Franziskus I. – der Papst vom "Ende der Welt"

Jorge Mario Kardinal Bergoglio ist der neue Papst Franziskus I.(Vatikan) Das Konklave brachte eine große Überraschung. Überraschend ist die Wahl des Argentiniers, Jorge Mario Kardinal Bergoglio. Der Erzbischof von Buenos Aires ist seit dem Apostenfürsten Petrus der erste Nicht-Europäer auf dem Stuhl Petri, der erste Lateinamerikaner und der erste Jesuit. Überraschend ist auch der Name Franz I., den er sich als Papst erwählt hat. Obwohl Jesuit steht der Nachfahre italienischer Einwanderer der neuen Gemeinschaft Communione e Liberazione (CL) von Don Giussani nahe. Aus den Reihen dieser Gemeinschaft galt eigentlich der Mailänder Erzbischof Angelo Kardinal Scola als „Papabile“. Bergoglio ist nur anderthalb Jahre jünger als Joseph Kardinal Ratzinger, als dieser 2005 zum Papst gewählt wurde. Anders als erwartet, wollte das Kardinalskollegium eindeutige Signale setzen, die es noch zu lesen gilt, aber kein langes Pontifikat, wie zuletzt angenommen worden war. Am 17. Dezember wird Papst Franz I. 77 Jahre alt.

Die Namenswahl weist unweigerlich auf den „poverello“, den „kleinen Armen“, den heiligen Franz von Assisi hin. Kein Papst hatte sich bisher diesen Namen zugelegt. Ein Name ist Programm. Kardinal Bergoglio verbot den argentinischen Gläubigen, die ihn aus Freude zu seiner Kardinalserhebung nach Rom begleiten wollten, die Reise anzutreten. Er forderte sie auf, das Geld wohltätigen Zwecken zu spenden. Berufungen an die Römische Kurie lehnte der Jesuit ab. Nach Rom reiste er nur, wenn es unbedingt notwendig war.

Franz von Assisi war aber keineswegs nur das Klischee, das man heute von ihm kennt, sondern neben seiner evangelischen Armut vor allem ein unerschütterlicher Streiter Gottes und unverbrüchlicher Sohn der heiligen Kirche. Dies zu einer Zeit, als es viele sektiererische Strömungen außerhalb der Kirche gab und viele Gläubige sich durch Unzufriedenheit mit der Kirche diesen Gruppen anschlossen. Der heiligen Franziskus stellte ihnen ein ebenso authentisches, wie radikales Gegenmodell entgegen. Das auch miteinschloß, notfalls in der Kirche an dem zu leiden, was an ihr zu dieser Zeit durch menschliche Schwachheit und Unkenntnis nicht ihrem eigentlichen Wesen entspricht.

Der neue Papst war in Argentinien auch Bischof für die orientalischen Christen. Das heilige Meßopfer in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus hat er seit dem Motu proprio Summorum Pontificum noch nicht zelebriert. Die Umsetzung des Motu proprio in der Erzdiözese war „eher lau“, so Messa in Latino. The Remnant schreibt in einem ersten Bericht, daß über seine Haltung zum überlieferten Ritus nicht viel bekannt sei. In seiner Erzdiözese gibt es eine Niederlassung des altrituellen Institut du Bon Pasteur. Er gehörte jedoch bisher unter anderem der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung an. In Fragen der kirchlichen Morallehre und der kirchlichen Ordnung gilt er als Papst Benedikt XVI. nahestehend. Zur Legalisierung der Tötung ungeborener Kinder sagte der Kardinal: In Argentinien „gibt es die Todesstrafe“. Er wandte sich auch entschieden, allerdings erfolglos gegen die Legalisierung der Homo-Ehe durch den argentinischen Staat.

Vatikansprecher Pater Federico Lombardi, Jesuit wie der neue Papst, sagte in einer ersten Stellungnahme, daß Franz I. ein Papst sei, der einen „Stil der Einfachheit und des evangelischen Zeugnisses“ zeige und zudem eine „Kontinuität mit Benedikt XVI.“ repräsentiere.

