Neuer Papst soll lebenslang regieren – Kardinäle wollen Sakralität des Papsttums stärken

28. Februar 20 Uhr Sedisvakanz beginnt(Vatikan) Der Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Kardinal Sodano hat die Generalkongregation der Kardinäle für den 4. März, Beginn 9.30 Uhr einberufen. Die Kongregationen werden so lange tagen, bis alle Kardinäle in Rom eingetroffen sind. Erst dann soll eine Entscheidung darüber getroffen werden, wann das Konklave beginnt. An der Generalkongregation nehmen alle Kardinäle teil. Auch die über 80jährigen Kardinäle entscheiden daher über die Festlegung des Konklavebeginns mit.

Eine Gruppe von Kardinälen der Römischen Kurie und verschiedener Metropolitanbezirke scheint entschlossen, vom nächsten Papst eine feste Absichtserklärung zu fordern, nicht zurückzutreten. Sie erwarten vom neuen Papst in dessen Inaugurationsrede als Fixpunkt die Feststellung, daß ein Papst auf Lebenszeit berufen ist. Die ungewöhnliche Entscheidung Benedikts XVI., sein Pontifikat mit einem Amtsverzicht zu beenden, der die Kirche in nicht unerhebliche Schwierigkeiten im Umgang mit einer gänzlich ungewohnten Situation bringt, soll sich nicht wiederholen, so die Überzeugung dieser Kardinäle, wie heute der Corriere della Sera berichtete. Die Bestimmung über einen eventuellen Rücktritt könne nicht abgeschafft werden. Die Freiheit der Kirche müsse aber in Zukunft durch äußere Einflußnahme geschützt werden.

Noch am Tag, an dem Benedikt XVI. den Vatikan in Richtung Castel Gandolfo verlassen hat, begannen in Rom kaum überhörbar die Aktivitäten zur Stärkung der Sakralität des Papsttums. Die Entscheidung des deutschen Papstes wurde mit Respekt begleitet und als für die moderne Welt provokanter Akt der Selbstentäußerung und der Demut gedeutet. Sie wurde gleichzeitig jedoch auch als destabilisierende Geste wahrgenommen.

Zu den wenigen offenen Kritikern gehörte der polnische Kardinal und Erzbischof von Krakau, Stanislaw Dziwisz. Der langjährige Sekretär von Johannes Paul II. erinnerte an diesen mit den Worten: „Vom Kreuz steigt man nicht herab.“ Benedikt XVI. schien in seiner Ansprache bei der letzten Generalaudienz am 27. Februar auf dem Petersplatz zu antworten: „Ich gehe nicht vom Kreuz weg, sondern bleibe auf neue Weise beim gekreuzigten Herrn.“ Ein Wortwechsel aus der Entfernung zwischen dem scheidenden Papst und einem der Papstwähler im kommenden Konklave, dessen Tragweite erst noch zu entziffern sein wird.

Auf dem polnischen Internetportal Geopolityka wagte Gracjan Cimek eine Auslegung. Es sei Joseph Kardinal Ratzinger gewesen, der Johannes Paul II. daran erinnert habe, daß man vom Kreuz nicht herabsteigen kann. Das Thema wird die in wenigen Tagen beginnende Generalkongregation der Kardinäle ausführlich beschäftigen. Eine Diskussion, die nicht schmerzlos verlaufen könnte. Es geht darum, die tiefere Bedeutung der Geste Benedikts XVI. zu ergründen und daraus Schlüsse zu folgern, ob es sich dabei um eine persönliche Entscheidung handelte, die als Ausnahme in die Kirchengeschichte eingehen wird oder ob weitergehende Folgerungen daraus abzuleiten sind, die bereits in das nächste Pontifikat und die nachfolgenden hineingreifen.

