Maß angeschwollen und wir nähern uns dem Sättigungsgrad, auch weil die Flitterwochen mit den Massenmedien noch anhalten. Es ist daher besser, einem anderen Weg zu folgen, sich zu fragen und darüber nachzudenken, was einer konstitutiven Institution der Kirche wie dem Papsttum durch den Wechsel von Benedikt XVI. zu Franziskus, auf jene ungewöhnliche und überraschende Art und Weise wie wir wissen, widerfährt.

Nachnapoleonische Ära geht zu Ende: während Kurie starr ist, verändert sich Papsttum seit Johannes XXIII.

Ich frage es den deutschen Mönch Elmar Salmann, eines der wenigen Talente, die noch imstande sind, gekonnt Theologie, Philosophie, Literatur, Geschichte, Kunst, Psychoanalyse zu mischen. Von seinem Beobachtungsposten aus, der Zelle in der Abtei Gerleve in Westfalen, hatte er mir am Vorabend des Konklave in jenem freundlich distanzierten Ton, der ihn auszeichnet, gesagt, sich „nichts besonderes“ zu erwarten. Jetzt, da die Entscheidung gefallen ist, begleitet er mich am Telefon auf eine Erkundungsreise, die mit einigen historischen Bemerkungen beginnt. „Nun geht eine Phase der Kirche zu Ende, die mit der nachnapoleonischen Zeit begonnen hat. Nach dem feudalistischen Trauma reorganisierte sich der Katholizismus als moderne, wenn auch von einer antimodernen Ideologie getragene Organisation. Eine zentralistische, effiziente Organisation, in der neue Kongregationen, religiöse Institute und Laienorganisationen entstehen und Diözesen und Seminare reorganisiert werden; und in der vor allem das Papsttum innerhalb der Kirche eine zentrale Rolle annimmt bis hin zur Apotheose durch das Dogma der Unfehlbarkeit (in der Konstitution Pastor aeternus des Ersten Vatikanischen Konzils, 1870, Anm. Marco Burini). Das alles erfolgt in einer Gegenbewegung zum Nationalismus jener Zeit. Jetzt aber erschöpft sich diese Phase, sei es weil die zentrale Rolle Europas zu Ende ist, sei es wegen der Vielfalt der Kulturen, die sich nicht leicht zu einer Einheit zusammenführen läßt.  In all dem wird die Unfähigkeit der Römischen Kurie sichtbar, auf diese neuen internationalen Dimensionen zu reagieren, während wir eine langsame Veränderung des Papsttums erleben, um genau zu sein bereits seit Johannes XXIII.: Von einer juristischen, sakralen Regierungsinstanz zu einer symbolischen, charismatischen Mediengestalt. Der Rückzug von Papst Benedikt und der dolce stil novo von Papst Franziskus sind die sichtbarsten Verdichtungen dieses Wandels.“

Zwei Päpste, drei Orden, drei unterschiedliche Lebensformen als Ausdruck des Wandels

Ein zweiter, mehr geistlicher Aspekt des gerade stattfindenden Übergangs betrifft die Orden, die von den beiden Päpsten ins Spiel gebracht wurden: Benediktiner, Franziskaner und Jesuiten. „Das sagt viel darüber aus, wie einschneidend die stattfindende Transformation auf menschlicher, geistlicher und mystischer Ebene ist“, bemerkt der Benediktiner Salmann. „Das sind drei unterschiedliche Lebensformen. Daß zunächst ein Papst platonischer Philosophie den Namen Benedikt wählt und dann ein Jesuit den von Franziskus, deutet das Aufkommen einer neuen Sinnkonstellation und eine Verschmelzung der religiösen Ideale an, die mit den verschiedenen Formen jener so sehr von Papst Franziskus verkündeten Armut verbunden sind. Vor allem ist zu sagen, daß das benediktinische Leben, an seinem Ursprung, sich keines großen geistlichen Glanzes erfreute. Es war vielmehr die Art und Weise, einen Ausnahmezustand zum Ausdruck zu bringen als das Römische Reich zerfällt. Tatsächlich beabsichtigte der heilige Benedikt eine Schule für Anfänger des geistlichen Lebens zu gründen, er denkt an eine Werkstatt, in der die Werkzeuge eines ordentlichen Handwerks erlernt werden sollen; er will Zeit und Raum in einer Epoche globaler Wanderungsbewegungen eine Ordnung geben mit der Absicht ein gemeinschaftliches Lebens coram Deo zu ermöglichen. Mit dem heiligen Benedikt haben wir eine nüchterne, spätantike Form des aus dem Nahen Ostens importierten monastischen Ideals. Groß ist auch die Kunst des heiligen Benedikt, unterschiedliche spirituelle Strömungen verschiedener Orden aufzugreifen und zu übernehmen, was seinem Zweck diente – auch das ist ein Akt der Demut. Immer in seiner Zurückhaltung läßt Benedikt vor unseren Augen das Ideal des wahren Mönchs aufblitzen, wenn er es dann auch unter dem Gesichtspunkt seiner Lebbarkeit in eine Form gießt.“

Franz von Assisi, der zweite Archetypus, der die Kirche wiederaufbaut

Der zweite Archetypus ist Franz von Assisi. „Die franziskanische Spiritualität will dem nackten Jesus nachfolgen, vor allem wie er sich in der Krippe und bei seinem Tod zeigt: das sind entscheidende Momente von Gottes Gegenwart. Sich an diese Zustände des Übergangs anpassend erscheinen das gesamte Leben und die gesamte Natur als Symbole dieser Gegenwart. Die Schöpfung erzählt von der Gegenwart des demütigen Gottes“.
In diesem Zusammenhang erinnert Salmann an die berühmte Szene, die Giotto in der Oberkirche von Assisi als Fresko gestaltet hat: „Papst Innozenz hatte einen Alptraum, in dem er die Kirche zusammenbrechen sah und eine prophetische Gestalt, die sie retten konnte. Sicher, er hätte sich nie träumen lassen, daß vor ihm ein Mann in der Kutte der Armen erscheinen würde, und dennoch ist es genau so passiert. Weil es die Nacktheit ist, der Prophet, der eine dem Anschein nach mächtige, innerlich aber in der Krise befindliche Kirche wiederaufbaut.“