In finanzpolitischen Fragen darf mit einer Kritik an den Auswüchsen des Kapitalismus gerechnet werden. Bergoglio, obwohl kein Franziskaner, kann in seinem Lebensstil als Franziskaner bezeichnet werden. Er verfügt weder über einen Fahrer noch über eine standesgemäße Limousine. In Buenos Aires war er viel mit öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs. Im Konklave von 2005 war er der „Gegenspieler“ Benedikts XVI., der unter Tränen die Kardinäle im Konklave darum gebeten haben soll, nicht ihn, sondern Joseph Ratzinger zu wählen. Der Gegenspieler wurde nun zum Nachfolger. Hat das Pendel in die andere Seite ausgeschlagen? Unter den menschlichen Lastern ist ihm der Karrierismus, vor allem in der Kirche, ein besonderes Ärgernis.

In der kurzen Ansprache an die auf dem Petersplatz versammelte Menschenmenge sprach er sowohl im Zusammenhang mit seinem Vorgänger, Papst Benedikt XVI. als auch von sich selber als „Bischof“. Franz I. wandte sich damit eindeutig an seine Diözese als Bischof von Rom. Welche Auswirkungen das für sein Verständnis des Papsttums hat, muß sich erst zeigen. Welche Rolle wird die Kollegialität spielen, auf die in den Generalkongregationen viel Wert gelegt wurde?

1973 bis 1980 war Bergoglio Oberer der argentinischen Ordensprovinz der Jesuiten und widersetzte sich damals energisch der marxistischen Befreiungstheologie. Nicht zuletzt auch wegen seines Widerstandes gegen einige marxistisch angehauchte Mitbrüder und die daraus entstandenen Konflikte wurde er versetzt. 1986 promovierte er in Deutschland, weshalb er neben Spanisch und Italienisch auch sehr gut Deutsch spricht. Anschließend wirkte er als Spiritual und Beichtvater an der Jesuitenkirche von Cordoba. 1992 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Weihbischof von Buenos Aires. 1997 zum Koadjutor ernannt, folgte er Antonio Kardinal Quarrancino im Amt des Erzbischofs der argentinischen Hauptstadt nach. Bis 2011 war er zudem Vorsitzender der argentinischen Bischofskonferenz.

In den Generalkongregationen im Vorfeld des Konklave sprach der neue Papst vor allem über die Barmherzigkeit Gottes und die Freude am Glauben. In Argentinien heißt es, die Priester, die in den Armenvierteln wirken, seien ihm die liebsten. Ohne Abweichungen von der Glaubenslehre versuche er alle, auch die Entferntesten für Christus zu gewinnen. Die Kirche, so Kardinal Bergoglio, müsse „immer das barmherzige Antlitz Gottes widerspiegeln“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Servizio Petrino

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48 Kommentare

  1. Petrus Romanus?

    Es wäre schön, wenn er zu der Soziallehre der Kirche zurückkehrt, die von Johannes Paul II. – wohl auch wegen seiner Abstammung aus einem kommunistischen Land – gänzlich aufgegeben wurde zugunsten des unsäglichen Kapitalismus.

    • Werter Herr Bell, woraus entnehmen Sie das denn, dass JP II die Soziallehre der Kirche zugunsten des Kapitalismus aufgegeben habe? Was verstehen Sie unter Kapitalismus?

  2. Ich habe gemischte Gefühle, aber hoffe das er der überlieferten Liturgie wieder eine tragende Rolle geben wird.
    Beten wir darum.

  3. „Welche Auswirkungen das für sein Verständnis des Papsttums hat, muß sich erst zeigen.“

    Unser Papst Franz hat den Primat der römischem Kirche nicht vergessen: „And now let us begin this journey, the Bishop and the people, this journey of the Church of Rome which presides in charity over all the Churches, a journey of brotherhood in love, of mutual trust.“ (http://en.radiovaticana.va/news/2013/03/13/pope_francis:_his_first_words_/en1-673112)

  4. Kardinal Jorge Mario Bergoglio wurde mir von der Jugend 2000 zur „Adoption“ zugewiesen.
    Dass er sich nun Franziskus nennt, finde ich sehr schön, weil ich Mitglied des dritten Ordens der Franziskaner und Vorsteherin unserer Ortsgruppe bin.
    Sein leises, unspektakuläres Auftreten auf der Loggia hat mich sehr angerührt.
    Liberal eingestellt, habe ich ihm gegenüber dennoch ein gutes Gefühl.
    Ich bin jedenfalls gewillt, ihm einen ganz großen Vertrauensvorschuss zu geben.

