Der letzte Exorzist – das neue Buch von Don Gabriele Amorth und Paolo Rodari – Der Teufel fürchtet die päpstliche Liturgie

(Rom) In Italien ist soeben unter dem Titel „Der letzte Exorzist. Mein Kampf gegen Satan“ das neueste Buch von Don Gabriele Amorth erschienen, das in Zusammenarbeit mit dem Vatikanisten Paolo Rodari entstand. Abgesehen vom reißerischen Titel, der wahrscheinlich Verkaufsabsichten des Verlags geschuldet ist, schildert das Buch das Wirken des derzeit bekanntesten aktiven Exorzisten der katholischen Kirche. Don Amorth widmete dem Vatikanisten in den vergangenen Monaten jeweils zwei Stunden pro Woche. „Ich wollte eine wahre und zugleich explosive Geschichte schreiben“, gab Rodari auf seinem Blog bekannt.

160.000 Exorzismen – Herr Kardinal, „Sie sollten das Evangelium lesen“

Don Amorth ist inzwischen 86 Jahre alt, hat in seinem Leben mehr als 160.000 Exorzismen durchgeführt und ist nach wie vor in der Diözese des Papstes tätig. Das Buch schildert seinen langen Kampf gegen Satan von dem Tag an, da ein Kardinal zu ihm sagte: „Ich berufe dich zum Exorzisten.“ Don Amorth schildert seinen ersten Exorzismus, den er an einem Bauern praktizierte, der plötzlich aramäisch sprach. Die härtesten Besessenheitsfälle seien jene von Priestern und Ordensfrauen gewesen. Im Buch spricht der Exorzist auch über „den auserwählten Sohn des Satans“, einer Gestalt, der die Menschen unbedingt mißtrauen sollten. Der Kampf gegen das Böse wird bis zum letzten Tag andauern. Es gehe nicht darum, das Böse zu besiegen, denn es ist bereits besiegt. Es gehe darum, die Seele jedes einzelnen Menschen zu retten.

Im Buch beklagt Don Amorth, daß nicht die ganze Kirche an die Existenz des Teufels glaube. „Eminenz“, sagte Don Amorth eines Tages zu einem Kardinal, der nicht an die Existenz des Teufels glaubte, „sie sollten ein Buch lesen.“ „Welches?“, fragte ihn der Kardinal. „Sie sollten das Evangelium lesen.“

Ein Kapitel des Buches ist Papst Benedikt XVI. gewidmet.

Das Kapitel über Papst Benedikt XVI.

Es ist am Morgen eines Maitages im Jahr 2009. Joseph Ratzinger ist bereits seit vier Jahren Papst. Im Laufe seines Pontifikats hat er mehrfach über den Satan gesprochen. Ich verstehe, daß für ihn der Teufel ein existentes Wesen ist, das gegen die Kirche kämpft und handelt. Und gegen ihn. Andernfalls ließen sich seine Sätze über den Teufel nicht erklären. Am 25. März 2007 sagte der Papst beim Besuch der Pfarrei St. Felizitas in Rom: „Jenen, die weiter sündigen, ohne jede Form von Reue zu zeigen, ist die Zukunft die ewige Verdammnis, die Hölle, weil das Festhalten an der Sünde zum Scheitern unserer ganzen Existenz führen kann. Das ist das tragische Schicksal, das den erwartet, der in der Sünde lebt, ohne Gott anzurufen. Nur die göttliche Vergebung gibt uns die Kraft dem Bösen zu widerstehen und nicht mehr zu sündigen. Jesus ist gekommen, um uns zu sagen, daß Er uns alle im Paradies haben will und daß die Hölle, von der man in unserer Zeit wenig spricht, existiert und ewig ist für jene, die ihr Herz vor Seiner Liebe verschließen.“

Ebenso in seiner Predigt am Gründonnerstag 2011: „Wir erleben heute wieder schmerzlich, daß dem Satan gestattet ist, die Jünger sichtbar vor aller Welt zu sieben. Und wir wissen, daß Jesus für den Glauben des Petrus und seiner Nachfolger betet. Wir wissen, daß Petrus, der über die unruhigen Wasser der Geschichte dem Herrn entgegengeht und zu versinken droht, immer wieder von der Hand des Herrn gehalten und über die Wasser geführt wird.“

Es ist heiß auf dem Petersplatz. Die Sonne brennt auf den Platz, auf dem sich in großer Zahl Gläubige versammelt haben und den Papst erwarten. Es ist Mittwoch, der Tag der Generalaudienz. Die Gläubigen kommen aus aller Welt. Eine Gruppe von vier Personen betritt den Platz. Zwei Frauen und zwei junge Männer. Die Frauen sind meine Assistentinnen. Sie helfen mir während der Exorzismen. Sie beten für mich, für die Besessenen und helfen, soweit es ihnen möglich ist, den Besessenen auf ihrem langen und schwierigen Weg der Befreiung. Die beiden jungen Männer sind Giovanni und Marco, zwei Besessene. Niemand weiß es. Nur sie und die beiden Frauen, die sie begleiten, wissen davon.

