Das falsche Zeichen. Franziskus und der Papstornat

Papst Benedikt XVI., Petrus im Ornat mit Tiara, macht Königtum Jesu Christi sichtbar, während Amtsinhaber ganz zurücktritt, kein anthropozentrischer Pauperismusvon Peter Stephan

Papst Franziskus’ Entschluß, bereits bei seinem ersten Auftritt auf der Loggia des Petersdoms auf die Amtsgewänder und Insignien zu verzichten, die seine Vorgänger seit über 800 Jahren getragen hatten, kam völlig überraschend. Der Anblick eines Papstes ohne Samtmozetta, ohne Rochett und – für die Gläubigen und die Kameras nicht sichtbar – ohne die roten Schuhe – wirkte mehr als nur ungewohnt; die weiße Gestalt mit dem blechfarbenen Eisenkreuz, die vom „Ende der Welt“ gekommen war, erschien inmitten der majestätischen Riesenfassade des Petersdoms irgendwie verloren und fremd.

Franz von Assisi nackt vor dem Bischof – ließ sich aber Bischofsmantel umlegen

Ähnlich fremd muß sich der heilige Petrus gefühlt haben, als er, von den Grenzen des Römischen Weltreichs kommend, durch die marmornen Säulenhallen des kaiserzeitlichen Rom schritt. Und auch der heilige Franz muß sich fremd gefühlt haben, als er, nachdem er alle Kleider seinem Vater zurückgegeben hatte, auf dem Marktplatz von Assisi völlig nackt vor dem Bischof stand.

Gerade mit Blick auf die frühere Kirche sehen nicht wenige Gläubige, vor allem aber auch viele Theologen und Journalisten, in dieser Fremdheit einen Befreiungsschlag: Nun endlich besinnt sich die Kirche wieder auf ihre eigentliche Berufung. Endlich ein Papst, der sich wie der erste Bischof von Rom und wie der Poverello aus Assisi der Armut verpflichtet fühlt. Petrus erbaute die Kirche zu einer Zeit, als diese von den Mächtigen der Welt verfolgt wurde. Der heilige Franz stützte die Kirche, als diese selber mächtig geworden war und über diese Macht ins Wanken geriet. Und Papst Franziskus erneuert sie, indem er sie aller Zeichen weltlicher Macht entkleidet.

Gefahr eines Wiedereinzugs nachkonziliarer Hermeneutik des Bruchs und der Diskontinuität

Am darauffolgenden Tag, als Franziskus in der Sixtinischen Kapelle seine erste Messe feierte, schien sich dieser Eindruck der Demut und Bescheidenheit zu bestätigen. Der Papst ließ einen Volksaltar aus Sperrholz aufstellen, weigerte sich, die für ihn bereitgelegten prächtigen Paramente anzuziehen und ließ aus dem Hotel seine eigene, schlichte Mitra holen. Doch spätestens jetzt wurde deutlich, daß hier nicht nur ein paar neue Akzente gesetzt wurden. Es besteht die große Gefahr, daß – zumindest auf dem Gebiet der Liturgie – wieder jene nachkonziliare Hermeneutik des Bruchs und der Diskontinuität Einzug hält, die Benedikt durch seine Reform der Reform zu überwinden hoffte. Die Amtseinführung verlief noch weitgehend nach dem Bestimmungen, die Benedikt XVI. erlassen hatte, vermutlich wollte Franziskus, und das ehrt ihn, nicht pietätlos erscheinen. Dennoch waren die betont einfache Kleidung des neuen Pontifex und sein Stehen bei der Predigt ein bewußter Stilbruch. Daher drängt sich die Frage auf, wie es künftig weitergehen wird. Sieht Franziskus in einer würdevollen Abhaltung der Papstliturgie und in einer feierlichen Ausgestaltung des Papstzeremoniells nicht mehr als die Inszenierung überholter kirchlicher Machtansprüche?

Liturgie und päpstliche Amtsinsignien Ausdruck der Herrschaft Jesu Christi

In der Tat drücken die Liturgie und die päpstlichen Amtsinsignien einen Machtanspruchs aus. Doch um welche Macht geht es? Sicherlich nicht um die Macht der Päpste (sofern man von einer solchen überhaupt sprechen kann). Es geht um die Macht, oder besser: um die Herrschaft Jesu Christi. Als Knecht der Knechte Gottes hat der Papst gegenüber den Reichen und Mächtigen dieser Welt den Willen Gottes ebenso Geltung zu verschaffen wie Mose gegenüber dem Pharao. Außerdem ist er wie die Propheten gegenüber den Israeliten ein Künder des kommenden Gottesreichs. Auf eben diese Funktionen spielen auch seine Gewänder an. So vergegenwärtigt das Rot der Mozetta das Blut Christi, das über den Purpur der Kaiser und den Scharlach der Hure Babylon gesiegt hat. Das Gold des Pektorale verweist auf den himmlischen Glanz, in dem das Kreuz von Golgatha nach der Auferstehung erstrahlt. Die seidenen Paramente erinnern an die kostbaren Gewänder des Heils, mit denen Christus seine Braut, die Kirche, geschmückt hat. Die Edelsteine der Mitra verweisen auf die Glorie des himmlischen Jerusalem. Gesteigert wird die Symbolik der Papstinsignien durch die Architektur der Peterskirche. Die päpstliche basilica ist ein Monument der basileia tou Theou, der Königsherrschaft Gottes. Als solche ist sie in Größe und Stil selbstverständlich erhaben über die Tempel heidnischer Götter und die Paläste weltlicher Machthaber. Inmitten dieser Bauten fühlte sich Petrus zu Recht wie ein Fremder. Daß sein Nachfolger nun ausgerechnet in der Kirche des Apostelfürsten fremd wirkt, irritiert.

Durch päpstlichen Ornat wird kenntlich was Päpste sind: Bettler vor Gott

Gerade im Kontext von Liturgie und Sakralkunst ist der päpstliche Ornat Gebet, Bekenntnis, Verkündigung und Verheißung in einem. Konkret bedeutet dies, daß die Päpste, wenn sie ihre Gewänder anlegen, ihre eigenen Herrschaftsansprüche, ihre Ambitionen auf Verwirklichung des eigenen Willens, ablegen. Sie legen Christus an, damit Er durch sie handelt und sie auch verwandelt.

Anders als die Roben weltlicher Herrscher ist der kirchliche Ornat keine persönliche Auszeichnung. Vielmehr ist er Zeichen für drei apostolische Grundtugenden: für den Gehorsam, weil der Papst – wie auch bei der Zelebration der Messe – sich in vorgegebene Strukturen fügt, über die er selbst nicht verfügen darf; für die Demut, weil deutlich wird, daß der Papst aus sich heraus nichts ist, daß er alles, was er ‚darstellt’, Christus verdankt oder besser: Christus schuldet; für die Armut, weil die Päpste durch ihren Ornat als das kenntlich gemacht werden, was sie Benedikt XVI. zufolge sind: Bettler vor Gott.

