Offener Brief von Bischof Richard Williamson

London, 19 Oktober 2012.

Exzellenz:

Danke für Ihren Brief vom 4. Oktober, in dem Sie mir die „Feststellung“, „Erklärung“ und „Entscheidung“ von Ihnen selbst, vom Generalrat und vom Generalkapitel mitteilen, dass ich kein Mitglied der Priesterbruderschaft St. Pius X. mehr bin. Die Gründe für Ihre Entscheidung, Euren Diener auszuschließen, lauten: er hat weiterhin die „Eleisonkommentare“ veröffentlicht; er hat die Autoritäten der Bruderschaft attackiert; er hatte ein unabhängiges Apostolat; er hat Verwirrung unter den Gläubigen angerichtet; er hat seine Rebellenkollegen unterstützt; er war in formaler Weise ungehorsam, stur und „hartnäckig“; er unterwirft sich keiner Autorität.

Lassen sich diese Gründe nicht sämtlich als Ungehorsam zusammenfassen? Sicherlich hat Euer Diener im Laufe der vergangenen zwölf Jahre sich mit unangemessen und übertrieben Worten und Taten gegenüber Gott schuldig gemacht, aber ich denke, es wäre angebracht, ihn darauf jeweils hinzuweisen, damit er sich entschuldigen kann, gemäß der Wahrheit und Gerechtigkeit. Aber wir stimmen wahrscheinlich überein, dass das wesentliche Problem nicht in den Details liegt sondern sich in einem Wort resümieren lässt: Ungehorsam.

Nun, nehmen Sie zunächst zur Kenntnis, wie vielen mehr oder weniger unangenehmen Anordnungen Euer Diener tadellos gehorcht hat. Im Jahr 2003 verließ er ein wichtiges und fruchtbares Apostolat in den Vereinigten Staaten, um nach Argentinien zu gehen. Im Jahr 2009 verließ er seine Position als Direktor des Seminars und verließ Argentinien im Austausch für einen schimmeligen Dachboden in London, ohne Worte, ohne bischöflichen Dienst, weil ihm dies verboten war. Ihm blieb virtuell nichts anderes übrig als der Dienst der „Eleisonkommentare“. Die Weigerung, diesen einzustellen, stellt den überwiegenden Teil des „Ungehorsams“ dar, dessen er beschuldigt wird. Und seit 2009 war es den Oberen der Bruderschaft erlaubt, ihn zu diskreditieren und zu beleidigen soviel sie wollten, und in der ganzen Welt haben sie die Mitglieder der Bruderschaft, die so wollten, ermutigt, dasselbe zu tun. Euer Diener hat sehr wenig reagiert und das Schweigen skandalösen Konfrontationen vorgezogen. Man könnte sagen, er war zu stur, um ungehorsam zu sein. Aber lassen wir das, denn das wirkliche Problem liegt woanders.

Wo liegt nun das wirkliche Problem? Um das zu beantworten, sei dem Angeklagten erlaubt, einen kurzen Überblick über die Geschichte der Bruderschaft zu geben, die dabei ist, sich zu spalten. Das zentrale Problem liegt nämlich lange zurück.

Seit der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts begann sich in vielen einstmals christlichen Staaten eine neue Weltordnung zu etablieren, die von den Feinden der Kirche geplant war, um Gott aus seiner Schöpfung zu vertreiben. Man fing damit an, das alte System, wo der Thron den Altar unterstützte, durch die Trennung von Kirche und Staat zu ersetzen. Das Resultat ist eine Gesellschaftsstruktur, die radikal neu ist, und für die Kirche schwierig, weil der Staat, der nun implizit atheistisch ist, sich schließlich mit all seiner Kraft der Religion Gottes widersetzt. Tatsächlich wollen die Freimaurer die wahre Anbetung Gottes durch ihre Anbetung der Freiheit ersetzen, im neutralen Staat ist die Religion nur ein Werkzeug. So beginnt in den modernen Zeiten ein unerbittlicher Krieg zwischen der Religion Gottes, von der Kirche verteidigt, und der neuen Religion des Menschen, die von Gott befreit und liberal ist. Diese zwei Religionen sind so unversöhnbar wie Gott und der Teufel. Man muss zwischen Katholizismus und Liberalismus wählen.

Aber den Mensch will den Groschen und den Wecken. Er will beides haben. Daher erfindet Félicité de Lamennais in der Nachrevolutionszeit den katholischen Liberalismus, und seitdem wird die Vereinbarung des Unvereinbaren zum Alltag in der Kirche. Während 120 Jahren schenkt die Barmherzigkeit Gottes seiner Kirche eine Reihe von Päpsten, Gregor XVI. bis Pius XII., von denen die meisten klar und fest stehen, aber eine stetig wachsende Zahl an Gläubigen lehnt sich in Richtung Unabhängigkeit von Gott, hin zu materiellen Freuden, deren Zugang der liberale Katholizismus erleichtert. Eine fortschreitende Korruption erreicht schließlich die Bischöfe und Priester, und dann erlaubt Gott schließlich, das sie die ihnen genehme Art von Päpsten wählen, nämlich solche, die nur vorgeben, katholisch zu sein, die tatsächlich aber Liberale sind, die nach rechts reden aber nach links handeln, die sich durch Widersprüchlichkeit, Mehrdeutigkeit und Hegelsche Dialektik auszeichnen, kurz gesagt, durch Lüge. Dies ist die Neukirche des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Es kam, wie es kam. Nur ein Traum kann Unvereinbares vereinen. Aber Gott – Wort des hl. Augustin – verlässt keine Seelen, die ihn nicht verlassen wollen, und hilft dem kleinen Rest an katholischen Seelen, die nicht der weichen Apostasie des II. Vatikanum folgen. Er erwählt einen Erzbischof, der dem Verrat der konziliaren Prälaten widersteht. Der Erzbischof respektiert die Wirklichkeit, er sucht nicht das Unvereinbare zu vereinen, er weigert sich, zu träumen. Er spricht mit Klarheit, Konsistenz und Wahrheit, so dass die Schafe die Stimme des göttlichen Meisters erkennen. Die Priesterbruderschaft, die er gründet, um wahre katholische Priester auszubilden, beginnt klein, weist aber die konziliaren Irrtümer und ihre Grundlage, den liberalen Katholizismus, bestimmt zurück. Sie zieht an, was an wahren Katholiken in der Welt noch übrig ist, und ist das Rückgrat all jener Bewegungen in der Kirche, die Traditionalismus genannt werden.

