Papst Franziskus: Laßt uns „Hüter“ der Schöpfung sein, Hüter des anderen, der Umwelt

Papst Franziskus Amtseinführung PetersplatzPredigt von Papst Franziskus

zum Beginn des Petrusdiestes des Bischofs von Rom
Petersplatz, Dienstag, 19. März 2013, Hochfest des hl. Josef

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich danke dem Herrn, dass ich diese heilige Messe zum feierlichen Beginn meines Petrusdienstes am Hochfest des heiligen Josef, des Bräutigams der Jungfrau Maria und Patrons der Weltkirche feiern kann: Es ist ein ganz bedeutungsreiches Zusammentreffen, und es ist auch der Namenstag meines verehrten Vorgängers – wir sind ihm nahe mit dem Gebet voller Liebe und Dankbarkeit.

Herzlich begrüße ich meine Mitbrüder, die Kardinäle und Bischöfe, die Priester, Diakone, Ordensleute und alle gläubigen Laien. Ich danke den Vertretern der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften wie auch den Vertretern der jüdischen Gemeinde und anderer Religionsgemeinschaften für ihre Anwesenheit. Meinen herzlichen Gruß richte ich an die Staats- und Regierungschefs, an die offiziellen Delegationen vieler Länder der Welt und an das diplomatische Korps.

Wir haben im Evangelium gehört, dass Josef „tat, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich“ (Mt 1,24). In diesen Worten ist schon die Aufgabe enthalten, die Gott dem Josef anvertraut, nämlich custos – Hüter – zu sein. Hüter von wem? Von Maria und Jesus; aber es ist eine Obhut, die sich dann auf die Kirche ausweitet: Der selige Johannes Paul II. hat hervorgehoben, dass „der hl. Josef so, wie er für Maria liebevoll Sorge trug und sich voll Freude und Eifer der Erziehung Jesu Christi widmete, seinen mystischen Leib, die Kirche, deren Gestalt und Vorbild die heilige Jungfrau ist, hütet und beschützt“ (Apostolisches Schreiben Redemptoris Custos, 1).

Wie führt Josef diese Hüter-Tätigkeit aus? Rücksichtsvoll, demütig, im Stillen, aber beständig gegenwärtig und in absoluter Treue, auch dann, wenn er nicht versteht. Von der Heimholung Marias bis zur Episode des zwölfjährigen Jesus im Tempel von Jerusalem begleitet er fürsorglich und liebevoll jeden Moment. Er steht Maria, seiner Braut, in den unbeschwerten wie in den schwierigen Momenten des Lebens zur Seite, auf der Reise nach Bethlehem zur Volkszählung und in den bangen und frohen Stunden der Geburt; im dramatischen Moment der Flucht nach Ägypten und bei der sorgenvollen Suche des Sohnes, der im Tempel geblieben war; und dann im Alltag des Hauses in Nazaret, in der Werkstatt, wo er Jesus das Handwerk gelehrt hat.

Wie lebt Josef seine Berufung als Hüter von Maria, Jesus und der Kirche? In der ständigen Aufmerksamkeit gegenüber Gott, offen für dessen Zeichen, verfügbar für dessen Plan, dem er den eigenen unterordnet. Es ist das, was Gott von David verlangt, wie wir in der ersten Lesung gehört haben: Gott will nicht ein vom Menschen gebautes Haus, sondern er wünscht sich die Treue zu seinem Wort, zu seinem Plan. Und Gott selbst ist es dann, der das Haus baut, aber aus lebendigen, von seinem Geist gekennzeichneten Steinen. Und Josef ist „Hüter“, weil er auf Gott zu hören versteht, sich von seinem Willen leiten lässt. Und gerade deshalb ist er noch einfühlsamer für die ihm anvertrauten Menschen, weiß mit Realismus die Ereignisse zu deuten, ist aufmerksam auf seine Umgebung und versteht die klügsten Entscheidungen zu treffen. An ihm sehen wir, liebe Freunde, wie man auf den Ruf Gottes antwortet: verfügbar und unverzüglich; aber wir sehen auch, welches die Mitte der christlichen Berufung ist: Christus! Hüten wir Christus in unserem Leben, um die anderen zu behüten, um die Schöpfung zu bewahren!

