Es gibt eine Glaubenskrise. Sie wird aber wieder enden

Mit dem Titel “Dornröschen. Warum die Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil in eine Krise geriet. Warum sie sich wieder erholen wird“ (der italienische Originaltitel: La Bella Addormentata – Perché dopo il Vaticano II la Chiesa è entrata in crisi. Perché si risveglierà) ist soeben in Italien ein neues Buch von Alessandro Gnocchi und Mario Palmaro im Verlag Vallecchi erschienen. Die beiden katholischen Autoren versuchen darin eine Antwort auf die Frage zu geben, warum sich die katholische Kirche in einer Krise befindet.

Die Krise, so die Autoren, sei offenkundig vor den Augen aller, wenn man sie auch noch immer von verschiedener Seite und aus ganz unterschiedlichen Gründen zudecken möchte. Um nur einige Beispiele anzuführen, die Gnocchi und Palmaro nennen: Bischöfe, die dem Papst den Gehorsam bekunden, ihn aber in der Praxis verweigern; Priester, die in Markenklamotten und dem Mobiltelefon der jüngsten Generation in der Hand herumlaufen; Kirchen, in denen das Allerheiligste in irgendeinen Winkel verbannt ist; Heilige Messen, in denen der Priester die Rolle eines Hauptdarstellers mit vielen Komparsen mimt; die atemberaubende Leichtsinnigkeit von Gläubigen im Umgang mit den Sakramenten, wie der Beichte und der Heiligen Kommunion (um von der Ehe erst gar nicht zu reden, die nur noch in der Kirche geschlossen wird, weil sie ästhetisch den weitaus schöneren Rahmen bildet als die stillose Kälte eines Rathauszimmers). Und dergleichen mehr.
Wie konnte es aber dazu kommen, lautet die zweite zentrale Frage des Buches. In ihrer Antwort stützen sich die Autoren vor allem auf die Arbeiten von Msgr. Brunero Gherardini, des Kirchenhistorikers Roberto de Mattei und Pater Serafino Maria Lanzetta (Franziskaner der Immakulata) über das Zweite Vatikanische Konzil, dessen Vorgeschichte, dessen Ablaufs und vor allem dessen Auswirkungen. Das Buch von Gnocchi und Palmaro analysiert in einzelnen Kapiteln verschiedene Aspekte der Konzilsversammlung: das kulturelle Klima, in dem das Konzil stattfand; die entscheidende Rolle der Massenmedien; die Öffnung der Kirche zur Welt hin; die Angriffe auf die lateinische Kirchensprache und sogar die Autorität des Papstes; die Krise der Liturgie als Folge der Verdunkelung des Kreuzes, das als „zu negativ“ durch eine „positive“ Weltsicht weginterpretiert wurde; die Schaffung einer neuen postkonziliaren Sprache, deren Grundlagen Zweideutigkeit und Ungenauigkeiten sind und daher Raum für geradezu beliebige Interpretationsakrobatik bietet.

Die gesamte Arbeit von Alessandro Gnocchi und Mario Palmaro, deren Interesse sich vor allem auf die Konzilsdokumente stützt, läßt eine große Liebe zur Kirche erkennen. Die Kirche befinde sich unweigerlich in unruhigen Gewässer. Sie sei von außen in Bedrängnis, vor allem aber von innen durch Hirten und Gläubige, Amtsinhaber und Funktionäre, die von denselben antikirchlichen Geistesströmungen infiziert sind, die auch von außen die Kirche angreifen. Die Kräfte sprechen von Erneuerung, meinen aber eine Erneuerung in der Welt und durch die Welt.

Die Kirche werde aber eine neue Blüte erleben. Davon sind die beiden Autoren überzeugt. Damit die Kirche eine neue Blüte erlebt, müsse sie eine Erneuerung im Glauben durchmachen. Dazu braucht sie Männer und Frauen, die die Wahrheit annehmen, danach leben und sie weitergeben. Vor allem brauche die Kirche Hirten, Bischöfe und Priester, die die Wahrheit verkünden, die seit 2000 Jahren unveränderte und unveränderbare eine und einzige Wahrheit verkünden.

Die beiden Autoren schließen mit der Feststellung und dem Ausblick, daß die Kirche wie Dornröschen eine in den Schlaf gefallene Schönheit ist, die jedoch zu neuem Leben wachgeküßt wird, „wenn wir sie lieben“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Libertà e Persona

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