Ein Verweis auf die Bestimmungen des Kirchenrechts allein wird nicht genügen. Das galt bisher, da die Rücktrittsbestimmung faktisch ebenso unbeachtet wie unbekannt im Raum stand und niemand an eine praktische Anwendung auch nur einen Gedanken verlor. Eine Gruppe von Kardinälen sieht die Notwendigkeit, das richtige Gleichgewicht zwischen dem Schritt Benedikts XVI., der in der zweitausendjährigen Geschichte der Kirche einen Bruch darstellt (wenn es auch Vorgängerfälle gab) und der Kontinuität der Kirche, deren Natur Brüche nicht gut bekommen.

Konkret geht es dabei darum, jeden Eindruck zu vermeiden, das Papsttum sei irgendeiner weltlichen Institution gleichgestellt. Um so entschiedener sind die Reaktionen zahlreicher Kardinäle innerhalb der vatikanischen Mauern gegen viele Wortmeldungen der letzten Wochen, die Rücktritte für Päpste verallgemeinern und als Zeichen einer „Modernisierung“ darzustellen versuchen. Eine Auslegung, die bei nicht wenigen Kardinälen im Umkehrschluß als Warnsignal verstanden wurde. Sie sehen in der Berufung zum Stellvertreter Christi auf Erden auf Lebenszeit keineswegs nur ein historisches Zufallsprodukt, das einfach geändert werden könnte oder sollte. Das Papsttum entspricht einer Form von Theokratie, die nicht mit dem Amt eines Staatspräsidenten oder Ministerpräsidenten zu verwechseln ist. Im Papsttum konzentriert sich das ganze Drama der Weltkirche in einer Person.

Nicht zuletzt sehen einige Kardinäle die Gefahr einer Einflußnahme von außen. Gibt es ein Papsttum auf Zeit, wird das Amt nicht nur profaniert, sondern riskiert, zum Spielball ausreichend starker Mächte zu werden, wie die Wucht konzentrierter Medienkampagnen beweisen oder der insistente Druck von Regierungen. Die entschiedene Stellungnahme von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone vor einigen Tagen gegen „unangebrachte Einmischung“, spricht eine deutliche Sprache. Sie wandte sich gegen eine Einmischung durch eine „öffentliche Meinung“, aber auch durch „Staaten“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Messa in Latino

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30 Kommentare

  1. Ja, die angesprochene Gefahr existiert. Nein, das Vorgehen von Papst em. Benedikt XVI. stellt keinen Bruch dar, denn was rechtlich vorgesehen ist (wenn auch unüblich), braucht keinen Präzedenzfall mehr. Was die angebliche Forderung der Kardinäle nach Regierung auf Lebenszeit angeht, glaube ich 1. nicht, daß es diese Gruppe wirklich gibt, 2. wäre eine solche Forderung in allerhöchstem Maße unangebracht, und 3. wäre ein gewählter Papst in keinerlei Hinsicht an ein solches Versprechen gebunden.
    Es wäre allerdings zu prüfen (ich bin kein Kirchenrechtler), ob ein solches Unterdrucksetzen des papa eligendus nicht die automatische Exkommunikation nach sich zöge.

    • Volle Zustimmung! Wenn sich der Papst auf so eine Forderung von Kardinälen einließe, sozusagen ein verbindliches Wahlversprechen abgebe, wäre er schon von Beginn an geschwächt und abhängig – geradezu eine Marionette dieser Forderung und ihrer Erheber. Das wäre wirklich gefährlich für die Kirche. Die freie Entscheidungsgewalt des regierenden Papstes muss bleiben – ohne jedwede Einschränkung und Einschüchterung durch andere.

      • Ich stimme Victor und Jovic vollumfänflch zu. Durch jede Vorabregelung über einen möglichen oder unmöglichen Rücktrtt wird das Papsttum geschwächt. Hier war es, soweit bekannt, so, daß BXVI die Probleme innerhalb der Kurie über den Kopf gewachsen sind. Das ist für einen 85-jährigen Menschen keineswegs eine Schande. Eine Fortsetzung seines Amtes hätte zu einer gefährlchen Agonie der Kirche führen können, und der nüchternen Einstellung von BXVI, hieraus die notwendigen Konsequenzen gezogen zu haben, ist sein Verdienst. Im Übrigen ist BXVI selbst ausder Kurie hervorgegangen, wohingegen der robuste JPII von außen kam und daher nicht durch persönliche Verpflichtungen zwar nicht rechtlch, wohl aber persönlich gebunden war.

