Christentum, Islam, die Kreuzzüge und zweierlei Maß – Neuer Film: 11. September 1683 – Neues Buch: Gottes Krieger

Filmplakat 11 September 1683 Poster September eleven 1683 Marco D'Aviano Sieg über Türken vor Wien(Mailand) Wenn es um die Meinungsfreiheit geht, messen viele Massenmedien gegenüber dem Christentum und gegenüber dem Islam heuchlerisch mit unterschiedlichen Maßen. Christen wird nicht annähernd jenes Recht der öffentlichen Meinungsäußerung zugestanden wie Moslems, schon gar nicht wenn es um Angriffe oder Beleidigung ihrer Religion geht. Das Bild wird nicht überzeichnet, wenn man behauptet, daß dieselben Massenmedien, die Angriffe auf den Islam verurteilen, gleichzeitig Beleidigungen und Provokationen gegen das Christentum publizieren.

Das neueste Beispiel betrifft den europäischen Abwehrkampf gegen die osmanisch-islamischen Eroberungszüge, der einen Zeitraum von mehr als 800 Jahren von der Schlacht von Manzikert 1071 bis ins frühe 20. Jahrhundert umfaßte. Der italienische Filmregisseur Renzo Martinelli drehte den Film September Eleven. 1683 über den Kapuziner Marco D’Aviano, der am entscheidenden Sieg der christlichen Streitkräfte 1683 gegen die Türken vor Wien mitwirkte. Martinelli folgte dabei der Theorie des Historikers Bernard Lewis, wonach der Zorn des islamischen Extremismus bis auf die Niederlage von Wien zurückreicht. Der Filmtitel sucht die direkte Anspielung zu den Attentaten am 11. September 2001 in New York gegen die Twin Towers, bei denen mehrere Tausend Menschen ums Leben kamen. „Hast du gewußt, daß das Datum des 11. September kein Zufall war?“, lautet die Frage auf dem Filmplakat. Am 11. September 1683 wurden die Türken vor Wien besiegt. So erstaunt es vielleicht nur auf den ersten Blick, daß der Film seine Uraufführung am 11. September 2012 ausgerechnet in der Türkei erlebte.

11. September 1683 – Film über Marco d‘Aviano und die Befreiung Wiens von den Türken

Die jüngste Produktion Martinellis, die am 11. April in die italienischen Kinosäle kam, wurde seit Bekanntwerden des Filmprojekts als „antiislamisch“ kritisiert und der Regisseur mit der norditalienischen Lega Nord in Zusammenhang gebracht. Es ist nicht bekannt, daß etwa von derselben Seite Filme wie Königreich der Himmel von Ridley Scott als „antichristlich“ kritisiert wurden. Während die offizielle Kritik den Film zerreißt, kommt er beim Publikum gut an. Allerdings verhindert ein vorauseilender Gehorsam politischer Korrektheit, daß der Film überhaupt gesehen werden kann. Der Vertrieb gestaltet sich schwierig, Kinoketten lehnten die Vorführung ab, ob es synkronisierte Ausgaben in anderen Sprachen geben wird, ist noch nicht sicher. Damit ist auch fraglich, ob er je in deutschen Kinosälen zu sehen sein wird.

Diese Gewichtungsunterschiede lassen sich auch in der Geschichtsschreibung feststellen, besonders wenn es um die Kreuzzüge geht. Tatsächlich scheint es gelungen, die Kreuzzüge in der kollektiven Wahrnehmung als Stereotype für Fanatismus und religiöse Intoleranz zu verankern, oder anders ausgedrückt, als eines der schlimmsten Verbrechen, dessen sich die katholische Kirche und das Christentum schuldig gemacht habe. Nicht selten wird einem mittelalterlichen Christentum (mittelalterlich steht dabei oft nur als nicht minder verzerrendes Synonym für intolerant) ein offener, liberaler Islam entgegengestellt. Und das obwohl die Kreuzzüge alles andere als die ersten heiligen Kriege waren und die Massaker, die in ihnen begangen wurden, im Verhältnis zu den Massakern, die durch Herrscher späterer Zeit, einschließlich Sultanen begangen wurden, geradezu als Kleinigkeit erscheinen. Es genügt ein Blick in die Arbeiten des amerikanischen Politikwissenschaftler Rudolph Joseph Rummel (zum Beispiel Death by Government, 1994, S. 47), um die Dimensionen zu erkennen.