    Papst Franziskus I. Bitte um Gebet für ihn, sein Beten mit dem Volk, seine Ruhe, seine zurückhaltende Gestik, seine tiefe Verbeugung – es waren starke, positive Zeichen.

    Meine allergrößte Angst war die Möglichkeit einer Wahl Odilo Scherers.
    Nun bin ich erleichtert.

  5. Mir ist das aufgefallen: Franziskus I. sprach nur von sich als vom Bischof von Rom.
    Ich kann das nicht deuten. Die DBK mit ihrem Leiden unter dem angeblichen Zentralismus Roms dürfte das gern hören. Mir wurde das Herz schwer.
    Die Zeit der Prüfungen und Leiden für die Kirche geht weiter. Es tut zwar weh, doch zu diesem Zeitpunkt ist nichts anderes zu erwarten.
    Franziskus I. wird nicht von Hermeneutiken sprechen, er wird den Traditionsbruch nicht künstlich überdecken wollen. Hoffe ich wenigstens. Dafür werden andere Prüfungen kommen.
    Doch man muss es ja nicht allein tragen. Ich bin ja nur Gläubige, und die Priester des Priorats werden damit umgehen können. Und das ist gut so…

    • Liebe @Cuppa!
      Bitte lassen Sie Ihr Herz nicht schwer werden und versuchen Sie, genau wie ich, Papst Franziskus I. einen Vertrauensvorschuss zu geben.
      Jeder Mensch verdient ihn!
      Er wird auf unsere Gebete angewiesen sein.
      Dass er von sich als Bischof von Rom sprach, kann doch auch ein Zeichen von
      Bescheidenheit sein.
      Er wirkte sehr nachdenklich auf mich.
      Könnten es nicht auch Angstgefühle sein, die ihn als erstes durchflutet haben?
      Wer kann das wissen?
      Aber Sie haben recht: Prüfungen werden kommen.
      Für ihn wie für uns!
      Aber was hätten wir empfunden, hätte Odilo Scherer auf der Loggia gestanden?
      Davor hatte ich wirklich Angst!

  6. Den Systemzeitungen missfällt dass er sich eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung mit Präsidentin Kirchner wegen der Homoehe lieferte, er nannte diese nach Zeitungsberichten einen schwerzen Anschlag auf den Plan Gottes.
    Papst Benedikt hätte Präsidentin Kirchner womöglich für die ernsten Worte gedankt, so wie er das machte als Präsident Wulff ihn aufforderte die Ehescheidung freizugeben.

  7. Große Zeichen. Der tagelange Regen hört auf als Kardinal Tauran den Balkon betritt. Der Kardinalprotodiakon ist völlig außer Rand und Band vor Freude. Später zeigen sich andere Kardinäle auf den Balkonen. Alles entspannte und freudige Gesichter. Es scheint jeder zufrieden zu sein. Keine geteilten Lager, auch die Gesichter der wichtigsten Kurienkardinäle sind gelassen. Sie sind angekommen.

    Und dann der Papst. Ein beweglicher Mann mit einer entspannten Haltung, tiefem Atem und ausgeglichenem Gesicht. Auf dem Weg zum Balkon lacht er. Völlig unverlegen steht er dann vor den Hunderttausenden. Er genießt zusammen mit allen Menschen auf den Petersplatz die Stimmung. Er fühlt sich ein. Seine erste Handlung ist es, gemeinsam mit allen zu schweigen. Er spricht vom Beginn eines neuen Weges. Brüderlichkeit, Liebe und Vertrauen. Der Weg wird sogleich begonnen: Ihr betet für mich und dann kann ich Euch segnen.

    Hier ist er: Der Vater, der sich auf seine Kinder überträgt.

