Yad Vashem und Studium Teologicum Salesianum treffen sich zum Forschungsstand zu Papst Pius XII. und dem Holocaust

(Jerusalem) Ein Jahr nach dem 50. Todestag von Papst Pius XII., mit bürgerlichem Namen Eugenio Pacelli, veranstalten das Internationale Holocaustforschungszentrum Yad Vashem und das Studium Teologicum Salesianum am 8. und 9. März ein Treffen, bei dem sich verschiedene Wissenschaftler mit dem Stand der Forschung zu Papst Pius XII. und dem Holocaust befassen.

Es werden sich Geschichtswissenschaftler begegnen, die die Ergebnisse ihrer Forschungen konfrontieren und auf eine Reihe von Fragen antworten werden, die die derzeitige Kontroverse betreffen. Die Historiker und Forscher aus verschiedenen Ländern vertreten dabei zwei Denkströmungen, auf der einen Seite diejenigen, die Papst Pius XII. kritisch gegenübersteht, und auf der anderen Seite diejenigen, die sein Wirken loben.

Folgende Wissenschaftler nehmen an dem Treffen teil: Sergio Minerbi, Paul Oshea, Michael Phayer, Susan Zuccotti, Thomas Brechenmacher, Jean-Dominque Durand, Grazia Loparco, Matteo Luigi Napolitano, Andrea Tornielli.

Die erste Sitzung werden Avner Shalev, der Vorstandsvorsitzenden des Yad Vashem, und der Apostolische Nuntius in Israel, Erzbischof Antonio Franco, feierlich eröffnen. Pfarrer Roberto Spataro, wird für das Studium Theologicum Salesianum, und Frau Dr. Iael Orvieto für Yad Vashem die Gespräche moderieren.

In den vergangenen Jahren wurden viele neue Bücher und Artikel veröffentlicht, weshalb auch neues Material vorgestellt wurde, das neue Aspekte beleuchtet, die verglichen und zusammengefaßt werden sollen, um zu prüfen, ob es etwas Neues gibt oder etwas, was komplett neu eingeschätzt werden muß.

Zu den verschiedenen Themen auf der Tagesordnung gehören: die Zeit vor dem Pontifikat von Papst Pius XII.; die Beziehungen zu den deutschen Bischöfen; Pius XII. und der Holocaust; Die Situation in Italien während der Zeit des Holocaust; und die Zeit nach dem Holocaust.

Gegenwärtig befindet sich im Holocaust-Museum in Yad Vashem eine Schrifttafel auf der das Wirken von Papst Pius XII. mit einer gewissen Polemik dargestellt wird. Unter Historikern und Beobachtern führte dies zu einer heftigen Debatte. Für einige war er ein gleichgültiger Zuschauer des Holocaust, der mit seinem Schweigen, die immense Tragödie, die sich abspielte duldete.

Andere Forscher und Historiker vertreten seit langer Zeit eine genau entgegen gesetzte These, die das Wirken von Papst Pius XII. positiv einschätzt: er soll versucht haben, die Auswirkungen des Holocaust auf jede nur mögliche Art einzuschränken, manchmal auch mit wirkkräftigen Ergebnissen. Diese geschichtswissenschaftliche Position basiert auf historischen Archivdokumenten und mündlichen und schriftlichen Aussagen von Beteiligten.

Die Autoren erinnern an das Engagement von Papst Pius XII. für die Rettung der Juden und ziehen daraus Schlüsse unabhängig von der ethnischen und religiösen Zugehörigkeit. Unter ihnen befinden sich nicht wenige jüdische Wissenschaftler.

Ein Klima des herzlichen und respektvollen gegenseitigen Zuhörens herrscht bis heute zwischen den an der Initiative beteiligten Institutionen, und man wünscht, daß dies zu einem Einverständnis über einen neuen Text für die Schrifttafel in Yad Vashem führen wird.

(Fides)

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