Verzerrtes Geschichtsbild von Kreuzzügen in den Köpfen verankert – Distanzierung obligatorisch

Kreuzritter Deutscher Ritterorden zweierlei Maß bei Christentum und IslamAls die Araber sich ausbreiteten und innerhalb eines Jahrhunderts ein Reich von Spanien bis Indien schufen, taten sie dies aus religiösen Motiven. Der griechische Historiker und Spezialist für byzantinische Geschichte, Evangelos Chrysos erinnert in seinem Buch L’Impero Bizantino 565-1025 (Das byzantinische Reich, Mailand 2002) daran, daß die Araber den 678 mit Byzanz geschlossenen Vertrag für subversiv hielten, weil er erstmals die Möglichkeit eines Abkommen mit den Ungläubigen und die Anerkennung von deren politischer Existenzberechtigung in ihre Herrschaftsdoktrin einführte.

Deshalb setzten sich ihre Aggressionen auch im 8. Jahrhundert durch ständige militärische Einfälle in das Byzantinische Reich fort. Jährliche Militärexpeditionen galten als religiöse Pflicht im Kampf gegen die Ungläubigen. Sie wurden ganz losgelöst von byzantinischen Initiativen unternommen und  waren daher auch nicht Reaktionen auf eine eventuelle Bedrohung durch Byzanz. Daran änderte sich auch nichts, als die Araber von den Türken abgelöst wurden. Diese setzten den Byzantinern so aggressiv zu, daß Kaiser Alexios I. Komnenos Gesandte zum Papst in den Westen schickte, um ihn „flehentlich“ um Beistand gegen die Invasoren zu bitten, die das christliche Reich des Ostens fast besiegt hatten, wie der Chronist Bernold von Konstanz überliefert (Michael Hesemann: Die Dunkelmänner. Mythen, Lügen und Legenden um die Kirchengeschichte, Augsburg, 2007, S. 116)

Was die islamische Toleranz gegenüber anderen Religionen betrifft, kennt fast jeder den Stehsatz: Während die katholische Kirche Juden und Häretiker brutal verfolgte, zeigten die Moslems beachtlichen Respekt gegenüber den unterworfenen Völkern und erlaubten ihnen ihren Glauben ohne Einmischung auszuüben. Die Realität sah etwas anders aus: Die Christen der islamisch besetzten Länder waren einer ganzen Reihe von teils demütigenden Einschränkungen unterworfen. Sie wurden als „Dhimmi“ (Schutzbefohlene) kollektiv in einen minderen Status versetzt. Ihre Religion durften sie nur im Privaten ausüben, weshalb ihnen das Läuten von Glocken untersagt wurde. Ebensowenig durften sie neue Kirchen oder Kapellen errichten, Prozessionen abhalten, Ikonen, Kreuze oder andere christliche Symbole zeigen. Und nicht zuletzt war es ihnen strengstens untersagt, unter Moslems zu missionieren und sie zum Christentum zu bekehren.

Moderner Konflikt keine Folge von Kreuzzugs-Unrecht an Moslems

Zudem waren sie zahlreichen rechtlichen Diskriminierungen ausgesetzt: Sie mußten höhere Steuern zahlen, sie durften vor Gericht nicht als Zeugen gegen einen Moslem auftreten, sie waren vom Militärdienst ausgeschlossen, sie durften keine politischen Ämter anstreben und mußten eine vorgeschriebene Kleidung oder Kleidungsstücke tragen, um sofort als Christen erkennbar zu sein. Von daher rühren Sonderregeln für Juden, die von den Moslems nach Europa eingeführt wurden und nach der Abschüttelung der islamischen Besatzung beibehalten wurden bis herauf zum gelben Stern in der Zeit des Nationalsozialismus. Die antichristlichen Diskriminierungen durch Moslems waren je nach Epoche streng oder weniger streng angewandt, aber zu allen Epochen galten Dhimmis nur als Bürger zweiter Klasse.

Es erstaunt nicht, daß ein solches System zu oft raschen Übertritten zum Islam führte. Ein Christ, der zum Moslem wurde, konnte seine sozialen Lebensbedingungen deutlich verbessern. Ein Moslem der hingegen Christ werden wollte, hatte als Apostat alles zu verlieren, sogar sein Leben. Zeiten der Christenverfolgung und des Martyriums waren keineswegs selten. Sie wurden durch Mißachtung des Dhimmi-Status provoziert, durch brutale Herrscher oder auch durch den Volkszorn, der sich aus irgendeinem Grund pogromartig gegen die Christen richtete (Bat Ye’or: Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam, Gräfelfing 2002).