Die Berufung zum Hüten geht jedoch nicht nur uns Christen an; sie hat eine Dimension, die vorausgeht und die einfach menschlich ist, die alle betrifft. Sie besteht darin, die gesamte Schöpfung, die Schönheit der Schöpfung zu bewahren, wie uns im Buch Genesis gesagt wird und wie es uns der heilige Franziskus von Assisi gezeigt hat: Sie besteht darin, Achtung zu haben vor jedem Geschöpf Gottes und vor der Umwelt, in der wir leben. Die Menschen zu hüten, sich um alle zu kümmern, um jeden Einzelnen, mit Liebe, besonders um die Kinder, die alten Menschen, um die, welche schwächer sind und oft in unserem Herzen an den Rand gedrängt werden. Sie besteht darin, in der Familie aufeinander zu achten: Die Eheleute behüten sich gegenseitig, als Eltern kümmern sie sich dann um die Kinder, und mit der Zeit werden auch die Kinder zu Hütern ihrer Eltern. Sie besteht darin, die Freundschaften in Aufrichtigkeit zu leben; sie sind ein Einander-Behüten in Vertrautheit, gegenseitiger Achtung und im Guten. Im Grunde ist alles der Obhut des Menschen anvertraut, und das ist eine Verantwortung, die alle betrifft. Seid Hüter der Gaben Gottes!

Und wenn der Mensch dieser Verantwortung nicht nachkommt, wenn wir uns nicht um die Schöpfung und um die Mitmenschen kümmern, dann gewinnt die Zerstörung Raum, und das Herz verdorrt. In jeder Epoche der Geschichte gibt es leider solche „Herodes“, die Pläne des Todes schmieden, das Gesicht des Menschen zerstören und entstellen.

Alle Verantwortungsträger auf wirtschaftlichem, politischem und sozialem Gebiet, alle Männer und Frauen guten Willens möchte ich herzlich bitten: Lasst uns „Hüter“ der Schöpfung, des in die Natur hineingelegten Planes Gottes sein, Hüter des anderen, der Umwelt; lassen wir nicht zu, dass Zeichen der Zerstörung und des Todes den Weg dieser unserer Welt begleiten! Doch um zu „behüten“, müssen wir auch auf uns selber Acht geben! Erinnern wir uns daran, dass Hass, Neid und Hochmut das Leben verunreinigen! Hüten bedeutet also, über unsere Gefühle, über unser Herz zu wachen, denn von dort gehen unsere guten und bösen Absichten aus: die, welche aufbauen, und die, welche zerstören! Wir dürfen keine Angst haben vor der Güte, ja, nicht einmal vor der Zärtlichkeit!

Und hier füge ich noch eine letzte Anmerkung hinzu: Das sich Kümmern, das Hüten verlangt Güte, es verlangt, mit Zärtlichkeit gelebt zu werden. In den Evangelien erscheint Josef als ein starker, mutiger, arbeitsamer Mann, aber in seinem Innern zeigt sich eine große Zärtlichkeit, die nicht etwa die Tugend des Schwachen ist, nein, im Gegenteil: Sie deutet auf eine Seelenstärke hin und auf die Fähigkeit zu Aufmerksamkeit, zu Mitleid, zu wahrer Öffnung für den anderen, zu Liebe. Wir dürfen uns nicht fürchten vor Güte, vor Zärtlichkeit!