Indes ist diese Bewegung den Männern der Neukirche unerträglich, die den Katholizismus durch den liberalen Katholizismus ersetzen wollen. Unterstützt von Medien und Regierungen tun sie alles, um den mutigen Erzbischof zu diskreditieren, zu entehren und zu verbannen. Im Jahr 1976, Paul VI., „Suspension a divinis“, im Jahr 1988, Johannes Paul II. „Exkommunikation“. Dieser Erzbischof verärgert souverän die konziliaren Päpste, weil seine Stimme der Wahrheit ihr Lügengewebe effektiv ruiniert, und ihren Verrat gefährdet. Unter ihrer Verfolgung und „Exkommunikation“ bleibt er standhaft, zusammen mit den vielen Priestern der Bruderschaft. Diese Treue zur Wahrheit Gottes erlangt der Bruderschaft zwölf Jahre inneren Friedens und äußerlichen Wohlstands. 1991 stirbt der große Erzbischof, aber sein Werk geht in Treue zu den antiliberalen Prinzipien weiter, auf denen er gebaut hatte. Was also werden die konziliaren Römer tun, um diesen Widerstand zu brechen? Sie werden den Stock durch die Mohrrübe ersetzen.

Im Jahr 2000 demonstriert eine große Wallfahrt der Bruderschaft anlässlich des Jubiläumsjahrs in den Basiliken und die Straßen von Rom die Frömmigkeit und Stärke der Bruderschaft. Die Römer sind sich selbst zum Trotz beeindruckt. Ein Kardinal lädt die vier Bischöfe zu einem reichhaltigen Mittagessen bei ihm zuhause ein, eine Einladung, die von drei von ihnen angenommen wird. Unmittelbar nach dem sehr brüderlichen Mittagessen werden die Kontakte zwischen Rom und der Bruderschaft, die seit gut 12 Jahren abgekühlt waren, wieder aufgenommen, und mit ihnen beginnt die mächtige Verführung durch scharlachrote Knöpfe und marmorne Fußböden.

Die Kontakte erwärmen sich so schnell, dass bereits am Ende des Jahres viele Priester und Gläubige der Tradition eine Versöhnung zwischen der katholischen Tradition und dem liberalen Konzil befürchten. Diese Versöhnung klappt vorerst nicht, aber die Sprache des Hauptquartiers der Bruderschaft in Menzingen beginnt sich zu ändern, und in den zwölf bevorstehenden Jahren wird sie sich weniger feindlich gegenüber Rom und freundlicher gegenüber den Autoritäten der Konzilskirche, den Medien und ihrer Welt zeigen. Und schrittweise, während die Versöhnung des Unversöhnbaren sich im Haupt der Bruderschaft vorbereitet, beginnt die Haltung im Körper der Bruderschaft, bei den Priestern und Laien Schritt für Schritt wohlwollender gegenüber den konziliaren Päpsten und der konziliaren Kirche zu werden, gegenüber allem, was weltlich und liberal ist. Ist schließlich die moderne Welt um uns herum überhaupt so schlimm, wie man uns glauben machen wollte?

Dieser Vorstoß des Liberalismus in das Innere der Bruderschaft, von einer Minderheit an Priestern und Laien bemerkt, aber offenbar unwahrnehmbar für die Mehrheit, kam im Frühling dieses Jahres zum Vorschein, als nach dem Scheitern der doktrinären Diskussionen im Herbst 2011 die katholische Politik „Kein praktisches Abkommen ohne doktrinelle Übereinstimmung“ von einem Tag auf den anderen durch die liberale Politik „Keine doktrinelle Übereinstimmung also praktisches Abkommen“ ersetzt wurde. Und Mitte April bietet der Generalobere Rom als Grundlage für ein Abkommen einen mehrdeutigen Text an, der offen diese „Hermeneutik der Kontinuität“ unterstützt, bei der es sich um das von Benedikt XVI. geliebte Rezept handelt, um genau das Konzil und die Tradition zu versöhnen! „Wir brauchen ein neues Denken“ sagt der Generalobere im Mai zu den Priestern des österreichischen Distrikts. Anders gesagt, der Führer der Bruderschaft, die 1970 gegründet wurde, um den Neuerungen des Konzils zu widerstehen, schlägt eine Versöhnung mit dem Konzil vor. Heute versöhnlich! Morgen gänzlich konziliar!