Einige westliche Autoren vertreten die These, der heutige Zusammenprall zwischen dem Westen und einigen Teilen des Islam sei eine Folge der Kreuzzüge und des Unrechts, das die Moslems damals erlitten hätten. Die These ist besonders bizarr, weil die islamischen Geschichtsschreiber jener Zeit nur geringes Interesse für die Kreuzzüge zeigten. Das hatte einmal damit zu tun, daß sie zum Teil im Auftreten der schiitischen Fatimidendynastie in Ägypten eine größere Gefahr für die islamische Einheit sahen. Selbst Saladin wird weniger wegen seiner Erfolge gegen die Kreuzritter gerühmt, als vielmehr wegen seiner Eroberung Ägyptens. Zum anderen weil in den christlichen Versuchen die heiligen Stätten zu befreien, eine logisch nachvollziehbare Aktion gesehen wurde.

Chatillons Überfall erfolgte nach einem Jahrhundert Krieg, an dessen Beginn islamische Überfälle standen

Auch für das Mittelalter gilt, daß die meisten Kriege keinen religiösen Hintergrund hatten. Christliche Fürsten konnten gegen christliche Fürsten, islamische Fürsten gegen islamische Fürsten mit derselben Hingabe kämpfen wie gegen die „Ungläubigen“. Ein schwerwiegender Einschnitt erfolgte, als Reinald von Chatillon 1181 eine moslemische Karawane von Pilgern und Händlern auf dem Weg nach Mekka überfiel und am Ufer des Roten Meers plündernd bis vor die Tore von Mekka und Medina vordrang. Er brach damit einen im Vorjahr mit Saladin geschlossenen Vertrag. Dieses Marodieren erst löste einen Schock auf moslemischer Seite aus, vergleichbar den arabischen Angriffen auf Rom. Chatillons Einzelgang provozierte unmittelbare Gegenmaßnahmen von Saladin, die ihren Höhepunkt in der Schlacht von Hattin und in der Eroberung Jerusalems fanden (Bernard Lewis: Stern, Kreuz und Halbmond. 2000 Jahre Geschichte des Nahen Ostens, München 1997).

Die moslemischen Angriffe gegen christliche Jerusalem-Pilger war einer der Gründe, die zu den Kreuzzügen führten. Das unlöbliche Verhalten von Reinald von Chatillon geschah erst nach einem Jahrhundert der Kreuzzüge und der Kämpfe im Nahen Osten. Dieser Verweis soll nichts entschuldigen, die Ereignisse jedoch in ihren historischen Kontext bringen. Im schlimmsten Fall ließe sich resümieren, daß sich die Christen nicht schlimmer als die Moslems verhielten.

Ideologisch motivierte Verzerrung: „barbarischer“ christlicher Westen gegen „zivilisierter“ islamischer Orient

Bei der Lektüre zahlreicher von Historikern verfaßten Arbeiten über die Kreuzzüge, nicht minder beim Versuch Allgemeinwissen über die Kreuzzüge zu ergründen, fällt auf, daß ein geradezu „barbarischer“ christlicher Westen einem „zivilisierten“ islamischen Orient entgegengesetzt wird. Zum Standardrepertoire dieser ideologisch motivierten, antichristlichen und philoislamischen Verzerrung gehört ein Hinweis auf das Verhalten Saladins. Dabei wird die christliche Befreiung Jerusalems 1099, bei der Christen ein Blutbad angerichtet haben, mit der moslemischen Rückeroberung 1187 verglichen, bei der die Moslems großherzig die Bewohner schonten. Auch in diesem Fall sah die Realität deutlich anders aus.

Das christliche Massaker in Jerusalem war schrecklich. Allerdings galt es nach dem Kriegskodex jener Zeit als legitim, weil sich die Stadt geweigert hatte, sich zu ergeben und daher erstürmt werden mußte. Während das christliche Massaker obligatorische Erwähnung findet, werden die enormen Blutbäder nach islamischen Eroberungen meist verschwiegen.