        Wir dürfen hoffen, daß der nächste Papst von außerhalb kommt, möglichst aus eine blühenden Kirche eines Entwicklungslandes und vor dort den dringend benötigten Rückhalt hat, den JPII in Polen, nicht jedoch BXVI in Deutschland hatte. Ganz im Gegenteil, die Deutschen sind ihm sogar in ihrer ideologschen Verblendung in den Rücken gefallen.

        Zwar hat JPII troptz seiner Schwäche sein Amt weiter ausgeübt. Dieser Papst war jedoch durch seinen Kampf mit dem kommunistgischen Regime und das Überleben eines Attentates ganz anders gestählt, als BXVI, der unmittelbar von der Universität zur bischöflichen Laufbahn kam und solche harten Kämpge nie erlebt hat. Nab kann diese bveiden Persönlchkeite nicht eifach gleichsetzen.

  2. Sperrfeuer aus italienischen Medien. Ein papa eligendus darf in keinier Weise unter Druck gesetzt werden. Wir dürfen ruhig sein. Die Medientrommel wird in den kommenden zwei Wochen fest getrommelt.

  3. „… ob es sich dabei um eine persönliche Entscheidung handelte …“

    Zweifelt man an der Aufrichtigkeit Seiner Heiligkeit Papst em. Benedikt XVI.?

  4. Das wäre unabdingbar nötig!!!
    Denn die bezeichneten Probleme und Ängste der Kardinäle werden sich nur zu bald als mehr als bereichtigt erweisen.
    Papst Benedikt XVI hat seiner Kirche in seiner Abdankung einen schlechten Dienst erwiesen, so sehr es menschlich verständlich ist.

  5. Was mein besonderes Unverständnis erregt, ist diese heitere Selbstverständlichkeit mit der sich der Pontifex in den „Gebetsruhestand“ verabschiedete, so als sei ein Papstrücktritt die normalste Sache der Welt. Das hatte schon etwas geradezu unverschämtes und scheint mir anzuzeigen, dass er diesen Schritt, der zugegebenermaßen sein Recht ist und als ultima ratio unter besonderen Umständen sogar gerechtfertigter Weise in Anspruch genommen werden kann (etwa äußere Einflussnahme durch Erpressung oder totaler Autoritätsverlust in der Kurie), von Anfang seines Pontifikates an so geplant hatte und er diesen überdrein auch als Präzedenzfall und Vorbild für alle weiteren Pontifikate sehen will. Sehr inkonsequent finde ich, dass alle äußeren Würden im Wesentlichen unangetastet bleiben und er weiter wie ein Quasi-Papst im Vatikan herumgeistert. Das kann nicht der Normalfall werden!! Besonders paradox: er, dem die Hermeneutik der Kontinuität und die Beachtung der Tradition ein besonderes Anliegen gewesen zu sein schien, beendet sein Pontifikat mit einem absoluten Bruch der Tradition. Ziemlich schizophrene Situation, das muss man bei aller Liebe und Verehrung schon einmal sagen dürfen.

    • Danke für Ihre ehrlichen Worte! – Das mit der heiteren Selbstverständlichkeit trifft genau meinen Eindruck: Er geht nach eigenen Aussagen „auf den Berg beten“ und kündigt das auch noch ausgerechnet an dem Sonntag des Evangeliums von der Verklärung an, in dem Jesus Petrus die Bitte nach dem Hütten-Bauen abschlägt. Er bezieht ein Kloster, das für Ordensfrauen gedacht war, die für den Papst und die Kirche beten sollten und deren Dienst er für seine Bedürfnisse beendet hat. Ich fürchte, es war seine eigene „Tradition“ von der er viel gehalten hat, nicht die der Kirche. Beten wir dafür, dass wir jetzt einen Papst bekommen, der nicht so sehr in seine eigene theologische „Genialität“ verliebt ist, sondern sich an den schlichten Glauben hält!

