17 Mädchen, die Abtreibung und wir – Wohltuender Tabubruch gegen tödlichen „Humanismus“ im Kino

(Paris/Rom) Gestern hob die italienische Jugendprüfstelle das Verbot für Jugendliche und Kinder unter 14 Jahren auf, den Film 17 Mädchen (17 Filles) sehen zu dürfen.

Die französische Produktion der Schwestern Muriel und Delphine Coulin erzählt mit gewinnender Frische die wahre Geschichte einer Gruppe von schwangeren Mädchen, die ursprünglich den zweifelhaften Entschluß faßten, schwanger zu werden. Alle und zur gleichen Zeit. Als es tatsächlich dazu kommt und aus dem Teeniespiel ernst wird und der Druck ihrer Umwelt auf sie wächst, entscheiden sie jedoch trotz ihres jungen Alters, nicht abzutreiben. Und halten es ausnahmslos durch. Darin liegt eine frohgemute Herausforderung gegen die vorherrschenden gesellschaftlichen Konventionen und die morbiden Vorurteile einer erstarrten, mit Verhütung und Abtreibung operierenden lebensfeindlichen Erwachsenenwelt.

Es ist nach dem Film Juno damit einmal mehr das Kino, das mit einem der finstersten Tabus unserer Zeit bricht. Dem Verbot, über die Tötung ungeborener Kinder zu sprechen, die massenhaft in der „zivilisierten“ Welt stattfindet. Tag für Tag. Jenes Tabu, das Schwangerschaften von Mädchen im Namen eines stereotypen und brutalen Schemas für etwas vom Entsetzlichsten hält. Eine Konstruktion der vergangenen Jahrzehnte, die keine historischen Wurzeln hat. Ein schwangeres Mädchen wird häufig zur Abtreibung gezerrt, meist von ihren eigenen Eltern oder dem übriggebliebenen Elternteil einer zerrütteten Ehe oder wie auch immer der „Familien“-Status der Momentaufnahme genau lauten mag.

Zu den Konventionen, der mit lockeren Abtreibungsgesetzen ausgestatteten Postmoderne gehört, daß es geradezu „unmöglich“ sei, daß ein junges Mädchen sich „so jung“ seine „Zukunft verbaue“, daß noch „alle Zeit“ sei, ein Kind zu bekommen. Schwangerschaft als kalter, rationaler Willensakt. Die Vermännlichung selbst des intimsten weiblichen Bereichs, der Fähigkeit Leben zu schenken. Die Ergebnisse einer fast vollends den materialistischen und utilitaristischen Gesetzmäßigkeiten von (obligatorisch) Konsum, (obligatorisch) Spaß und (fakultativ) Karriere unterworfenen Lebensplanung sind bekannt: die Mütter werden immer älter, die Kinderzahl schrumpft rapide (und wird durch die Fertilität der als Lückenfüller ins Land gerufenen Einwanderer kaschiert), die „Familie“ ist laut Neusprech des Europäischen Parlaments „bunt“ geworden, in Wirklichkeit ein Sieb mit Löchern an allen Ecken und Enden.

Jede Zeit hat ihre Konventionen. Der kritische Blick läßt Schwachpunkte vergangener Zeiten erkennen, erweist sich aber häufig als blind gegenüber den Denkverboten und Scheren im eigenen Kopf.

17 Mädchen – ein wohltuender Einbruch in eine lebens- und kinderfeindliche Welt. Er atmet jene Lebensfreude, die von unserer angeblich so „lebensfreudigen“ Zeit abgewürgt wird. 17 Mädchen ist ein Juwel des unabhängigen Kinos.

Am 14. Dezember 2011 lief der Film in Frankreich an. Gestern war Premiere in Italien. Der Filmstart in Deutschland ist für den 14. Juni vorgesehen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: 17 Filles

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