Ignatius von Loyola: die großartige Erfindung der Gesellschaft Jesu – ein Jesuit ist in Europa gelandet

Und dann ist da noch der dritte Archetypus des stattfindenen Umbruchs: Ignatius von Loyola und seine großartige Erfindung: die Gesellschaft Jesu. „In einer nicht minder schwierigen Übergangszeit zwischen Renaissance und Reformation, entstanden die Jesuiten aus der Intuition eines pensionierten, hinkenden Ritters, der mit wenigen Gefährten nach Paris geht, um Theologie zu studieren. Dann startete er ein großes Experiment, die Geistlichen Übungen, ein Laboratorium, um den Willen Gottes in den Regungen der Seele zu finden und sie mit den Lebenssituationen Jesu zu vergleichen. So entsteht ein Orden ohne Klausur, ohne gemeinsames Chorgebet, ohne Ordenskleid, mit Männern, die bereit sind, sich an Orte schicken zu lassen, die sie sich nie vorstellen hätten können. Mir fällt der Jesuit am Anfang von Claudels Der seidene Schuh ein, der sich auf einem Schiffswrack befindet, am Hauptmasten angebunden, und bevor er untergeht, seinen Gott anruft. Nun überquert ein anderer Jesuit, ein Lateinamerikaner das Meer, um im Alten Europa zu landen und jenen Weg der Armut, der Nacktheit und der Wehrlosigkeit in einer noch mächtigen, aber inzwischen glanzlosen Kirche wiederaufzunehmen. So als müßten wir der Spur von Franz und Ignatius folgend nach Jerusalem zurückkehren und an die Tür des Neuen Testaments klopfen, um unseren Maßstab und neue Hoffnung zu finden. So, als müßten wir jetzt die Geschichte jener Armut nicht mehr wie ein geistliches Ideal, sondern als konkreten Ausgangspunkt leben, wie die Realität, in der wir leben.“

„Ah, wie sehr wünsche ich mir eine arme Kirche und für die Armen“, sagte Papst Franziskus vor den Journalisten aus der ganzen Welt drei Tag nach seiner Wahl. Und dann beharrte er mehrfach auf den „Peripherien“, auf den Dienst an den Letzten; am Gründonnerstag wusch er den Jugendlichen im Jugendgefängnis von Rom die Füße. Er läßt keine Gelegenheit aus, um über die „Barmherzigkeit“ und die „Sanftmut“ zu sprechen.

Ist Rückzug Benedikts und Wahl Franziskus‘ ein vielversprechender Kàiros?

Laut Salmann kann das die Antwort auf „eine Kirche sein, die die Macht verloren hat, die wehrlos, verwundbar, widerlegt ist und die auf der Suche nach einem anderen Stil ist, um Christus in einer demokratischen, multiperspektivischen und globalen Gesellschaft darzustellen. Die prophetische Geste des Rückzugs in die Einsamkeit von Papst Benedikt und des Mandatsbeginns von Papst Franziskus scheinen mir diese Situation der Kirche anzuzeigen und zum Ausdruck zu bringen, indem sie in einen vielversprechenden Kàiros verwandelt wird. Es ist noch zu früh, um sagen zu können, ob aus dieser Gestik eine politische und verändernde Strategie wird, aber die Tür zu einer solchen Zukunft ist offen, zumindest aufgesperrt.“

Das Paradox, am Ende der Moderne einem Jesuiten die Kirche anzuvertrauen

Inzwischen funktioniert jedenfalls die gelöste und lockere Gestik Bergoglios (er winkt, lächelt, umarmt, zieht die Blicke auf sich) und seine kurze und einprägsame Redeweise journalistischen Zuschnitts. Er fühlt sich sichtlich wohl und gelöst, wo sein Vorgänger unbeholfen und verängstigt wirkte. Das Feeling mit der öffentlichen Meinung war sofort gegeben. Nicht zufällig. Die Jesuiten verstehen es, in der Welt zu stehen. Seinerzeit haben sie das Theater neu erfunden, heute gehören sie zu den wenigen im Katholizismus, die die Medien wirklich kennen und mit Understatement nutzen. Als Meister der ehrlichen Verstellung peilen sie direkt das Ziel an: Todo modo para buscar la voluntad divina. Sicher, es ist ein Paradox, daß die Kirche sich gerade jetzt, da die Moderne zu Ende geht, einem von ihnen anvertraut: Die Jesuiten waren die großen Lehrmeister der Moderne. „In Wirklichkeit befindet sich keiner der drei Orden, Benediktiner, Franziskaner, Jesuiten, heute bei guter Gesundheit, und dennoch verstehen sie es gerade im Augenblick ihrer Abenddämmerung einen schmackhaften Saft hervorzupressen“, so Salmann. „Was Papst Franziskus betrifft, so wird sein Stil sich erst noch bewähren müssen. Man darf die Falle der Vermenschlichung des Rituals nicht vergessen: Nach dem zehnten Mal, daß du Guten Abend sagst, bedeutet es nichts mehr und die Einfachheit der Gesten wird zur Banalität. Ratzinger lief die umgekehrte Gefahr, seine Gestik war hyperstilisiert. Noch früher hatte Wojtyla alles auf sein Charisma als Schauspieler, als großer Histrione gesetzt”.