    • So unterschiedlich kann man eine Geste bewerten: Er segnet von seinem Amt her, als Stellvertreter Jesu Christi. Niemals müssen wir für ihn beten, damit er segnen kann.
      Volksaltar – Volkspapst – bitte, nicht…

      Nie werde ich dafür beten, dass der Papst oder überhaupt ein Priester, das „Volk“ segnen kann. Diese Vollmacht gehört zum Priestertum. Das Volk, die „Brüder und Schwestern“, übertragen diese Vollmacht nicht.
      Ich möchte, dass der Papst, der Bischof, der Priester mich im Namen Jesu Christi segnet. Ich habe Seinen Segen nötig DURCH den Papst, den Bischof, den Priester…

      • Liebe Cuppa, sie sagen oben sehr richtig, Sie seien ja „nur Gläubige“. Wollen Sie nicht endlich einmal Ernst damit machen und die Theologie den Theologen überlassen? Ihre halbgaren Theorien machen Sie ja nur noch lächerlich.
        Freuen Sie sich, daß der Allmächtige uns einen neuen Heiligen Vater geschenkt hat, und überlassen Sie die Frage, ob das Volk für einen Priester, Bischof oder Papst beten soll, doch denen, die es studiert haben.
        Beten wir für unseren Heiligen Vater Franziskus!

        • Viktor: Warum glauben sie hat der Heilige Pater PIO, als er noch lebte, sich geweigert einen Bischof zu segnen sondern sich dankbar von diesen Segnen lassen. Ein Segen kommt immer von Höheren, die Früchte von unten sind ja an den Forderungen der „Kirche von Unten“ zu erkennen.

          Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

        • Lassen Sie Ihre Beleidigungen, Victor! Nennen Sie mich nicht „Liebe Cuppa“, wenn Sie zum persönlichen Angriff übergehen. Auch wenn ich Theologie studiert habe, bin und bleibe ich Gläubige.
          Halbgare Theorien? Hier stehen sich zwei Konzepte „von Kirche“ gegenüber. Haben Sie nie etwas von der Theologie der Befreiung, „von der Kirche von unten“ gehört? Die im Gegensatz steht zur hierarchisch verfassten Kirche? Haben Sie nie gehört, dass sich Kardinal Ratzinger, als Präfekt der Glaubenskongregation, damit befassen musste? Und weltweit einer Welle von Angriffen ausgesetzt war?
          Ich behaupte nicht, dass Franziskus I. ein Anhänger der Befreiungstheologie ist, das Modell „einer Kirche von unten“ vertritt. Dafür kenne ich ihn nicht. Ich habe Anklänge gehört, Eindrücke empfangen, die darauf hindeuten könnten,nicht mehr und nicht weniger.
          Wenn Ihnen der Unterschied zwischen diesen beiden Vorstellungen nicht klar ist, das ist mir egal. Aber beleidigen Sie bitte nicht diejenigen, die diesen Unterschied nicht nur kennen, sondern auch sachlich bewerten können.
          Ich sage es ausführlich: Das Volk opfert nicht während der hl. Messe, und der Priester ist nicht der Repräsentant des Volkes, der Vorsitzende, der Sprecher. Deshalb ist die Bezeichnung Volksaltar bezeichnend für den Bruch, der stattfand mit dem NOM.
          Der Priester ist am Altar Stellvertreter Jesu Christi, Er, unser Herr, ist der eigentliche Priester, der menschliche Priester ist Sein Werkzeug. So verhält es sich auch mit dem Segen. Der Papst ist Stellvertreter Jesu Christi auf Erden, nicht der Vorstandsvorsitzende von allen Katholiken, oder die Verkörperung des Volkes Gottes, oder was immer.
          Franziskus I. hat das auch nicht hervorgekehrt. Aber Anklänge waren zu spüren.
          Abschließend, Victor: Frechheiten, Beleidungen, ersetzen Argmente nicht.

        • Ich kann Sie nur unterstützen, werte Frau Cuppa! Die Auslassungen des Herrn „Viktor“ sind völlig unqualifiziert. Ich glaube, er weiß nie richtig, worum es geht. Mir fällt da ein, was der spanische König auf einer Sitzung zu Chávez sagte: Wenn du bloß mal deine Klappe halten würdest.

      • @ cuppa,

        samma a bißerl sektiererisch?

        Jesus hat in der Bergpredigt gesagt, „ihr sollt überhaupt nicht schwören“. Sektierer würden sagen, schwören ist verboten.

        Dabei kann man aus dem Wort Jesu entnehmen, daß gilt: Ihr sollt so leben, daß kein Mensch von einem Christen einen Schwur verlangen wollte, weil deren Wort gilt: Ja ist ja und nein ist nein.

