Adulte Stammzellen – Kongreß in Monaco über verantwortungsbewusste Forschung

(Monaco) Daß wissenschaftliche Spitzenforschung und Ethik kein Widerspruch sind, zeigt eine Konferenz, die von 26. bis 28. November 2009 in Monaco stattfinden wird. „Adulte körperliche Stammzellen: Neue Perspektiven“ ist der Titel des zweiten internationalen Kongreßes über verantwortungsbewußte Stammzellforschung. Einige der weltbesten Forscher im Bereich der Stammzellforschung werden sich in Monaco mit neuesten Forschungsergebnissen auf diesem Gebiet befassen. Im Gegensatz zur Forschung an embryonalen Stammzellen, die aus getöteten Embryonen gewonnen werden, ist die Verwendung adulter Stammzellen für Forschungszwecke moralisch unbedenklich, und – laut einzelnen Forscherstimmen – wissenschaftlich eventuell sogar vielversprechender. Die Zusammenkunft der Forscher soll helfen, neue Chancen des Forschungsgebiets zu erkunden.

Im September 2006 fanden sich erstmals 400 Wissenschaftler in Rom ein, um im Rahmen einer von der Päpstlichen Akademie für das Leben organisierten Konferenz Forschungsergebnisse an adulten Stammzellen auszutauschen. Ermutigt durch den Erfolg organisierten die Päpstliche Akademie, der Bioethische Beratungsausschuß von Monaco, die Weltföderation der Katholischen Ärztekammern und die Fondation Jérôme Lejeune einen weiteren Kongreß unter der Patronanz von Prinz Albert II von Monaco.

Den Vorsitz beim Kongreß hat Eliane Gluckman, eine führende Forscherin aus Paris, inne. Gluckman ist emeritierte Professorin für Hermatologie in Paris, Präsidentin der Europäischen Schule für Hermatologie und arbeitet am Pariser Saint-Louis Krankenhaus. In der Vergangenheit äußerte Gluckman die Befürchtung, daß die EU weltweit in der Stammzellforschung mit Nabelschnurblut ins Hintertreffen gelangen könnte. Europa würde dann den Anschluß in der bereits erfolgreich zu Therapiezwecken genutzten Stammzellgewinnung aus Nabelschnurblut verpassen.

Auch aus den USA werten einige Spitzenforscher anreisen, darunter Hal Broxmeyer, Professor an der Universität von Indianapolis und Pionierarbeit auf dem Gebiet der Stammzellforschung. Bereits 1989 nahm Broxmeyer die erste Transplantation von Nabelschnublut bei einem fünfjährigen Kind vor, weitere 2000 Transplantationen folgten.

Aus Deutschland kommt der Kardiologe Andreas Zeiher von der Universitätsklinik Frankfurt. Gemeinsam mit seiner Kollegin Stefanie Dimmeler gelang es ihm, Stammzellen aus dem Knochenmark zu gewinnen, zu charakterisieren und in das Herz zu platzieren. Dadurch konnte die Durchblutung des Herzens, insbesondere nach einem Herzinfakt, und die Langzeitfunktion des Herzens verbessert werden. Zeiher und Dimmeler erhielten gemeinsam mit dem Wiener Molekularbiologen Josef M. Penninger den Ernst Jung-Preis für Medizin 2007. Der Ernst Jung-Preis für medizinische Spitzenforschung ist mit 250.000 Euro einer der höchstdotierten europäischen Forschungspreise. Weiter nimmt auch der renommierte Wiener Professor für Pathologie Lukas Kenner, der am Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung arbeitet, am Kongreß teil.

(Zenit)

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