Kirche und Häuser der Kopten von islamischen Salafiten niedergebrannt

(Kairo) 2000 Salafiten haben gestern, Dienstag, die Kirche von St. Mary und St. Abram angegriffen, das Pfarrhaus und mehrere Häuser und Autos der koptischen Gemeinschaft angezündet. Der Angriff erfolgte in Meet Bashar in der Provinz Sharqia rund 50 Kilometer östlich von Kairo. Seit dem 12. Februar ist die Gegend Schauplatz schwerer Zusammenstöße zwischen moslemischen Extremisten und Christen. Ruhe kehrte erst heute ein, nach dem Eingreifen der Polizei und der Vermittlung der Moslembruderschaft, der es gelang, die Salafiten zum Verlassen des Ortes zu bewegen.

Die Unruhen wurden durch das Verschwinden eines 14jährigen christlichen Mädchens, Rania Khalil ausgelöst. Das Mädchen verschwand am vergangenen 12. Februar, nachdem ihr Vater zum Islam übergetreten war. Sie wurde heute wiedergefunden und befindet sich nun in der Obhut der Polizei. Die junge Christin soll ebenso wie ihre Mutter in den nächsten Tagen verhört werden. Laut den Salafiten hätten die Christen das Mädchen entführt, um ihre „Bekehrung“ zum Islam zu verhindern.

Pater Rafic Greiche, der Pressesprecher der katholischen Kirche in Ägypten betonte, daß seit dem Sieg der islamistischen Parteien bei den Parlamentswahlen die Zahl der Übergriffe gegen Kopten dramatisch angestiegen ist. Zuletzt war es am 27. Januar in Kobry-el-Sharbat (el-Amerya) bei Alexandria zu schweren Übergriffen gegen Christen gekommen. Die Salafiten wollten 62 koptische Familien, das heißt die gesamte christliche Gemeinschaft des Ortes vertreiben, indem sie deren Häuser niederbrannten.

„Die radikalen Moslems benützen jeden Vorwand, um die Kopten anzugreifen und einzuschüchtern. Und das in ganz Ägypten“ so Pater Greiche. „In den westlichen Medien wird häufig der Eindruck vermittelt, daß die Konflikte zwischen Christen und Moslems nur in Oberägypten und in den Armenvierteln von Kairo stattfinden, um damit zu sagen, daß diese Vorfälle nur die ungebildeten Unterschichten betreffen würden. In Wirklichkeit geht es um die Konversionen vom Islam zum Christentum und dabei gibt es keinen Unterschied zwischen arm und reich, zwischen Gebildeten und Ungebildeten, zwischen Ober- und Unterägypten“, so der Pressesprecher der mit Rom unierten Koptisch-katholischen Kirche. Pater Greiche erinnerte daran, daß „in der islamischen Gesellschaft ein Moslem, der zum Christentum konvertiert als Abtrünniger gilt. Wer hingegen eine gewaltsame Konversion eines Christen zum Islam zur Anzeige bringt, wird von den Behörden nicht unterstützt, sondern in den meisten Fällen durch Druck und Drohungen gezwungen, die Anzeige zurückzuziehen“.

Laut Pater Greiche verschlimmere sich die Situation und werde in Zukunft noch drückender werden: “Die Salafiten sind zur zweitstärksten Partei Ägyptens geworden. Sie kontrollieren heute ein Fünftel des Parlaments und werden in den kommenden Monaten dieses Gewicht für ihre antichristlichen Positionen in der Politik geltend machen.“

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews

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