        • @Konrad Georg
          Ihre Unterstellung an @cuppa „sektiererisch“ zu sein entbehrt ja wohl jeglicher Grundlage und ist sogar unverschämt.
          Wenn Sie sich auf die Aussage Jesu beziehen, was den Schwur anbelangt, frage ich Sie: Was sind dann die Kardinäle, die ja einen Eid abgelegt haben, bevor sie in das Konklave gezogen sind? Sind die Kardinäle damit auch Sektierer? Wenn es so einfach wäre „euer ja sei ein ja, euer nein sei ein nein, was darüber hinausgeht ist vom Satan“ müssten auch die Kardinäle keinen, ja dürften keinen Schwur leisten. Jesus sagt auch: Wer glaubt wird gerettet, wer nicht glaubt wird verdammt werden“ oder „Wer Mich sieht, sieht den Vater!“ Aussagen, die man heutzutag nicht mehr hören will. Also sollte man mit solchen Aussagen, wie der Ihren vorsichtig sein.

  8. Unser Heiliger Vater heißt zuerst einmal Franziskus,
    erst in einer weiteren Reihe mit Trägern des selben Namens wird die Bezeichnung der I. sinnvoll, also in der Rückschau

    Sein für mich fürs erste wichtigster Satz (-teil): „beten wir immer für uns, für uns gegenseitig.“

    Heiliger Vater, in Augsburg gibt es dafür ein „profitorientiertes“ Vorbild. Jakob Fugger ( der Reiche) baute die Fuggerei, forderte wenig Miete, verlangte aber das, was auch jeder Arme leisten kann, täglich ein Gebet für sich.

    Wenn unsere Hilfswerke Misereor, Adveniat, Caritas international, Renovabis ua.das Fuggern pflegen würden, dann würde die Not nicht immer noch mehr wachsen. Wer bekommt, muß etwas geben, so einfach ist das.

  9. Papst Franziskus I. ist kaum gewaehlt und schon wissen alle wo es langgehen wird. Wichtig ist das alle Katholiken ihm folgen werden, dann ist er der Hirte seiner und unserer Kirche. Die Vielfalt in unserer Kirche als Schatz zu sehen und nicht als zu bekaempfendes Unheil, das muss von allen Verstanden werden. Wie haben denn die Herrn Kardinaele denn ihre Komunion zu ihrer Zeit empfangen? Ist das denn heute laecherlich zu machen? Dann waere alles was an Liturgie bisher
    war katholische Kasperspielerei. Mehr respekt auf allen Seiten ist angesagt, so das die Spirituali taet eines jeden geachtet wird. Wer die vorkonziale Liturgie laecherlich macht versuendigt sich.
    Lasst unseren Papst Franz im Weinberg des Herrn in Ruhe arbeiten nund hoert auf ihn dann sind gute Fruechte zu erwarten.
    Gelobt sei Jesus Christus.

  10. Der Satz “ zur Legalisierung der Abtreibng gibt es die Todesstrafe“ ergibt keinen Sinn. Vielleicht kann die Redaktion das konkretisieren.
    Dass er ein Gegner der Befreiungstheologie ist und im Jesuitenorden einmal strafversetzt wurde spricht sehr für ihn, ebenso der darauf berhuende Widerstand gegen marxistische Jesuiten.
    Dass er klare Worte gegen Abtreibung ( offenbar) und gegen die Homoehe fand, und dass er ein entschiedener Gegner der Befreiungstheologie ist, da unterscheidet er sich wohltuend von Papst Benediikt, der solchen Politikern für ihre ernsten Worte dankte.

    • Das Bischof Lehmann über seine Ernennung jubelt stimmt mich sehr nachdenklich.
      Nur wenn der deutschsprachige Klerus Bedenken hat, so wie bei Benedikt vor 8 Jahren, kann der Papst für die Kirche gut sein.
      Die DBK ist ein Abbruchunternehmen!

  11. Für Papst Franz spricht der Umstand , dass ihm der Standard 2011 einen Artikel mit der Schlagezeile widmete “ es hätte schlimmer kommen können“, gemeint war schlimmer als Papst Benedikt.