Jahrhunderte ungesunder universitärer Theologie durch neue theologische Formen ablösen

Ein anderes diesem Papst wichtiges Thema ist die „Bewahrung der Schöpfung“, dem er bei der Messe zum Beginn des Petrusdienstes sehr interessante Überlegungen widmete. „Es ist ein typisch franziskanisches Thema: die ganze Welt erzählt von Gott, Tiere, Pflanzen, Menschen, alles ist Teil des Gartens Gottes und ein zur Freude Geborensein“, so Salmann. Auch die Armut als „geliebte Braut“ ist eine Ikone des franziskanischen Geistes. „Ja, die Armutsfrage ist aber nicht nur ein besonderes Thema von Theologie und Spiritualität, sondern ein wirklicher locus theologicus: ein Lebensstil, eine integrale Perspektive und eine gemeinschaftliche Grundform das christliche Mysterium und dessen fruchtbare Gegenwart in der Welt zu leben und zu denken. Wie die monastische, symbolische und gelehrte Theologie an die Lebensform des Klosters gebunden war und die mystische Theologie an besondere Formen der Erfahrung der göttlichen Gegenwart, so tauchen nach Jahrhunderten der ungesunden Vorherrschaft der universitären Theologie wieder andere Formen theologischer Praxis und Reflexion auf, wie wir sie von Benedikt, Bernhard, Hildegard (die nicht zufällig von Benedikt XVI. vor kurzem zur Kirchenlehrerin ernannt wurde), Franz von Sales, Johannes vom Kreuz kennen; Formen, die heute mehr mit einer Gruppenerfahrung gekoppelt sind, wie es im Grunde bereits die franziskanische Theologie war und jene des frühen Ignatius.“

Übergang des Papsttums von juristischer zu charismatischer Form hat Konsequenzen

Der Übergang des Papsttums von einer vorwiegend juristischen zu einer entschieden charismatischen Form hat Konsequenzen, von denen nicht alle angenehm sind. Salmann macht darauf aufmerksam, daß „man vielleicht beginnt, sich zu sehr für die Persönlichkeit und den Lebenslauf des einzelnen Papstes oder Bischofs zu interessieren. Das ist ein ungesunder Biographismus, der zum Personenkult führt, aber auch leicht zur Verleumdung; vor allem in einer Zeit, die schnell die Ächtung kennt, aber nicht mehr das Verjährungsrecht, das heißt die Nachsicht des Vergessens, des Laufs der Zeiten, die positive Zurkenntnisnahme, daß sich eine Person verändert. Stattdessen wird heute alles entdeckt und bloßgestellt, auch wenn sich die Zeiten, die Umstände und die Person selbst verändert haben. Mehr Zurückhaltung, Größe, ausgewogeneres Beurteilen wären in unserem Urteil über Personen des öffentlichen Lebens wünschenswert.“

Politisch korrekte Gesellschaft kennt nur Kommunikation als letzten religiösen Fetisch – und frißt wie jede Revolution ihre Kinder

Tatsächlich stürzten alle los, um die Vergangenheit zu durchleuchten. Wie aber kann man verstehen, wieviel bei Papst Bergoglio seine Biographie zählt und wieviel hingegen sein jetziges, durch die sogenannte Gnade des Amtes unterstütztes Handeln, wenn man das noch so sagen kann? „Früher sprach man von der Gnade des Standes oder der Heiligkeit der Funktion. Aber heute gibt es den Respekt vor dem Officium, von dem Cicero und Ambrosius sprachen, nicht mehr, im Guten wie im Schlechten. Es ist die Gegenbewegung der charismatischen und biographischen Emphase, die sich auf jede öffentliche Gestalt auswirkt. Das Mehr an Glanz und Würde des Amtes gegenüber der Biographie des einzelnen Amtsinhabers gibt es nicht mehr. Ich habe den Fall der deutschen Bildungsministerin Annette Schavan vor Augen, die vor kurzem zurücktreten mußte, weil sie vor gut 30 Jahren bei der Abfassung ihrer Dissertation etwas irgendwo abgeschrieben hatte. Das ist übertrieben, aber mit dem Internet breitet sich ein Drang zur Verfolgung von ‚Häretikern‘ aus, man durchstöbert alles auf der Suche nach Plagiaten und setzt der Jagd keine Grenzen. Und so verlieren die Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ihre Immunität. Sie sind gegen nichts mehr immun.“ Das Munus, über das Roberto Esposito geistreiche Seiten verfaßt hat, ist tatsächlich Kern und Knoten jeder Institution. „Es ist wahr, das Munus ist ein Problem, das alle Institutionen betrifft, die als solche Respekt für sich einfordern. Und es ist ein grundlegendes Symptom unserer Welt. Sicher, es gibt Schattenseiten, manchmal wird die Immunität mißbraucht, doch die Immunität hatte einen Sinn. Sie grantierte den öffentlichen Vertretern eine gewisse Unversehrtheit. Der psychoanalytische Drang hingegen hat uns zu einem Biographismus geführt, der nichts verzeiht und zu einer ständigen Anschuldigung wird.“ Das Vergessen ist heutzutage Mangelware. „Andererseits leben wir ja in einer politisch korrekten Gesellschaft und die Kommunikation ist der einzige verbliebene religiöse Fetisch. Der allerdings seine Kinder frißt, wie jede Revolution …“, so Salmann.

