Erste Bischofsweihe nach Spannungen zwischen Peking und Vatikan

(Hong Kong) Am 30. März 2011 wurde in der Volksrepublik Msgr. Paul Liang Jiansen zum neuen Bischof der Diözese Jiangmen (Guangdong) geweiht. Der Bischofsstuhl war seit 2007 vakant.
Es handelte sich um die erste Bischofsweihe des Jahres 2011 und die erste seit den Spannungen des Vorjahres zwischen der Volksrepublik und dem Heiligen Stuhl. Das kommunistische Regime verstärkte 2010 seine Bestrebungen, die katholische Kirche der Kontrolle zu unterwerfen. Dazu benützt es die regimetreue Patriotische Vereinigung, die eine von der Regierung bevormundete katholische Nationalkirche schaffen sollte. Ihren Höhepunkt hatten die Spannungen im November und Dezember 2010 erreicht. Am 20. November 2010 erfolgte die von Rom nicht anerkannte, illegale Bischofsweihe von Chengde. Acht in Einheit mit dem Papst stehende Bischöfe nahmen an der illegalen Weihe teil. Anfang Dezember ließ das Regime die Führungsgremien der von Rom nicht anerkannten, regimetreuen katholischen Vereinigungen neu wählen. Obwohl der Heilige Stuhl den Katholiken, allen voran den Bischöfen jegliche Mitwirkung untersagt hatte, wurden vom Regime mehrere Bischöfe zur Teilnahme gezwungen.

Der gestern geweihte Bischof Liang (46), ist sowohl von Papst Benedikt XVI. anerkannt als auch vom Regime in Peking. Gegenüber Asianews gab er sich „erleichtert“, daß die Weiheliturgie ohne Zwischenfälle stattfinden konnte.

An der Bischofsweihe nahmen mehr als 1300 Gläubige aus der Diözese teil. Einige kamen auch aus Hong Kong und Macao.

An der Liturgie nahmen nur in Einheit mit Rom stehende Bischöfe teil. Eine Teilnahme unrechtmäßiger Bischöfe wurde von Rom abgelehnt. Hauptzelebrant war Msgr. Gan Junqiu di Guangzhou, der mit Msgr. Liao Hongqing von Meizhou und Msgr. Su Yongda von Zhanjiang die Weihe vornahm. Weiters waren die Bischöfe Msgr. Tan Yanquan von Nanning (Guangxi), Msgr. Suguang von Nanchang (Jiangxi) und Msgr. Shen Bin von Haimen anwesend.

Bischof Liang wurde am 6. Mai 1964 geboren. Seine Studien absolvierte er im Seminar von Wuhan (Hubei). 1991 wurde er zum Priester geweiht. Ab 2000 wirkte er als Generalvikar. 2009 wurde er zum Bischof von Jiangmen gewählt.

„Mein Kreuz ist schwer, aber mein Vertrauen in den Herrn ist größer“, sagte der neugeweihte Bischof zu Asianews. Seine Diözese zählt heute sieben Priester, 20 Ordensfrauen und 20.000 Gläubige. Als besondere Schwerpunkte nannte Msgr. Liang die Verbesserung der Priesterausbildung und die Katechese für die Laien. Er hofft zudem, etwas vom beschlagnahmten Kirchenbesitz zurückzuerhalten.

Sein Vorgänger, Msgr. Peter Paul Li Panshi, ist 2007 im Alter von 95 Jahren verstorben.

In der Diözese liegt die Insel Shangchuan, auf der 1552 der heilige Franz Xaver starb und die jährlich das Ziel Tausender Pilger ist.

(Asianews/Giuseppe Nardi, Bild: Asianews)

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