Heute feiern wir zusammen mit dem Fest des heiligen Josef die Amtseinführung des neuen Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri – ein Amt, das auch Macht beinhaltet. Gewiss, Jesus Christus hat Petrus Macht verliehen, aber um was für eine Macht handelt es sich? Auf die dreifache Frage Jesu an Petrus über die Liebe folgt die dreifache Aufforderung: Weide meine Lämmer, weide meine Schafe. Vergessen wir nie, dass die wahre Macht der Dienst ist und dass auch der Papst, um seine Macht auszuüben, immer mehr in jenen Dienst eintreten muss, der seinen leuchtenden Höhepunkt am Kreuz hat; dass er auf den demütigen, konkreten, von Glauben erfüllten Dienst des heiligen Josef schauen und wie er die Arme ausbreiten muss, um das ganze Volk Gottes zu hüten und mit Liebe und Zärtlichkeit die gesamte Menschheit anzunehmen, besonders die Ärmsten, die Schwächsten, die Geringsten, diejenigen, die Matthäus im Letzten Gericht über die Liebe beschreibt: die Hungernden, die Durstigen, die Fremden, die Nackten, die Kranken, die Gefangenen (vgl. Mt 25, 31-46). Nur wer mit Liebe dient, weiß zu behüten!

In der zweiten Lesung spricht der heilige Paulus von Abraham, der „gegen alle Hoffnung … voll Hoffnung geglaubt“ hat (Röm 4,18). Gegen alle Hoffnung voll Hoffnung! Auch heute, angesichts so vieler Wegstrecken mit grauem Himmel, haben wir es nötig, das Licht der Hoffnung zu sehen, selber Hoffnung zu geben. Die Schöpfung zu bewahren, jeden Mann und jede Frau zu behüten mit einem Blick voller Zärtlichkeit und Liebe, bedeutet, den Horizont der Hoffnung zu öffnen, bedeutet, all die Wolken aufzureißen für einen Lichtstrahl, bedeutet, die Wärme der Hoffnung zu bringen! Und für den Glaubenden, für uns Christen – wie schon für Abraham und für den heiligen Josef – hat die Hoffnung, die wir bringen, den Horizont Gottes, der uns in Christus aufgetan ist; ist die Hoffnung auf den Felsen gegründet, der Gott ist.

Jesus mit Maria zu behüten, die gesamte Schöpfung zu behüten, jeden Menschen zu behüten, besonders den Ärmsten, uns selber zu behüten: das ist ein Dienst, den zu erfüllen der Bischof von Rom berufen ist, zu dem wir aber alle berufen sind, um den Stern der Hoffnung leuchten zu lassen: Hüten wir mit Liebe, was Gott uns geschenkt hat!

Ich bitte um die Fürsprache der Jungfrau Maria, des heiligen Josef, der heiligen Petrus und Paulus, des heiligen Franziskus, dass der Heilige Geist meinen Dienst begleite, und zu euch allen sage ich: Betet für mich! Amen.

Bild: Asianews

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24 Kommentare

  1. Wenn ich glauben würde, dass zwischen dem Lehramt der vorkonziliaren Päpste und diesem Papst noch irgendeine Kontinuität besteht, dann kann ich auch glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, um die sich die Sonne dreht…

    • Predigt anlässlich der Amtseinführung des neuen Papstes

      Es wäre schön, wenn sich der neue Papst an seine Worte bzgl. der Ärmsten, Schwächsten und Geringsten erinnern würde, indem er, beispielsweise am 28. Dezember eine Ansprache zur Verteidigung der Rechte der Ungeborenen halten würde…

  2. Warum habe ich ein so schlimmes Gefühl, das die letzte Bastion gegen den Zeitgeist gefallen ist?
    Kommt das jüngste Gericht? Erst soll der Antichrist kommen und sich auf den Thron setzen, alle Welt wird ihm begeistert zujubeln.
    Wenn ich die Medienresonanz und die Modernisten Jubler höre wird mir schlecht.
    Keinen interessiert die römisch katholische Religion, jeder weiß aber, was alles besser werden muß, um die Festung endlich zu schleifen.
    Rom wird zerstört werden, das muß ja nicht bildlich sein, kann ja auch anders gemeint sein.
    Die Modernisten Fraktion um Kasper, Lehmann etc. hat wohl die Strippen gezogen.
    Jetzt wird aufgräumt mit dem ganzen „Traditions Müll“, hinweg damit.
    Bei Bendikts Wahl zum Vergleich wurde so laut geschwiegen und gemeint, das es hätte schlimmer kommen können, Unfassbar !
    Ökumenische Kirche wir kommen, der Sieg Satans steht vor der Tür.
    Christus rette Deine Kirche !