Bescheidenheit unsichtbar, im Verborgenen leben und nicht nach außen kehren

Mit diesen Eigenschaften ist der Ornat letztlich das vollkommene Zeichen jener christoformitas, nach der auch Franz von Assisi strebte. Doch tat der Poverello das nicht auf eine völlig andere Weise? Nicht durch eine nach außen getragene Symbolik, sondern durch eine real gelebte Armut? Unterschied er sich nicht gerade dadurch grundsätzlich von den früheren Päpsten? Die Antwort lautet nein. Da der heilige Franz sich nicht einmal für würdig hielt, die Priesterweihe zu empfangen und am Altar Dienst zu tun, kam er niemals in die Situation, Meß- oder Amtsgewänder zu tragen. Und doch ließ er sich, nachdem er auf dem Marktplatz von Assisi seine weltlichen Kleider abgelegt hatte, den bischöflichen Mantel umlegen, zum Zeichen, daß er jetzt ganz der Kirche gehöre. Und wäre er selbst Bischof oder Papst geworden, hätte er höchstwahrscheinlich genauso gehandelt wie der große Reformpapst seines Ordens, wie Sixtus V. Dieser trug – gleich seinem verehrten Vorbild, dem Dominikanerpapst Pius V., – auf der Haut die kratzige, zerschlissene Kutte eines Büßers, darüber aber die Prachtgewänder eines vicarius Christi. Keinesfalls hätten Pius oder Sixtus ihre Demut auf eine Art und Weise bekannt, die das geschmälert hätte, was der Verherrlichung und dem Lobpreis Gottes dient. Mit anderen Worten: sie lebten ihre Bescheidenheit unsichtbar, im Verborgenen und kehrten sie nicht nach außen. Erst recht gilt dies für den heiligen Pfarrer von Ars, der innerhalb seines Pfarrhauses in größter Armut lebte, bei der Messe aber alles zur höheren Ehre Gottes aufopferte.

Man kann sich fragen, was mit einem Verwalter (= vicarius) geschieht, der die Talente, die er für seinen Herrn mehren soll, an die den Armen verschenkt, als handele es sich um sein eigenes Geld. Was von einem Herold zu halten ist, der den golddurchwirkten Wappenrock seines kaiserlichen Herrn auszieht, weil er meint, dieser würde ihn zu sehr schmücken. Wenn dem großzügigen Geschenk die widerrechtliche Aneignung vorausgeht, nennt man das gewöhnlich Veruntreuung. Und wenn der vermeintlichen Bescheidenheit eine Anmaßung vorausgeht, spricht man von Heuchelei.

Je herrlicher die Paramente, desto mehr wirkte Benedikt als demütiger Bote der Königsherrschaft Christi

All das soll Papst Franziskus nicht unterstellt werden. Aber es fällt der Unterschied zu Benedikt auf, der es auf großartige Weise verstanden hat, die Christoformitas des Amtes mit der Christoformitas der Person zu verbinden. Je herrlicher die Paramente, desto mehr wirkte Benedikt als ergebener Diener und demütiger Bote der Königsherrschaft Christi, desto mehr trat er als Person hinter seinem Amt zurück. Benedikt deutete Amt und Liturgie von Gott her. Mit dieser theozentrischen Sichtweise grenzte er sich von der populistischen Anthropozentrik nachkonziliarer Theologen ebenso ab wie vom ideologischen Pauperismus der Soziologen nach 1968. Beide Strömungen hatten (und haben) in den Reihen der Jesuiten viele Anhänger.

Abgrenzung von populistischer Anthropozentrik nachkonziliarer Theologen

Leider besteht die Gefahr, daß die sicher gutgemeinten Gesten von Papst Franziskus zu einem falschen Zeichen werden. Auf der politischen Ebene drängt sich der Verdacht auf, der Papst finde eine Kleidung, mit der er über die Verkündigung der Liebesbotschaft Jesu hinaus auch den Herrschaftsanspruch Christi in der Welt vermitteln würde, buchstäblich ‚unerträglich’. Auf liturgischer Ebene droht der Westkirche eine ähnliche Krise wie die, welche die Ostkirche vor 1200 Jahren während des Bildersturms erlebt hat.

In den katholischen Kirchen des Ostens wie des Westens bilden Fides-Verbum-Forma eine unauflösliche Einheit. Ein Glaube, in dem die Wahrheit des göttlichen Wortes sich nicht in der Schönheit der sichtbaren Form aufleuchtet, kann die Menschen viel weniger erreichen. Aus eben dieser Erkenntnis heraus hat der Orden, dem Papst Franziskus angehört, einst das Monogramm des Namens Jesu mit dem Strahlenkranz der Sonne hinterlegt. Franziskus hat dieses Emblem in sein Papstwappen übernommen. Möge er sich seiner Bedeutung als Papst ebenso bewußt sein wie die Jesuiten des 16. und 17. Jahrhunderts.

Aus Scheune einen Thronsaal Gottes, nicht aus Petersdom eine Garage machen

Wie man hört, hat Jorge Mario Bergoglio als Bischof die Priester aufgefordert, auch in Scheunen und Garagen Messen zu lesen. Vollzieht sich die Liturgie würdig, so kann auf diese Weise die Herrlichkeit Gottes durchaus in die Armut der Welt hineingetragen werden. Im Extremfall wird sogar aus einer Garage eine Kirche und aus einer Scheune ein Thronsaal Gottes. Doch wenn die Liturgie nicht würdig gefeiert wird, geschieht das Gegenteil. Dann wird Gott in einer selbstherrlichen Welt arm gemacht. Dann werden die Thronsäle Gottes, die immer auch die Paläste der Armen sind, zu Scheunen. Dann läuft selbst der Petersdom Gefahr, zu einer Garage zu werden.

Prof. Dr. Peter Stephan hat Geschichte, Kirchengeschichte und Kunstgeschichte studiert und ist apl. Professor für Kunstgeschichte an der Universität Freiburg im Breisgau. Zugleich lehrt er als Professor für Architekturtheorie an der Fachhochschule Potsdam und ist Dozent für Philosophie der Ästhetik am Institut St. Philipp Neri in Berlin.

Zwischentitel von der Redaktion eingefügt.

Bild: Accion Liturgica

 

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62 Kommentare

  1. Großartiger Aufsatz. Viele Dank für die Veröffentlichung. Ausgewogen, eindeutig, in schöner Sprache, mit Liebe zur ewigen Wahrheit und damit auch zur Kirche. Sehr schön vor allem der Vergleich des sich ganz entblößenden Franz von Assisi, der der Welt entsagt, um ganz Gott zu gehören und sich nie zum Priester weihen ließ, der sich aber den Mantel des Bischofs anlegen läßt.

  2. „Da der heilige Franz sich nicht einmal für würdig hielt, die Priesterweihe zu empfangen und am Altar Dienst zu tun, kam er niemals in die Situation, Meß- oder Amtsgewänder zu tragen“

    das stimmt so nicht.der heilige franziskus wurde zum diakon geweiht und hat sicherlich albe,stola und dalmatik getragen.außerdem trug er die dem klerus vorbehaltene tonsur.

  3. Diesem empfehlenswerten Artikel wünsche ich viele, viele Leser im Vatikan, unter den Kardinälen und Bischöfen. Vielleicht liest Ihn auch der Papst, er kann ja Deutsch, habe ich gehört.