Als Saladin Jerusalem belagerte, sicherte er den Christen freien Abzug zu, wenn sie ihm die Stadt übergeben. Gehen durften dann aber nur jene, die ein zusätzliches Kopfgeld bezahlten. Wer nicht zahlen konnte, etwa die Hälfte der Einwohnerschaft, wurde versklavt. Nach der Schlacht von Hattin war Saladin noch weit weniger „großzügig“. Die gefangengenommenen Christen wurden ausnahmslos enthauptet. Saladin selbst beteiligte sich an den Hinrichtungen und beobachtete das Gemetzel seiner Untergebenen wie ein Schauspiel. Imad ad-Din der Sekretär Saladins überlieferte: „Er [Saladin] gab Befehl, alle zu enthaupten. Er zog es vor sie zu töten, anstatt zu Sklaven zu machen. Bei ihm war eine ganze Schar von Gelehrten und Sufis, und mehrere fromme und asketische Männer: Jeder von diesen bat ihn, zumindest einen umbringen zu dürfen“.

Gottes Krieger. Die Kreuzzüge in neuem Licht – Neues Buch räumt mit Geschichtsklitterung auf

Dieses Zitat findet sich auch im neuen Buch des amerikanischen Soziologen Rodney Stark Gottes Krieger. Die Kreuzzüge in neuem Licht, das in diesen Tagen in deutscher Ausgabe erscheint. Es räumt mit einer weitverbreiteten stereotypisierten Verzerrung der Kreuzzüge auf.

Im Namen von Multikulturalismus, Formen von Selbsthaß und Fernstenliebe ist ein umgekehrter Rassismus entstanden, der in anderen Kulturen Leuchttürme der Zivilisation erkennen will, weil er in der eigenen Kultur nur Intoleranz und Ablehnungswürdiges zu finden meint. Ein Verhalten, das auch durch Rückgriff auf historische Ereignisse wenig zu gegenseitigem Respekt zwischen den Kulturen beitragen kann.

Text: UCCR/Giuseppe Nardi
Bild: UCCR

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32 Comments

  1. Das beste Buch zu den Kreuzzügen ist immer noch das aus der Feder von Runciman.

    Zu der Information im zweiten Abschnitt des Textes:

    „Am 11. September 1683 wurden die Türken vor Wien besiegt.“

    Die Türken wurden jedoch erst am 12. September 1683 in der Schlacht am Kahlenberg besiegt. Damit bricht die für meine Begriffe ohnehin obskure Gleichsetzung mit dem schrecklichen 11.9.2001 zusammen. Unser Fest Mariä Namen wurde zum Dank für diesen Sieg eingeführt.

    • Darunter steht ein Link zu einem weiteren Artikel da fand ich folgenden Absatz:

      „Dazu gehört auch Antiochien, die einst blühende Stadt der Christenheit, dessen erste Gemeinde vom Apostel Barnabas geleitet wurde und wo die Anhänger des Jesus von Nazareth ihren Namen „Christen“ erhielten. Das „schrecklichste Massaker der gesamten Kreuzzugsepoche“ folgte der Eroberung Antiochiens durch Baibars. Was aber wissen die westlichen Historiker darüber zu sagen? Steven Runciman widmet acht Zeilen, Hans Eberhard Mayer eine einzige, Cristopher Tyerman, der viele Seiten allen Details des Massakers von Jerusalem des 1. Kreuzzuges widmet, fallen zum vielfach größeren Massaker von Antiochien lediglich vier Worte ein, Karen Armstrong bringt es auf zwölf Worte und schafft es selbst darin den Kreuzrittern die Schuld zuzuschreiben, denn, so Armstrong, sei es schließlich deren „Bedrohung“ gewesen, die erst den „neuen Islam“ geschaffen habe.“

      • Seltsam nur, dass die Muslime bis 1099 den Christen gegenüber sehr tolerant eingestellt waren…

      • Wer sagt und kann bekunden, wie sich die Muslime gegenüber Andersgläubigen wie Christen, bis 1099 nach Christus verhalten haben? Bestimmt ist deren Überheblichkeit gegenüber anderen religionen älter als frühestens zum jahr 1099. Wenn sie sich auf den Erzengel Gabriel berufen wollen, berufen sie sich auf eine Lichtgestalt des Christentums, auf das sie geringschätzig herabblicken.