      • Das ist schon ziemlich selbstgerecht, was Sie hier schreiben. Sie wissen doch gar nicht, was der Papst mit den Ordensschwestern des Klosters im Detail besprochen/vereinbart hat. Sie unterstellen Benedikt XVI. Selbstverliebtheit und ein falsches Tradionsverständnis. Kennen Sie ihn persönlich, dass Sie so urteilen könnten?

        Ich finde das ziemlich hochmütig, arrogant und geradezu frech, über den em. Papst so den Stab zu brechen. Was ist die Tradition der Kirche, die nicht die seine ist? Wo hielt er sich nicht an den „schlichten Glauben“?

        Sie machen es sich wirklich zu einfach.

        • „Was ist die Tradition der Kirche, die nicht die seine ist? Wo hielt er sich nicht an den „schlichten Glauben“?“

          2005 : Benedikt XVI. behauptet auf dem Weltjugendtag, der protestantische (bis zuletzt nicht katholische) Frère Roger, dem er selbst zuvor die Kommunion erteilt hatte, sei im Himmel.
          Im selben Jahr betonte Benedikt XVI, dass Nicht-Christen gerettet werden können: http://www.zenit.org/en/articles/nonbelievers-too-can-be-saved-says-pope
          Dies widerspricht der Rechtfertigungslehre vom Konzil von Trient.

          2005: Benedikt XVI lehrt, dass Muslime „Gläubige“ sind. Zitat: „Der gläubige Mensch – und wir alle als Christen und als Muslime sind gläubige Menschen – weiß, daß er sich trotz der eigenen Schwäche auf die geistige Kraft des Gebetes verlassen kann. […] Sie führen die Gläubigen des Islam und erziehen sie im muslimischen Glauben. […] Sie tragen deshalb eine große Verantwortung in der Erziehung der nachwachsenden Generationen. Ich bin dankbar zu hören, in welchem Geist Sie diese Verantwortung wahren.“

          Ebenfalls 2005, in einer ökumenischen Botschaft an den Patriarchen von Konstantinopel, sagte er: „Dieses Jahr erinnern wir an den 40ten Jahrestag des 7. Dezembers 1965, dem Tag, an dem Papst Paulus VI. und der Patriarrch Athenagoras, unglücklich über die Geschehnisse von 1054, gemeinsam entschieden, das verhängte Urteil der Exkommunikation aus dem Gedächnis der Kirche zu streichen.“

          Es bezieht sich darauf, dass im Jahr 1054 der Patriarch von Konstantinopel, Michael Cerularius, die Kommunion mit der katholischen Kirche und dem Papst brach. Cerularius lehnte die universelle Autorität Roms ab, verbot den römischen Ritus in Konstantinopel und erklärte ihn für ungültig (weil er ungesäuertes Brot statt gesäuertem Brot beinhaltet). Cerularius wurde prompt von St. Leo IX exkommuniziert und das große Schisma mit dem Osten trat ein.
          >Nicht zuletzt die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, die der jahrhundertenalten Tradition seit Trient widerspricht.

        • Die kritischen Äußerungen haben viel für sich, persönlich bin ich aber der Meinung, daßBXVI erpreßt wurde. Da gibt es durchaus Materie. Eine unheilvolle Rolle hat auch der deutsche Episkopat gespielt, die in der Weltkirche ärgerlich zur Kenntnis genommen wurde. Ich wünsche mir nur eines, das die Kardinäle ihren deutschen Amtskollegen die eiskalte Schulter zeigen.