  4. Ein großartiger Aufsatz ! Herzliches Vergelts Gott ! Wenn nur der neue Pontifex diesen lesen und beherzigen würde. Doch darauf dürfen wir nicht hoffen, eher wird der letzte Satz dieses Aufsatzes eintreffen: „der Petersdom wird zur Garage verkommen“!

    Noch einmal: Herzlichen Dank für diesen großartigen Text und die tiefgreifende theologische Erklärung der Symbolik !!

  5. man kann nur hoffen dass die franziskaner der immaculata welche nur wenige meter von st peter entfernt die messe im alten ritus zelebrieren und eine würdige liturgie feiern beim papst intervenieren.sie zeigen dass sich ein einfacher lebenstil und eine feierliche und würdige liturgie nicht ausschließen ganz im gegenteil.denn je einfacher und ärmer man lebt desto mehr kann man gott durch die liturgie den menschen näher bringen.denn gott ist schön und so muss auch die messe schön sein.er liebt das schöne denn das schöne kommt von ihm.und wie padre pio sagte: demut und gehorsam gehören zusammen.wahrhaftig ist jener demütig der sich den vorgaben der mutter kirche unterwirft.denn die mutter kirche ist die wahre lehrerein der demut.denn alles gold gilt nur der verherrlichung gottes.abglanz der göttlichen majestät und der himmlischen liturgie.

  6. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass es im Sinne Jesu ist, dass die Kirche eine arme Kirche u. eine Kirche für die Armen sein soll, wie es Papst Franziskus gesagt hat. Das Evangelium ist ein Evangelium der Armut, u. die Aussagen Jesu über den Reichtum sind mehr als deutlich. Jeder einzelne Mensch u. die Kirche wird sich einmal dafür verantworten müssen, dass Menschen anderer Kontinente in Armut leben, hungern u. verhungern u. danach gefragt werden, ob er seiner göttlichen Berufung entsprechend dagegen genug getan hat. Da schließe ich mich ausdrücklich mit ein.
    Für die Kirchen als Gebäude u. die Liturgie gilt das Gesagte aber nur eingeschränkt. Gott spricht zu den Menschen durch Riten, heilige Handlungen,Bilder, Statuen etc. u. schafft dadurch eine Beziehung zum Menschen, wie es v.a. in der Ikonographie der Ostkirchen zum Ausdruck kommt. Das ist ein wesentlicher Bestandteil der Mystik, durch die Gott zum Menschen Kontakt aufnimmt.
    Wenn ich ein schönes Kreuz, ein religiöses Bild, eine Ikone, eine Statue, Kirchenräume betrachte, spricht Gott zu mir. Er spricht zu mir durch alle Sinne: optisch, akustisch,Geruch, Geschmack. Wenn Gott auf diese Weise Menschen anspricht u. sie einen tieferen Glauben bekommen, sind sie auch bereit, mehr für die Armen, Kranken u. Schwachen zu tun, mehr zu beten u. für Verbreitung des Glaubens zu tun. So entsteht ein Dominoeffekt.
    Das gleiche gilt für die heiligen Handlungen während der Messe: Kreuzzeichen, Kniebeugen, Gesten beim Schuldbekenntnis, Weihrauch, v.a. das bewusste, kontemplative Feiern der Eucharistie/Wandlung. Letzteres ist am wichtigsten.
    P. Franziskus feiert übrigens die Messe sehr schön u. die Wandlung ehrfürchtig, kontemplativ, spricht die Gebete nicht zu schnell u. hebt bei der Wandlung Hostie u. Kelch langsam u. lange nach oben.
    Ich hoffe aber, dass er das oben beschriebene, für die kath. Kirche wesentliche Element nicht vernachlässigt: Gott spricht zu den Menschen durch Schönheit, durch heilige Bilder u. Zeichen.

  7. @Mystiker

    Dass die Kirche eine „arme für die Armen“ sein soll, ist nicht nachvollziehbar.

    Nicht das leibliche Wohlergehen ist der Kirche oberste Aufgabe…
    sondern
    die Bewahrung des Seelenheiles.

    Der heilige Franz von Sales:
    -
    „Höre eine Lehre, welche wohlverstanden zu werden verdient:
    Dieses Leben ist uns nur gegeben worden, um das ewige damit zu erlangen.
    O, welch Unglück für die meisten Menschen, dass sie nicht daran denken“
    -

    Und wir wissen, dass unser Herr und Gott Jesus Christus v.a. von der Armut des Geistes spricht.

    „Der Mensch lebt nicht von Brot allein….“

    Das Streben nach Heiligkeit zu fördern, ist der Kirche oberste Priorität.

    “ Mt 6,31
    Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
    Mt 6,32
    Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.
    Mt 6,33
    Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
    Mt 6,34
    Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

    http://www.razyboard.com/system/morethread-streben-nach-vollendung-forumtradi-2207891-5984872-0.html

    • Ja das war der Fehler der Kirche in den letzten 1000 Jahren, sie gab sich dem eigenen Reichtum hin und vermied Konflikte mit den Mächtigen weil es ja „die Seelen zu retten “ galt, und die Armen ohnehin selig gepriesen und in ihrem Leiden überdies Christus ähnlich sind und die Sklaverei eine Folge der Erbschuld ist.
      Wer aber aus der Erbschuld für sich persönliche Vorteile zu ziehen trachtet und meint für die Leidenden nicht da sein zu müssen weil sie ohnehin in der Bergpredigt selig gespriesen sind lebt durch und durch pharisäisch und arbeitet für Satan.

  8. @ defendor

    Ich bin mit Papst Franziskus anderer Meinung u. befinde mich damit in guter Gesellschaft.

    Hierzu einige theologische Gedanken: Jesus u. seine Jünger lebten einfach u. nahezu ohne Besitz, u. das muss das Vorbild für die Gruppe seiner Nachfolger – die Kirche – sein.

    Bibelstellen:

    1. vgl. Mt. 6, v.a.: „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott u. dem Mammon“

    2. Das Gleichnis vom reichen Mann u. dem armen Lazarus (Lk 16,19-31)

    3. vgl. Jak. 2, v.a.: „Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist u. ohne das tägliche Brot u. einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt u. sättigt euch, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen – was nützt das? So ist auch der Glaube für sich alleine tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat“

    4. Vom Weltgericht (Mt 25, 31-46): „Denn ich war hungrig, u. ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, u. ihr habt mir zu trinken gegeben … Was ihr einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan … Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan. Und sie werden weggehen u. die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben“
    ergo: „die Bewahrung des Seelenheils“ als oberste Aufgabe der Kirche, von der Du sprichst, ist untrennbar konkret mit der Nächstenliebe u. der Tat verbunden, ohne die es kein Seelenheil u. keine Rettung gibt. Eine andere Aussage wäre protestantisch (vgl. das sogenannte „Wohlstandsevangelium in manchen ev.-freikirchlichen Gemeinden u. Teilen der Pfingstbewegung).

    Eine sehr ernste Ermahnung an uns alle u. unseren Lebensstil, an jeden einzelnen, aber auch an die Kirche als Institution, die biblisch die Gruppe der Jünger Jesu darstellt.

  9. Ein hervorragender Beitrag zur aktuellen Diskussion (bzw. derjenigen der letzten 50 Jahre), dem eine möglichst große Verbreitung zu wünschen ist! Man kann nur diejenigen beneiden, die die Vorlesungen dieses Mannes hören dürfen!