Es ist kaum zu glauben, dass die Gründung von Erzbischof Lefebvre angeleitet wurde, die Prinzipien zu vergessen oder beiseitezulegen, auf denen sie errichtet wurde. Aber das ist die Macht verführerischer Phantasien unserer gottlosen, modernistischen und liberalen Welt. Nichtsdestotrotz kann die Wirklichkeit nicht durch Phantasien beeinflusst werden, und es ist ein Teil der Wirklichkeit, dass man die Prinzipien eines Gründers nicht beseitigen kann, ohne die Gründung zu zerstören. Ein Gründer besitzt spezielle Gnaden, die keiner seiner Nachfolger hat. Es ist, wie Pater Pio geschrieben hat, als die Oberen seiner Kongregation zu „erneuern“ begannen, gemäß dem neuen Denken des gerade beendeten Konzils: „Was macht ihr aus dem Gründer?“ Der Generalobere, der Generalrat und das Generalkapitel der FSSPX haben Msgr. Lefebvre schön als Maskottchen behalten, pflegen jedoch ein neues Denken, das die gravierendsten Gründe beiseiteschiebt, aus denen er die Bruderschaft gegründet hat. Sie führen sie daher durch einen Verrat in den Ruin, zumindest objektiv, vollständig parallel zum Fall des II. Vatikanums.

Aber, um fair zu sein und nicht zu übertreiben. Seit dem Beginn dieses langsamen Falls der Bruderschaft, gab es immer Priester und Gläubige, die das Licht gesehen haben und die getan haben, was sie konnten, um diesem Fall zu widerstehen. Im Frühjahr dieses Jahres hat dieser Widerstand einige Konsistenz und Größe erlangt, so dass das Generalkapitel im Monat Juli ein Hindernis aufgestellt hat, auf dem falschen Weg des Ralliement. Aber wird dieses Hindernis halten? Es ist zu befürchtet, dass nicht. Vor etwa vierzig Priestern der Bruderschaft, die sich zu priesterlichen Exerzitien in Ecône im Monat September trafen, räumte der Generalobere sich auf seine römische Politik beziehend ein: „Ich habe mich geirrt“. Wessen Schuld ist das? „Die Römer haben mich getäuscht.“ Auch resultiere aus dieser schweren Krise im Frühling „ein großes Misstrauen in der Bruderschaft“ das „durch Taten und nicht durch Worte behoben werden kann“, aber wessen Schuld ist das? Bislang zeigen seine Taten seit September, einschließlich dem Brief vom 4. Oktober, dass er gegen Priester und Laien vorgeht, die sich nicht in der Lage sehen, ihm, ihrem Anführer zu vertrauen. Nach dem Kapitel scheint es nach wie vor, dass er keine Opposition gegen seine versöhnende und und konziliare Politik duldet.

Und da haben wir den Grund, warum der Generalobere mehrere Male die strikte Anweisung gegeben hat, die „Eleisonkommentare“ einzustellen. In der Tat haben diese „Kommentare“ wiederholt die versöhnliche Politik der Autoritäten der Bruderschaft gegenüber Rom kritisiert, und sie damit implizit angegriffen. Wenn es im Rahmen dieser Kritik und bei diesen Angriffen einen Mangel an gebührender Achtung des Amtes oder der Personen gegeben haben sollte, bitte ich, wo nötig, froh um Vergebung, aber ich denke es reicht, einfach nur die betroffenen Nummern der „Kommentare“ durchzugehen, um festzustellen, dass die Kritik und die Angriffe in der Regel unpersönlich geblieben sind, weil es um viel mehr als nur Personen geht.

Und was das viel größere Problem angeht, betrachten wir die große Verwirrung, die derzeit in der Kirche und der Welt herrscht, und die das ewige Heil zahlloser Seelen in Gefahr bringt. Ist es nicht die Pflicht eines Bischofs, die wahren Wurzeln dieser Verwirrung zu identifizieren und öffentlich anzuprangern? Wie viele Bischöfe in der Welt sehen klar, wie Erzbischof Lefebvre klar sah, und stellen Ausbildung zur Verfügung die dieser Deutlichkeit entspricht? Wieviele von ihnen lehren überhaupt noch katholische Lehre? Sind es nicht wenige? Ist es also Zeit, einen Bischof zum Schweigen zu bringen, der das tut, was durch die Anzahl an Seelen bewiesen wird, die sich an den „Kommentaren“ wie an einer Rettungsleine festhalten? Und wie will ein anderer Bischof die „Kommentare“ schließen, der seinen Priestern gegenüber zugeben musste, dass er in bezug auf dieselben großen Fragen sich hat zum Narren halten lassen, und das viele Jahre lang?

Gleichermaßen, wenn dem widerspenstigen Bischof – zum ersten mal in fast vier Jahren – ein unabhängiges Apostolat effektiv gegeben wird, wie kann er dafür kritisiert werden, eine Einladung angenommen zu haben, unabhängig von der Bruderschaft, zu firmen und das Wort der Wahrheit zu predigen? Ist das nicht die eigentliche Funktion eines Bischofs? Seine Rede in Brasilien war keine „Verwirrung“ außer für jene, die dem obengenannten Irrtum folgen.