  6. “ Die ungewöhnliche Entscheidung Benedikts XVI., sein Pontifikat mit einem Amtsverzicht zu beenden,… soll sich nicht wiederholen“

    Was sich nun wirklich nicht wiederholen darf, ist ein jahrelanges Siechtum des Papstes mit entsprechend langer praktischer Sedisvakanz, wie das in den letzten Jahren Wojtylas der Fall war. Besser ein Rücktritt zur rechten Zeit als ein Papst, der jahrelang nicht mehr die Kirche führen kann.

    Die polnische Behauptung „Man steigt nicht vom Kreuz“ ist Unsinn. Der Papst hängt nicht am Kreuz, er hat die Kirche zu leiten!

    • Das ist kein Unsinn. Das Petrusamt steht in der besonderen Nachfolge Christi und damit auch in der besonderen Kreuzesnachfolge. Ich finde es fatal, wenn ein Papst in beinahe klagendem Ton betont, er habe im Amt keine Privatssphäre mehr gehabt. Das ist doch sonnenklar und das sollte jeder wissen und aus tiefstem Herzen bejahen, wenn er ein geistliches Amt, ob hoch, ob niedrig, übernimmt. Die Berufung zum Petrusdienst kann man ebensowenig abstreifen wie die Berufung zum Priestertum. Dass es die Möglichkeit eines Rücktritts vom Petrusamt und eine Laisierung vom Priestertum gibt, heißt noch lange nicht, dass solches ein normaler Vorgang sei. Wenn man jeden Sollensanspruch mit einem „vor Gott geprüften Gewissen“ wegwischen kann, dann kann man gleich das katholische Amtsverständnis, jegliche Form von Gelübde und Versprechen und Indienstnahme durch göttliche Berufung abschaffen. JP II. hat in der Zeit seines öffentlichen Leidens und Sterbens durch seine Treue zur göttlichen Berufung mehr Menschen das Herz und den Sinn dafür geöffnet, was Glaubens bedeuten und bewirken kann, als in den Jahren seines Pontifikates davor. Der Ruf des Volkes „santo subito“ wurzelte in diesem bewegenden Zeugnis des Glaubens, den auferlegten Kreuzweg nach dem Vorbild des Herrn und im Vertrauen auf Gott zu Ende zu gehen.

      • Wojtyla war in seinen letzten Jahren eher eine Witzfigur (es wurden tatsächlich Witze über den „Zitterpapst“ usw. gerissen!).
        Von Würde in seinen letzten Jahren kann doch überhaupt keine Rede sein.

        Der Ruf des „santo subito“ erfolgte von Kirchenfeinden, die eine Heiligsprechung dieses Glaubensrelativierers und damit Glaubenszerstörers bewirken und damit den Bock in den Garten der Heiligen bekommen wollen.

        Jeder, der ein Herz für die Kirche hat, konnte doch nur leidvoll und fassungslos zusehen, wie die Kirche jahrelang praktisch ohne einen Petrusnachfolger dastand, weil dieser Unselige so am Sessel klebte.

        Es macht absolut keinen Sinn, wenn jemand an seinem Posten festklebt, den er nicht mehr wahrnehmen kann – und das gilt auch für den Papst!

        Es gibt übrigens einen wichtigen Unterschied zwischen Christus und Wojtyla: Christus war bis zuletzt geistig und seelisch bei voller Kraft. So konnte er auch seine letzten Worte sprechen.

        Es werden zwar auch „letzte Worte“ von Wojtyla kolportiert, doch habe ich daran erhebliche Zweifel – im Unterschied zu den letzten Worten Christi.

        • JPII ist im harmlosen Fall ein Häretiker. Man lese nur seine Enzyklikentriologie: REDEMPTOR HOMINIS, DIVES IN MISERICORDIA & DOMINUM VIVIFICANTEM. Wer noch die glasklare Analyse dieser Triologie von Prof. Dörmann studiert, dem wird klar, dieser Mann kann kein kath. Heiliger sein. Er hat die kath. Kirche in den Versammlungsraum der Einheitsreligion geführt. – Was einen möglichen Rücktritt betrifft, dazu wird er wohl in den letzten Lebensjahren mental nicht mehr fähig gewesen sein.

