Bischof Richard Williamson zum Dekret welches die Aufhebung der Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. bestimmt

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Bischof Richard Williamson,
1958 Abitur, studierte
lateinische, griechische,
französische, deutsche und
englische Literatur und war
anschließend dreieinhalb Jahre im
Universitätsdienst tätig.
Danach war er einundeinhalb
Jahre Journalist und
siebeneinhalb Jahre
Gymnasiallehrer. Mitte der
sechziger Jahre konvertierte
Bischof Richard Williamson
zum katholischen Glauben. Er
erkannte, daß der Mensch sich
in einer Sackgasse befindet und
nur die katholische Kirche die
Probleme des Menschen richtig
definiert und dem Menschen
Lösungen aufzeigt. 1976 wurde
er zum Priester und am 30.Juni
1988 zum Bischof geweiht.
Bild: Jens Falk

Weihbischof Richard Williamson von der Priesterbruderschaft St. Pius X. hat auf die Aufhebung der Exkommunikationen in seiner wöchentlichen Kolumne reagiert.

Wie natürlich bereits eine große Zahl der Leser weiß, hat ein Dekret vom 21. Januar von der Bischofskongregation in Rom (nicht Ecclesia Dei) das „exkommunizierende“ Dekret vom 1. Juli 1988 „erlassen“, so daß die vier Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X., damals als „exkommuniziert“ erklärt, nun „re-inkommuniziert“ [re-incommunicated] sind. Meiner Meinung nach ist dieses jüngere Dekret ein großer Schritt nach vorn für die Kirche, ohne ein Verrat seitens der FSSPX zu sein.

Es ist ein großer Schritt nach vorn für die Kirche, denn wenn das Problem der Kirche seit dem Zweiten Vatikanum eine Trennung der katholischen Autorität von der katholischen Wahrheit war, hat die katholische Autorität mit diesem Dekret einen entscheidenden Schritt zurück in Richtung ihrer Wiedervereinigung gemacht. Ebenso wie nach dem Motuproprio von Juli 2007 niemand mehr sagen konnte, daß der wahre Ritus der Messe von Rom verboten wurde – selbst wenn sie sich noch so verhalten können, als wäre dem so –, kann heute niemand mehr sagen, daß die Tradition aufrecht haltende Katholiken „außerhalb der Kirche“ stehen. Sicherlich wird eine Reihe von Konziliaristen [Conciliarists] sich verhalten, als ob sie es sind, aber sie haben eindeutig den Papst nicht mehr nur auf ihrer Seite. Der Unterschied ist enorm!

Natürlich ist noch ein langer Weg zu gehen, bevor die Neo-Modernisten in Rom bewußt oder unbewußt realisieren – wenn überhaupt! –, wie sie den Glauben falsch verstehen; aber wie ein altes Sprichwort sagt, daß „Rom nicht an einem Tag erbaut wurde“, so wird es auch nicht an einem Tag erneuert werden. Nichtsdestotrotz „ist ein halbes Brot besser als kein Brot“ – fragen Sie einen hungrigen Mann! –, also lassen Sie uns derweil erkennen, wie wir Gott für diese große Veränderung des Ruders der Konzilskirche danken sollen. Lassen Sie uns also der seligen Jungfrau Maria danken, deren Fürsprache wegen der nahezu ein dreiviertel Millionen Rosenkränze, die ihr in dieser Intention durch eine Reihe von Euch und anderen aufgeopfert wurden, entscheidend gewesen sein wird. Und lassen Sie uns danken und beten für Benedikt XVI. und all seine Mitarbeiter, die geholfen haben, das Dekret durchzubringen, trotz beispielsweise eines Medienaufruhrs, aufgebauscht und zeitlich abgestimmt, um es zu verhindern.

Allerdings, fragend nach der und akzeptierend die Versöhnung mit der Konzilskirche, droht der FSSPX nicht der Weg zurück in den Konziliarismus [Conciliarism]? In keinster Weise! Kein Zweifel, in Rom hegen einige Konziliaristen die Hoffnung, daß das Dekret dazu dienen werde, die FSSPX zurück in den Schoß des Zweiten Vatikanums zu ziehen, aber das Dekret an sich, wie es geschrieben steht, verpflichtet die Priesterbruderschaft zu nichts mehr als in jene Diskussionen einzutreten, zu welchen sich die Priesterbruderschaft selbst im Jahr 2000 verpflichtet hat, als sie die Freigabe der Messe und das Ende der „Exkommunikationen“ als Vorbedingungen an erster Stelle vorschlug.

Dann sind solche Diskussionen ohne Gefahr? Sicherlich nicht! Aber der hl. Petrus sagt, wir sollten immer bereit sein „zur Verantwortung gegen jeden, der von euch Rechenschaft über die Hoffnung fordert, die ihr in euch habt“ (1 Petr 3,15). Wie kann sich die FSSPX nicht über die Möglichkeit freuen, in Rom, vor den römischen Autoritäten selbst, die tiefgreifenden dogmatischen Gründe, welche, so glauben wir, die Ursache der aktuellen Not für die Kirche sind, darzulegen? Wehe uns Katholiken der Tradition, wenn wir nicht bereit sind, Rechenschaft für diese Hoffnung zu geben, die für die Rettung der Kirche in uns ist! Also beten wir weiter den Rosenkranz, liebe Katholiken, für die mögliche Ausführung und das Ergebnis solcher Diskussionen, so daß sie in erster Linie, letztlich und vor allem den Interessen Gottes, Gottes, Gottes dienen. Kyrie eleison.

Übersetzung Martin Bürger

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