Bergoglios Gestik ist (noch) Taktik, längerfristig braucht es aber eine weitblickende Strategie

Jorge Mario Bergoglio in der U-Bahn von Buenos AiresDie Polarität zwischen Charisma und Munus ist entscheidend für die päpstliche Institution. „Bergoglio wird vom charismatischen Gestus unterstützt, der sich jedoch in Habitus und Strategie verwandeln muß. Bisher war seine Taktik eine Taktik des Gefühls, der Sensibilität für die Situation, längerfristig aber braucht es eine Strategie, die weitblickend und ein politischer Prozeß ist.“ Tatsächlich ist der Schachzug Bergoglios ebenso faszinierend wie gefährlich: ein Papst, der sich Franziskus nennt, oder anders ausgedrückt: die Institution, die den Namen des Charismas annimmt. Funken oder Kurzschluß? Dieser Mann, den man „fast vom Ende der Welt“ holte, um seine eigenen Worte zu gebrauchen, ist ein seltsamer Hybride, der die Schritte und Übergänge verkörpert, die das Christentum durchlebt. „Vielleicht hat ihn die ambivalente Erfahrung gezeichnet, die er während der Diktatur in Argentinien durchlebte. Ausweichen, verhandeln, sich der Macht widersetzen ist aufreibend. Es ist fast leichter Märtyrer oder Kollaborateur zu sein, als in diesem Niemandsland, in einer Grauzone zu bleiben. Und ich habe den Eindruck, daß sein Franziskanertum, das heißt sein einfacher Ansatz ohne Überbau gerade entstanden ist, um sein Jesuitsein in diese historischen Bedingungen zu integrieren. Haben Sie das Foto gesehen, das ihn in der U-Bahn zeigt? Er zeigt eine mehr franziskanische als jesuitische Natürlichkeit“, sagt mein Benediktiner. Bergoglio schaut in die Kamera mit einem undefinierbaren Gesichtsausdruck. Vielleicht schaut er aber gar nicht genau in das Objektiv, das ihn verewigt, sondern ein bißchen höher, und darüber hinaus. Vielleicht auf das, was ihn erwartet. Das, was uns erwartet.

Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Sant‘Anselmo/Il Foglio

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Referenzen   [ + ]

1. gemeint ist Leon Bloy

51 Kommentare

  1. Bla, bla, bla, „Jahrhunderte ungesunder universitärer Theologie“ (was?) werden jetzt durch Superpast Franzl modernisiert und die billige, mediale Oberflächlichkeit, die sich als Armut bezeichnet, wird zur neuen Maxime der katholischen Kirche werden damit man mit der Zeit mithalten kann und kommunizieren kann, mit wem auch immer. Neu! Neu! Neu! Papst Benedikt XVI böse und unfähig! Jetzt Wandel um des Wandels willen. Superpapst Franzl toll, ganz toll, super! Oder was auch immer dieser langatmig-labernde, stellenweise schon peinlich-pathetische Artikel mit ganz viel heißer Luft aussagen will. Wirklich beruhigend zu wissen, daß Gott sich niemals verändert, um modern und vor allem populär zu sein, und hinter jede noch so aufwändige Fassade und jedes Gesülze schauen kann. Danke!!! Wenigstens die letzte Instanz, auf die man sich auf ewig verlassen kann, da sie einem keine Show abverlangt, sondern ein ehrliches, reines Herz.

    • im grunde einverstanden-ausser die verständlich harte artikulation,(die ich mit heimlicher Freude genossen habe-doch Gott möge mir verzeihen)dem
      schreiber(OSB) des doch sehr überheblichen Artikels(fehlt doch der zeitliche abstand für eine seriöse Analytik) wünsche ich
      der herr behüte deinen eingang und ausgang et auferat a te spiritum elationis
      wo ist da die gerühmte demut des benediktiners?

    • Kann Ihnen nur zustimmen. mit diesem kumpelhaften Auftreten von Bischof Franz wird dem Papsttum die letzte Würde genommen die Bendedikt XVI. mit soviel Mühe dem höchsten Amt zurückgewonnen hatte. Wohin soll das noch führen. Am Ende landet vielleicht noch geweihte Pizza auf dem Altar? Oder Franzl schaut jungen Mädchen in den Ausschnitt und tätschelt deren Po? Ich finde diesen Artikel des Herrn Salmann unsäglich und nicht weniger als superpeinlich.

  2. Es ist lächerlich, wenn nicht schon fast perfide so zu tun, als hätte die gelebte Nächstenliebe am 13. März 2013 ihre Geburtsstunde gefeiert, oder sie sei eine Frucht des letzten Konzils. Wo sind denn heute die vielen Ordensschwestern und Brüder, welche in den Missionsländern oder in unseren Städten für Gottes Lohn Kinder und Kranke versorgten, Schulen bauten und junge Menschen unterrichteten, Lepra-Kranke versorgten und Gottes Wort vekündeten. Marcel Lefebvre war auch einer von ihnen. Es gibt einige solcher Helden auch heute noch, aber sie stehen in der Koninuität einer Jahrhunderte alten Tradition gelebter christlicher Nächtenliebe. Hören wir doch endlich auf, zu glauben, wir, heute, hätten das Rad neu erfunden!

    • Ach; Jean-Louis, Missionare, das waren doch nach Lesart der Konziliaren nur Bekehrungsimperialisten, die ihre fremde Religion anderen Völkern aufzwangen und sie damit der eigenen Kultur enfremdeten. Pfui, wo doch jeder jesuitisch Aufgeklärte weiss, dass es viele Wege zum Heil und vor allem gute anonyme Christen gibt.

  3. Zitat: „in einer noch mächtigen, aber inzwischen glanzlosen Kirche“

    Wer „Ja“ zum 2. Vatikanum sagt, bejaht auch die Glanzlosigkeit der heutigen Kirche. Es besteht allerdings keine Notwendigkeit zur Glanzlosigkeit, ganz im Gegenteil.

    Eine arme Kirche für die Armen ist wenig sinnvoll. Eine reiche Kirche für die Armen, das brauchen wir! Nicht mur materiell reich, um die zeitliche Not zu lindern, sondern geistig reich, um die geistige Not unserer Zeit zu lindern.

    Zitat: „Kirche die (…) widerlegt ist“

    Blödsinn!

    Und zu Frau Schavan: Das ist ein denkbar schlechtes Beispiel. Frau Schavan hat nicht einmal ein abgeschlossenes Hochschulstudium.

