Fellay: „Wir verfügen über ausreichend Kontakte zu den römischen Stellen, um zu wissen, daß auch sie in den Weihen keine Provokation sehen.“

Fellay
Bernard Fellay, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X. nach der Weihezeremonie in Zaitzkofen.
Bild: Dieter Volkerts

Die von den USA über Frankreich, Deutschland und der Schweiz stattgefundenen Priesterweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. bedeuten für die Priesterbruderschaft „Luft zum Atmen“, wie deren Generaloberer Msgr. Bernard Fellay sich ausdrückte, während andere darin nur die „nächste Provokation“ sehen. Dazu zählen eigentlich nur die deutsche Bischöfe, die im Vorfeld der Weihen sogar mit der Exkommunikation drohten. Außerhalb Deutschlands wurde die Angelegenheit weit weniger dramatisch gesehen. Sondererklärungen von einzelnen Bischöfen wie jene aus dem deutschen Episkopat fehlen dort gänzlich. Nachfolgend in Auszügen die Beiträge zweier relevanter italienischer Tageszeitungen.

Il Giornale (Mailand): „Aus dem Vatikan ist ‚kein ausdrückliches Verbot‘ gegen die Durchführung der neuen Priesterweihen eingegangen. Von Rom gibt es vielmehr eine ’stillschweigende Tolerierung‘. Den neuen Anstoß zur Polemik gibt Msgr. Bernard Fellay, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X. am Ende der feierlichen Weihe von acht Neupriestern in Econe in der Schweiz.
Der Pressesprecher des Heiligen Stuhls, P. Federico Lombardi, bekräftigte hingegen heute abend (29.6.), daß die Priesterweihen der Lefebvrianer ‚unrechtmäßig‘ sind. ‚Ich habe dem nichts hinzuzufügen, was bereits in den letzten Tagen erklärt wurde: diese Weihen sind unrechtmäßig‘, erklärte er auf Anfrage der Presseagentur ANSA zu den Feierlichkeiten in Econe.

Trotz der Erklärung aus Rom, daß die Neuweihen ‚unrechtmäßg‘ sind, wurden am Sonntag im Priesterseminar von Econe (Schweiz) acht Neupriester geweiht. Weitere drei Priester waren bereits am Samstag im Seminar in Zaitzkofen (Deutschland) geweiht worden. Weitere in Frankreich und den USA.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat vor allem ihre Wertschätzung für die Entscheidung des Papstes ausgepsprochen, den Heiligen Jean Marie Vianney, Kurat von Ars, der das Evangelium im nachrevolutionären Frankreich im Einklang mit dem Konzil von Trient predigte, zum Vorbild für die Priester von heute zu benennen.“

Corriere della Sera (Mailand) „Msgr. Bernard Fellay, Generaloberer der Bruderschaft, zelebrierte die Heilige Messe und gab sich völlig ruhig: vom Vatikan, sagt er, kam ‚kein ausdrückliches Verbot‘, vielmehr gibt es ‚eine stillschweigende Tolerierung‘. Im Übrigen, so der lefebvrianische Bischof, durchlebe die Kirche eine Phase der ‚Unordung‘, weshalb einige ihrer Gesetze als ‚vorübergehend ausgesetzt‘ betrachtet werden können.: Es sei wie ‚wenn man bei Rot über die Ampel fährt, weil man einen Schwerverletzten im Auto hat‘.

P. Federico Lombardi, Pressesprecher des Vatikans, ‚bekräftigt‘, was die Kirche bereits vor zwei Wochen erklärt hatte, in dem an das Schreiben von Papst Benedik XVI. an die katholischen Bischöfe vom 10. März erinnert wurde: ‚Solange die Bruderschaft keine kanonische Position in der Kirche hat, üben auch ihre Amtsträger kein rechtmäßiges Amt in der Kirche aus (…), solange die Fragen der Glaubenslehre nicht geklärt sind, hat die Bruderschaft keinen kanonischen Status in der Kirche und ihre Amtsträger üben kein rechtmäßiges Amt in der Kirche aus.‘

Msgr. Fellay läßt sich nicht beirren: ‚Wir verfügen über ausreichend Kontakte zu den römischen Stellen, um zu wissen, daß auch sie in den Weihen keine Provokation sehen.‘

(JF)

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