Kasachische Regierung schließt Kirchen und Moscheen in Gefängnissen – Christen Opfer des islamischen Extremismus

(Astana) Die kasachische Regierung schließt alle Moscheen und Kirchen in den Gefängnissen. Die Justizbehörde setzt damit das neue Gesetz um, das jegliche religiöse Aktivität in öffentlichen Gebäuden verbietet. Innenminister Alika Kadenova begründete die Schließungen allerdings nicht mit dem neuen Gesetz, sondern damit, daß alle Kirchen und Moscheen in Gefängnissen illegal errichtet worden seien. Pater Alexander Suworow von der russisch-orthodoxen Diözese Asatan und Almaty bezweifelte diese Behauptung. In den vergangenen Tagen wurden moslemische Gefangene, die in ihren Zellen beteten, in Einzelhaft verlegt. In den vergangenen Monaten richteten Gefangene, Moslems und Christen, mehrere Appelle an die Regierung, in denen sie Moscheen und Kirchen in den Gefängnissen forderten.

Insgesamt werden mit der Anordnung der kasachischen Regierung 163 bestehende Gebetsorte in den Gefängnissen geschlossen. Etwa 100 davon standen islamischen Gefangenen zur Verfügung, die anderen den orthodoxen Christen. Das waren die beiden einzigen Religionsgemeinschaften, die bisher in kasachischen Gefängnissen Kirchen und Gebetsstätten besaßen. Rund 70 Prozent der kasachischen Bevölkerung sind Moslems und fast 30 Prozent Christen.

Staatspräsident Nursultan Nasarbajew unterzeichnete am 13. Oktober die neuen Gesetze zur Bekämpfung des islamischen Extremismus. Die neuen Maßnahmen gelten als Versuch, alle Religionen nach dem Modell des kommunistischen Chinas unter verstärkte Regierungskontrolle zu bringen. Um legal überleben zu können, müssen Religionsgemeinschaften den Nachweis erbringen, zumindest 5000 Mitglieder zu haben. Die neuen Gesetze verbieten jegliche religiöse Handlung im öffentlichen Raum. Nur die Islamische Gemeinschaft Kasachstans und die russisch-orthodoxe Kirche waren bisher von dieser Regelung ausgenommen, da sie als Teil des kulturellen Erbes betrachtet wurden. Das Auftreten extremistischer islamischer Gruppen im zentralasiatischen Land veranlaßte die Regierung, auch diese Sonderregelung zurückzunehmen. Die restriktiven Bestimmungen gelten nun für alle religiösen Gemeinschaften, auch die russisch-orthodoxe Kirche.

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews

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