  3. Die perfekte anthropologische Wende. Eingehüllt in eine zärtlich-poetische Sprache. Sollte Msgr. Fellay seinen Wunsch, die Priesterbruderschaft St. Pius X. einzugliedern, nicht aufschieben können, sollte er ihm weiter anhangen ohne das Ende dieses Pontifikats abwarten zu können, die Spaltung der FSSPX wäre nur eine Frage der Zeit.
    Auch wenn Franziskus, der Bischof von Rom, wenig Interesse an Gesprächen zeigen sollte, wenn ihm dieses Thema lästig wäre, was sein könnte, an einem inneren Klärungsprozess kommt die FSSPX nicht vorbei. Die Kirche auf dem Höhepunkt der Krise und eine orientierlungslose FSSPX, die das Erbe von Erzbischof Lefebvre zu bewahren hat, das ist schwer zu ertragen, das ist der Horror.
    Sie hat dieses Erbe zu bewahren für die Zukunft der Kirche. Mit einem Generaloberen, der glaubt, den Papst bekehren zu können und dann mit ihm die Kirche wieder aufzubauen, dürfte es schwierig sein.
    Ich übernehme nicht die Argumentation der aufsässigen Priester in Frankreich. Ich hoffe nur darauf, dass in dieser Kirchenkrise, geradezu verkörpert durch Papst Franziskus, der Generalobere der FSSPX eine klare, eindeutige Sprache findet.

    • Lieber Cuppa,
      sehen Sie nicht ganz so schwarz für FSSPX.
      Wir haben etwas, was in Rom, seit Paul VI, verbannt wurde und inzwischen einer babylonischen Sprachverwirrung gleicht, nämlich das bewahrte immerwährende Opfer in der hl. Messe.
      Aus diesem einzigen Grunde gibt es FSSPX und wenn wir daran festhalten wird es uns weiter geben.
      Beten und unterstützen wir !

      • Zunächst, lieber Michael, werde ich diesen Tag als den schwärzesten Tag meines Lebens als KATHOLISCHE CHRISTIN in mein Tagebuch eintragen müssen. Auf dem Stuhl Petri hat ein Mann Platz genommen, der die Erlöserliebe des menschgewordenen Gottes, die Menschen nicht ermessen können, herunter minimiert auf eine rein innerweltliche, menschliche Liebe…Eine Schmach für den katholischen Glauben! Alles, wofür der hl. Pius X. gearbeitet hat, wogegen er gekämpft hat, liegt in Trümmern. Es ist keine Schande, zu verlieren, wenn man gekämpft hat. Diese großen Päpste, bis Pius XII., haben gegen den Zeitgeist, gegen eine Zeitgeisttheologie gekämpft. Sie haben verloren. Aber das kann ihnen nicht ihre Würde, ihre Ehre nehmen. Einen Papst, der sich in solch billiger Weise dem Zeitgeist unterwirft, empfinde ich als Schmach.
        Ich hoffe, dass die Priester der Priesterbruderschaft St. Pius XII. sich gegen diese Schmach auflehnen. Dass sie diesem Papst widersprechen werden.
        Sie sind es ihrem Gründer, Erzbischof Lefebvre, schuldig. Letztlich nicht ihm. Unserem Herrn Jesus Christus und Seiner Kirche!

