Britische Freimaurerei finanzierte und überwachte Garibaldis Zug der Tausend – Das Ziel: die Zerschlagung des Kirchenstaates und Schwächung der katholischen Kirche

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Giuseppe Garibaldi (4. Juli 1807 in Nizza; † 2. Juni 1882)

(Rom) Die Eroberung der Staaten, die die italische Halbinsel vor der Einigung bildeten und besonders des wohlhabenden süditalienischen Königreichs Beider Sizilien war nicht nur eine Notwendigkeit, die von den Schulden Piemonts diktiert war. Die Banque Rothschild hatte erhebliche Summen in die Kriegsabenteuer des Königreichs Piemont-Sardinien investiert.

Am Zustandekommen des Zugs der Tausend von Giuseppe Garibaldi spielte nämlich die britische Freimaurerei die entscheidende Rolle. Sie finanzierte mit drei Millionen Franken die gesamte Operation und behielt zu jedem Zeitpunkt die Oberaufsicht darüber. Dies berichtete die italienische Presse am vergangenen Wochenende.

Die nicht unerheblichen Enthüllungen gab nun die Großloge Italiens des schottischen Ritus mit Sitz an der römischen Piazza del Gesù auf einer Pressekonferenz anläßlich des 202. Geburtstages von Giuseppe Garibaldi bekannt. Der italienischer Hochgradfreimaurer, Freischärler und Politiker war am 4. Juli 1807 in Nizza geboren worden.

„Die Finanzierung durch die britische Freimaurerei erfolgte aus einem Fond schottischer Presbyterianer und wurde nur unter der Auflage gewährt, daß Garibaldi nicht in Neapel Halt machen, sondern bis Rom vorstoßen und den katholischen Kirchenstaat beseitigen sollte“, erklärte Professor Aldo Mola, Dozent für Geschichte der Neuzeit an der Universität Mailand mit den Forschungsschwerpunkte Geschichte der Freimaurerei und Geschichte des Risorgimento. „Die gesamte garibaldinische Aktion wurde von der britischen Freimaurerei beaufsichtigt“, führte Mola weiter aus. Das Ziel der Freimaurerei sei eine „historische Mission“ gewesen, nämlich die Beseitigung des Kirchenstaates und damit die Schwächung des Papstes und der katholischen Kirche. Und Mola ergänzte: „Auch die USA, die damals noch keine diplomatischen Beziehungen zum Heiligen Stuhl unterhielten, unterstützten die Aktion.“

Die Gelder der britischen Freimaurerei dienten Garibaldi, nach Ansicht des Historikers, zum Kauf von Präzisionswaffen in Genua, ohne die er das bourbonische Heer nie herausfordern hätte können, das „eine gutorganisierte Armee war“. Ohne diese Waffen hätte Garibaldi das Ende anderer Aufständischer genommen, wie Carlo Pisacane und die Brüder Bandiera, die Mitte des 19. Jahrhunderts hingerichtet worden sind.

„Die Zugehörigkeit zur Freimaurerei“, so Mola, „garantierte Garibaldi die Unterstützung durch die Weltpresse, vor allem der englischen Medien, die ihm eine Reihe von Sonderkorrespondenten zur Seite stellten und wesentlich dazu beitrugen, seinen Mythos zu konstruieren. Aber auch durch bekannte Schriftsteller wie Alexandre Dumas, die seine Taten überschwenglich feierten.“

Auf der Gründungsversammlung des Großorients von Italien, die vom 26. Dezember 1861 bis zum 1. Januar 1862 in Turin stattfand, wurde Garibaldi als „erster Freimaurer Italiens“ begrüßt und in den 33. Grad der schottischen Maurerei eingeweiht. 1881 wurde er auch zum Groß-Hierophant des Memphis-Misraim-Ritus des irregulären Hochgradsystems.

An der Pressekonferenz nahmen der Großmeister der italienischen Großloge des schottischen Ritus, Luigi Pruneti, und der Großmeister des Großorients von Frankreich, Pierre Lambicchi, teil. Lambicchi erwies dem „Bruder Garibaldi“ seine Reverenz durch ein lautes „Vive“.

(JF)

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