      • Was jetzt kommt, ist schon recht … heftig, jedoch lediglich Zitate aus einem bestimmten „Heiligen Text“ (d.h. wörtlich aus der Paret-Übersetzung des Qur‘an):

        Sure 2,216: „Euch ist vorgeschrieben, gegen die Ungläubigen zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist. Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr etwas, während es schlecht für euch ist. Allah weiß Bescheid, ihr aber nicht.“

        Sure 4,88+89: „Wie könnt ihr hinsichtlich der Heuchler unterschiedlicher Meinung sein, wo doch Allah sie wegen dessen, was sie an Sünden begangen haben zu Fall gebracht hat! Wollt ihr denn rechtleiten, wen Allah irregeführt hat? Wen Allah irreführt, für den findest du keinen Weg. [89] Sie möchten gern, ihr wäret ungläubig, wie sie selbst ungläubig sind, damit ihr alle gleich wäret. Nehmt daher niemand von ihnen zu Freunden, solange sie nicht ihrerseits um Allahs willen auswandern! Und wenn sie sich abwenden und eurer Aufforderung zum Glauben kein Gehör schenken, dann greift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet, und nehmt euch niemand von ihnen zum Freund oder Helfer!“ – et cetera, et cetera, et cetera …

        Ich will das jetzt gar nicht weiter bewerten, nur eines bemerken: sehr „tolerant“ hört sich das meines Erachtens nicht gerade an!

      • Sie wissen genauso wie ich, dass es auch Suren gibt, die zur Toleranz auffordern. Übrigens – mit Hl. Schriften würde ich da nicht argumentieren. In der Bibel finden sich auch derartige Stellen. Man muss das halt historisch-kritisch auslegen.
        Davon abgesehen: Faktisch war der Islam eine tolerante Religion gegenüber Juden und Christen. Bis die Christen 1099 Jerusalem eroberten.

      • @Vincentius
        Der Unterschied ist nur, dass bei dem Islam die gewaltaufrufenden Suren bis heute gelten und danach zu leben ist.

        Beim Christentum ist das nicht der Fall. Außerdem galten schon im AT die 10 Gebote Gottes, u.a. „Du sollst nicht töten.“

      • Es gelten auch gleichzeitig die toleranten Suren, Sie können also unbesorgt in den Osten reisen!

        In Anbetracht des Tötungsverbotes zieht sich leider doch eine Blutspur durch das Christentum. Gottlob wird dadurch nicht die Botschaft desavouiert.

      • Wenn wir die Bibel so interpretierten, wie es eine winzige Minderheit der Muslime tun, müssten wir Ehebrecherinnen steinigen. Wahr ist: Die große Masse der Muslime will nur in Ruhe ihr Leben führen und ihre Religion, an der nicht weniger, aber auch nicht mehr Blut klebt als an unserer (die gleichwohl die uns von Gott geschenkte Wahrheit ist, die viele Christen besudelt haben), praktizieren.

      • Liebe Anna, genau so isses! – Zur Gültigkeit & Bewertung von (insbes. einander widersprechenden) Koran-Versen nur wenige Stichworte, kann man ja mal recherchieren: ‚medinensische vs. mekka-nische Suren‘ sowie ‚Abrogationsprinzip‘. Zum Zweiten: wie der Koran tatsächlich gelesen und verstanden wurde und wird, zeigen die Vergangenheit und leider auch die Gegenwart, meine ich, sehr deutlich.

      • Hierzu noch die entsprechende „Parallelstelle“ aus dem Matthäus-Evangelium [1o,6ff.]: „[…] geht vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! Wenn ihr aber hingeht, so predigt: ‚Das Reich der Himmel ist genaht.‘ Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus. Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es! Verschafft euch nicht Gold noch Silber noch Kupfer in eure Gürtel […] Wo ihr in eine Stadt kommt, erkundigt euch, wer darin würdig sei, und bleibt dort, bis ihr weiterzieht. Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüßt es! Und wenn das Haus würdig ist, so soll euer Friedensgruß über dasselbe kommen. […] Und wenn man euch nicht aufnimmt und eure Worte anhört, so geht fort aus jenem Haus oder aus jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen …“

    • Danke für diese Richtigstellung. Es ist ein Schwachsinn die glorreiche Entsatzschlacht vom 12. September 1683, der wir die Rettung des christlichen Abendlandes verdanken mit dem 11. Sept. 2001 in Verbindung zu bringen.