  10. Ich wusste gar nicht, dass es Aufgabe der Kirche ist, Talente für den Herrn zu vermehren. Aber genau das tut die europäische, besonders deutsche Kirche ehemals katholischen Glaubens ja exzessiv 🙁 Ganz besonders profitieren davon die hohen Kirchenfunktionäre u. diverse Professoren u. Gelehrte an den Schulen. Dieser Artikel zeigt deutlich die maßlose Abgehobenheit in Deutschland u. Europa ggü. den Menschen und Christus. Und er zeigt eine Interpretation der Kirche u. des Papsttums, die nur in den Ländern existiert, die reich u. arrogant geworden sind.

    Auch wenn oben gesagt wird, dass „dies“ dem neuen Papst nicht unterstellt werden soll, so wird genau das mit diesen Zeilen gemacht (Gruß aus der Psychologie 😉 ). Herzlichen Glückwunsch liebe deutsche Vertreter zur sehr schnellen Einnahme der Stellung gegen den Papst. Die Angst um Pfründe muss riesig sein. Traurig u. peinlich ist das, mehr aber nicht. Doch, völlig abgehoben!
    Heinrich von Burg

    • Dann haben ja die Päpste seit den letzten 800 Jahren bis einschließlich Benedikt XVI. alles falsch gemacht. Erst Franziskus zeigt uns, wie die Kirche sich darzstellen hat.?
      Es ist eine Beleidigung der Armen, ihnen zu unterstellen, sie hätten keinen Schönheitssinn, sie könnten Symbole nicht deuten und Zeichen nicht verstehen. Sie hätten keine Sehnsucht nach Transzendenz, nach Sakralität.
      Gerade die Tridentinische Messe, die gesamte traditionelle Litrugie wurde von Reichen und von Armen geliebt.Vom Gutsherren und von der Magd.
      Die von Symbolik entkleidete, gebärdenarme Messe Paul VI. mit ihrem ‚Wortreichtum‘ ist fast eine reine Mittelschichtveranstaltung. Ohne Arme.
      Die lateinamerikanische Befreiungstheologie hat viele Arme in Sekten getrieben.
      Und dieser Beitrag von Peter Stephan ist gerade in der deutschsprachigenTheologie-Liturgie eine Ausnahme.
      Im übrigen hat auch die orthodoxe Liturgie mit ihrer noch größeren Prachtentfaltung stets auch die einfachen Menschen angezogen.
      Es ist eine – wenn auch unbewusste – Beleidung der Armen, ihnen quasi zu unterstellen, ihre Interessen gingen über die Befriedigung einfachster Bedürfnisse nicht hinaus.

      • Frau Cuppa, Sie geben mir das Stichwort: orthodoxe Liturgie, sagen wir besser byzantinische Liturgie. Hier schmücken sich die Bischöfe zwar mit dem Sakkos und der Krone der oströmischen Kaiser. Sie repräsentieren damit die Würde als Hohepriester des neuen Bundes. Auch diesen Bischöfen ist klar, daß diese auszeichnenden Ornate nicht zu ihrer persönlichen Erhöhung vorhanden sind. Sie dienen der Verherrlichung der Mysterien, die sie als unwürdige Diener Christi vollziehen.

    • Antwort des Verfasser, Teil 1: Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten, die es zu mehren gilt von Jesus Christus stammt von Jesus selbst (Mt 25, 14-30 u. Lk 19, 12-27) und wie die Rede von den Schätzen im Himmel (Mt 6, 16-24) bildlich gemeint ist. Und als Maria von Bethanien Jesu Füße mit kostbarem Öl salbt, da ist es ausgerechnet Judas, der daran Anstoß nimmt und sagt, sie hätte das Geld für das Öl lieber den Armen gegeben. Der Herr aber weist ihn zurecht: „Arme habt ihr allezeit um euch, mich habt ihr nur einmal“ (Joh 12,1-8).

      Eben darum geht es: Die zu Recht kritisierte Scheinheiligkeit der Wohlstandsgesellschaft besteht doch gerade darin, dass man unterstellt, den Armen gehe es deshalb schlecht, weil „die Kirche“ zu wenig für sie tue. Die Kirche tut unendlich viel für die Armen – aber sie muss deshalb nicht auf eine schöne Liturgie verzichten? (Zumal die Weiterverwendung bestehender Paramente viel günstiger ist als die Neuanfertigung billiger Gewänder.) Insofern hat die Liturgiereform – auch mit ihrem Umbau der Chorräume – irrsinnig viel Geld gekostet, ohne den Glauben zu erneuern. Im Gegenteil, die Menschen verlassen seither die Kirche – weil ihnen der moderne Ritus den Glauben nicht mehr ausreichend vermittelt.

      Und geht es den Armen wirklich besser, wenn sie beispielsweise den Leib des Herrn aus einer Blechschüssel empfangen? Suggeriert das Blech nicht, dass das Billigest für sie (und den Herr) gut genug sei? Implizier es nicht: Gold ist ein Privileg der Reichen, ihr und der HERR aber habt mit wenig auszukommen? Das, was gut gemeint ist, gerät hier zum Zynismus. Wer will, dass den Armen geholfen wird, sollte bei sich selber anfangen und nicht auf Kosten Gottes sparen.

      • @ Seinsheim

        Ich bin auch grundsätzlich für schöne, das Gefühl der Menschen ansprechende liturgische Gegenstände. Aber diese müssen nicht unbedingt immer viel Geld kosten.

        Ich möchte als Überlegung Folgendes hinzufügen:

        Jesus hat beim letzten Abendmahl wohl kaum kostbare Gefäße aus Gold verwendet. Soviel zu der Bemerkung mit der „Blechschüssel“.

        Die Kirche kann m.E. reich sein, wenn sie das Geld richtig einsetzt. Aber es wird imho viel zu viel für Bürokratie, Repräsentation, teure Limousinen, luxuriöse Gestaltung von Gebäuden, Renovierungen von Kirchen bzw. Umgestaltung, moderne Kunst, hohe Gehälter für Geistliche ausgegeben.

        Ich wohne z.B. in einer Wohnanlage, die über die Caritas der Kirche gehört. Die Wohnungsbaugenossenschaft verhält sich in vielen Bereichen nicht christlich, worauf ich den Leiter in einem Telefonat bei einem Problem einmal hingewiesen habe. Antwort: „Wir verhalten uns so wie ein normales Wirtschaftsunternehmen“. Das ist ein Beispiel für die Verweltlichung der Kirche.

    • Antwort des Verfasser, Teil 2: Was nun die Abgehobenheit und den Reichtum der Kirche betrifft, so ist sie dort unerträglich, wo sie eine teure Bürokratie finanziert, die den Niedergang des Glaubens verwaltet, anstatt eine echte Neuevangelisierung zu betreiben. Die Theologen finanziert, die den Glauben zerstören, anstatt ihn zu vermitteln. Die unter dem Motto „Aufbruch“ leere rote Rücksäcke verteilen, anstatt diese mit Glaubensinhalten (einem Katechismus, einer Bibel, einer Heiligenvita) zu füllen.