  4. Ach ja, es hat mich schon in Studienzeiten immer sprachlos gemacht, wie manche Akademiker – auch solche im Mönchshabit – über die größten Simplizitäten Wortschwalle gelehrsamer Interpretation ergießen. Aus einem groben Kiesel wird auf diese Weise ein Diamant. Und aus einem nackten Kaiser ein Herrscher in Samt und Seide. Es hilft nichts, lieber Frater: der Kaiser scheint doch nackt zu sein. Und mit großen historischen Einordnungen, die irgendjemand in der schwülen Luft akademischer Elfenbeintürme erfunden hat, darf man auf Kriegsfuß stehen.
    Franziskus gibt erschreckende Inkonsistenzen von sich. Es hat was von religiösem Stammtisch im Hippie-Style: Jesus, der Sozialrevolutionär, die Armen hinten, die Armen vorne, die arme Kirche und der arme Franziskus von Assissi. Lasst uns unsren löchrigen Mantel tragen, obwohl bereits zwei neue in unserem Schrank hängen und dort vergammeln! Und vor allem macht euer Hirn leer, verarmt in der Oberstube. Wozu soviel nachdenken, wenn man sich seinen unausgegorenen Emotionen überlassen kann? Take it easy, raucht n Joint dazu und fühlt euch solidarisch, mit wem auch immer, aber er darf nicht eigenständig sein. Es muss ein Würstchen sein, dem man seine Solidarität zuwendet. Das wollte der Jesus, der auch Jesuslatschen trug und verrissene Jeans. Kann alles sein. Der Jesus, der zu mir kommt in der Eucharistie, in der Schrift, in meinem Gebet ist ein anderer, der echte Jesus. Er ist erhaben über solche Bilder… Er ist Gottes und Marias Sohn, ein sehr kluger und hochgebildeter Junge schon mit 12 Jahren. Seine „Armen“ sind die, die ihr Herz leer machen, um ihn aufzunehmen. Ja, Franz, wo finden wir solche „pauperes spiritu“? Nein: nicht an den Rändern! An welchen „Rändern“ überhaupt. Diese pauperes spiritu muss man erbitten.

    Der Gehirnschmalz-Überzug aus der Mönchszelle hilft nichts: Lass doch den „armen“ Franz als „Armen“ stehen – es gibt ergiebigere Sujets für gelehrte Gedanken.

    • Dieser Papst ist doch ein Papiertiger.Und warum'‘?Weil er keine Macht und keinen Einfluss besitzt,die mächtigen und Reichen dieser Welt zu beinflussen.Oder ist wirklich jemand so naiv,die US-Rüstungslobby und die Pro-Israel Militärs und Zionisten,die einen baldigen Militärschlag gegen Syrien und den Iran planen-es ist bald soweit-, würden sich von einem Papst in ihrem Chauvinismus beeindrucken ‚lassen.?

  5. Und was wird dieser Herr Bergoglio tun,wenn der Krieg gegen den Iran ausnricht,denn das wird er der Krieg,das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.Und dann als Papstder er wirklich sein will'‘? Was sagt er zum heuchlerischen,falschen Friedens-Nobelpreisträger,der soeben sich entschlossen hat,die Russen in Europa zu neuer Aufrüstung zu zwingen? Na,na‘?????

  6. Ich kann mir nicht helfen, aus irgendeinem Grund spüre ich Beklemmung, wenn ich an Papst Franz denke. Wofür steht er, in welche Richtung will er die Kirche lenken? Auf mich wirken die Demutsgesten aufgesetzt, anbiedernd, unecht, widersprüchlich. Und wenn ich mir ansehe, wer ihm applaudiert, wird aus meiner Beklemmung schiere Angst.

    • hatte schon viel dazu kommentiert, das war nur leider dann weg…deswegen jetzt nur kurz:
      alle applaudieren, alle sind begeister von Demut und und und..Schauen Sie mal im Vatikanblog von Pater Hagenkord nach…..
      Wir sind völlig allein auf weiter Flur mit unseren Bedenken . Oder kennt jemand noch ein Forum, wo man nicht in den überbordenden Jubel ob des neuen, ach sooo bescheidenen Papstes ausbricht?
      Wie geht das wohl weiter????

      • Tja, DAS frag ich mich auch …
        … ist mir auch schon (oft) passiert, auch bei eMails, man tippt und tippt, kommt auf‘n „falschen Knopf“ und weg is … „sic transit gloria mundi“ 😀 Jetzt markiere & kopiere ich alles Getippte, bevor ich auf *irgend* einen Knopf gehe … – ich wüßte jetzt auch kein anderes Forum; es gibt aber auch hervorragende Blogs; also gut zu wissen, daß es auch andere gibt, die … sich wagemutig dem „main stream“ entgegenstemmen 😉 richtige (und wichtige) ‚Oasen‘, sozusagen …

  7. Ich meinte OBAMA, der grosschnorrige Aufrüster des US-Inperialismus.Er will über 10 milliarden Dollar für die Modernisierung der A Atomwaffen in Europs-NATO Bereitstellen.Es geht eindeutig in Richtung neuer Konfontatiom.Schon heute ist dIe NATo gegenüber Russland militärisch überlegen.Wahnsinn. Raketenschirm,aufrüstung…… Vielleicht kommt es doch noch zum dritten Weltkrieg.La Salette…..

  8. Zum Gespräch mit dem Benediktinerpater Elmar Salman aus der Abtei Gerleve (Bistum Münster) ist der Name „St. Jakob“ zu berichtigen: richtig ist „St. Joseph“. Patrozinium am 19.März.

    • jakob oder josef hin oder her,aus den ungereiften zeilen des Autors sehe ich ein weiteres zeichen,wie sehr sich die kirche deutschlands von der säkularisation und dem unsäglichen kulturkampf nicht mehr erholt hat ,was sentire cum ecclesia in einem wort zu sagen angeht-ein gleiches ist von der französischen kirche zu sagen resp.revolution und aggressiver antikirchlicher haltung bis auf heute.
      daher die begreiflichen reaktionen und proteste der zahlreichen kommentare.diese sind ernst zu nehmen.
      glauben ist ist etwas gesamthaftes,das den ganzen menschen betrifft ,geist und sinn ,das gemüte mit leib und seele(vergl. ein wort JPII der mensch ist der weg der kirche)
      .deshalb sind solche wohlgemeinten Neuerungen,wenn sie an der einfachen seele vorbei gelahrt und professoral begutachtet bezw unterschwellig sektiererisch zur empfehlung vorgetragen werden von Salman kontraproduktiv.videant consules!

