Usbekisches Gericht verurteilt Christen wegen Jesus-Film – Strafe von sieben Jahresgehältern

(Taschkent) Ein Gericht in der usbekischen Hauptstadt Taschkent verurteilte den Christen Murat Jalalov wegen des Besitzes eines Films über Jesus. Statt einer Haftstrafe wurde dem Christen eine Geldstrafe in der Höhe von sieben durchschnittlichen Jahresgehältern der zentralasiatischen Republik auferlegt. Die Geldstrafe beträgt 3.164.000 Soms, umgerechnet 1400 Euro. Das durchschnittliche Monatsgehalt liegt bei 20 Euro. Da der Christ die Geldstrafe nicht bezahlen kann, wurde ihm der Reisepaß abgenommen, den er erst bei Tilgung seiner Schuld zurückerhalte, wie ihm die Behörden mitteilten.

Christen mit Geldstrafen zu belegen, gehört zu einer verbreiteten Praxis in Usbekistan, wo der omnipräsente Inlandsgeheimdienst National Security Service (NSS) die Religionsgemeinschaft überwacht. Personen wurden bestraft, weil sie religiöses Material auf der Straße verteilten. Ebenso ein Mann, der selbst nicht gläubig ist, weil er sich weigerte, den Aufenthaltsort seines gläubigen Sohnes bekanntzugeben. Rund 100 Strafen wurden 2010 allein gegen Zeugen Jehovas verhängt, wie die usbekische Menschenrechtsorganisation Forum 18 berichtet.

Jegliche christliche Aktivität im Land wird vom Staat kontrolliert und muß von ihm genehmigt sein. Jüngst wurden fünf Baptisten der Gemeinde von Samarkand zu hohen Geldstrafen verurteilt.

Am 29. September waren Beamte der Geheimpolizei in das Haus des Christen Jalalov eingedrungen und beschlagnahmten alle auffindbaren DVD’s. Unter ihnen befand sich auch ein Film über Jesus von Campus Crusade for Christ in usbekischer Sprache Das staatliche Komitee für religiösen Angelegenheiten stellte nach einer Untersuchung fest, daß der Film „zur missionarischen Zwecke“ verwendet hätte werden können. Aus diesem Grund hätte der Film nie eine Einfuhrerlaubnis erhalten. Paragraph 216 des usbekischen Strafgesetzbuchs verbietet jede Form von religiöser Missionierung und von Proselytismus und sieht bei Verstößen Strafen von bis zu drei Jahren Haft vor.

(Asianews/Giuseppe Nardi, Bild: Asianews)

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