      Und wenn – in einem anderen Leserkommentar – darauf hingewiesen wird, dass Jesus in einem Stall geboren wurde, so zeigt dies ja überdeutlich, dass der Glaube heute vielen Menschen gar nicht mehr vermittelt wird. Es ist großartig, dass Gott sich Seiner Herrlichkeit entäußert hat und Mensch geworden ist und die Gestalt eines Knechts angenommen hat. Aber noch großartiger als das Mysterium der Menschwerdung ist das der Auferstehung, der Rückkehr in die Herrlichkeit des Vaters. Und dies ist es doch, was die Liturgie feiert: nicht unsere Armut, nicht unseren Sündenfall, sondern unsere Erlösung, die künftige himmlische Herrlichkeit. Dies macht auch die Attraktivität der christlichen Lehre aus. Neben dem sozialen Engagement (das außerhalb der Liturgie zu praktizieren ist und vor allem von den Laien kommen muss) Gott zu verherrlichen, ihm zu danken und den Menschen eine freudige Ahnung der Herrlichkeit, die sie erwartet, zu vermitteln.

    • Antwort des Verfasser, Teil 3: Was den Autor dieses Beitrags und seine „Psychologie“ betrifft, so bezieht er sein Gehalt an der FH Potsdam, also an einer staatlichen Einrichtung, die mit Kirchensteuer nichts zu tun hat. An der Universität Freiburg lehrt er unentgeltlich, ebenso am Institut St. Philipp Neri. Letzteres lebt allein von Spenden (die sehr vonnöten sind!) und wird nicht über die Kirchensteuer finanziert. Die dort gefeierte Messe im klassischen römischen Ritus zieht Leute aus allen Schichten an – vom Hartz IV- Empfänger bis zum Großverdiener. Diese Menschen erleben hier eine großartige Gemeinschaft und kommen deshalb aus einem Umkreis von 200 Kilometern. Und alles was hier – mit zum Teil einfachsten Mitteln – liebevoll aufgebaut wird, zeugt von einer tiefen christlichen Gesinnung und einer Hingabe, wie ich sie nur selten erlebt habe.

  11. „Und Papst Franziskus erneuert sie, indem er sie aller Zeichen weltlicher Macht entkleidet“
    Die Kirche hat keinerlei weltliche Macht mehr, sie ist bestenfalls Thema irgendwelcher „Storm in a teacup“ Diskussionen und belangloser Sonntagsreden.
    Die Gewänder und Riten dienen einzig und allein der Verehrung des Stifters der Kirche nämlich Jesus Christus, klar man kann auch ohne Gewänder feiern, aber wie war es mit dem Gleichnis bei der Hochzeit?
    Nein das ganze Armutsgequatsche geht mir gehörig auf die Nerven, denn diejenigen die am meisten darüber reden wollen nur ihre eignen Interessen durchbringen.
    Aber in einer (auch in der Kirche) völlig versozialisierten Welt muß man das sagen, sonst fallen die Medien über einen her.
    Satan ist voll am Werk bei diesen Heuchlern und Betrügern.
    Neulich sah ich ein Graffiti da stand „Reichtum macht blöd“ und dartunter hatte einer geantwortet „Armut auch“ !

    • Ich kann michael nur beipflichten! Das Gequatsche von Armut der Kirche kann ich nicht mehr hören und geht mir auch gehörig auf die Nerven.

      Und übrigens: WIE SOLL EINE ARME KIRCHE, DEN ARMEN HELFEN, WENN SIE SELBST NICHTS HAT!!!!!! ???????

      Satan ist wirklich am Werk !! Ich bin voll dieser Meinung !!! Danke dass ich nicht allein stehe.

      • Mein Beifall zu Ihrem Beitrag. Es ist nicht die Aufgabe des Papstes sich als Suppenküchenchef oder Grüßaugust darzustellen. Seine Aufgabe ist es nach St. Paulus, die Botschaft Christi zu predigen gelegen oder ungelegen und zu rügen, zu mahnen und zurechtzuweisen in aller Lehrweisheit.

  12. Jesus Christus wurde in einem Stall geboren. Wieso sollte eine würdige Messfeier nicht auch in so einem Umfeld schönsein. Im wahrsten Sinne des Wortes. Papst Franz genießt schon jetzt meinen höchsten Respekt. Ich wünsche mir sehr, daß Pomp und Prahlerei aus der Kirche verschwinden.

    • Regina, können Sie denken? Wenn die Herbergseltern in Bethlehem gewusst hätten, dass es der menschgewordene Logos ist, der da im Stall zur Welt kommt, hätten Sie der Gottesmutter das Haus gesamte Haus zur Verfügung gestellt und hätte selbst im Stall geschlafen. Wenn wir wissen, dass es der Herr selbst ist, der im Tabernakel auf unsere Anbetung wartet, dann könen wir IHN nicht in ein Ikea-Regal abstellen ohne uns zu versündigen!

    • Sie haben hier anscheinend etwas nicht richtig verstanden. Es geht in diesem Artikel nicht um den privaten Reichtum der Kleriker und Prälaten, sondern um die Darstellung der Herrlichkeit Gottes in den Zeremonien der Kirche.

      Zitat:
      „… wie Sixtus V. Dieser trug – gleich seinem verehrten Vorbild, dem Dominikanerpapst Pius V., – auf der Haut die kratzige, zerschlissene Kutte eines Büßers, darüber aber die Prachtgewänder eines vicarius Christi.“

      Ein gutes Beispiel für diesewahrhaft heilige Armut, die wahrhaft demütig ist, ist der Pfarrer von Ars, der sich selbst nur das Allernotwendigste zum Leben gönnte, aber an nichts sparte, wenn es um die Heilige Messe ging: Da konnte kein Kelch teuer genug, kein Messgewand prächtig genug sein. Bei der Messe ging es um Gott, nicht um Johannes Maria Vianney.

      • @arrow: Wieso sprechen Sie Menschen, die anderer Meinung sind, die Denkfähigkit ab? Ich habe gute Gründe für meine Argumente. Ich bin nicht von heute auf Morgen zu diesen Einsichten gekommen. Es ist nun einmal Fakt, daß Jesus nicht in Herrlichkeit, sondern in Armut hinein geboren wurde. Er kam nicht als Königskind, als ein hochwohlgeborener Prinz auf diese Welt, sondern in den widrigsten Umständen: Für ihn und seine Eltern gab es keinen Platz. So wie auch in der heutigen Zeit. Ich werde mich hier mit Ihnen nicht rumstreiten, dafür ist mir die Sache zu heilig. Übrigens scheinen Sie nur Ikea-Regal oder Marmortabernakel zu kennen. Gibt es nichts dazwischen?

        • Niemand sollte Ihnen das Denken absprechen. Natürlich wurde Jesus in die Armut und auch in die Sünde hineingeboren. Aber seine zentrale Botschaft ist nicht: Werdet arm, sondern Verkündet das Gottesreich. Die Liturgie in ihrer Schönheit ist ein Vorausglanz des kommenden Gottesreiches. Das schließt nicht aus, dass man die evangelische Armut persönlich lebt. Ein Priester sollte das unbedingt tun. Aber die Liturgie ist nicht der Nachvollzug der Geburt Jesu, sondern der Verweis auf Seine Auferstehung. Nach unserem Tod erwartet uns nicht der Stall von Bethlehem, sondern das Himmelreich. Darauf geht die Kirche in der Messfeier zu und diese metaphysische Dimension scheint im Bewusstsein vieler Theologen leider nicht mehr hinreichend ausgeprägt.