        • Liebe Cuppa,
          ja es ist kein guter Tag, da haben Sie Recht, aber zum Trost sei Ihnen gesagt, das wohl niemand im Ernst mehr glaubt das Bischof Fellay die Perlen jetzt einfach so hinwirft, nein eher werden die Anhänger Lebfevres wieder exkommuniziert werden.
          Aber ich frage Sie, ist das so schlimm ?
          Diese Exkommunikation ist nicht wirklich gültig und das weiß niemand besser als diese Mietlinge im Kardinalskostüm um Lehmann, Kasper etc. denen es gar nicht schnell genug gehen kann mit der Ökumenischen Weltkirche unter Papst Hans I !
          Die Trennung ist geradezu ein Gebot, denn machen wir uns nichts vor, auch seit der Aufhebung unter Papst Benedikt, wird alles was mit Tradition zusammenhängt, behandelt als wären sie Aussätzige !
          FSSPX wird als Paria totgeschwiegen und mit Neonazis und Judenhassern gleichgesetzt.
          Aber und das sollte unser aller Trost sein, das letzte Wort über die Kirche hat nicht der Papst und sein Netzwerk sondern ER, der sich die Hoheit des Handelns niemals aus der Hand nehmen lassen wird.
          Möge das furchtbare Konzil in den Personen um den jetztigen Papst meinen es hätte gesiegt und die Kirche wie og. Perlen vor die Zeitgeist-Säue werfen, CHRISTUS wird ihnen ein böses Ende bereiten.
          Das Gleichnis vom Weinberg und den bösen Winzern wird sich erfüllen, beten Sie, beten wir darum.
          Gelobt sei Jesus Christus, der seine Kirche beschützt, in Ewigkeit AMEN !

        • Lieber Michael,
          weil Sie offen fragen, gebe ich Ihnen eine offene Antwort: Es ist inzwischen für mich überhaupt nicht mehr schlimm, exkommuniziert zu werden. Nicht von diesem Rom, nicht von diesem Papst. Im Gegenteil, es wäre eine Art von Ehre.
          Immer wieder, wenn ich von der „Pius-Kapelle“ komme, bin ich erfüllt von Respekt und Zuneigung für diese treuen Gläubigen. Wie sie heute wieder gebetet haben, den katholischen Glauben behalten zu dürfen, es rührte mich wieder an. Die Vorstellung, diese Gläubigen würden in einer Personalprälatur den Bischöfen ausgeliefert, dieser ganzen Konzilskirche MIT EINEM EINDEUTIG NEUEN GLAUBEN, ICH WÜRDE EINE EXKOMMUNIKATION ERSEHNEN!
          Der Glaube der Konzilskirche ist neu, alles andere ist Augenwischerei. Nur eine schiefe Fassade vermag diesen Sachverhalt notdürftig zuzudecken.
          Menzingen-Stuttgart sieht das leider anders.
          Sie können es nachlesen: Auf pius.info redet man sich ein, die Gespräche seien blockiert wegen Erzbischof Müller. Weil er die Ursachen der Krise nicht im Konzil sehe. Als ob die Päpste jemals anders gedacht hätten. Pius-info, und damit wohl der deutsche Distrikt, scheint auf eine neue Besetzung an der Spitze der Glaubenskongregation zu hoffen. Damit die Gespräche weiter gehen können…
          Ich habe auch großen Respekt vor den Priestern vor Ort.Gläubige können diesen Glauben nicht behalten ohne priesterliche Formung. Das geht nicht.
          Diesen Gläubigen und ihren Priestern geht es um den Glauben. Und wenn Rom liberal-modernistisch ist, dann besteht keine Sehnsucht nach Rom. Ich kann diese Sehnsucht nach Rom, von der die Leitung geprägt ist, an der Basis nicht spüren. Ich kann aber den Glauben spüren. Und den Wunsch, ihn behalten zu dürfen. Nicht, an „die Modernisten ausgeliefert“ zu werden. Das sind nicht meine Worte. Diese Sorge besteht. Das Gebet um den Glauben, ich kann es noch nicht auswendig, klingt schon flehentlich. Aber auch fest.

