Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehe sind keine legitimen Rechte

(Vatikan) Der Heilige Stuhl wird nicht UNO-Konventionen unterstützen, die Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehe als legitime Rechte verteidigen. Das betonte Erzbischof Celestino Migliore, ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in einem Interview mit der italienischen katholischen Zeitschrift Il Regno.

Über die UN-Konvention betreffend Menschen mit Behinderungen meinte der Erzbischof: „Bei gleichzeitiger Anerkennung der Wichtigkeit und Dringlichkeit der praktischen Umsetzung viele ihrer Aspekte nimmt der Heilige Stuhl von einer Unterzeichnung Abstand, weil der Text Abtreibung als eine Form so genannter reproduktiver Gesundheit unterstützt.“ Ohne Erfolg habe die Delegation des Heiligen Stuhls versucht, die Konvention in Einklang mit einer echten Verteidigung der Menschenrechte zu bringen, so der Prälat.

In der Verhandlungsphase forderte die Delegation die Mehrdeutigkeit der Wortwahl aufzuheben und durch eine präzise Formulierung zu ersetzen, „damit Abtreibung als ein der möglichen Interpretationen ausgeschlossen ist“, so Erzbischof Migliore. Doch der Antrag wurde zurückgewiesen. Gerade Abtreibungsbefürworter blockierten den Vorschlag des Heiligen Stuhls.

Die Erklärung zur sexuellen Orientierung besteht aus dreizehn Paragraphen, von denen drei die Einstellung jeder Form von Gewalt fordern, die gegen Personen aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung oder ihres Geschlechts gerichtet sind. Laut Erzbischof Migliore würden dabei Kategorien für sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität verwendet, die „vom Völkerrecht weder anerkannt noch einheitlich definiert werden“, und damit je nach Absicht sehr unterschiedlich interpretiert werden können.

Als Folge könnte eine „große Unsicherheit über Rechte“ eintreten: „Eine mögliche Verzerrung wäre, daß ein Land oder eine religiöse Gruppe bestraft werden, weil sie sich weigern, eine Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu feiern oder die Adoption von Kindern durch Homosexuelle zuzulassen; in extremen Fällen könnte religiösen Seelsorgern befohlen werden, solche ‚Ehen’ zu zelebrieren“.

Erzbischof Migliore kritisierte Medienberichte, in denen die Kirche mit Ländern verglichen wurde, deren Gesetze Homosexualität als Verbrechen verurteilen und sogar mit dem Tode bestrafen. Der Heilige Stuhl habe vielmehr in entscheidender Weise solche Länder dazu aufgefordert, „jede Form von Gewalt und ungerechter Diskriminierung gegen homosexuelle Personen zu beenden“.

(Zenit)

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