  9. Nun habe ich es zum zweiten Mal versucht, diesen Artikel zu lesen. Aber es tut mir wirklich leid, ich schaffe das einfach nicht. Es sind einfach zuviele Relativierungen und Halbheiten.
    Was ich sehe, sind Männer, die ihrer Berufung zum Stellvertreter Christi nur unzulänglich nachkommen. Die seit Jahrzehnten versuchen sich, entgegen der Forderung unseres Herrn, der Welt anzugleichen. Sie wollen von dieser Welt sein. Aber diese Welt wird vergehen. Und genau solange sehe ich eine Unmächtigkeit dieser Personen. Dabei ist dieses Amt mit der Macht des Binden und Lösen von unserem Herrn ausgestattet worden. Er hat dies ausschließlich dem Petrus anvertraut und keiner Apostel-Versammlung.
    Was mich noch sehr nachdenklich stimmt, daß unser neuer Bischof von Rom immer nur von christlicher Kirche (meist sogar im Plural) spricht. Von der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche, zu der man sich bekehren muß, höre ich von ihm nichts. Ich kann diesen Menschen nicht einordnen, es ist alles verworren. Ich denke, wir sind wieder dort, wo wir vor 40 Jahren waren. Die alten Männer ( des II V K) proben nochmal den Aufstand. Den sie wissen, sie haben nur kurze Zeit.

    • Das Neuste aus der heutigen Morgenmesse:

      “ … Einige Christen haben sich in der Geschichte geirrt, den Weg verlassen, sie haben Heere aufgestellt, sie haben Glaubenskriege geführt. Das ist eine andere Geschichte, nicht die Geschichte der Liebe. …“

      Da haben Papst Urban II. und der hl. Bernhard von Clairvaux also den christlichen Weg verlassen.
      Wahrscheinlich wurde der hl. Bernhard deshalb heiliggesprochen.
      Es wird jeden Tag spannender mit diesem Pontifikat.

      • Den Kreuzzugsunsinn, den Urban II. und Bernhard verbreitet haben, ist wirklich nicht der christliche Weg gewesen. Bernhard hat das nach dem Misserfolg des 2. Kreuzzugs wohl auch gedämmert. Letzterer ist übrigens trotzdem heilig. Heilige haben sich selbst in der Regel als die größten Sünder wahrgenommen. Papst Franciscus hat sich bei der Annahme der Wahl auch selbst als großen Sünder bezeichnet.

        • Na ja, stimmt schon, was z.B. bei der Eroberung Jerusalems an Greueltaten begangen wurden, ist durch nichts zu „entschuldigen“, keine Frage. Aber man sollte auch nicht vergessen, daß es ja nicht nur ein (allein) von Urban II. und dem hl. Bernhard verbreiteter „Unsinn“ war, sondern daß dem der eindringliche Hilferuf Kaiser Alexios‘ I. Komnenos vorausging, nach der verlorenen Schlacht von Manzikert (1o71) gegen die Seldschuken – der Anfang vom Ende des christlich-byzantinischen Kleinasien und letztlich des ganzen oströmischen Reiches, mit dem Fanal von 1453 … – was ja auch eine erhebliche, sehr gefährliche Bedrohung des ganzen, christlichen Abendlandes darstellte, von Anfang an. Wie’s dann weiter ging, ist ja bekannt, nur mal die „Highlights“: 1. Schlacht auf dem Amselfeld 1389, 2. Schlacht auf dem Amselfeld 1448, Fall Konstantinopels 1453, Schlacht vor Mohács 1526 (fast ganz Ungarn fällt an das Osmanische Reich), 1. Belagerung Wiens 1529, Seeschlacht von Lepanto 1571, 2. Belagerung Wiens 1683 …

        • … wenn man sich das mal so überlegt: es war seit der Mitte des 8. Jhds. zunächst vom Westen her, dann vom Osten her durch die Osmanen bis mindestens ins ausgehende 17. Jhd. hinein – über 95o Jahre hinweg!!! – der erklärte Versuch, EUROPA zu erobern (also kein Verteidigungs-, sondern erklärtermaßen ein Eroberungskrieg)! Hätte es seit der Schlacht von Poitiers (732, da standen die Sarazenen bereits in Frankreich!) über die Kreuzzüge (ohne damit die schlimmen Exzesse rechtfertigen zu wollen, klar) bis zur Reconquista, der Seeschlacht von Lepanto und dem Entsatz von Wien keinerlei Reaktion des Abendlandes auf diesen permanenten Angriff gegeben … möcht ich nicht wissen, wie … etc. pp. …

        • Ich brauche durchaus keine Nachhilfe in Geschichte. Wie lehrte Jesus? Wenn einer Dich auf die eine Wange schlägt? Es wäre verdienstvoller und authentischer gewesen, das Christentum unter muslimischer Herrschaft zu leben, als es mit Gewalt zu verteidigen.

        • Wollte ich auch nicht unterstellen, ehrlich! 😉 Das war mehr … ‚laut gedacht‘ … – jedoch zur Frage der Selbstverteidigung/Verteidigung des Lebens anderer: die ist natürlich erlaubt und kann sogar Verpflichtung sein! – Dazu KKK ab 23o7; „[…] kann man, wenn alle Möglichkeiten einer friedlichen Regelung erschöpft sind, einer Regierung das Recht auf sittlich erlaubte Verteidigung nicht absprechen“, sagt sogar Gaudium et Spes 79,4. – Und in wieweit es heute möglich ist, das Christentum unter muslimischer Herrschaft zu leben, lass ich mal dahingestellt bzw. verweise auf die jüngsten[?] Entwicklungen in der arabischen Welt …

        • Vom staatlichen Recht habe ich nicht gesprochen.
          Ein Franz von Assisi ist auch heil vom Bekehrungsversuch des Sultan von Ägypten zurückgekehrt. Wir brauchen mehr Demut und Optimismus. Dann überwindet der Heilige Geist mit uns das Böse. Ganz ohne Gewalt.