      • Ja, ich würd mich freuen, diesen (o.g.) Film eines Tages auch mal auf Deutsch sehen zu können, aber ich befürchte …! – Anders als jener Propagandaschinken, ich meine, Kino-Film ‚Fetih 1453 – Die Eroberung von Konstantinopel‘ aus dem Jahre 2o12 – der auch in Deutschland gleich DER Renner wurde, klar …
        … ich bin einfach nur froh und dankbar, daß den Wienern (und damit nicht nur den Wienern, im Falle der Niederlage!) das Schicksal der Byzantiner erspart geblieben ist – zu danken den vereinten Truppen des Heiligen Römischen Reiches und des Königreichs Polen unter Jan III. Sobieski und Karl V. Leopold, Herzog von Lothringen. Und zu danken ganz sicher auch der Fürsprache der Allerseligsten Jungfrau und Muttergottes, der hl. Maria, unter deren Banner dem schließlich siegreichen Heere der Entsatz der Stadt Wien und folglich die Verteidigung des ganzen christlichen Abendlandes gelingen durfte. Ob wir andernfalls hier und jetzt, auf diesem Forum, so frei & offen unsere Meinungen ‚in rebus theologicis & historicis‘ äußern dürften, ob andernfalls – hier und jetzt – ein solches Forum überhaupt existieren würde, laß ich mal dahingestellt (denn kontrafaktische Konditionalsätze sind ja immer wahr^^) … – wir brauchen nicht ’stolz‘ darauf zu sein, denn es ist ja nicht unser Verdienst; aber ich glaube, wir sollten jenes Ereignis immer in dankbarer[!] Erinnerung behalten.

  2. Dr. Eduard Werner zu den Kreuzzügen:

    Wenn er die mittelalterlichen Kreuzzüge schon verurteilen will, so sollte er vorher die moslemischen Angreifer unter die Lupe nehmen, welche den Kreuzzügen vorausgehen und diese Kriege zumindest mitverursacht haben.
    .
    Die Länder Nordafrikas waren schon ein halbes Jahrtausend christlich geprägt, bevor im 7. Jahrhundert der neue Islam dort das Christentum grausam zu verdrängen begann.
    .
    Tausende christlicher Kirchen wurden zerstört oder islamisiert.
    Und die wenigen noch vorhandenen Christen wurden unterjocht.
    .
    die Kreuzritter wollten vor allem ihren bedrängten Glaubensbrüdern zu Hilfe kommen und die heiligen Stätten zurückerobern…
    die Moslems haben etwa ein Jahrtausend lang Europa bedroht.
    .
    Schon im 7. Jahrhundert ging die berühmte Bibliothek Isidors von Sevilla (560 – 636) an die Moslems verloren.
    Diese mussten 732 schon bei Tours in Frankreich abgewehrt werden. 883 haben die Moslems die Kloster-Bibliothek in Monte Cassino eingeäschert und im 10. und 11. Jahrhundert Rom bedroht.
    1453 haben die Moslems Konstantinopel blutig erobert, 1683 standen sie vor Wien.
    .
    Auf dem eroberten Balkan führten sie die Bubenlese durch d.h. jede christliche Familie musste einen Sohn für die türkischen Janitscharen abliefern.
    Das gab in den Familien oft herzzerreißende Szenen.
    .
    Wer die Kreuzzüge als dunkles Kapitel in der Geschichte des Abendlandes bezeichnet, kennt die wahren Zusammenhänge nicht.

    • Recht haben Sie,
      genau wie das dumme Geschwätz über Inquisition, oder den angeblichen katholischen Hexenwahn und andere Märchen, die nur in die Welt gesetzt wurden um den Glauben zu zerstören.
      Die größte Mordmaschine in der Geschichte der Menschheit läuft heute vor unseren Augen ab.
      Den Mord haben die Schwächsten zu erdulden, ungeborene Kinder, Alte, Schwache und Behinderte.
      An ihrer planmäßigen Vernichtung arbeiten gerade diejenigen besonders intensiv, die immer als Humanisten und Gutmenschen auftreten.
      Das Gute ist nur, dass Christus sie schon gerichtet hat…
      Eigentlich ganz tröstlich!

      • Sehr treffend. Meines Wissens nach hat es noch nie eine Gesellschaft gegeben, die es ermöglicht hat, dass ihr eigener Nachwuchs massenhaft im Mutterleib abgetötet wird. Eine solch barbarische Gesellschaft hat sich selbst von jeder Zivilisation abgetrennt und das Recht verwirkt, sich über vermeintliche oder tatsächliche Greueltaten der Zeitläufte moralisch zu erheben.

