Die befremdlichen Erklärungen von Msgr. Robert Zollitsch – Ein Kommentar von Prof. Roberto de Mattei, Rom

(Rom) Die jüngsten Erklärungen von Msgr. Robert Zollitsch, Erzbischof von Freiburg im Breisgau, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, beginnen den Heiligen Stuhl nachdrücklich zu besorgen.

In einem Klima allgemeiner Gleichgültigkeit gegenüber Glaubensinhalten sprach sich Msgr. Zollitsch bereits für die Aufhebung des priesterlichen Zölibats aus, sprach einer staatlich anerkannten Homo-Ehe einen gewissen Wert zu, erklärte, daß der deutsche Staat den Moslems Moscheen schulde, und am 11. April 2009, im Rahmen der Sendung „Horizonte“ des Hessischen Rundfunk, versuchte er die christliche Erlösungslehre zu demolieren.

Dem Moderator, Meinhard Schmidt-Degenhard, der ihn zur katholischen Theologie befragte, antwortete der Erzbischof, Christus sei „nicht deswegen für die Sünden der Menschen gestorben, weil Gott ein Sündopfer, einen Sündenbock, gleichsam gebraucht hätte“. Verwundert, fragte der Moderator umgehend nach: „Also, Sie würden jetzt nicht mehr so formulieren, daß Gott quasi seinen eigenen Sohn hingegeben hat, weil wir Menschen so sündig waren. So würden Sie es nicht mehr formulieren.“ Der Bischof antwortete: „Nein. Er hat Seinen eigenen Sohn in Solidarität mit uns bis in diese letzte Todesnot hineingelassen, um zu zeigen: Soviel seid ihr mir wert, ich geh mit euch, ich bin ganz bei euch in jeder Situation.“

In diesem Licht verliert der Vers des Matthäus-Evangeliums, wonach der Menschensohn gekommen ist, um „sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Mt 20,28), oder jener des Apostels Paulus der schreibt, daß „Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift“ (1 Kor 15,3) an Bedeutung. „Der Erzbischof reduziert Jesus, unseren Erlöser, auf irgendeinen therapeutischen Ratgeber“, wie das Forum de l‘Information catholique francaise kommentierte.

Tatsächlich steht die Solidarität weit mehr in Mode als die Sünde. Erstere ist mehr in Einklang mit dem Projekt einer Religion mit irdischen, mehr oder weniger ausschließlich sozialen Zielen. Dagegen scheinen das Verständnis für die Sünde, das Opfer, das Loskaufen im Zentrum des Erlösungsmysteriums, viele Gläubige zu entmutigen, die sich dennoch weiterhin in Glaubenseinheit mit Rom betrachten. Wird Rom eingreifen, um die Dinge zu klären?

(Roberto de Mattei/Übersetzung katholisches.info)

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1 Kommentar

  1. Die Rechtgläubigkeit bei manchen Hirten muss angezweifelt werden,wenn solche
    Ansichten von einem Vorsitzenden der Bischofskonferenz vertreten werden.
    Ich würde mich nicht wundern,wenn einer dieser Bischöfe auch Frauen zu Priestern weihen
    würde.
    Ein besonderes Beispiel ist auch Kardinal Schönborn,der sogar die praktizierte Sünde
    der Homosexualität auf seine „Kappe“ nimmt.

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