        • Lieber Cuppa,
          keiner – nicht Menzigen, nicht Stuttgart – liefert uns an die Modernisten aus, es sei denn wir selbst! Und es werden uns trotz Exkommunikation genug Priester und auch mindestens ein Bischof bleiben, sollten Ihre Befürchtungen sich als wahr erweisen.

  4. In der heutigen Messe zur Einführung von Papst Franziskus:
    - weiterhin ein großes Kreuz auf dem Altar
    - es wurde wohl das erste Hochgebet gebetet
    - Papst Franziskus teilte keine hl. Kommunion an Gläubige aus
    - derjenige Priester der vor dem Altar die hl. Kommunion an Gläubige
    austeile, tat dies an einer Kniebank, d.h. die Gläubigen empfingen
    ganze vorne wieder die hl. Kommunion nur in den Mund

    Immerhin. Es hätte schlimmer kommen können. Warten wir die weiteren Messen ab.

    Und beten wir, auch für Papst Franziskus!

  5. Kann mir jemand sagen, warum der neue römische Bischof keinen Ton singt? Auf der Internetseite „summorum pontificum“ ist von einer „stimmlichen Behinderung“ die Rede. Ist die nur momentan oder dauernd? Warum teilt der Papst die Kommunion nicht mehr aus ? Warum macht er keine Kniebeuge mehr bei der Hl. Wandlung? Weiß da jemand Genaueres darüber.

    • Bei allen meinen Befürchtungen, die ich theologisch bezüglich des Pontifikats hege, kann das Problem mit dem Singen auch andere Ursachen haben:
      War da nicht irgendeine gesundheitliche Schwäche? … etwas mit einer Operation an der Lunge?

    • Mich wundert nur, dass auf Fotos zu sehen ist, wie Papst Franz -noch als Kardinal- knieend den Segen eines evangelischen Pastors empfängt.
      Warum kann er dann nicht vor dem Allerheiligsten ein Knie beugen?

      • Ich habe mich nur auf das Singen bezogen. Die „Verbeugung“ anstatt Kniebeuge ist ein „falscher Archäologismus“, wie Pius XII es genannt hat, es gilt als Zeichen der Konzilstreue möglichst viele Kniebeugen durch Verneigungen zu ersetzen, weil die Verneigung angeblich aus der Antike stammt, die Kniebeuge aber angeblich erst im Mittelalter aufkam.

  6. Ihr Pessimisten,
    muss wirklich alles hinterfragt, beurteilt, verurteilt und zerredet werden ??

    Nicht jeder Mensch kann singen und vielleicht hatte der Hl. Vater heute
    Schmerzen in den Knien !

    • Jan: Wenn in der Vergangenheit nicht ständig alles hinterfragt, beurteilt, verurteilt und zerredet worden wäre, würden wir jetzt noch alle in Höhlen Hausen, und vermutlich würden wir dann alle einen Götzen mit Namen MohamLuther oder noch schlimmeres anbeten.

      Gottes Segen auf allen Wegen.

  7. „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte nicht“. „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende dieser Welt.“
    Wenn unser Papst die Schöpfung retten will sollte er sich beeilen. Nicht das der Herr ihm zuvor kommt. Vielleicht könnte der neue Weltenretter dem Herrn noch ein paar unsterbliche Seelen zuführen für die Ewigkeit. Aber nur wenn es die Zeit erlaubt. Denn sein Reich ist nicht von dieser Welt. Übrigens die „Bewahrung der Schöpfung“ bedeutet im Ernstfall auch die Bewahrung der Sünde. Sie würde dann nie zu Ende gehen. Luzifer kommt jedenfalls auf dieser Welt sehr gut zurecht. Er hat sie sogar dem Herrn in der Wüste damals schon angeboten.
    Per Mariam ad Christum.

  8. Ja, ja der Umweltschutz, da könnte man glatt die geistige Umweltverschmutzung vergessen…

    Da sich Franziskus nur als Bischof von Rom sieht, wird für mich der Zusammenhang zwischen „Petrus Romanus“ bei Malachias und dem jetzigen Papst immer klarer. Johannes Paul II. hat bei Malachias den Beinamen „Von der Verfinsterung der Sonne“, was man nicht nur auf die Verfinsterung des Glaubens während seines Pontifikates auslegen kann, nein, sogar am Tag seiner Geburt gab es eine Sonnenfinsternis.