      • Ja, und wahrscheinlich auch noch nie eine Gesellschaft, die – in großen, dominanten Teilen – so voller fataler Ignoranz, ja man muß schon sagen, so voller Widerwillen und Verachtung für ihre eigene Herkunft, ihre Geschichte und Traditionen gewesen wäre, und damit letztlich so voller Verachtung für das Fundament, das ihr eigenes Entstehen überhaupt erst möglich gemacht hat, wie die unsere … tatsächlich zu sein scheint[?] …
        … für die Kirche, jedenfalls „in (allzu) großen Teilen“ gilt exakt das Nämliche. – Das ist Undankbarkeit und Hochmut, ich nenn’s einen ‚historischen Chauvinismus‘ – denjenigen gegenüber, die uns vorausgegangen sind; die mit glühender Liebe, mit viel Mühe und Geduld – und manchmal unter großen Opfern (und auch nach schlimmen Erfahrungen eigener Sündhaftigkeit und Schuld) – aufgebaut haben, was heute vielfach nur mehr verhöhnt, verspottet, nachgerade gehaßt, niedergerissen und schließlich völlig zerstört wird (gerade von solchen, die sich selbst für „unglaublich tolerant“ halten, und die sonst für aber auch alles – in Wirklichkeit allzu oft höchst Fragwürdige, Falsche und Schlechte – „Verständnis“ haben) – und das kann auf die Dauer nicht gut gehen …..

    • Im 7. Jahrhundert konnte die Bibliothek des Isidor nicht verlorengehen – die Muslime waren erst nach 711 in Spanien.
      Wenn Sie schon die Massaker der Muslime an Christen erwähnen, sollte man zB auch die blutige Eroberung Alexandriens im 14 Jahrhundert durch den zyprischen König erwähnen oder die Zwangsmissionierung spanischer Juden und Muslime nach 1492.
      Wahr ist: Christentum und Islam haben sich gegenseitig nichts an Barbarei geschenkt.

  3. Zu dem Satz des Artikels: „Das neueste Beispiel betrifft den europäischen Abwehrkampf gegen die osmanisch-islamischen Eroberungszüge, der einen Zeitraum von mehr als 800 Jahren von der Schlacht von Manzikert 1071 bis ins frühe 20. Jahrhundert umfaßte.“ – Beschränkt man sich nicht allein auf den ‚osmanischen Anteil‘, sondern rechnet seit dem Beginn der Eroberung des Westgotischen Königreichs 711, so kommt man gar auf satte 1ooo Jahre … – gefällt gar nicht …..

  4. „Tatsächlich scheint es gelungen, die Kreuzzüge in der kollektiven Wahrnehmung als Stereotype für Fanatismus und religiöse Intoleranz zu verankern, oder anders ausgedrückt, als eines der schlimmsten Verbrechen, dessen sich die katholische Kirche und das Christentum schuldig gemacht habe.“
    +++
    Wie wahr! Und jetzt haben wir auch noch einen Papst, der in die selbe Kerbe schlägt: „Einige Christen haben sich in der Geschichte geirrt, den Weg verlassen, sie haben Heere aufgestellt, sie haben Glaubenskriege geführt. Das ist eine andere Geschichte, nicht die Geschichte der Liebe.“ Wer solche Päpste hat, braucht keine antikatholische Propaganda mehr!

      • So ziemlich alles, mon cher. Denn auch die Kreuzzüge waren bei Lichte besehen eine Geschichte der Liebe. Es gibt den gerechten Krieg und dieses Faktum ist biblisch und lehramtlich sehr gut belegt. Leider haben wir einen Papst der zu inflationären, einseitigen und verkürzenden Interpretationen neigt. Das kann für ihn und uns sehr gefährlich werden!

      • Sie sind ein Zyniker. Wo ist die Geschichte der Liebe, als im Zuge des ersten Kreuzzugs Juden im Rheinland zwangsgetauft oder umgebracht wurden? Wo ist die Liebe bei einem Angriffskrieg? Die Seldschuken haben den oströmischen Kaiser angegriffen, nicht Ägypten oder Syrien. Womit rechtfertigen Sie das Massaker bei der Eroberung Jerusalems? Da war keine Liebe im Spiel. Machtpolitische Interessen sehr wohl. Von „gerechten Kriegen“ – der Begriff stammt aus der Lehrtradition nach Augustinus (+ 430) finden Sie in der Bibel gewiss nichts – und wenn man sich die Äußerungen von Benedikt XV. und Pius XII. zum Thema Krieg durchliest, wird man feststellen, dass das Lehramt sich schon seit geraumer Zeit vom fragwürdigen Theologoumenon des „Gerechten Krieges“ abgewandt hat. Von einem solchen kann ja nur dann gesprochen werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind – eine ultima ratio waren Kriegshandlungen im 11.-13. Jahrhundert nicht. Das lehrt der Blick auf Friedrich II., der auf diplomatischem Wege Jerusalem in Besitz nahm.

