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Kreuzverbot: Englische Krankenschweister darf ihr Kreuz nicht mehr im Dienst tragen

(Exter) Einer englischen Krankenschwester ist verboten worden, im Pflegedienst eine Halskette mit einem Kreuzanhänger zu tragen, berichtete jetzt das Christian Legal Centre.

Nach Angaben des anglikanischen Geistlichen John Eustace von der Christuskirche in Exeter trägt Chaplin seit 30 Jahren unbeanstandet das etwa drei Zentimeter große Silberkreuz. Sie habe es zu ihrer Konfirmation im Jahr 1971 geschenkt bekommen. Es sei ihr als Zeichen ihres Glaubens sehr wichtig.

Die 54-jährige Shirley Chaplin aus Exeter (Südwestengland) will sich gegen die neue Anordnung des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) juristisch zur Wehr setzen. Sie fühle sich wegen ihres christlichen Glaubens diskriminiert, zumal muslimische Kolleginnen ihren Dienst auch mit Kopftuch versehen dürften. Unterstützung erhält die Krankenschwester von einem örtlichen Unterhausabgeordneten und dem Pfarrer ihrer Kirchengemeinde.

Die Berkshire Healthcare NHS Foundation Trust begründet das Verbot mit Sicherheitserwägungen: Patienten könnten nach der Kette greifen und die Krankenschwester verletzen. Außerdem verstoße das Tragen des Kreuzes gegen die Kleiderordnung. Die Vorgesetzten boten Frau Chaplin eine Versetzung an einen Arbeitsplatz in der Verwaltung ohne Patientenbetreuung an; sonst müsse man sie entlassen. Die zweifache Mutter und Großmutter, die in acht Monaten in den Ruhestand treten will, stimmte der Versetzung zu, behielt sich aber eine Klage gegen die Versetzung vor. In ihrem rund 30-jährigen Dienst als Krankenschwester habe sich niemals ein Patient über das Kreuz beschwert. Es habe auch keine Unfälle gegeben.

Im öffentlichen Dienst Großbritanniens hat es in jüngster Vergangenheit mehrfach ähnliche Fälle gegeben. Laut einer Richtlinie des Gesundheitsministeriums werden Missionierungsversuche von Ärzten oder Pflegepersonal als Belästigung oder Einschüchterung angesehen.

Im Mai wurde der 71-jährige Krankenpfleger Anand Rao vom Gesundheitsdienst in Leicester (Mittelengland) entlassen, weil er bei einer Fortbildung in einem Rollenspiel einer Patientin geraten hatte, zur Kirche zu gehen. Im vorigen Dezember war eine Pflegerin im südwestenglischen Badeort Weston-super-Mare suspendiert worden, weil sie eine Patientin gefragt hatte, ob sie für sie beten dürfe.

Die 45-jährige Caroline Petrie gewann den Arbeitsprozeß und durfte im Februar ihren Dienst wieder aufnehmen. Wegen des Tragens eines Kreuzanhängers in Uniform hatte Ende 2006 eine Angestellte der Fluggesellschaft British Airways vorübergehend ihren Job verloren. Die 56-jährige Nadia Eweida (London) hatte sich geweigert, das Kreuz abzulegen, wenn sie Fluggäste abfertigte. Das verstieß gegen die Kleiderordnung. Nach einem Protestturm lenkte British Airways ein und erlaubte Angestellten, religiöse Anstecker an die Uniform zu heften.

(Zenit)