Pastor verhaftet: er taufte sieben Moslems- Großmufti zerrt Christen vor Scharia-Gericht

(Neu Delhi) Die Polizei des indischen Bundesstaates Kaschmir hat den protestantischen Pastor Chander Mani Khanna verhaftet, weil er sieben Moslems getauft hat. Die Anzeige erstattete der Großmufti des Tales. Er wirft dem Pastor vor, junge Moslems mit Geld zum Religionswechsel verführt zu haben. Die Angelegenheit wurde zum Politikum, als Großmufti Basheeruddin am 8. November 2011 den Pastor aufforderte, vor einem Scharia-Gericht zu erscheinen und zu den Konversionen Stellung zu nehmen.

Der Großmufti zeigte dem Gericht ein auf Youtube veröffentlichtes Video, auf dem Pastor Khanna zu sehen ist, wie er die sieben jungen Moslems taufte. Das Video wurde auf zahlreichen Islam-Seiten im Internet veröffentlicht und löste eine Protestwelle gegen den christlichen Pastor aus.

„Die Verhaftung von Pastor Khanna ist ein schwerwiegender Angriff auf die Religionsfreiheit”, erklärte der Wissenschaftler Predhuman Joseph Dhar, der die Bibel auf Kaschmiri übersetzt hat. „Die Lage ist sehr gespannt und es besteht die ernsthafte Sorge, daß jemand dem Pastor nach dem Leben trachten könnte“, so Dhar.

Dhar machte ein Schreiben des Großmuftis an Pastor Khanna öffentlich. Darin drohte der Großmufti: „Da wir in dem gescheitert sind, war wir von Dir verlangt haben, werden wir gezwungen sein, Maßnahmen nach Vorgabe der Scharia gegen Dich ergreifen.“

Kurz darauf „verhaftete die Polizei alle sieben jungen Männer, die von Pastor Khanna auf dem Video getauft wurde und damit Christen geworden sind“, so Dhar. Laut Augenzeugenberichten, seien die Männer von der Polizei „geschlagen und gefoltert worden, um von ihnen ein Geständnis gegen den Pastor herauszupressen“, so Dhar weiter.

Der christliche Dachverband des Bundesstaates forderte die Regierung auf, den Pastor freizulassen. „Die Taufe zu spenden, ist in Indien ein durch die Verfassung geschützter Teil der Religionsfreiheit“, so die Christen. Sajan K. George, der Vorsitzende des Global Council of Indian Christians (GCIC) erklärte zum Fall: „Die Rechte der Christen werden auf dem Altar politischer Spiele geopfert. Die Rechte der Minderheiten gelten aber auch für die Christen. Wenn gilt, was ein Scharia-Gericht gegen Christen entscheidet, dann wäre dies das Ende des Gleichheitsprinzips, auf dem die indische Verfassung und die indische Republik gegründet sind.“

Im Gegensatz zu anderen indischen Bundesstaaten gibt es in Kaschmir noch keine Anti-Konversionsgesetze, die einen Religionswechsel etwa von Moslems oder Hindus zum Christentum verbieten. Pastor Khanna wurde deshalb wegen der Artikel 153A (Förderung des Rassen-, Religions-, Sprachen- oder Kastenhasses) und Artikel 295A (böswillige Verletzung der religiösen Gefühle einer gesellschaftlichen Gruppe) verhaftet.

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews

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