    • Ja, die greisen Konzilsseligen haben die Koservativen auf dem jüngsten Konklave nochmal aufs Kreuz gelegt. Das Ergebnis ist verheerend. Gewiß sterben diese bornierten alten Unbelehrbaren in den nächsten Jahren aus, aber ihr Coup de Jarnac bei dem Bischof Franz als Ergebnis präsentiert wurde, hat so nachhaltig schlimme Folgen für die Kirche wie nie zuvor. Alles was Benedikt mühselig gegen große Widerstände wieder aufgebaut hat, ist mit einem Wisch hinweggefegt worden. Was muß Benedikt in seinem Altersruhesitz darunter leiden? Der Rücktritt zu diesem Zeitpunkt war ein Fehler. Er war einfach zu schwach alles mit päpstlicher Autorität zu festigen, und zu schwach Gegner rigoros auszuschalten. Der Franz wird nicht zögern alles was sich ihm in den Weg stellt zu entfernen. Gnade uns Gott.

      • Benedikt mit seinen 86 Jahren gehört demnach nicht zu den Greisen? Kardinal Marx z.B. mit 59 aber schon? Seltsame Logik!

        Übrigens soll Papst Franziskus mit über 90 Stimmen von insgesamt 115 gewählt worden sein und das im 5. Wahlgang, was für eine ungewöhnlich starke Übereinstimmung spricht? Alles nur „konzilsselige Greise“?

        Wann fängt bei Ihnen das Greisenalter an?

        • Es geht hier um diejenigen die das Konzil schon als geweihte Priester miterlebt haben, und immer noch in einer realitätsfernen Seligkeit von dieser Zeit schwärmen. Diese Leute sind nun einmal Mitte 70 und älter. Das ist nun einmal ein fortgeschrittenes Alter.

        • ..denn sie wußten nicht, was sie tun..
          Kardinal Meißner hat sich mehr als überrascht empfunden, wie er selbst gesagt hat.

        • Damit haben sie allemal recht. Allerdings (das nur ganz allgemein angemerkt und nicht auf einen bestimmten Papst bezogen) sind manche Päpste Geschenke Gottes, andere duldet Er und mit wieder anderen straft Er.

        • Dieser Franz ist eine Strafe Gottes. Es ist anzunehmen, daß Gott die Wahl Bergoglios zugelassen hat, um der Kirche eine neue Zeit der Prüfung aufzuerlegen. Es könnte nach diesem Pontifikat sich endlich die Erkenntnis durchgerungen haben, daß mit diesem Weg der eine Fortsetzung des Zerstörungswerkes von Paul VI. und Johannes Paul II. darsellt, die Kirche zugrunde geht, denn es ist anzunehemen, daß die Kirche am Ende des Pontifikates von Franz in einem weit desolateren Zustande sich befindet als heute.

        • Was haben Sie denn angestellt, dass Sie meinen mit dem Papst gestraft zu werden? Gott straft ja nicht grundlos.

        • Vincentius, ich habe nichts angestellt und bin auch nicht durch Papst Franz gestraft. Jeder auf diesem Forum weiß was gemeint ist. Sie picken sich gezielt in der Hitze der Debatte überspitzte Formulierungen heraus um den Speer gegen die Autoren umzudrehen. Sie propagieren hier auch immer wieder den Gehorsam gegenüber dem jeweiligen Papst. Wo war er denn der Gehorsam bei der Korrektur der Wandlungsworte von „für alle“ in das korrekte „für viele“? Oder beim Aus für die Schwangerenberatung? Wo war der Gehorsam bei Königsteiner Erklärung 1968? Wenn ein Papst Häresien begünstigt muß man Widerstand leisten, wenn dies mit dem Lehramt unvereinbar ist, aber nicht in den genannten Fällen. Doch da waren die Bischöfe und Kardinäle, im vom Protestantismus infizierten Deutschland, sehr eifrig im Ungehorsam.

        • Also beim Schreiben bleibe ich ganz ruhig, da kann ich gut kontrollieren, was ich schreibe – eine „Hitze“ der Debatte gibt es da nicht. Dann frage ich Sie, was Sie meinen mit dem Satz, dass der Heilige Vater eine Strafe sei. Vielleicht sind Überspitzungen, wie Sie schreiben, auch schon der Beginn von diabolischen Halbwahrheiten.
          Die deutschen Bischöfe haben sich mit Benedikt XVI. darauf geeinigt, dass die Neuübersetzung in die 4. Auflage des Messbuchs kommt. Die DBK – gehorsam. Soweit ich weiß, sind alle deutschen Bischöfe aus der Schwangerkonfliktberatung ausgestiegen: die DBK – gehorsam. Ich habe aus Rom noch keine Anweisung gehört, dass die deutschen Bischöfe, die Christinnen und Christen dazu aufrufen sollen, nicht mehr ihr Gewissen zu bilden und ihm zu folgen (im Zweifel auch gegen eine nicht unfehlbare Lehre). Wie sollte Rom auch zu etwas auffordern, das der reinen katholischen Lehre widerspräche. Der Heilige Thomas widerspricht schon der Autorität des Petrus Lombardus beim Thema irriges Gewissen: Schlimmer als ein irriges Gewissen wäre das Handeln gegen das Gewissen.
          Welcher Häresie hängt den einer der letzten Päpste an? Sie wissen, dass ein papa haereticus automatisch das Amt verliert und die Kardinäle dann unverzüglich einen neuen zu wählen haben?