Und wenn er seit Jahren von der Bruderschaft getrennt scheint, dann ist das wahr, aber getrennt von der versöhnlichen Bruderschaft und nicht von der, die von Erzbischof Lefebvre gegründet wurde. Und wenn er sich aufsässig zeigt gegenüber der Ausübung der Autorität vonseiten des Chefs der Bruderschaft, dann ist das wahr, aber nur betreffs der Anordnungen, die gegen den Zweck gehen, zu dem die Bruderschaft gegründet wurde. Gegen welche anderen Anordnungen, außer die „Kommentare“ einzustellen, können wir sagen, dass er des „formalen, sturen und hartnäckigen“ Ungehorsams schuldig ist? Gibt es einen anderen? Erzbischof Lefebvres war nicht ungehorsam außer gegen solche Akte der Autorität der Kirche, deren Natur auf die Zerstörung der Kirche ausgerichet war, sein Ungehorsam war mehr scheinbar als real. Gleichermaßen ist der „Ungehorsam“ desjenigen, der die „Kommentare“ nicht einstellen wollte, eher scheinbar als real.

Weil die Geschichte sich wiederholt, und der Teufel immer wieder an seine Aufgabe geht. So wie gestern das Konzil versucht hat, die katholische Kirche mit der modernen Welt zu versöhnen, so scheint es jetzt, dass Benedikt XVI. und der Generalobere beide die katholische Tradition mit dem Konzil versöhnen wollen; so werden morgen, wenn Gott nicht zwischenzeitlich einschreitet, die Führer des katholischen Widerstands die Versöhnung mit der nunmehr konziliaren Tradition suchen.

Kurz gesagt, lieber Vater Generaloberer, Sie können nun fortfahren, mich auszuschließen, denn meine Argumente werden Sie sicher nicht überzeugen, aber dieser Ausschluß wird eher scheinbar als real sein. Ich bin Mitglied der Bruderschaft von Msgr. Lefebvre als meine Lebensaufgabe. Ich bin seit 36 Jahren einer seiner Priester. Ich bin einer seiner Bischöfe, wie Sie, fast ein Vierteljahrhundert lang. Ein Federstrich löscht das nicht aus, und daher bleibe ich ein Mitglied der Bruderschaft.

Wären Sie seinem Erbe treu geblieben und wäre ich erkennbar untreu, dann anerkennte ich fröhlich Ihr Recht, mich auszuschließen. Aber Dinge sind wie sie sind. Ich hoffe, nicht mangelnden Respekt Ihrem Amt gegenüber zu zeigen, wenn ich darauf hinweise, dass Sie zur Ehre Gottes und um des Heils von Seelen willen, um des inneren Friedens der Bruderschaft willen und um Ihres eigenen Heils willen, lieber als Generaloberer zurücktreten als mich ausschließen sollten. Möge Gott Ihnen die Gnade schenken, das Licht und die benötigte Kraft, solch einen außergewöhnlichen Akt der Bescheidenheit und Hingabe zum Wohle aller.

Nun, wie ich so oft die Briefe beendet habe, die ich über die Jahre an Sie gerichtet habe,

Dominus tecum

+Richard Williamson

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29 Kommentare

  1. Er ist krank, er ist wirklich krank. Schlimm ist, dass er damit auch Erzbischof Lefebvre in Misskredit bringt, mindestens bei denjenigen, die nie seine Predigten, Zitate aus geistlichen Vorträgen oder ganze Vorträge gelesen haben. Darin sehe ich den größten Schaden.

    Umso mehr habe ich Respekt vor Bischof Fellay, dem deutschen Distriktoberen P. Schmidberger, überhaupt vor der Piusbruderschaft, die mir durch ihre Publikationen geholfen hat und hilft, den Faden zur großen katholischen Tradition wieder zu knüpfen, der durch die Nachkonzilstheologie fast gerissen wäre.
    Respekt: Fast 40 Jahre Ausgrenzung, Anfeindung, Verleumdung zu ertragen ohne Verbitterung, Wut, Aggression, dazu gehört viel geistliche Kraft.
    Ich hoffe, dass die FSSPX diesen von Erzbischof Lefebvre vorgelebten Weg auch in Zukunft weitergeht: In der Liebe zur römischen Kirche zu bleiben, trotz aller Widerstände. Diese Kirche kann nur durch Glaubende UND Liebende erneuert werden…

  2. Williamson tut mir persönlich leid. Seine Positionen entsprechen allerdings dem wirren Denken eines Sektierers. Schade, dass er nun als „freier Radikaler“ noch mehr Schaden anrichten wird. Wer SO denkt, wird auch keine Skrupel haben, weitere Bischöfe zu weihen und das Heer frei flottierender Vagantes vergrößern. Spätestens andere Wirrköpfe, denen die Aussicht auf ein „Bischofsamt“ wichtiger ist als die Kirche, werden ihm applaudieren und ihm falsche Einflüsterer sein.
    Bischof de Galarreta beklagte jüngst, dass der neue Glaubenspräfekt Müller noch als Bischof von Regensburg meinte, die Piusbischöfe sollten ihr Amt aufgeben und sich in ein Kloster zurückziehen. Dieser wirschen Forderung kann ich nicht zustimmen. Für Bischof Williamson hat Erzbischof Müller jedoch den einzig gangbaren Weg aufgezeigt: ein Leben der Zurückgezogenheit und des Schweigens in einem Kloster.

  3. Dieser offene Brief ist leiderein doppeltes Dokument:
    1) Die günstige Variante: Williamson leidet unter paranoider Schizophrenie mit manisch-depressivern Zug. In der depressiven Phase leidet er unter einem furchtbaren Selbstmitleid, ist krank an sich selbst. In der manischen Phase schlägt er verbal um sich, droht, zeigt pseudo-visionäres Gebaren und publiziert theologsches, was aber nie mehr auch nur annähernd die seiner früheren intellektuellen Fähigkeiten und Leistungen erreicht. Immer im Hintergrung die zunehmende Verfolgung durch „die Juden“, „Rom“ und immer enger werdend dann auch seine Mitbrüder. So wäre Williamson letztlich ein Fall für eine geschlossene psychiatrische Anstalt, da er Fremd- und Eigengefährdung betreibt, indem er Personen gegen sich und andere aufhetzt, sofern er in einer Manie wieder ist.

