Erneute Bibelverbrennungen im Iran

(Frankfurt am Main) Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weist darauf hin, daß die Verbrennung von Hunderten von Bibeln durch die Behörden der Islamischen Republik Iran weltweit ignoriert wird. Gleichzeitig habe die Verbrennung eines einzelnen Korans in Florida durch eine winzige christliche Splittergruppe zu Regierungserklärungen, Massenprotesten, Gewaltexzessen und Enthauptungen geführt.

Wie die IGFM weiter berichtet, haben die iranischen Revolutionsgarden allein am 8. Februar 2011 etwa 300 Bibeln in persischer Sprache öffentlich verbrannt. Die IGFM kritisierte, daß in der Islamischen Republik Iran und anderen Teilen der islamischen Welt beim Schutz von Religions- und Gedankenfreiheit mit zweierlei Maß gemessen werde. Die IGFM kritisierte Bücherverbrennungen jeder Art als ein Zeichen für totalitäres Denken.

Bereits im Jahr 2010 hatten iranische Behörden mehrere hundert Bibeln verbrannt. Die jetzt verbrannten Bibeln seien Ende Oktober 2010 von den Revolutionsgarden, den „Wächtern der Islamischen Revolution“ (Sepah-e-Pasdaran), an einem Kontrollpunkt im west-iranischen Grenzengebiet aus einem Regionalbus von Salmas nach Teheran entdeckt und beschlagnahmt worden. Am 8. Februar 2011 sind die Bibeln dann zusammen mit anderen „Schmuggelwaren“ wie alkoholischen Getränken in der Ortschaft Dyrish in der iranischen Provinz West-Aserbaidschan öffentlich verbrannt worden.

In der Islamischen Republik Iran ist eine große Zahl von Veröffentlichungen offiziell oder inoffiziell verboten. Zu den de facto verbotenen Büchern zählen auch evangelistische Schriften und Bibeln in Farsi aber auch säkulare Werke, die Schriften mancher reformorientierter Theologen und Veröffentlichungen von Kritikern der Herrschaft des islamischen Klerus wie Ali Daschti, einem geistigen Gegenspieler Ayatollah Khomeinis, der im Zuge der islamischen Revolution im Iran verhaftet wurde und 1981 an den Folgen der Folter starb.

Daschti war bereits zuvor durch den Schah verfolgt worden und in den Jahren 1935/36 in Haft. Ali Daschtis berühmtestes Werk „23 Jahre“ über den islamischen Propheten Muhammad ist zwar in Deutschland problemlos auch in Farsi erhältlich – nicht jedoch im Iran selbst.

Nach dem in der Islamischen Republik geltenden Recht kann mit dem Tod bestraft werden, wer sich vom Islam abwendet oder wer einen Muslim dazu „verleitet“, sich vom Islam abzuwenden. Gleichzeitig fördert der iranische Staat die islamische Mission von Nichtmuslimen mit großem Aufwand.

(PM)

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