        • Lieber Seinsheim,
          es mag sein, daß vielen Theologen das Denken um die metaphysische Dimension fehlt, aber wenn ich nichts zu essen habe, wenn es mir schlecht geht, dann interessiert diese Dimension erst einmal niemanden. Eine heilige Messe in Prunk und Prahlerei im Angesicht von verhungernden Kindern vor der Kirchentür ist fast so etwas wie eine Gotteslästerung.

    • Das ist mit Verlaub durch und durch Protestantisch und respektlos allen Menschen der Geschichte, die Leib, Leben und all ihr Wissen zur Ehre des Herrn und der Kirche gegeben haben.
      Nie vergessen, Christus wollte die Kirche, er hat sie gestiftet, Glauben ist nicht etwas zum Verstehen(also reine Kopfsache Grüße an Luther) sondern soll das Numinose nicht Fassbare, das Mystische im Menschen anregen und zur Entfaltung bringen.
      Genau was Sie fordern hat die Evangelische Kirche hinter sich und ist in den meisten katholischen Kirchen nach dem Vat. II betrieben worden.
      Bevor Sie weiterschreiben, bitte ich dringendst die Lektüre von Martin Mosebachs -Häresie der Formlosigkeit- ein Standardwerk und ein MUß für alle die der Formlosigkeit das Wort reden.

      • Ich brauche keinen Martin Mosebach um zu wissen, was Prunk- und Prahlsucht bedeuten. Schlichtheit und einfache Formen hat nichts, aber auch nun garnichts mit Formlosigkeit gemein. Durch sie kommt gerade die Form wieder zum Vorschein. Die Sache um die es geht. Und das ist Gott!

        • Joh 12, 1-8:

          Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den er von den Toten auferweckt hatte.
          Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren.
          Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.
          Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet, sagte:
          Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben?
          Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte.
          Jesus erwiderte: Lass sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue.
          Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch.

  13. Noch eine Ergänzung meines Beitrags, die Antwort auf Defendor.

    Eine „arme Kirche, für die Armen“ schließt die Verkündigung des Evangeliums, das „Seelenheil“ nicht aus, im Gegenteil: sie macht es erst glaubwürdig. Es gibt einen vernünftigen Mittelweg. Die Kirche im Westen, v.a. in Deutschland ist aber m.E. zu wohlhabend, auch durch das Kirchensteuersystem, das schon P. Benedikt XVI in Freiburg in seiner zurückhaltenden Art kritisiert hat u. das zu einer Verweltlichung der Kirche führen kann. M.E. gibt die Kirche in Deutschland zu viel Geld für Repräsentation aus, z.B. bei uns in Würzburg im renovierten Dom für postmoderne Kunst, die der großen Mehrheit der Katholiken nicht gefällt u. keine spirituelle Ausstrahlung besitzt. Außerdem sind meiner Meinung nach die Gehälter der Gemeindepfarrer u. der Bischöfe unangemessen hoch, die mit ihrem Einkommen keine Familie versorgen müssen (jedenfalls meistens nicht, smile). Die Bischöfe wohnen z.T. in „Palästen“ u. haben teure Limousinen. Das ist für die Bevölkerung nicht glaubwürdig. Für die Verkündigung des Evangeliums, die Kirchen u. die Liturgie muss allerdings in angemessener Weise Geld vorhanden sein u. eingesetzt werden.

  14. Wer passt denn da so genau auf, was der Papst anzieht? Seien wir dankbar, daß der Heilige Geist weht, wo er will. Und ER leitete das Konklave. Wenn ich nicht galube, daß der Heilige Geist in der Kirche wirkt, kann ich alles vergessen. Übrigens, ich bin sehr dankbar, daß ich die Hl.Kommunion in meine Hand gelegt bekomme!! Die erneuerte Liturgie hat mein Mitfeiern der Hl. Messe sehr bereichert ! Lernen wir doch den jeweils anderen ohne Unterstellungen leben zu lassen.

    • Machen Sie sich bitte sachkundig! Der Heilige Geist verwehrt den Kardinälen Seinen Beistand nicht, wenn diese IHN ehrlich darum bitten. Genausowenig überrumpelt der Heilige Geist aber den Eigenwillen der Kardinäle. Glauben Sie eigentlich an die kirchlich anerkannte Prophezeiung von La Salette? Dann müssten Sie wachsamer sein.

      • La Salette ist eine Botschaft, die nicht gut in die heutige Zeit passt. Hier prophezeit die Muttergottes, dass die Blüten der Kirche in Fäulnis übergehen, die Klöster werden Sitz des Asmodeus (des Dämons der Unkeuschheit) werden. Rom wird den Glauben verlieren und Sitz des Antichristen werden……… Nachzulesen in dem Buch von Johannes-Maria Höcht.

    • „Die erneuerte Liturgie hat mein Mitfeiern der Hl. Messe sehr bereichert “
      Kann gut sein, aber darum geht es nicht, die Messe ist eben nicht „für uns Menschen und zu unserem Wohlgefallen“ sondern die unblutige Wiedereinsetzung des Kreuzesopfers Christi.
      Es geht nur um Christus, der Aspekt ist durch die Liturgiereform verschwunden.
      Ihr Kommentar ist der Beleg, das die hl. Messe im NOM gerade noch gültig ist, aber nicht mehr Katholisch.
      Man geht in die Messe nicht wie ins Theater und erstellt nachher eine „Manöverkritik“, sondern um auf die Knie zu fallen und den Herrn anzubeten.
      Sie lachen ?
      Das habe ich erwartet, aber der neue Ritus hat keine Zukunft, gewöhnen Sie sich um, sehr lange kann es nicht mehr dauern.

  15. Nachdem ich das Kleingedruckte gelesen habe und jetzt weiß, dass Peter Stephan auch am Institut Philipp Neri lehrt, bin ich erleichtert. Die ‚katholische Tradition‘ lebt, dieser hervorragende Beitrag zeigt es. Zum Glück bin ich nicht mehr nur auf pius.info angewiesen, das völlig ausfällt, sondern ich kann wieder alle Ecclesia-Dei-Gemeinschaften voll in den Blick nehmen. Die Artikel suchen, die die große liturgische Tradition der katholischen Kirche zur Sprache bringen, sie dem Verschweigen, Vergessen entreißen. Es deutet sich an, dass dies unter dem Pontifikat Papst Franziskus‘ geschehen soll. Diese Artikel werden selten sein, aber ich bin dankbar, sie hin und wieder finden zu können.

  16. @Mystiker

    Es ging mir nicht um die zweifellos unhaltbaren Zustände in gewissen Ländern / Diözesen.

    Die ( einseitige) Betonung einer „Kirche für die Armen“ – ich füge hinzu für die materiell Armen – kann kein päpstliches Programm sein, zumal unser Herr selbst den Reichtum per se nicht verurteilt hat solange dieser nicht das Herz vereinnahmt.
    Genausogut kann der Neid und die ( zunehmende ) Gier nach materiellem Reichtum das Herz der materiell Armen vereinnahmen und verhärten bis hin zu Diebstahl, Raub und Mord.

