Kniebänke und Kommunionbank aus Konzilskirche von Trient entfernt

Konzil von Trient (Gemälde, 1633)
Konzil von Trient (Gemälde, 1633)

(Trient) Die Kirche, in der zum Teil das Konzil von Trient (1545–1563) tagte, wurde nach ausgiebigen archäologischen Grabungen (2007–2010) und Renovierungsarbeiten wiedereröffnet. Es handelt sich um die Marienkirche Santa Maria Maggiore der norditalienischen Stadt Trient. Im Zuge der Ausgrabungen und Renovierungen wurden sowohl die Kniebänke als auch die Kommunionbank aus der Kirche entfernt, wie die Trienter Internetseite Libertà e Pensiero kritisiert.

Die Kirche war in den ersten christlichen Jahrhunderten Bischofskirche der Diözese Trient. Der Bischof von Trient war von 1027–1803 auch Fürst des Heiligen Römischen Reichs (Deutscher Nation) und stand einem Hochstift vor. Seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die Diözese zum Erzbistum erhoben. In Santa Maria Maggiore tagte das Konzil in der dritten Tagungsperiode von 1562–1563. In dieser Kirche wurden entscheidende Beschlüsse gefaßt, mit denen die katholische Kirche nach Reformation und Kirchenspaltung eine Phase der Erneuerung einleitete und eine neue Blütezeit erlebte.

„Die Entscheidung, Kniebänke und Kommunionbank zu entfernen, erstaunt doppelt, da dies ausgerechnet in jener Kirche geschieht, in der das Konzil tagte, das das demütige Knien in der heiligen Liturgie bekräftigte und sich dem Menschenbild der Reformation widersetzte“, so Libertá e Pensiero.

In der Allgemeinen Einführung in das Missale Romanum von 1975 heißt es:

 „Gesten und Körperhaltung

20. Eine einheitliche Körperhaltung aller Versammelten ist ein Zeichen ihrer Gemeinschaft und Einheit; sie drückt die geistige Haltung und Einstellung der Teilnehmer aus und fördert sie.

21. Um eine einheitliche Körperhaltung zu erreichen, sollen die Gläubigen auf die Hinweise achten, die der Diakon, der Priester oder ein anderer Mitwirkender ihnen während der Feier gibt.

Soweit keine andere Regelung getroffen wird, soll man in allen Messfeiern stehen: vom Gesang zur Eröffnung beziehungsweise dem Einzug des Priesters bis zum Tagesgebet, beim Halleluja vor dem Evangelium, bei der Verkündigung des Evangeliums, beim Glaubensbekenntnis und bei den Fürbitten, dann vom Gabengebet bis zum Ende der Messe, mit den folgenden Ausnahmen: Während der Lesungen vor dem Evangelium, beim Antwortpsalm, zur Homilie und zur Gabenbereitung soll man sitzen, unter Umständen auch während der Stille nach der Kommunion. Wenn die Platzverhältnisse oder eine große Teilnehmerzahl oder andere vernünftige Gründe nicht daran hindern, soll man zur Konsekration knien.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Elia Naurizio, Tagung des Konzils von Trient in der Kirche Santa Maria Maggiore, 1633

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