  12. @Victor
    Fortsetzung:
    Wie mit Ihnen umzugehen ist, das ist für mich wirklich die Frage. Es war ja nicht das erste Mal, dass Sie ausfallend wurden.
    Sie haben überhaupt nicht verstanden, was ich gemeint hatte. Und das gibt Ihnen kein Recht, beleidigend zu werden.
    Ich habe nichts gegen Widerspruch, besonders nichts gegen inhaltliche Auseinandersetzungen. Im Gegenteil, ich lerne oft von anderen Kommentatoren.
    Abschließende zur Sache:
    Natürlich beten Katholiken für den Papst und den Bischof. Für die Priester zu beten, ist geistlich sehr nützlich. Aber sie beten nicht, damit der Papst (oder der Bischof) befähigt ist, den Segen zu spenden. Hier ist eine Umkehrung. Gläubige bitten um den Segen.
    Franziskus I. machte einen sehr sicheren Eindruck, er wusste in jedem Augenblick, was er tat. Ich hoffe, seine ersten Gesten sind Andeutungen, und dass es dabei bleibt. Dass er theologisch, als Papst, nicht darüber hinausgeht. Dass er kein Befreiungstheologe als Papst ist, sondern ein Zeichen der Demut setzen wollte.

  13. Es kann aus jedem Gesichtspunkt nur befürwortet werden, wenn der Papst die Gemeinde zum Mitmachen auffordert. Schließlich sind wir alle zu Priestern Gottes berufen. Genau die gegenteilige Auffassung war wohl das große Manko des Mittelalters. War es doch erst die Übersetzung der Bibel in die Volkssprache, die das Volk wissen ließ, wir sind genauso Priester wie der Klerus. Sie konnten jetzt selbst lesen, wie es wirklich in den Schriften steht. Damit war die Bevormundung hinsichtlich des Zuganges zu Gott im religiösen Leben der einfachen Menschen wesentlich zurückgedrängt.

    Wer betet, reinigt sein Herz. So machen sich die Menschen empfänglich für den Papstsegen.

    • @Besucher
      Da sie diese Auffassung vertreten, gehe ich davon aus, dass sie Protestant sind. Denn in der römisch-katholischen Glaubenslehre ist das Priesteramt ein Weiheamt und ein eigenes Sakrament übermittelt die Vollmacht des Priesters, zu segnen und zu weihen und das Hl. Opfer darzubringen. Allerdings insofern, die Weihe in der apostolischen Sukzession, also in der apostolischen Nachfolge, gespendet wird und der Spender, das tun will, was die Kirche immer getan hat.
      Nachdem die protestantischen Glaubensgemeinschaften kein sakramentales Priesterum kennen, ist ihre Auffassung verständlich im protestantischen Sinn, nicht aber im orthodoxen und katholischen Sinn.

  14. Warum dieses Spekulieren? Schon seine erste Ansprache war doch Programm genug, oder? Der Herr Bischof von Rom, der auf Kollegialität setzt und sich vom Volke bestärken lässt. Auch sein gewählter Name ist Programm und dürfte neben aufgesetzter franaziskanischer Demut und Bescheidenheit, mit der natürlich die Sympathien der Massen leicht zu erringen sind, vor allem den interreligiösen Geist von Asissi beschwören. Und die zarte Pflanze „Hermeneutik der Kontinuität“ wird nun in aller Demut mit Stumpf und Stil ausgerottet. Da hat das Kardinalskollegium unter Leitung von Re ganze Arbeit geleistet und dem Pontifikat Benedikts durch die Wiederwahl seines Konkurrenten noch im Nachhinein einen Fusstritt versetzt.

  15. Panorama Católico Internacional aus Argentinien schreibt zu seiner Wahl:

    ¡El Horror!

    Enviado por Moderador el Mié, 03/13/2013 – 17:30.

    Marcelo González

    De todos los candidatos impensables, Jorge Mario Bergoglio es quizás el peor. No porque profese abiertamente doctrinas contra la fe y la moral, sino porque, a juzgar por su actuación como arzobispo de Buenos Aires, la fe y la moral parecen haberle sido indiferentes.

    Enemigo jurado de la misa tradicional, no ha permitido sino parodias en manos de enemigos declarados de la liturgia antigua. Ha perseguido a todo sacerdote que se empeñó en usar sotana, predicar con solidez o que se haya interesado en la Summorum Pontificum.

    Famoso por la inconsistencia (a veces ininteligibilidad de sus alocuciones y homilías), dado al uso de expresiones vulgares, demagógicas y ambiguas, su magisterio no puede decirse que sea heterodoxo sino inexistente por lo confuso.

    Su entorno en la Curia de Buenos Aires, salvo algunos clérigos, no se ha caracterizado por la virtud de sus acciones. Muchos están gravemente sospechados de inconducta moral.