    Zudem pflichte ich @populus romanus‘ Kommentar bei, dass eine „arme“ Kirche ihre sozial-caritativen Leistungen überhaupt nicht mehr erfüllen kann.

    „Arme Kirche für die Armen“

    Schöne, mediengenehme Formulierung freilich ohne Fundament.

    Die Heilige Mutter Kirche ist die
    Mutter der Lebendigen,
    der Armen im Geiste !

    unabhängig ihres materiellen Status‘.

    Und die Armen im Geiste wissen ihren gefundenen „Schatz“ zu hüten und zu verehren.
    Gerade auch und v.a. in der würdigen Feier des hl. Messopfers.

    http://www.razyboard.com/system/morethread-mutter-der-lebendigen-forumtradi-2207888-5929066-0.html

  17. Wenn der Papst immer von Armut spricht und dieses vor aller Welt auch noch demonstrativ zur Schau stellt, wirkt das langsam unglaubwürdig. Das erinnert mich an das Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner…..!
    Wenn man von Armut spricht, sollte man das nicht der Öffentlichkeit „präsentieren“ und sich noch als ein Beispiel für die Nachfolge des hl. Franz v. Assisi darstellen. Schaut einmal wie natürlich und arm ich trotz meines Amtes bin…. Da ist keine Demut mehr dabei, sondern eher ein „sich zur Schau“ stellen und aus Demut wird dann Hochmut und Stolz. Die Päpste vor mir, die bisher die traditionelle Kleidung trugen, waren quasi nicht so gut, weil sie keine Armut vorgelebt haben, scheint damit dann die Botschaft…. Wo wir wieder bei dem Pharisäer und dem Zöllner im Gleichnis wären……

  18. Das folgende Zitat des großen kolumbianischen Philosophen Davila benennt .treffend , was die neue Kirche i.S. einer “ armen Kirche für die Armen “ ,ist, deren Anhänger aus vielen Lagern sich nun lautstark zu Wort melden. “ Der Teufel wählt in jedem Jahrhundert einen anderen Dämon aus ,um die Kirche zu versuchen. Der gegenwärtige arbeitet besonders feingesponnen. Die Angst der Kirche vor dem Elend der Massen vedunkelt ihr Bewußtsein für Gott .Die Kirche fällt in die arglistigste aller Versuchungen: die Versuchung der Mildtätigkeit.“
    aus: Nicolas Gomez Davila. Scholien zu einem inbegriffenen Text, Karolinger Verlag, Wien und Leipzig 2006.

    • Das kann man sehr ungünstig interpretieren. Mildtätigkeit ist natürlich keine Versuchung.

      Die Kirche verkauft sich auch hier – wie immer heute – sehr schlecht. In Wahrheit hält die Kirche die Lösung für die immer weiter aufklaffende Schere zwischen arm und reich.

      Die Lehre der Kirche ist klar und eindeutig; jede Art von Geldzins ist verboten. Diese Lehre ist unverändert, auch wenn seit 1830 kein Beichtkind mehr deshalb beunruhigt werden soll.

      Synode v. Arles 314; I. Konzil v. Nikaia 325, Dekret v. Nikaia,Leos d. Gr. Dekretale Nec hoc quoque, II. u. III. Laterankonzil (1139, 1179), II. Konzil v. Lyon (1274),Konzil v. Vienne (1311), V. Laterankonzil (1517), Enzyklika «Vix pervenit» von Benedikt XV. (1745)

      http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/theologielexikon/zins.htm
      http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/vix-pervenit/gueltigkeit.htm

  19. Danke Herr Nardi, Dank an die Redaktion von katholisches.info! Ich kenne im deutschsprachigen Raum kein Internetmagazin, kein Portal, das so kompetent die Weite und die Tiefe der katholischen Tradition immer wieder zur Sprache bringt. Und das furchtlos und unabhängig, denn besonders beliebt macht man sich damit nicht im“Großraum“ der Kirche von heute…

  20. Dann fragt man sich ja doch, wird endlich Papst Benedikt XVI gehorcht, und dies hier umgesetzt, http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/intrptxt/documents/rc_pc_intrptxt_doc_20060313_actus-formalis_ge.html
    Und endlich Schluß damit gemacht das mit dem modernen Ablasshandel im Form des „Zwangskirchenbeitrages“ antikatholisches finanziert wird, wird seine Heiligkeit Franziskus seinen Vorgänger Papst Benedikt XVI gehorsam sein?

    Gott zum Gruße

  21. Sehr guter Kommentar! Vielen Dank!

    Der Autor drückt das meisterhaft aus, was man als katholischer Beobachter selbst halb-bewußt spürt. Und was einen doch bedrückt.

  22. Wenn die Kirche, der Papst, für die Armen etwas tun will, dann soll er die Tore zum Schatzhaus der Tradition aufmachen und die Armen, denen die Hl. Messe genommen wurde und durch eine EF ersetzt wurde, an der Hl. Liturgie aller Zeiten wieder teilhaben lassen.

    Wer sind denn die Armen? Die materiell Armen kommen aus dem zeitlichen Elend irgendwann heraus, doch die wirklich Armen, die Irrenden, die verzweifelt das Heil Suchenden, die mit schweren Sünden Beladenen – wer sagt ihnen die Wahrheit? Wer kümmert sich um sie?

    Neben den 7 leiblichen Werken der Barmherzigkeit werden die 7 geistlichen Werke der Barmherzigkeit heute kaum bzw. gar nicht mehr erwähnt.

  23. Papst Benedikt verkündete uns den Holocaust, und Papst Franziskus vekründet uns den Dienst am Menschen, das ist zwar besser aber nicht derSinn der Sache, er sollte uns das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus verkünden, insofern war es vielleicht nicht gut, sich den Namen eines Heiligen zu geben, der sein ganzes Leben lang ein Laie war.

    • Mir ist schlichtweg nicht klar, was Sie überhaupt meinen? Was bedeutet es, den Holocaust zu verkünden? Was ist daran problematisch, dass Franz von Assisi Laie war? Und überhaupt: Mittelpunkt der christlichen Botschaft ist nicht allein das Leiden Jesu – das ist sehr protestantisch gedacht. Dem Leiden geht das Mysterium der Menschwerdung voraus, das seinerseits die Voraussetzung für die Auferstehung legt. Und die Hauptaufgabe der Kirche ist, es, auf das künftige Gottesreich zu schauen und dessen Herrlichkeit vorwegzunehmen. Keine Leidensmystik, sondern Freude über den Auferstandenen!

      • Der hl. Franziskus war kein Laie, er erhielt vom Bischof von Assisi die Tonsur und war somit Kleriker, bevor er anfing Brüder um sich zu sammeln. Später wurde er von Papst Innozent III. zum Diakon geweiht. Damals gab es Kardinäle, die mit Mühe und Not die niederen Weihen hatten. Schluß mit dem Märchen vom Laien Franziskus.