    • Herr Rhein, liest man Ihre Ausführungen, ist Eines sofort klar: Sie sind alle leere Behauptungen, ohne jeglichen argumentativen Fundaments. Bischof Williamsons äußerst sachliche Selbstverteidigung als mögliches Zeichen von freiwilliger Besessenheit zu bezeichnen unterstreicht Ihre Voreingenommenheit und Unfähigkeit, zumindest in diesem Bezug sachlich und ausgewogen zu denken.

  4. Fortsetzung:

    2) Der „worst case“. „Bischof“ Williamson ist „sui compos“: Dann ist ohne Zweifel er ein Fall für den Großen Exorzismus. Er läßt dann willentlich, in Kenntnis der Sache, den Satan seiner selbst bedienen und Haß, Neid und andere Todsünden ausüben. Dann müßte der Papst sofort handeln und Williamson unter Zuhilfenahme des CIC 1917 aus dem Klerikerstand ausschließen. Hierzu kann er von seiner päpstlichen Unfehlbarkeit Gebrauch machen. Die diabolische Natur seiner Äußerungen liegt leider auf der hand und sie stoßen ab; sie sind ein perfider Angriff auf die Liebe und damit auf Gott und das Erlösungswerk Christi. Bitten wir in diesem Falle dann den Papst um Unterstützung. Ich appelliere an EB Müller, sich des Falles Williamson UMGEHEND anzunehmen, um Schaden von der Kirche und ihrem Versuch einer guten Einigung mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. abzuwenden.
    In beiden Fällen muß SOFORT gehandelt werden, da Gefahr im Verzug ist!

  5. Ein hervorragender Brief von S.E. Weihbischof Williamson!
    Im Endeffekt wurde er hinausgeworfen weil er den liberalen Katholizismus der FSSPX Führung kritisierte.

    Das was Bischof Williamson seinen Gegnern vorwirft finden wir auch in den ersten beiden Kommentare auf dieser Seite: Man geht nicht auf Sachargumente ein, man versucht gar nicht den Bischof zu widerlegen man hetzt einfach nur gegen ihn, bezeichnet ihn als „krank“, als „Wirrkopf“ usw. Dies ist genau die Haltung der FSSPX Führung und vieler anderer Priester. Es gibt aber genug andere Priester der FSSPX die dies erkennen. Ich denke die FSSPX wird in den nächsten 10 Jahren komplett auseinanderdriften und es wird, dies ist nur noch eine Frage der Zeit, eine große Spaltung geben.

  6. Gewiß niemand möchte die Mühen und Verdienste von Exzellenz Williamson um die Bruderschaft in Abrede stellen. Wenn Williamson jedoch Pater Pio als Kronzeugen anruft, so sollte er sich gerade an ihm ein Beispiel wahrer Größe und heiligmäßiger Demut nehmen. Musste Pater Pio doch Jahrzehnte harsche, sehr ungerechte Behandlung und Isolierung durch die Oberen seines Ordens ertragen. Und er hat es getragen, ohne Murren und Groll. Bischof Williamson standen gewiss auch andere Wege der Einflussnahme zur Verfügung als die öffentliche Kritik. Damit hat er der Bruderschaft und dem Werk Erzbischof Lefebvres geschadet. Ungeachtet dessen bin auch ich der Meinung, dass dieser Ausschluss etwas formales ist und letztlich nichts endgültiges sein muss. Die innere Verbundenheit mit der Bruderschaft wird davon nicht berührt.

  7. An die krankheitsbescheinigenden Ärzte, die sich zu Worte meldeten: Woran macht ihr die angebliche Krankheit Bischof Williamsons fest? Mir ist bislang nur aufgefallen, dass er über eine weit überdurchschnittliche Bildung verfügt, und zwar gemessen am akademischen Durchschnitt.

    Mir will vielmehr scheinen, dass euer Urteil direkt den Volksverblödungsmedien und der allgemein zu glaubenden Propaganda, die uns von Kindesbeinen an eingetrichtert wird, herrührt. Ist dem nicht so?

    @cuppa: Weißt du eigentlich, dass von Erzbischof Lefebvre Äußerungen enthalten sind, die denen Williamsons mehr gleichen als idenen der übrigen FSSPX-Bischöfe? Würde sich ein Magazin wie der Spiegel mal die Mühe machen, diesbezüglich zu recherchieren, so würde er als ein Ultra-Antisemit Bekanntheit erlangen. Wenn Lefebvre heute ein Bischof der FSSPX wäre, so würde Fellay ihn ebenso hinausjagen wie Williamson.