        • Das klingt ja, als wären Sie noch großzügig mit dem seligen Johannes Paul II. Bedenken Sie aber bitte immer auch Ihr Seelenheil.

  7. Ein Papstrücktritt aus gesundheitlichen Gründen kann notwendig sein, dagegen ist nichts zu sagen.
    Doch die Form beanstandet @ hicesthodie nach meiner Meinung mit Recht. Da kann ich nur zustimmen.
    Es gibt nur einen Papst, mit der Sedisvakanz ist SEINE HEILIGKEIT BENEDIKT XVI. ein Papst, der der Vergangenheit angehört, sein Pontifikat ist Teil der Kirchengeschichte.Es war definitiv am 28. Februar um 20.00 Uhr im Jahr 2013 beendet. Dann stehen ihm auch die äußeren Würden nicht mehr zu, die ausdrücklich dem 266. Nachfolger Petri, wenn er gewählt ist, zuerkannt werden müssen. Und zwar ausschließlich, einen Senior-Papst gibt es nicht.
    Schade für Joseph Ratzinger, dass er nicht die Größe besitzt ,mit seinem Rücktritt auch auf die Würden zu verzichten.Das geht nun wirklich nicht: Sich der Bürde zu entledigen, sich mit der Würde weiter schmücken. Und damit die Sakralität des Amtes zu beschädigen.
    Der Vorgang bleibt mir unverständlich. Er passt nicht zu diesem Menschen, wie man ihn kannte oder glaubte, zu kennen.
    „Ziemlich schizophrene Situation“, ich kann diese Einschätzung nur wiederholen.
    Die Kirche hat mehr als genug Probleme, mit dieser inkonsequenten, selbstbezogenen Form des Papstrücktritts kommt noch ein Problem dazu. Es ist nie leicht für Nachfolger, den Vorgänger zu berichtigen. Doch in diesem Fall wird es nötig sein. Um der Würde des Petrusamtes zu entsprechen.

    • Liebe Cuppa, ich wundere mich immer und immer wieder, woher Sie ihr immenses kirchenrechtliches Wissen schöpfen. Immerhin wissen Sie immer genau, was ein Papst darf und was nicht. Aber ich bin sicher, Sie werden mir bald erklären, an welchen Universitäten Sie ihren Doctor utriusque iuris, philosophiae, theologiae etc.etc. gemacht haben.

  8. Einmal Papst, immer Papst – sämtlicher heiligen Päpste wird ja mit einem eigenen Meßformular gedacht, was zeigt, daß sie auch im Himmel Papst bleiben. Es wäre also unsinnig, wenn Papst em. Ratzinger für den Rest seines irdischen Lebens zum Kardinal „zurückgestuft“ würde, um dann auf dem Totenbett wieder als Papst bekleidet zu werden. Ein Bruch mit der Tradition ist es ja gerade NICHT, denn Rücktritte von Päpsten sind vorgekommen. Das 19. Jahrhundert und sein Modell des Papsttums ist nicht das Nonplusultra der Kirchengeschichte; man darf und soll darüber hinausblicken. Und der Heilige Vater Papst em. Benedikt XVI. behält eben NICHT sämtliche Ehrentitel – er wird nicht mehr die Mozzetta tragen (ein Zeichen der Jurisdiktion), er wird nicht mehr die roten Schuhe tragen (ein Zeichen des Papstamtes)…
    Aber wenn man natürlich auf Teufel (!) komm raus Kritikpunkte finden will, würde man auch beim heiligsten Menschen fündig werden.

