Familienfeindlichkeit in Deutschland – Wie Familien unmündig gemacht werden

von Maria Steuer

Politiker, egal welcher Partei, wollen sich für ein familienfreundliches Deutschland einsetzen, sie wollen dafür sorgen, daß wieder mehr Kinder geboren werden. Dafür aber müßten die Familienleistungen genauer geprüft werden, um auch punkt genau und effektiv Familienförderung betreiben zu können. Familienleistungen würden angeblich über 200 Milliarden Euro betragen, obwohl im neuen Familienreport bereits nachzulesen ist, daß lediglich 55 Milliarden als Familienförderung zu bezeichnen sind.

Eine Familienförderung steht zur Zeit dabei besonders im Fokus: das Ehegattensplitting. Es sei untauglich und wenig effektiv und sei deshalb abzuschaffen. Eine Erklärung, wie es zu dieser Einschätzung kommt, läßt sich leicht finden. Es geht um Steuereinnahmen: Wenn Familien so viel Geld zur Verfügung haben, daß sie es sich leisten können, das Einverdienermodell zu leben, dann fehlen dem Staat die Steuereinnahmen und die Einnahmen der Sozialversicherung des Ehepartners, der sich entscheidet, die Kindererziehung selber zu übernehmen. Und nicht nur dessen Abgaben fehlen, sondern auch die der Erzieherinnen und all der Menschen, die im weiteren Bereich der staatlichen Kinderbetreuung angestellt wären. Ein finanzielles Desaster für den Staat.

Und weil Familien sich nicht freiwillig fügen, wird ihnen die finanzielle Grundlage ihrer Entscheidungsfreiheit genommen. Die Abschaffung des Ehegattensplittings ist nur der logische nächste Schritt in die Richtung, die die Familienpolitik seit Jahren verfolgt: Geldhahn zudrehen und belohnen, was staatskonform ist. Die Abschaffung des Ehegattensplitting bedeutet, gezielt nur einer Bevölkerungsgruppe eine Steuererhöhung zuzumuten, den Familien. Die einzige Lösung, die Familien bleibt, um der drohenden Armut durch die gezielte Steuererhöhung zu entkommen, ist die Doppelerwerbstätigkeit und damit auch die Inanspruchnahme der staatlichen Betreuung. Diese wird vom Staat subventioniert, mit 1500€/Kind/Monat: das Geld ist also da. Nur gibt es der Staat nicht den Familien, denen er es vorher genommen hat, sondern investiert es in staatliche Einrichtungen, die – und das setzt dem Ganzen die Krone auf – sogar Kindern unter drei Jahren nachweislich schadet. Warum nur? Die Geburtenrate hat der Krippenausbau nicht steigern können. Nur finanzielle Gründe?

Von den Ausgaben für Krippen und Kitas fließen zwar bis zu 48 Prozent an den Staat zurück, aber vielleicht steckt doch noch eine Ideologie dahinter, denn alle alternativen Betreuungsformen werden nicht staatlich gefördert. Wir erleben einen gesellschaftlichen Umbau, wie er vor 40 Jahren in Schweden gestartet wurde. Dort wurde das Konzept der Kindertagesstätte ebenfalls ohne Rücksicht, ob die Eltern es nötig hatten oder ob sie sich dafür interessierten, über Änderungen im Steuersystem eingeführt. Kinder wurden zu „Hindernissen für die Emanzipation der modernen Frau“ und ihre emotionale und intellektuelle Entwicklung wurde in die Verantwortung des Staates gestellt.

Also scheint es doch eher um die Lufthoheit über den Kinderbetten zu gehen, die über den Umweg der finanziellen Ausbeutung von Familien am Ende erzwungen wird? Gelebte Familie ist von der Politik erklärtes Auslaufmodell – nur die zur Schlafgemeinschaft reduzierte wird noch geduldet und finanziert. Die wertvollste Kraft einer Gesellschaft aber sind gesunde und glückliche Menschen, die aus starken und zufriedenen Familien kommen. Jede Gesellschaft steht oder fällt mit dem Zustand der Familie – wird die Familie zerstört oder geschwächt, so wird es nicht lange dauern, bis auch die Gesellschaft zerstört ist.

Maria Steuer ist Mutter, Kinderärztin, Familientherapeutin und Gründerin des Familiennetzwerkes.

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