    • Aufmerksamkeitsdefizitstörung:

      „Daher folgt nun eine Sammlung an Kugeln und Granaten direkt vom Schlachtfeld: die Kommentare stammen von Priestern, Laien und Schwestern, welche hauptsächlich sich entrüsteten, als im November 2008 im schwedischen Fernsehen eine gewisse Episode der jüngeren Geschichte bestritten wurde. (Und doch… und doch…) […] Alle diese Dinge werden über mich gesagt. Ach, wie ich doch die Aufmerksamkeit gerne habe!“ aus: EC 273: Aufmunitionierung vom 06.10.2012

    • Eine Bildung, die das Werk der Heiligen Theresia a Sancta Cruce, Maksymilian Kolbe, eines Alfred Delp, eines (wenngleich auch protestantischen) Dietrich Bonhöffer, eines Heiligen Alexander Schmorell, dessen Ehrengrab von den hysterischen Weibern geschändet worden ist, eines Henri Lefébrve und das Schicksal und die Geschichte von Millionen von Menschen ignoriert, hat einen entscheidenden akademischen Mangel. Außerdem hätte ich mir doch irgendwann einmal den Bezug zu den Griechischen Kirchenvätern gewünscht, aber im Griechischen haperte es.
      Und: S.E. Marcel Lefébrve hat niemals die Shoah geleugnet, er hat den Holocaust versucht streng in einem apologetischen Sinne (also im Sinne der Chrésis) zu gebrauchen und die Juden zum Glauben an Jesus Christus zu ermahnen. Von da her hatte er so negatives Bild über die kategorische Ablehnung jeglicher Mission bei den Juden seit dem II. Vatikanum! Weiß denn Williamson nichts von der Freundschaft zwischen Kolbe und Lefébrve???

  8. Williamson hat recht behalten. Es hat keinen Sinn mit Rom zu verhandeln. Inzwischen weiß das jeder.. Fellay hat aber mit diesem Quatsch angefangen und nun wird Fellay zum Tyrannen. Hoffentlich wacht die Bruderschaft rechtzeitig auf und streift dieses Joch ab!

  9. Zum Ausschluß von Richard Williamson aus der Piusbruderschaft

    Als ich gestern vom Ausschluß Bischof Williamsons aus der Piusbruderschaft hörte, kam mir ein Satz von Bruder Branham in den Sinn „Wenn ihr mich ausschließt, dann schließe ich euch wieder ein!“ Dieser Ausspruch zeugt von einer höheren Gnade.

    Einige Tatsachen blieben in den Presseberichten unerwähnt. Die Piusbruderschaft ist eine Dienstgemeinschaft, keine Glaubensgemeinschaft. Damit wurde zwar die Zusammenarbeit mit Richard Williamson beendet, seine Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Gläubigen hingegen nicht.

    Da von Römischer Seite die Exkommunikationen gegen die Bischöfe der Piusbruderschaft 2009 aufgehoben wurden, gilt er nun als direkter katholischer Bischof, bei dem einfach die Zwischenebene einer Dienstgemeinschaft wegfiel. Es fand keine Amtsenthebung statt, auch ist diese aufgrund seiner zeitgeistkritischen Äußerungen nach katholischem Kirchenrecht eigentlich gar nicht möglich.

    Jetzt wird es interessant. Während die Piusbruderschaft als Gesamtorganisation noch um eine Einigung mit dem Vatikan ringt, gilt Richard Williamson durch die Entscheidung Benedikts des XVI. als rechtmäßiger Katholik, der auch jederzeit an der Messe teilnehmen kann und dem es vom Vatikan her kirchenrechtlich unbenommen bleiben müßte als Bischof zu wirken.

    Die Piusbruderschaft distanziert sich zwar von ihm und beendet die Zusammenarbeit, aber Rom schweigt – und eine erneute Exkommunikation wäre peinlich für den Papst. Was nun?

    Wird Rom ihm untersagen als katholischer Bischof aufzutreten? Wie will man das dogmatisch begründen? Es dürfte schwer werden ohne Zeitgeistbezug – der wiederum verstieße gegen Kirchenrecht und würde zudem den aufrecht Gläubigen auffallen.

    Als ich vor etwas über zehn Jahren von einem Predigertreffen ausgeladen wurde, berief ich kurzerhand selbst ein Predigertreffen ein und lud neben den mich verstoßenden Brüdern sogar mehr Diener Gottes ein als die andere Seite. Das ist christliches Handeln.

    Ich bin zur Zusammenarbeit mit Richard Williamson auf biblischer Grundlage bereit. Meine Tür steht offen, er ist jederzeit als Mitdiener im Werk des HERRN JESUS CHRISTUS willkommen. Auch möchte ich nicht wie Diotrephes handeln (siehe 3. Johannesbrief), der die Brüder nicht annahm, wehrte denen, die es wollten und stieß sie sogar aus der Gemeinde.

    Mit 3. Johannes 5-8 „Mein Lieber, du handelst treu in dem, was du an den Brüdern tust, zumal an fremden, die deine Liebe bezeugt haben vor der Gemeinde; und du wirst gut daran tun, wenn du sie weitergeleitest, wie es würdig ist vor Gott. Denn um seines Namens willen sind sie ausgezogen und nehmen von den Heiden nichts an. Solche sollen wir nun aufnehmen, damit wir Gehilfen der Wahrheit werden.“
    die herzlichsten Grüße und Segenswünsche, Euer Christian Bärthel

    Ronneburg, den 25.10.2012

  10. Es ist eine Schande wir die Führung der Bruderschaft mit einem ihrer Bischöfe umgeht. Traurig daß es soweit gekommen ist. Bischof Williamson hat meine vollkommene Solidarität! Möge dieser Brief in allen Bruderschaftskapellen verteilt werden.