    Die Aussichten für das jetzige Pontifikat klingen bei Malachias ziemlich düster:
    »Während der äußersten Verfolgung der Hl. Römischen Kirche wird Petrus der Römer auf dem Stuhl sitzen. Unter vielen Bedrängnissen wird er die Schafe weiden. An deren Ende wird die Siebenhügelstadt zerstört werden, und ein furchtbarer Richter wird das Kirchenvolk richten. Ende.«

    Da es aber viele positive Prophezeiungen für die Zeit danach gibt, sollten wir uns nicht entmutigen lassen. Ein starker Papst wird die Kirche wieder zu Glanz und Ruhm führen, viele gute Herrscher werden den Völkern weise Führer sein.

  9. Einen Tag nach der Einführung des Bischofs von Rom in sein Petrusamt ist die Einsilbigkeit der katholischen Tradition auffallend.
    Für die FSSP und die Internetseiten von anderen Ecclesia-Dei-Gemeinschaften habe ich volles Verständnis. Ihre kirchenrechtliche Stellung lässt nichts anderes zu, und zum Jubeln besteht kein Grund.
    Der deutsche Distrikt der FSSPX führt anschaulich vor Augen, wohin die Verhandlungen mit Rom führen: Genau in die Richtung der Ecclesia-Dei-Gemeinschaften. „Rom“ darf nicht mehr kritisiert werden, auch wenn es um des Glaubens willen dringend nötig wäre.
    Man ist nicht nur verantwortlich für das, was man sagt, sondern auch für das, was man veschweigt.
    Eine andere Rolle als die kritiklose theologische Anpassung war der Tradition nie zugewiesen, unter keinem Papst nach dem 2.Vat. Konzil. Benedikt XVI. hat zweifellos der Tradition den wichtigen Dienst erwiesen, wieder Fuß zu fassen. Deswegen wurde er bösartig angefeindet. Obwohl er genauso konsequent auf der kritiklosen Anerkennung der Konzilskirche bestand.
    Jetzt werden die Karten neu gemischt..

    • „Obwohl er genauso konsequent auf der kritiklosen Anerkennung der Konzilskirche bestand.“

      Nein, da muss ich widersprechen. Ich erinnere mich an eine Äußerung während oder kurz nach Beendigung der theologischen Gespräche zwischen Rom und FSSPX, wo es ausdrücklich hieß, dass der Bruderschaft nicht nur Kritik am II. Vatikanum zugestanden, sondern diese sogar im zukünftigen theologischen Disput erwartet wurde. Dem Papst ging es ja gerade darum, das Zeitgebundene und falsch Interpretierte an den Konzilsaussagen im Geist der Tradition zu hinterfragen und geradezurücken. Aber auch mit einem solchen Disput war ja die FSSPX im Grunde total überfordert. Immer nur klagend „Irrtum, Irrtum“ rufen nützt ja nichts, wenn man keine Antworten für die „Moderne“ aus der Tradition findet. Beispiel: Nostra aetate. Natürlich ist dieses Dokument völlig falsch rezipiert worden, vielleicht ist das Dokument auch falsch abgefasst. Aber anerkennen muss man doch, dass wir nicht mehr in Zeiten Pius X. leben, sondern in globalisierten Zeiten, wo die Religionen aufeinanderrücken und es ohne Dialog nicht mehr geht. Dieser Dialog sollte selbstbewusst und in der fester Überzeugung, die Wahrheit des katholischen Glaubens zu besitzen, geführt werden, nicht durch ein andienen und anbiedern unter theologischer Selbstaufgabe. Hier müssten die FSSPX und alle Kräfte der Tradition statt zu klagen neue Antworten finden. Diesen Prozess wollte Benedikt einleiten und damit die Kirche reformieren. Aber die Konzilsbetonierer unter den vergreisten Kardinälen haben sich halt wieder durchgesetzt und ein theologisches Leichtgewicht zu ihrem Petrus gemacht, auf dass es weitergehe wie bisher. Wenngleich ich auch sagen muss, wenn Bergoglio für den neuzeitlichen Spekulations- und Raubtierkapitalismus das bedeuted, was ein Woytila für den Ostblock bedeutete, dann war die Wahl vielleicht doch so übel nicht.