    • Es gab in der ganzen Kirchengeschichte nur zwei Rücktritte. Einer davon war wahrscheinlich freiwillig, der von Coelestin V. Das Papstamt ist keine neue Weihestufe wie die des Bischofs, also müsste es da enden, wo es verlassen wird. Wer nicht als Papst stirbt, sollte auch keine päpstliche Beerdigung bekommen. Pius XII. hatte noch sehr wohl gewusst, dass er nach einem Rücktritt wieder und „nur noch“ Kardinal Pacelli sein würde. Und was die roten Schuhe betrifft, so soll Benedikt XVI. die weitertragen, die ihm in Mexiko geschenkt worden sind. Ganz privat? Ich habe vor ein paar Tagen eine Diskussion unter katholischen Jugendlichen überhört, in der Wetten darauf abgeschlossen wurden, wann der erste Dokumentarfilm über den Papst im Ruhestand laufen wird und wann wir den Altpapst in einem weiteren Interviewbuch mit Peter Seewald werden lesen können. Es ist wirklich keine Häme, aber selbst wenn ich Joseph Ratzinger das Beste unterstellen will, es geht ja bereits los: http://www.kath.net/detail.php?id=40346

      • 1. Die Schuhe aus Mexiko sind braun, nicht rot.
        2. Coelestin V. liegt in seinem Glassarg, bekleidet mit den päpstlichen Gewändern. Sein Meßformular ist das für einen heiligen Papst.
        3. Der Papst ist der Bischof von Rom. Als der Bischof von Tulle zurücktrat, wurde er weiterhin „Bischof em. von Tulle“ genannt. Warum sollte der Bischof von Rom, der den Titel Papst trägt, nicht nach seiner Emeritierung seinen Titel behalten?
        4. Ich wiederum wette mit Ihnen, daß wir von Papst em. Benedikt XVI. bis zu seinem Tod so gut wie nichts hören oder sehen werden. Wenn andere über ihn schreiben und Filme machen… ach meine Güte, wollen Sie Pius XII. auch vorwerfen, daß Hochhuth ein Theaterstück über ihn geschrieben hat?

        • 1. http://www.stern.de/panorama/benedikt-xvi-neue-schuhe-aus-mexiko-1978571.html Ist das Braun?
          2. Coelestin V. wurde ins Papstamt gedrängt und (höchstwahrscheinlich) auch wieder heraus. Er starb als Gefangener seines Nachfolgers, nicht als Papst Emeritus. Er wäre gewiss auch ohne sein biographisches Intermezzo als Papst ein Heiliger gewesen. Das er „post mortem“ als Papst behandelt wird ist logisch, weil er in der Reihenfolge der Nachfolger Petri einmal eine gültige Stelle eingenommen hatte. Aber nach seinem Rücktritt war er eben kein Papst mehr, sondern der Mönch Pietro Murrone.
          3. Die Anrede des Bischof bezieht sich auf eine Weihe. Das Papstamt ist aber keine höhere Weihestufe, sondern ‚nur‘ ein Amt. Ein Bischof bleibt auch als Emeritus Bischof. Ein Papst nicht. Vorschlag zur Güte: Wie wäre es mit „Eure ehemalige Heiligkeit“?
          4. Hochhuth hat ein Theaterstück ÜBER Pius XII. geschrieben. Ich meinte Interviews MIT dem ehemaligen Papst. Wir warten einfach mal ab. Schöner wär’s ja, wenn Sie die Wette gewinnen.

        • Zu 3.: Prima. Das wäre die Lösung. Ein tragfähiger Kompromiss. Doch leider sieht das „Seine (ehemalige) Heiligkeit“ anders…
          Natürlich wäre die Lösung im Falle Coelestin V. die dem Papstamt angemessene Lösung. Die einzige Lösung, die dem Sinn, der Bedeutung des Petrusamtes entspricht.