  11. Überlassen wir Erzbischof Lefebvre das Schlußwort:

    „Da Israel den wahren Messias zurückgewiesen hat, erfand es für sich einen anderen, diesseitigen und irdischen Messianismus: die Beherrschung der Welt durch das Geld, durch die Freimaurerei, durch die Revolution, durch die sozialistische Demokratie. Indes dürfen wir nicht vergessen, daß es Juden waren, Jünger des wahren Messias, die das wahre Israel gründeten, ein geistliches Königreich, das das himmlische Königreich vorbereitet. Die Weltherrschaftspläne der Juden werden in unserer Zeit Wirklichkeit seit der Gründung der Freimaurerei und der Revolution, die die Kirche enthauptet und die sozialistische Weltdemokratie eingeführt hat.“

    („Marcel Lefebvre: Die Biographie“ von Bischof Tissier de Mallerais, Sarto 2008, Seite 639)

  12. Ich traue mir in dieser traurigen Geschichte kein Urteil zu. Wem steht dies überhaupt zu? Und wie soll es jetzt weitergehen? Es ist inzwischen auf allen Seiten soviel Porzellan zerschlagen worden, daß der Schaden alle trifft. Da bleibt nur der Weg ins innere Exil.

  13. 1) Bischof Fellay hat kein Dokument unterschrieben, im Gegenteil, er hat sich geweigert, dies zu tun. Ich finde es deshalb verleumderisch, den Eindruck zu erwecken, als hätte er die Bruderschaft „an Rom verraten“.
    2) Welche Positionen von Bischof Fellay sind „liberal“, theologisch liberal? Dies zu behaupten, ist ebenfalls verleumderisch, wenn keine Belege dafür vorgelegt werden.
    3) Vor allem der Piusbruderschaft ist es zu verdanken, dass das II. Vatikanum seinen unantastbaren Nimbus verloren hat. Dieser Nimbus wird weiter bröckeln, man kann die Debatte auf Dauer nicht mehr unterdrücken. Ein Verdienst vor allem der Oberen der FSSPX!
    4) Liebe Williamson-Anhänger, was wollt Ihr? Wollt Ihr überhaupt noch nach Rom zurück? Wollt Ihr Euch im Schmollwinkel gemütlich einrichten, über die „Apostaten von Rom“ wettern, die Arbeit, dass Rom „zur Tradition zurückfindet“ den anderen überlassen?

  14. Es ist jedermanns gutes Recht sich selbst zu verteidigen, dies gilt auch für Bischof Williamson. Es ist jedermanns Recht, in seiner Verteidigungsrede sich selbst ins rechte Licht zu rücken, belastende Tatsachen außer Acht zu lassen.

    Gilt dies auch für einen katholischen Bischof?

    Was mich darüber hinaus bei Bischof Williamson so massiv stört ist das fehlende „mea culpa“. Wenn ich mir seine Worte durchlese, so finde ich nichts, rein gar nichts, was auch nur im Entferntesten an Demut erinnert, auch nur den Hauch eigener Schuld erkennen lässt; Bischof Williamson ist völlig unverschuldet in diese Situation hineingeraten; er ist der Gute, die anderen sind die Bösen (gemessen an seinem Sedisvakantismus, den er zum Maßstab seines Urteils erhebt).

    Wahre Heiligkeit zeigt sich, dass man auch dann demütig ist, wenn man sich subjektiv im Recht glaubt, und sich nicht über einen schimmeligen Dachboden beklagt.

    • Ja, die Sprache verrät ihn leider: Unser „Heldenbischof“ hat anscheinend nicht verkraftet, dass er auf einen „schimmeligen Dachboden“ verbannt wurde… Was hat er denn erwartet? Das ist nun einmal das englische Klima… und England musste ihn ja nehmen, weil er die Staatbürgerschaft hat.
      Die englischen Gläubigen waren so stolz darauf, dass sie ihn durch diese Umstände bei sich haben durften! War ihm ihre Liebe und Verehrung nicht genug!? Ein bisschen Dankbarkeit und Mannhaftigkeit hätte ich ja doch erwartet. – Selbst wir, die wir immer viel Verständnis für seine verrückte Art hatten, sind doch enttäuscht.

      Wir, die wir Bischof Williamson wirklich lieben und nicht abgöttisch verehren, hoffen doch und beten dafür, dass er jetzt endlich aufwacht.

    • Demut ist keine christliche Tugend!? – Ja, wirklich nicht? Auch nicht, wenn man sie „differenziert“ in falsche und echte Demut? Könnten Sie vielleicht spezifischer werden? Mich würde das interessieren.
      Ich habe auch gar nichts gegen stolze und als hochmütig verkannte Leute. Aber zum Stolz gehört eben auch, dass man nicht jammert wie ein kleines Kind. Es soll Bischof Williamson doch nichts Schlimmeres passieren! – Wenn er ein „Mann“ ist, dann ist er jetzt doch frei nach seinem Gewissen zu handeln. Was will er mehr!?

    • Aha, deshalb endet der offene Brief von Bischof Williamson auch mit dem Satz: „Möge Gott Ihnen die Gnade schenken, das Licht und die benötigte Kraft, solch einen außergewöhnlichen Akt der Bescheidenheit und Hingabe zum Wohle aller.“

      Bescheidenheit und Hingabe zum Wohle aller.

      „Gott widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen aber gibt er Gnade“ (Jakobusbrief 4,6), zitiert aus: EC 174: Mehr anstrengen!