  10. Guten Tag Frau cuppa. Man kann Ihnen nur empfehlen, etwas weniger Internetsurfing zu betreiben, zumal dessen Folgen Sie ganz offensichtlich beunruhigen. Wie wäre es stattdessen, etwas mehr Vertrauen in die rechtmäßigen Autoritäten der Priesterbruderschaft zu haben?

    Bitte erlauben Sie auch die Bemerkung, dass Ihr förmliches Sehnen nach einer Exkommunikation sehr bedenklich rüberkommt. Im Gegensatz dazu sind andere Laien, die sich der FSSPX verbunden fühlen, über die von Mgr. Fellay anlässlich der letztjährigen Priesterweihen in Ecône getätigte Feststellung erleichtert, die aktuelle Situation der Bruderschaft sei nicht normal, auch wenn man mittlerweile vielerorts +/- über alles für ein der Tradition gemäßes Pfarreileben verfüge. Nicht erstaunlich, denkt er eben gehorsam der Linie von Mgr. Lefebvre ganz RÖMISCH.

    Abschließend bin ich dem Leser Filip Jovic für den in seinem Posting eingefügten Internetlink dankbar und kann den nur weiterempfehlen. Darin äußert sich der damalige Kardinal Bergoglio (seinem Aussehen nach muss es sich um eine unlängst entstandene Aufnahme handeln) nämlgich zum Priestertum in affirmativer Weise u.a. wie folgt:

    „Als ich noch im Seminar war, sagte mir meine Großmutter, dass ich jetzt auf dem Weg zum Priestertum bin und dass es das Wichtigste für einen Priester sei, die hl. Messe zu feiern.“

    • @ Carlo
      Bitte keine Worte aus dem Zusammenhang reißen. Ich bin persönlich gefragt worden, ob ich eine Exkommunikation für so schlimm halten würde. In diesem Kontext habe ich geantwortet, dass ich eher eine Exkommunikation für mich ersehnen würde als eine Personalprälatur für die FSSPX. Wobei ich das keinesfalls grundsätzlich meine, sondern ausdrücklich von Papst Franziskus. Darauf lege ich großen Wert!
      In diesem Zusammenhang erwähne ich ein Beispiel: Ich lernte, vor ca. 10 Jahren, eine ältere Frau kennen. Sie war eine ehemalige Gläubige der Piusbruderschaft. 1988 hatte sie sich getrennt. „Ich bin doch katholisch, die Exkommunikation der Bischöfe konnte ich nicht ertragen. “ Sie wirkte auf mich geistlich noch immer heimatlos, sie hatte diese Trennung nie verkraftet. Aus Mitgefühl hörte ich ihr damals zu, nicht aus Interesse an der FSSPX. Sie lebt nicht mehr. Und ich weiß heute, dass ich geblieben wäre. Auf jeden Fall! Weil ich katholisch bin.
      Im übrigen gehen Sie, mit Verlaub, meine Internetaktivitäten nichts an. Und mich beunruhigt, wenn ich die Biografie von Bischof Tissier de Mallerais lese und auch das Buch: Damit die Kirche fortbestehe, dass ich die Grundsätze von Erzbischof Lefebvre nicht mehr wiedererkenne. Derzeit, füge ich hinzu. Als ich begann, mich mit der FSSPX zu beschäftigen, hatte ich dieses Problem nicht.
      Ich habe nichts zu verheimlichen. Es beunruhigt mich seit dem letzten Sommer.

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