        • Die Konzilspäpste haben sehr wohl meist durch ihr stillschweigen Häresien begünstigt. Gewiß sind sie nicht deswegen häretisch. Daß habe ich nie behauptet. Auch das Kardinalskollegium und die Bischöfe haben bei Verdacht von Häresie meistens geschwiegen. Es gibt nun einmal den Spruch: „Manche Päpste sind ein Geschenk Gottes,
          manche duldet er, und mit manchen straft er“.

        • Dieser Spruch ist Unsinn. Der Papst ist Stellvertreter Christi. In seinem Lehren ist ihm zu folgen, selbst wenn er ein Mörder und Hurer wäre und durch Simonie ins Amt gekommen ist, wie das Alexander VI. war. Umso mehr muss man ihm gehorchen, er nicht nur keine Häresien vertritt, sondern auch noch moralisch lauter ist.
          Wenn ein Papst eine Häresie nicht erkennt, dann wird es sie nicht geben.

    • „Dabei ist dieses Amt mit der Macht des Binden und Lösen von unserem Herrn ausgestattet worden. Er hat dies ausschließlich dem Petrus anvertraut und keiner Apostel-Versammlung.“

      Ach ja?? Was sagen Sie dann zu dem Herrenwort zwei Kapitel später, wo Jesus dasselbe wie zu Petrus nun zu allen Jüngern, also der „Apostelversammlung“ sagt: „Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.“

      „Ausschließlich dem Petrus anvertraut.“ 🙂

      Aber sorry, ich vergaß, daß dies eine ganz späte Ergänzung ist, die freimaurerische Kreise verbrochen haben. 🙂

      • Die besondere Beauftragung des Simon Petrus folgt auch aus dem ‚Felsenwort‘ selbst (Matthäus 16) und der allein dem Petrus gegebenen Zusage „dir werde ich die Schlüssel des Himmelreichs geben“, sowie aus der dreimaligen[!] Aufforderung (Johannes 21), „weide meine Lämmer – hüte meine Schafe – weide meine Schafe!“

  10. Wenn alles gut geht, wird das Papsttum unter Papst Franziskus wieder zu seinem Ursprung zurückkehren, zu dem Petrusdienst, wie Jesus ihn gemeint und an Petrus übertragen hat und wie er in der Urkirche auch zunächst von dessen Nachfolgern ausgeübt wurde.

    Das wäre der richtige Weg um die Kirche wieder glaubwürdig zu machen: Sich an Jesus und seinem Evangelium orientieren und am Petrusdienst des Anfangs.

    • Davon gehe ich auch aus. Das schließt ja nicht aus, dass Papst Franciscus auch mal sagt, wo es langgeht. Wir können alle froh sein, dass Gott uns einen so lauteren Jesuiten als Papst geschenkt hat.

      • Ich meine eher, dass Jahrzehnte vergehen werden, bevor sich die Kirche von diesem Jesuiten erholt haben wird. Der schimpft auf die Treuesten der Treuen, und die Modernisten lachen sich ins Fäustchen: sie haben ja Narrenfreiheit. Glücklicherweise ist die Kirche ja nicht der Papst allein.

        • Nein, die Kirche ist zum Glück nicht der Papst allein: Sie besteht aus den Kardinälen, die ihn mit großer Mehrheit gewählt haben, aus den Bischöfen und Priestern, die sich endlich getrauen, ihre eigene Meinung zu sagen und aus der großen Schar der einfachen Gläubigen, die lange auf einen solchen Papst gewartet haben.

          Und dann gehören zur Kirche noch die Bewahrer, die Angst vor dem Fortschritt haben

        • „… die sich endlich getrauen, ihre eigene Meinung zu sagen …“; so wie die „Pfarrer-Initiative“??? – Aber bitte, doch nicht erst seit F!!!

        • In summa: Die überwältigende und moralische Mehrheit der Christinnen und Christen (und nicht nur der Katholikinnen und Katholiken) ist vom neuen Papst sehr, sehr angetan. Beten wir für ihn und gehorchen wir ihm!

        • Woher wollen Sie denn wissen, dass die überwältigende Mehrheit der Christen vom neuen Papst „sehr angetan“ sind? In unserer Gemeinde, eine normale NOM-Pfarrei am Rande der Stadt, ist er überhaupt kein Thema. In den Medien ist er weiter nicht präsent, und die Kirchen sind auch nicht voller geworden. Tatsache ist, dass die meisten Christen von jedem Papst oberflächlich angetan sind, wegen seines Amtes. Wirklich „angetan“ sind „Wir-sind-Kirche“, die Schüllers, Küngs, Drewermanns, Boffs und Co, vielleicht auch manche Protestanten, aber meiner Meinung muss ein Papst den Protestanten nicht unbedingt gefallen. Franziskus ist viel zu sehr beeinflusst von den protestantischen Pfingstlern in Süd-Amerika. Franziskus ist ein Papst mit seinen Stärken und seinen Schwächen, und gewiss nicht der Super-Papst aus Ihren Träumen. Und was die Meinungsäusserungen der Bischöfe und Priester anbelangt, kann ich mich meinem Vorposter (GW) nur anschliessen. Es ist doch eher so, dass unter dem neuen Pontifikat sich noch keiner so richtig traut, die eigene Meinung, sofern diese nicht der offiziellen Linie entspricht, auszudrücken.

    • Ach Rapunzel, Sie und Ihr Geplapper von der Rückkehr zum Ursprung. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welch (krankhafte) Hybris sich hinter solchem Denken verbirgt? Meinen Sie also ernsthaft, der Heilige Geist sei nur in den Ursprüngen des „Urchristentums“ zu finden und alle theologische Entfaltung seit der Konstantinischen Wende sei Werk des Satans, das es nun zu überwinden gilt? Ah, jetzt weiss ich auch, warum unser neuer jesuitischer Papst sooft den Teufel sieht und mit verbalen Tintenfässern um sich wirft.

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