      Bischof Williamson hätte an Bischof Fellay schreiben können: „ich bedauere meine Unfähigkeit, Sie und die anderen Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht von der Gefahr des eingeschlagenen Weges überzeugen zu können“, oder „jederzeit, an jedem Ort, stehe ich bereit Sie zu unterstützen, den Weg, den Erzbischof Lefebvre zur Gesundung unserer geliebten Kirche eingeschlagen hat, fortzuführen.“

      Aber das wäre doch ein bisschen zu viel der Bescheidenheit und Hingabe zum Wohle aller seitens von Bischof Williamson gewesen.

  15. Bischof Williamson wird nun weiterhin den katholischen Glauben verkünden, für die Wahrheit eintreten und für das Königtum Jesu Christi kämpfen. Da können seine Feinde toben wie sie möchten, einstens wird sich jeder vor Gottes Richterstuhl verantworten müssen!

  16. Mindestens die Hälfte des „Jahres des Glaubens“ wären mit Gedenkfeiern, Bußandachten zu gestalten, Entschuldigungen gegenüber den Opfern des Pastoralkonzils, das nicht wenige Gläubige als BRUTALKONZIL erleben mussten. Die einfachen Gläubigen wussten doch gar nicht, wie ihnen geschah. „Wenn Bischöfe alles ändern können, wenn eine völlig neue Messe erfunden wird, dieser Kirche kann man nicht mehr glauben“, sagten nicht wenige (ehemalige) Gläubige und gingen. Viele weinten, und ordneten sich unter.
    Dem modernen Kirchenvater und der obersten Lehrinstanz, P. Karl Rahner SJ, war das nur recht: „Lieber zwei Gläubige von heute verlieren und dafür einen (modernistischen) Gläubigen der Zukunft gewinnen“, war seine bösartige Devise. Das Ergebnis haben wir: Sein intellektueller Elite-Katholik ist nicht zu erblicken, der übrig gebliebene Rest ist zerstritten.
    Dass diese Spannungen bis in die FSSPX reichen, wundert mich nicht. Was Bischof Williamsons Verhalten in keiner Weise entschuldigt.

    • Wenn man ehrlich ist, geht es bei den Spannungen innerhalb der Bruderschaft um die Frage des Sedisvakantismus. Bischof Williamson hat sich hierzu stets klar positioniert und seine Haltung nie verändert:

      „Ein Kardinal lädt [im Jahr 2000] die vier Bischöfe zu einem reichhaltigen Mittagessen bei ihm zuhause ein, eine Einladung, die von drei von ihnen angenommen wird.“

      Aufgrund seiner sedisvakantistischen Überzeugung führt für Bischof Williamson jeglicher Kontakt mit Rom „durch einen Verrat in den Ruin, zumindest objektiv, vollständig parallel zum Fall des II. Vatikanums.“ Entsprechend nimmt er für sich in Anspruch, „die katholische Lehre“ zu lehren, was damit einhergeht, dass andere, die seine Verkündigungen im Namen der Bruderschaft nicht gut heißen, ihn in der Verbreitung eben dieser katholischen Lehre behindern.

      Während die Bruderschaft selbstbewußt den Glauben sogar gegenüber Rom verteidigt, bastelt Bischof Williamson an Festungen, hinter denen er sich verstecken will.

  17. An Nassauer,
    Im Konflikt zwischen Wahrheit und Demut hat die Wahrheit immer Vorrang. Oder ist es etwa demütig von sich zu sagen, ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben?

    • Eines meiner liebsten Sprichworte ist ein chinesisches und lautet so: „Der weise Mensch macht sich Vorwürfe, der Narr hingegen den anderen Menschen“ aus: EC 267: Wer ist infiziert?

      Sie haben Recht, im Konflikt zwischen Demut und Wahrheit sollte die Wahrheit Vorrang haben, weil ansonsten die Demut zur Unterwürfigkeit verkommt. Daraus hingegen den Schluss zu ziehen, auf die Demut ganz zu verzichten, oder diese lediglich in einer wöchentlichen Kolumme zu erwähnen, ist genau so verwerflich.

      Ich halte Bischof Williamson für einen überaus gebildeten Mann, dessen Predigten mich häufig zum Nachdenken, ab und an sogar zum Schmunzeln gebracht haben. Allerdings, und das werfe ich ihm vor, ist er auch ein überaus stolzer Mann, der offensichtlich nicht in der Lage ist, nach dem Ideal zu leben, welches er den anderen empfiehlt.

      Ihm hätte es in seinem Brief gut zu Gesicht gestanden, nicht das Schuldeingeständnis von Bischof Fellay hervorzuheben, sondern auch seine eigene Schuld zu bekennen.

  18. Was ist das, der GEIST, der für den Christen Gott verkörpert?
    Diese Begriffsbestimmung geht auf Jesus zurück, und sie ist eine wesentliche Säule des christlichen Glaubens. Der Gottsucher Williamson hat sich von der modernistischen Vereinsmeierei des Vatikan abgewendet und sich auf das Wort Jesu berufen. In der Hinwendung der christlichen Kirchen zur Gotteserkenntnis Jesu besteht die Chance, ja, die einzige Möglichkeit, in der Welt der fortgeschrittenen und fortschreitenden Erkenntnis des Menschen als glaubwürdige und bewahrende Institution aufrecht zu bestehen.

    Der Vatikan wendet sich im Bestreben, auch den modernen Menschen in die Kirche einzubinden, irttümlich weltlichen Belangen zu, darunt einer weltmächtigen Gruppierung zu, die zur Durchsetzung ihrer Interessen den mosaischen Glauben vorsätzlich fehlinterpretiert.
    (Fortsetzung im nächsten Beitrag)

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