  24. „Der heilige Franz stützte die Kirche, als diese selber mächtig geworden war und über diese Macht ins Wanken geriet. Und Papst Franziskus erneuert sie, indem er sie aller Zeichen weltlicher Macht entkleidet.“

    Ob er die deutsche Kirchensteuer abschaffen wird? Das wäre zwingend notwendig um einen Anfang zur armen Kirche zu schaffen. Ich gehe mal davon aus das die Begeisterung der deutschen Bischöfe sich in Grenzen halten wird. Der Herr ist sehr arm in diese Welt gekommen. Wenn er das zweitemal kommt wird er in großer Macht und Herrlichkeit erscheinen. Und darauf sollte sich seine Kirche vorbereiten. Sie soll brilliant sein und kein verstaubtes armes Mäuschen.
    Wer stellt schon seine Leuchter unter dem Tisch.
    Per Mariam ad Christum.

  25. „Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“

    Eine reiche Kirche kann den Armen helfen – eine arme Kirche hat nichts und kann niemandem helfen.

  26. Papst Franziskus wird die Messe vom letzten Abendmahl in einem Jugendgefängnis feiern.

    Ich bin irgendwie erschüttert!

    Ich kann nur mein persönliches Empfinden äußern, ich weiß nicht, was Gott/Jesus darüber denkt. Möglicherweise ist meine Einstellung falsch, deshalb äußere ich mich mit aller Vorsicht, weil man alles, was man schreibt, vor Gott verantworten muss.

    Es ist die Messe von der Einsetzung der Eucharistie, mit der die Karwoche beginnt. Die Eucharistie ist das Herz der Kirche u. für mich das Zentrum meines Glaubens.
    Die Abendmahlsmesse gehört für mich persönlich zu den schönsten überhaupt.
    Das sollte m.E. eine sehr feierliche Messe in einer Kirche mit einer heiligen Aura sein. Das möchte ich nicht in einem Gefängnis feiern, nicht als Priester, nicht als Gläubiger. Die Abendmahlsmesse ist zunächst eine Messe für alle, die an die Gegenwart des Herrn in der Eucharistie glauben. Ich kann nicht verstehen, wie man bei einem solchen Anlass auf so eine Idee kommen kann.

    Eine Messe in einem Gefängnis ist an sich eine gute Sache; auch P. Benedikt hat eine in diesem Gefängnis gefeiert, aber das geht doch auch andermal u. nicht gerade am Gründonnerstag.

    Der Papst kann von mir aus jeden Tag ins Gefängnis gehen, sich um die Gefangenen kümmern u. das Evangelium verkünden, so wie sich Jesus den Sündern zugewendet hat, aber bitte nicht an einem Tag, an dem die Kirche die Einsetzung eines für sie wesentlichen Rituals feiert.

  27. Wenn der Papst aus Solidarität mit den Armen jene Insignien fortlässt, die den Herrschaftsanspruch Christi über die Mächtigen und Reichen der Welt ausdrücken, dann ist das ein bisschen so, wie wenn die Bundeskanzlerin bei einem Treffen mit der Weltbank, bei dem es um die Entschuldung der Dritten Welt geht, in Jeans und Turnschuhen käme, um sich symbolisch auf die Seite der Armen zu stellen. Ob sie damit mehr erreichen würde?

  28. Papst Franziskus betonte besonders, daß er der Bischof von Rom ist. Da ist er eigentlich verpflichtet, in seiner Kathedrale ( St. Johann im Lateran ) mit seinem Klerus das Abendmahlsamt zu feiern und die Fußwaschung vorzunehmen. Ich befürchte, der Mann läuft aus dem Ruder.

    • Das sehe ich ganz genau so! Da mischen sich Gutwilligkeit mit Unbedarftheit und Sturheit. Eine Kombination, die sich verhängnisvoll auswirken kann. Mit Schrecken erlebe ich eine fortgesetzte Demontage des Papsttums auf spiritueller Ebene seit Paul VI. Benedikt XVI. hat das teilweise wieder kompensieren können, doch dann durch seinen Rücktritt – den ich immer verteidigt habe – ein problematisches Zeichen gesetzt. Das Papstamt hat die Person, nicht die Person das Amt. Benedikt hat das Amt aus eigenem Beschluss abgelegt und insofern ist es nur konsequent, dass Franziskus es gar nicht mehr richtig anlegt.

    • Der Mann wird noch sehr oft aus dem Ruder laufen! Wie sagte Kard. Kaspar und Marx und Woelki & Co.: „Wir werden mit diesem Papst noch einige (BÖSE) Überraschungen erleben !!
      Traditionen gelten diesem Papst nichts. Das werden wir noch hart zu spüren bekommen. Gott stehe seiner Kirche bei, damit wenigstens ein wenig geistliches Niveau zurückbleibt.

  29. Ich bin erschrocken ob der Vehemenz, mit der hier die Gier der Kirche in (besonders) Mitteleuropa und Nordamerika verteidigt wird! Und ich bin erschrocken ob der Sprüche, dass die reiche Kirche nur helfen könne, wenn sie (noch mehr) Geld hat.
    Tatsache in Deutschland und den restlichen westlichen Ländern ist aber doch eine ganz Andere: Die Kirche verbrät im Durchschnitt 50-60% ihrer Einnahmen im Bereich PERSONALkosten! Wer das nicht wahrhaben will, lese doch mal die Jahresberichte der (Erz-)Bistümer.
    Weiterhin buttert die Kirche Geld in extrem zweifelhafte Institutionen und Vereinigungen, die der Lehre der Kirche zuwider laufen (Homo z. B.).
    Gleichzeitig erhält die deutsche Kirche Zuwendungen vom Staat.

    Es geht hier nicht um „Satan am Werk“, wenn man neue Bescheidenheit und „Armut“ der Kirche fordert sondern um eine Rückbesinnung auf die Aufgaben der Kirche und deren Zurückstutzung auf die Werte Jesu!
    Das Problem sind (wie sich auch hier zeigt), die Menschen die die aktuelle Kirche vertreten. Wer hier vehement verteidigt, dass nur eine reiche Kirche helfen kann, profitiert entweder selbst von den unermesslichen Einnahmen oder ist einfach blind 🙁 Das ist Satans Werk, denn die Menschen verstehen das Verhalten nicht (mehr) und wenden sich immer mehr ab. DADURCH wird die Kirche geschwächt und kann ihren eigentlichen Auftrag nicht mehr erfüllen.
    Hier ist alles so unsäglich satt und FETT :(((
    Nebenbei ist die deutsche Kirchensteuer nichts anderes (besonders nach der letzten Stellungnahme der deutschen Bischöfe) als eine neue Ablasszahlung. Trete ich aus der Gemeinschaft öffentlichen Rechts aus, gelte ich (NUR) in Deutschland als Nicht-Christ und bin faktisch exkommuniziert. Umgekehrt sind alle Polen, Kroaten, Slowaken usw., die in De arbeiten brave Christen, obwohl sie keinen Cent KiSt zahlen … Krank, kaputt, gierig, dumm. DAS ist das was die deutschen Bischöfe hier fabrizieren. Und nun kommt ein Papst, der andere Seiten aufzieht und die (deutschen) Wölfe heulen …

  30. „Kirchensteuer als neue Ablasszahlung“

    Von irgend etwas muss die Kirche doch leben und die Kirchensteuer ist gerecht,
    da sie prozentual vom Einkommen erhoben wird.

    Dass sie oft mißbräuchlich verwendet wird ist eine andere Sache.

    In Eurer Tradi- Szene zählt doch nur der etwas, der viel spendet !

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