An diesem Mittwoch beschlossen die beiden Frauen sie zur Papst-Audienz zu begleiten, weil sie dachten, daß ihnen das gut täte. Es ist kein Geheimnis, daß viele Gesten und Worte des Papstes den Satan zur Weißglut bringen. Es ist ebenso wenig ein Geheimnis, daß allein die Gegenwart des Papstes den Besessenen in ihrem Kampf gegen den, der Besitz von ihnen ergriffen hat, hilft. Die vier nähern sich den Absperrungen, nahe an der Stelle, wo der Papst bald sprechen würde. Schweizer Gardisten halten sie an. Ohne Sonderausweise können sie nicht weiter als bis dorthin. Die beiden Frauen bestehen darauf. Es ist ihnen wichtig, die beiden Besessenen so nahe wie möglich an den Papst heranzubringen. Die Gardisten machen keine Ausnahme. Eine der beiden Frauen mimt plötzliche Übelkeit. Das Ablenkungsmanöver funktioniert. Alle vier dürfen hinter die Absperrung hinein, damit sie sich hinsetzen können.

Die beiden Besessenen sind plötzlich erstaunlich still. Es scheint so , als würden die Dämonen (es sind zwei verschiedene), die von ihnen Besitz ergriffen haben, langsam begreifen, wer da in Kürze auf den Platz kommen wird.

Es schlägt 10 Uhr. Das Tor neben dem Petersdom öffnet sich und ein weißer Jeep fährt heraus. Hinter dem Fahrer steht Papst Benedikt XVI. Neben ihm sitzt sein persönlicher Sekretär Msgr. Georg Gänswein.

Die beiden Frauen freuen sich. Die beiden Besessenen zeigen hingegen ein seltsames Verhalten. Einer beginnt zu zittern und mit den Zähnen zu klappern. Den Frauen wird klar, daß in den Körpern der beiden Männer sich jemand anderer bemerkbar macht und zwar immer heftiger. Die beiden Frauen reden jeweils auf ihren Schützling ein: „Behalte die Kontrolle, Giovanni. Laß dich nicht übermannen. Reagiere. Behalte die Kontrolle.” Die andere Frau wendet sich auf die gleiche Weise an Marco. Plötzlich dreht sich Giovanni seiner Begleiterin zu und sagt mit langsamer Stimme, die aus einer anderen Welt zu kommen scheint: „Ich bin nicht Giovanni.“

Die Frau antwortet nicht. Es wäre zu gefährlich. Sie weiß, daß nur ein Exorzist mit dem Teufel sprechen kann. Der Jeep schwenkt auf den Platz ein. Die beiden Besessenen werfen sich zu Boden, schlagen den Kopf zu auf die Pflasterung. Die Schweizer Gardisten beobachten die Szene aufmerksam, greifen aber nicht ein. Ob die dergleichen gewohnt sind? Vielleicht haben sie bereits miterlebt, wie Besessene vor dem Papst reagieren.

Das Fahrzeug gelang schließlich an sein Ziel vor dem Petersdom. Der Papst steigt aus und grüßt die Menschen in der ersten Reihe.

Die beiden Besessenen beginnen gemeinsam ein Geheule. Sie liegen am Boden und heulen wie Wölfe. Laut. „Heiligkeit, Heiligkeit, wir sind hier!“, ruft eine der beiden Frauen dem Papst zu, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Papst Benedikt XVI. dreht sich hin, kommt aber nicht näher. Er sieht die beiden Frauen und er sieht die beiden Männer, die am Boden liegend, schreien, zittern und Schaum aus ihrem Mund ausstoßen. Er sieht abgrundtiefen Haß in den Augen der Männer, die ihn fixieren. Er hebt die Hand und segnet sie. Für die beiden Besessenen ist es wie ein Bannstrahl, wie ein heftiger Schlag, so daß es sie drei Meter zurückschleudert. Sie schreien nicht mehr. Sie weinen, weinen, weinen. Sie stöhnen während der ganzen Audienz. Erst als der Papst den Petersplatz wieder verläßt, kommen sie wieder zu sich. Und können sich an nichts erinnern.

Papst Benedikt XVI. ist von Satan über alles gefürchtet. Seine Heiligen Messen, seine Segen, seine Worte sind wie mächtige Exorzismen. Ich denke nicht, daß Benedikt XVI. selbst Exorzismen durchführt. Zumindest weiß ich nichts davon. Ich denke aber, daß sein ganzes Pontifikat ein großer Exorzismus gegen den Teufel ist. Wirksam und mächtig. Ein großer Exorzismus, der den Bischöfen und den Kardinälen, die nicht an die Existenz des Teufels glauben, viel lehren sollte. Sie müssen sich jedenfalls für ihren Unglauben verantworten. Nicht zu glauben und vor allem keine Exorzisten zu berufen, wo es sie braucht, ist meiner Meinung nach eine schwere Sünde, eine Todsünde.

Die Art, in der Benedikt XVI. die Liturgie lebt, sein Respekt für die Regeln, seine Disziplin, seine Haltung sind ausgesprochen wirksam gegen den Teufel. Die vom Papst zelebrierte Liturgie ist mächtig. Satan wird jedes Mal verwundet, wenn der Papst das heilige Meßopfer zelebriert. Der Teufel hat die Wahl Joseph Ratzinger zum Nachfolger des Petrus sehr gefürchtet.

Padre Amorth con Paolo Rodari: L’ultimo esorcista. La mia battaglia contro Satana (Der letzte Exorzist. Mein Kampf gegen Satan), Edizioni Piemme, 263 S.

Text: Palazzo Apostolico/Giuseppe Nardi
Bild: Palazzo Apostolico

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