Der lebendige Sohn ist der wahre Tempel, der »Ort« des wahren Gottesdienstes

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute möchte ich am Beispiel des heiligen Stephanus, des ersten Märtyrers der Kirche, unsere Überlegungen zur Beziehung von Gebet und Lesung der Heiligen Schrift weiterführen. Die Apostelgeschichte berichtet uns, daß Stephanus beschuldigt wurde, gegen den Tempel und das Gesetz des Mose zu sprechen. Er selber legt dann in seiner Rede vor dem Hohen Rat dar, wie die ganze Heilige Schrift auf Jesus zugeht. Er ist der von den Propheten verheißene Gerechte und in ihm ist Gott auf einzigartige Weise gegenwärtig: Er konnte nicht in einem Tempel aus Stein endgültig wohnen; er, der lebendige Sohn, ist der wahre Tempel, der »Ort« des wahren Gottesdienstes, denn »der Höchste wohnt nicht in dem, was von Menschenhand gemacht ist« (Apg 7,48). Der Tempel, in dem Gott wohnt, ist also der eingeborene Sohn, ist die Menschheit Christi. Und das Kreuzesopfer, seine Hingabe für uns ist der neue Gottesdienst, der an die Stelle der alten Opfer tritt. In Jesus Christus, der Gott und Mensch ist, stehen Gott und die Welt in Verbindung, berühren sich, gehen gleichsam ineinander über. Christus nimmt alle Sünde der Menschheit auf sich, um sie in die Liebe Gottes hineinzutragen und dort gleichsam zu verbrennen. Schließlich sehen wir, wie Stephanus selbst als Jünger des Herrn in dieses Opfer mithineingenommen wird. Seine Rede, seine Verkündigung kommt nicht zum Abschluß, sie »vollendet« sich im Martyrium, dadurch daß er eins wird mit Christus bis ins Beten des Gekreuzigten hinein. Er greift das Gebet Jesu am Kreuz auf und betet für seine Verfolger, und dann richtet er sich an Jesus selbst, den er zur Rechten Gottes sieht: »Herr Jesus, nimm meinen Geist auf« (Apg 7,59).

Von Herzen grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache und aus den Niederlanden. Das Beispiel des heiligen Stephanus möge uns helfen, aus der Beziehung zu Gott Kraft für unser Leben zu schöpfen und unseren Weg recht zu erkennen. Unser Beten – damit es selber richtig ist und Gott nahe kommt, ihn in uns hereinbringt, uns zu Gott bringt – muß sich aus dem Wort Gottes nähren und auf Christus hinschauen. In ihm können wir uns durch den Heiligen Geist dann in kindlichem Vertrauen an Gott wenden, weil wir wissen, er ist der Vater und er liebt uns. Von Herzen segne ich euch alle.

Katholisches wird immer für den Leser kostenlos bleiben. Damit das Magazin Tag für Tag mit neuen Artikel weiterhin erscheinen kann sind Zuwendungen notwendig: Unterstützen Sie bitte Katholisches mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

Unterstützen Sie Katholisches auch, indem Sie ihre Bücher über FalkMedien beziehen. FalkMedien hilft uns regelmäßig bei technischen Aufgaben und beteiligt sich bei der Finanzierung von Servertechnik und Administration.

Der WebShop von FalkMedien umfaßt neue und antiquarische Bücher. Bei jedem Kauf, der über Katholisches.info zustande kommt, werden 10 Prozent Provision an Katholisches ausgeschüttet.

FalkMedien liefert jeden erhältlichen Titel: Die Recherche in einem umfassenden Katalog, der auf dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) basiert, ermöglicht es, nahezu alle verfügbaren deutschsprachigen Titel zu beziehen.  -  vlb.falkmedien.de


FalkMedien liefert jedes neue Buch versandkostenfrei ohne Mindestbestellwert.

Print Friendly, PDF & Email

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*