    No ha perdido ocasión de realizar actos en los que cedió la catedral a judíos, protestantes, islámicos, e incluso a elementos sectarios en nombre de un diálogo interreligioso imposible e innecesario. Son famosas sus reuniones con los protestantes en el estado de espectáculos Luna Park, donde reiteradamente, junto con el predicador de la Casa Pontificia Cantalamessa, ha sido “bendecido” por pastores protestantes, en un acto de culto común donde en la práctica dio por válidos ciertos poderes sacramentales de los telepastores.

    Esta elección es incomprensible: no es políglota, no tiene experiencia curial, no brilla por su santidad, es flojo en doctrina y liturgia, no ha combatido ni el aborto ni el matrimonio homosexual, no tiene modales para honrar el Solio Pontificio. Nunca se ha jugado por nada más allá de permanecer en posiciones de poder.

    Realmente, no puede ser lo que Benedicto haya querido para la Iglesia. Y no parece tener ninguna de las condiciones para continuar su obra.

    Dios ampare a la Iglesia. Nunca se puede descartar, por humanamente difícil que parezca, la posibilidad de una conversión… y sin embargo, el futuro nos causa terror.

    • Sehr geehrter Herr Bell,

      ich wäre Ihnen sehr zu Dank verpflichtet, wenn Sie eingefügte Texte entweder übersetzen, oder wenigstens inhaltlich wiedergeben würden.

      Sie werden zugeben müssen, daß das, was man hinter „doctrinas contra la fe y moral“ als nicht spanisch Sprechender spekulativ mit „Lehre gegen Glaube und Moral“ übersetzt, nur Mißtrauen sät.. Und es reicht auch nicht aus, wenn man hinter „arzobispo“ Erzbistum oder Erzbischof vermutet.

  16. P.S. Die Meldung des Panorama Católico Internacional ist VOR der Wahl geschrieben worden. Die ahnten wohl, was passieren würde.

  17. Don Paolo Farinella hat im Jahr 2000 den Roman „Habemus Papam, Francesco I“ veröffentlicht. (www.paolofarinella.eu) Vielleicht hat der jetzigen Papst diesen zum Vorbild genommen?

    Diese Meldung ist von 2010:

    In der italienischen Zeitschrift „MicroMega“ formulierte der Priester Don Paolo Farinella für den Papst (das war Benedikt XVI.) bereits eine entsprechende Erklärung, zu halten vor irischen Gläubigen: „Ich komme zu euch mit leeren Händen, um euch um Verzeihung zu bitten“, wegen der Strenge des Zölibats, wegen der Zustände in den Priesterseminaren, wegen des tausendfachen Missbrauchs der Kinder. „Ich werde mich in ein Kloster zurückziehen und die Tage, die mir bleiben, Buße tun für mein Versagen als Priester und Papst.“

    Und hier noch etwas:

    „New Pope Jorge Bergoglio celebrated Hanukkah with Argentine Jews as Cardinal of Buenos Aires

    Argentine Catholics and Jews came together to celebrate Hanukkah and Christmas together at a ceremony attended by current Pope and then Cardinal of Buenos Aires Jorge Bergoglio.“

  18. Es ist eine Sache, den Papst zu sehen, zu hören, seine Person auf sich wirken zu lassen und die andere, am nächsten Tag nüchtern seine Ansprache zu lesen, lediglich die tiefe Verneigung – nicht vor dem Kreuz – vor Augen zu haben.
    Ja, man kann nicht „schwarz genug sehen.“
    Der Tradition, sowohl der Leitung der Piusbruderschaft als auch den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften werden schmerzliche Reinigungsprozesse bevorstehen. Das war immer klar, jedenfalls wenn man die Realität in der Konzilskirche kennt.
    Ich fasse mich an den Kopf, wenn ich an den Obenauer-Artikel „Zugreifen – jetzt“ denke. An diese Traumtänzerei, anders kann ich es nicht bezeichnen.
    An diese Euphorie, als sei um die Messe aller Zeiten und um den Glauben aller Zeiten nicht mehr zu kämpfen.
    Niemand weiß heute, welche Schwerpunkte der Papst wählen wird. Doch es wird sich zeigen, ob die zerbrechliche Struktur der Ecclesia-Dei-Gemeinschaften standhalten kann. Sie war immer geschützt durch Kardinal Ratzinger – Bendikt XVI. Seit 1988. Jetzt müssen diese Priesterbruderschaften ohne diesen Schutz auskommen. Doch es war selbstverständlich, dass dieser Tag kommen würde.
    Menzingen bleibt für mich das große Rätsel. Ein undurchschaubares Geheimnis, wenn ich das letzte Jahr nehme. Mit diesem großen Gründer als Rückhalt sich solchen Illusionen hinzugeben, das ist unbegreiflich. Wie ist das möglich?
    Obwohl es mich langweilt, wieder die Antrittsansprache des neuen Papstes zu lesen, ich nehme sie mir noch einmal vor. Vielleicht kommt doch unser Herr Jesus Christus vor, vielleicht habe ich es vor lauter „Vertrauen, Liebe, Brüderlichkeit“ einfach übersehen.
    Heiliger Pius V., bitte für uns!
    Heiliger Pius X., bitte für uns!
    Alle heiligen Päpste, bittet für uns!

