Archäologen finden außerbiblische Beweise für Nazareth und Bethlehem zur Zeit Jesu

(Jerusalem) 2009 entdeckten israelische Archäologen der israelischen Altertumsbehörde in Nazareth die Reste eines kleinen Privathauses, das aus der Zeit Jesu stammte. Das Haus wurde gegenüber der Verkündigungsbasilika freigelegt. Es stand in unmittelbarer Nähe des Ortes, an dem der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria verkündete, daß sie den Sohn Gottes zur Welt bringen werde. Die heutige Basilika wurde 1969 auf den Resten von drei Vorgängerbauten errichtet, deren ältester bereits im 4. Jahrhundert in byzantinischer Zeit erbaut wurde.

Yardenna Alexandre, die Leiterin der Ausgrabungen erklärte: „Laut den seltenen erhaltenen schriftlichen Quellen, darunter die Evangelien, wissen wir, daß Nazareth im ersten Jahrhundert moderner Zeitrechnung ein kleines jüdisches, in einem Tal gelegenes Dorf war. Bisher waren zwar eine Anzahl von Gräbern aus der Zeit Jesu gefunden, aber noch kein Teil, das direkt seiner Zeit zugeordnet werden konnte.“ Diese Lücke konnte durch die Neuentdeckung geschlossen werden, warf aber natürlich auch eine Reihe neuer Fragen auf. Die frühen Christen legten offensichtlichen Wert darauf, dieses Haus zu erhalten. Warum galt ihre besondere Aufmerksamkeit gerade diesem Haus und nicht auch anderen? Tatsache ist, daß nun der Nachweis erbracht werden konnte, daß Nazareth nicht nur tatsächlich zur Zeit Jesu existierte, sondern auch bewohnt war.

Eine weitere Nachricht ging Ende Mai um die Welt. In Jerusalem wurde ein Siegel entdeckt, auf dem sich die älteste Erwähnung Bethlehems befindet. Das Siegel ist rund 2700 Jahre alt und stammt aus der Zeit des ersten Jerusalemer Tempels (1006-586 v. Chr.). Bethlehem ist der Geburtsort Jesu: „Die Bibel nennt Bethlehem. Nun gibt es den Beweis, daß diese Stadt damals tatsächlich existierte und daß es sich um eine Stadt des Königreiches Juda handelte, die vielleicht schon in den Epochen davor existierte“, so Eli Schukron, Archäologe der israelischen Altertumsbehörde. Das Siegel aus Ton hat einen Durchmesser von 1,5 Zentimetern. In althebräischer Schrift ist dort der Name Beit Lechem (Bethlehem) erkennbar. Insgesamt wurden bisher 40 Siegel dieser Art in Jerusalem gefunden, aber keines erwähnte auch den Namen Bethlehems.

Der Fund ist so bedeutsam, weil es sich um die erste außerbiblische Nennung Bethlehems handelt. In der Bibel wird die Stadt 41 Mal erwähnt, doch außerhalb fehlten bisher Belege für jene Zeit. Das Siegel wurde wahrscheinlich zur Kennzeichnung von Steuerdokumenten verwendet, die dann nach Jerusalem gesendet wurden.

Die Entdeckung erfolgte vor einigen Monaten, wie die Archäologen bekanntgaben. Es bedurfte jedoch einiger Zeit, um die Authentizität und die historische Zuordnung zu bestätigen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: UCCR

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