  9. Wohlgemerkt: Ich bleibe auf der theologischen Ebene. (Dem Menschen Joseph Ratzinger möge es gut gehen).
    Die Konzilskirche steht vor uns mit dem Bruch zur vorkonziliaren Kirche. Johannes Paul II. hat es doch eingeführt: Das Amt ist mehr und mehr auf seine Person zugeschnitten, auf seine Medienwirksamkeit. Dann passiert es während der Eucharistiefeier: Das Altarkreuz wird schon mal beiseite geschoben, damit die Welt in sein ergriffenes Gesicht schaut…
    Das darf man Benedikt XVI. keinesfalls unterstellen, wohltuend hat er sich in dieser Hinsicht von seinem Vorgänger unterschieden.
    Doch was geschieht jetzt? Die Bürde und die Würde des Petrusamtes hängen untrennbar zusammen. Sie auseinanderzureißen, schafft einen gefährlichen Präzedenzfall. Dem Stellvertreter Jesu Christi auf Erden gebührt die Anrede:“Heiligkeit“ und sonst niemand. Nur und ausschließlich ihm.
    Doch das „autonome, von der Tradition unabhängige lebendige Lehramt“ sah es anders. Aber was kann man von mehr oder weniger modernistischen Konzilspäpsten erwarten: Der eine ersetzt die 2000jährige, gewachsene Liturgie durch einen Ritus, den eine Kommission ersonnen hat, der andere verbrüdert sich mit Religionsvertretern, die strikt die Gotheit Jesu Christi leugnen, der nächste erfindet den Papst em. neu, mit noch nicht absehbaren Folgen.
    Wer hier noch von Kontinuitätt sprechen will, ich weiß nicht, in welchen Illusionen er sich wiegt.

  10. Gott dem Herrn sei es gedankt, das Er es sich selber nicht überlegt hat, und vom Kreuz gestiegen ist, so wie es höhnende Worte in Seine Richtung verlangten, so aber hat Gott der Herr, aber Gott der Herrr wolte eben nicht der Welt gehorchen, sondern er hat sein Leben für unsere Sünden am Kreuzesstamm geopfert . Ebenso haben auch die Heiligen, Seligen Märtyrer früherer Zeit, und auch die Märtyrer der heutigen Zeit, genau das ERNST genommen, das Gott der Herr von uns allen Wünscht.

    „Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“ (Markus 8:34).

    Und es ist wahrlich zu befürchten ,das mit den unseeligen Rücktritt der em. Bischof von Rom ein Faß ohne Boden öffnete.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen.

  11. Jegliche Kritik am Rücktritt des Heiligen Vaters ist vermessen.
    Vermutlich können die wenigsten nachvollziehen, welches Arbeitspensum, welche psychische und körperliche Belastung mit diesem Amt einhergehen und wie hoch der Bedarf an Konzentration und Tatkraft ist. Den Überblick über alle Aufgaben, Strukturen und Personen zu behalten, der Termindruck – das alles fordert die volle Schaffenskraft.
    Das ein 85-jähriger hier an seine körperlichen Grenzen kommt, sollte verständlich sein.
    In dieser schwierigen Zeit brauchen wir aber einen Papst, der voll auf der Höhe ist. Wir können uns einen Papst, der nur noch im Hintergrund da ist, aber faktisch nicht mehr die Kirche regiert, schlicht und einfach nicht leisten. Ich bin mir sicher, daß ich die Heiligsprechung Benedikts XVI. noch werde erleben dürfen, mit etwas Glück auch noch die Erhebung zum Kirchenlehrer. Das tut aber der Tatsache keinen Abbruch, das dieser große Mann nun auch ein alter Mann ist, der selbst erkannt hat, diese Aufgabe nicht mehr bewältigen zu können. Und das spricht uneingeschränkt für ihn.
    Vermutlich wird nun der eine oder andere meinen, er müsse Benedikt XVI. empfehlen, er habe im Amt bleiben und auf den Heiligen Geist vertrauen sollen. Diesen sei gesagt: Benedikt XVI. dürfte IMMER auf den Heiligen Geist vertraut haben. Und man darf darauf vertrauen, daß die Entscheidung zum Rücktritt, die Benedikt XVI. als amtierender Pontifex maximus, im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und im Gebet getroffen hat, sehr wohl vom Heiligen Geist inspiriert und getragen ist. Soviel Vertrauen in den Heiligen Geist möchte ich den Rücktrittskritikern dringend empfehlen.

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