  19. Ich kann es nicht anders sagen, auch ich bin voller Besorgnis. Natürlich gefällt mir die bescheidene Art unseres neuen Papstes und natürlich gefällt mir seine Namenswahl.
    Was mir aber nicht gefällt ist, dass er in seiner ersten Ansprache sich allzu sehr als Bischof von Rom vorgestellt hat. Ich befürchte, dass er aus einer falsch verstandenen „Primus inter pares-Rolle“ und falsch verstandenen Kollegialität unter den Bischöfen den nationalen Bischofskonferenzen viel zu viel Raum läßt. Genau das darf man aber insbesondere gegenüber denjenigen im deutschsprachigen Raum nicht tun, denn diese sind Getriebene des massenmedial verbreiteten Zeitgeists. Man stelle sich nur einmal vor, die DBK könnte über solche Fragen wie Zölibat, Frauenpriestertum, Ökumene u. s. w. nach ihrem Belieben schalten und walten. Sie würde in allem dem o. g. Zeitgeist und ihren organisierten Laiengremien nachgeben. Es beunruhigt mich auch außerordentlich, dass man bei Recherchen im Internet kaum etwas über unseren neuen Papst in Erfahrung bringen kann. Es erschließt sich einem gar nicht, weshalb er eigentlich schon beim Konklave 2005 und jetzt wieder von vielen Kardinälen favorisiert wurde. Bei Leuten wie Dolan, Ouellet, Ranjith und manchem anderen hätte ich die Wahl sofort verstanden. Aber hier eben nicht. Und wenn es stimmt, dass Kardinal Lehmann mit der Wahl äußerst zufrieden ist, dann ist das erst recht ein Grund zu großer Besorgnis. Ich will ja darauf vertrauen, dass die Kardinäle den gewählt haben, den Gott ausgesucht hat, aber es fällt mir sehr schwer.

  20. @Benedikt
    Leider habe ich von einem Bekannten, der in Argentinien lebt andere Informationen. Er war gestern entsetzt. Der neue Papst sei ein Feind der Tradition, der konservative Priester verfolgt und unterdrückt hat.

  21. Ich denke, wir sollten mal den Ball flach halten. Keine 24 Stunden im Amt und schon wird er hin und her gerissen. Ich habe jetzt von beiden Seiten Informationen. Feind der Tradition hört sich arg brutal an, vielleicht hat er selber für die überlieferte Messe wenig übrig, aber er lässt sie von anderen Priestern zelebrieren. Letztlich steht Aussage gegen Aussage. Wenn man seine erste Messe heute ansieht, kann man nicht unbedingt sagen, dass er ein „Feind“ der Tradition ist, sonst hätte er sie nicht auf Latein gehalten. Zudem wurde die Kommunion kniend in den Mund gelegt. Klar war das alles schlichter als bei Benedikt, aber er kommt eben auch aus einer anderen Kultur. Franziskus muss erstmal in Rom wirklich ankommen. Entscheidend wird auch sein, ob der Päpstliche Zeremonienmeister Marini im Amt bleiben darf…

  22. Papst Franziskus erinnert mich sehr an Johannes – Paul I. Das war auch ein netter, demütiger & freundlicher Mann, nur bei einem Thema kannte er gar keinen Spaß: Die Zelebration der authentischen römischen Messe.

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