Priesterliches Leben ist prophetische Aufgabe

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute möchte ich mich erneut mit den spezifischen Aufgaben des Priesters befassen, die im wesentlichen drei Tätigkeiten betreffen: Lehren, Heiligen und Leiten. In einer früheren Katechese hatte ich bereits über den ersten der Dienste gesprochen: Das priesterliche Lehren ist eine prophetische Aufgabe, die den Menschen die lebendige Wahrheit Gottes zu Gehör bringt und dadurch hilft, das wahre Leben, die eigentliche Wirklichkeit zu erkennen. Heute möchte ich mich dem Heiligungsdienst des Priesters zuwenden. Da muß zunächst klar sein: Was heißt eigentlich heilig? Die Heiligkeit ist die besondere Seinsweise Gottes, der absolute Wahrheit, Güte, Liebe und Schönheit ist. Eine Person heiligen heißt demgemäß, sie in Kontakt mit Gott zu bringen, mit seinem Licht, mit der Wahrheit, mit der reinen Liebe. Und dieser Kontakt wird den Menschen verwandeln. Wie bringt man den Menschen in Kontakt mit Gott? Gott hat es selbst getan. Er ist Mensch geworden, und in Christus berühren sich Menschsein und Gottsein. Und er hat in dem priesterlichen Dienst den Auftrag weitergegeben, den Menschen durch die Sakramente in Berührung mit ihm zu bringen, so wie auch sein Wort uns natürlich in Berührung mit der Wahrheit, mit ihm selber bringt. Die Mission der Jünger Jesu begann damit, daß er sie zunächst in seine heiligende Nähe rief (vgl. Mk 3,14). Dieser Ruf setzt sich in der Geschichte fort: Der Herr ruft uns in seine Nähe, damit wir von ihm gleichsam angesteckt werden. Und er beruft dazu dann Priester als Vermittler der Heiligkeit Gottes in den Sakramenten. Sie sind berufen weiterzugeben, was nicht von ihnen kommt, sondern was der Herr schenkt. Die Eucharistie steht dabei im Mittelpunkt des Heiligungsdienstes. Hier will Jesus bei uns bleiben, sich uns schenken, weiterhin mit uns sein. Er will als der erbarmende und nahe Gott in der Wirklichkeit der Menschen zugegen sein. So sind Wort und Sakrament untrennbar. Das Wort, das uns die Wahrheit aufgehen läßt, das Sakrament, in dem der Herr nicht nur Worte, sondern sich selbst gibt und sich leibhaftig auf uns zu bewegt, uns in sein Geheimnis hineinzieht, in das Mitsein mit Gott. Und nur in diesem Mitsein mit Gott werden wir Bild Gottes, werden wir wahre Menschen.

Von Herzen heiße ich alle Besucher und Pilger deutscher Sprache willkommen. Heute besonders auch die Familien und Freunde der neuen Rekruten der Schweizergarde. Mit Freude grüße ich ebenfalls die Wallfahrer aus dem Bistum Roermond mit Bischof Wiertz und Weihbischof De Jong, die aus Anlaß des 450jährigen Bestehens ihrer Diözese zu den Gräbern der Apostelfürsten gepilgert sind. Euch alle ermutige ich, auf dem Weg der Heiligung durch den häufigen Empfang des Sakraments der Versöhnung und der Eucharistie voranzuschreiten. Der Heilige Geist mache euch alle – uns alle – zu Boten seiner Liebe.

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