      • Mitnichten! Wohl eher sind die menschenverachtende Zyniker, die, wie u. a. Sie, geschichtliche Verhaltensweisen vom heutigen Verstehenshoriziont hochnäsig be- und verurteilen. Grundidee für die Kreuzzüge war in erster Linie der lautere Wille zur Verteidigung des christlichen Glaubens und seiner Kultur sowie die Hilfe für christliche Pilger gegen die Barbarei der Gottlosen. Ritterliche Tugenden sowie eine brennende Liebe zu Christus und der Kirche waren die Hauptmotive der Krieger, mit denen sie für Papst und Glauben ihr Leben in die Schlacht warfen und es oftmals grausam verloren. Dass dann mitunter Habsucht und machtpolitische Erwägungen bei den Menschen die Oberhand gewannen und es auch Unrecht gegeben hat, steht auf einem ganz anderen Blatt. Und wenn Sie meinen, es gäbe in der Schrift nur den liebenden, zärtlichen, gütigen, barmherzigen, allzeit vergebenden, sich auf beide Wangen schlagen lassenden und nicht auch den zürnenden, grausam strafenden, kriegerischen, richtenden, eben den gerechten Gott, dann blenden Sie offensichtlich das Alte Testament, die Geschichte Israels, die Endzeitrede Jesu, die Apokalypse ect. pp. vollständig aus, belügen sich und andere mit ihrem einseitig gutmenschlich-kitschigen Gottesbild und verurteilen aufgrund eben dieses neuzeitlich verkürzten Gottesbildes leichtfertig Menschen, die ihrerseits nur dem Gewissen gefolgt sind und glaubten, Gottes Willen zu tun. Und wer weiß, vielleicht war es ja der Wille Gottes!? Der Wille des Papstes, dem wir ja Ihren Worten nach als gute Katholiken immer und zu allen Zeiten und unter allen Umständen in bedingungslosem Gehorsam zu folgen haben, war es in jedem Falle.

      • Und wie erklären Sie sich den Tod der ägyptischen Streitmacht im Roten Meer? Ach, ich kann die Antwort erraten: alles nur Mythos, Gott ist der ganz andere und die Jesuiten und Herr Vincentius sind seine Interpreten und solange Franziskuss diesen Interpretationen folgt, hat er plena potestas, weswegen die Gläubigen ihm gefälligst widerspruchslos und in kriecherischem Glaubensgehorsam zu folgen haben, wenn nicht, ist er ein Blödmann, der sein Amt missbraucht (Ihr Statement vom 29.04.11:29: http://www.katholisches.info/2013/04/28/freiburger-diozesanversammlung-erzbischof-zollitsch-will-spezifisches-diakonenamt-fur-frauen) . Hörens doch auf, Vincentius, Sie machen sich nurmehr lächerlich!

      • Danke, hicesthodie für diese Ausführungen. Es ist ein Unding unserer so unsäglichen Zeit, die Handlungsweise unserer Vorfahren aus heutiger Sicht zu betrachten und zu verurteilen. Dies ist bei den Kreuzzügen so, bei den Konquistatoren in Süd und Mittelamerika, beim dreißigjährigen
        Kriege etc. pp. Das von politisch und auch kirchlich links stehenden Journalisten und Klerikern oft zitierte Märchen vom „Modernen Menschen“ der ja real gar nicht existiert, paßt genau in dieses Schema. Alles was vor unserer, ach so modernen Zeit war, ist völlig obsolet und die Handlungen der Vorfahren zu verurteilen. Nach dem Motto: Alles was vor 1960 war, ab in den Mülleimer der Geschichte. Unerträglich diese Auffassung!

      • Genau das aber behauptet der „Prophet“ Mohammed und steht als Anweisung so im Koran (Kopfab-Sure).
        … jaja: es steht auch wieder drin, dass man eigentlich auch barmherzig sein soll/könnte:
        Da hat man dann schon die Wahl als Muselmane 😉
        Als Christ hat man diese Aufforderung nicht.

  5. Wer sagt und kann bekunden, wie sich die Muslime gegenüber Andersgläubigen wie Christen, bis 1099 nach Christus verhalten haben? Bestimmt ist deren Überheblichkeit gegenüber anderen religionen älter als frühestens zum jahr 1099. Wenn sie sich auf den Erzengel Gabriel berufen wollen, berufen sie sich auf eine Lichtgestalt des Christentums, auf das sie geringschätzig herabblicken.

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