Erzbischof Schick: Jedem Politiker seinen Beichtvater

(Bamberg) Jeder, der in Gesellschaft und Kirche Verantwortung trägt, sollte regelmäßig beichten gehen oder sich mit einem geistlichen Begleiter oder außen stehenden Berater konfrontieren, fordert Erzbischof Ludwig Schick. „Das Gewissen und die Verantwortung des einzelnen müssen geschärft werden.“ Dann seien die Voraussetzungen gut, daß alle, besonders die Verantwortungsträger, mit der notwendigen Sorgfalt ihr Leben leben und ihren Dienst tun.

„Die Karwoche ist eine gute Gelegenheit, sich zu besinnen“, konstatiert Schick. Viele Menschen fragten sich, wie es zum Fehlverhalten von Politikern und Managern komme und wie Verantwortungslosigkeit in Chefetagen sowie der Verlust von Werten verhindert werden könnten. „Wir erleben erschreckend, wie schnell sich Politiker, Spitzenmanager und Verantwortungsträger ‚verrennen’.“ Es gelte, nach den Gründen zu fragen, warum Vertrauensträger Steuern hinterziehen, dunkle Geschäfte machen, in Korruptionsskandale verwickelt sind und fahrlässig Betriebe in den Ruin fahren mit Entlassungen und Arbeitslosigkeit als Folge. „Ist es Schuld, Versagen, Mitläufertum, Abhängigkeit von anderen und der öffentlichen Meinung oder ihre eigene Gewissenlosigkeit?“ Wie ist das möglich und wie kann es verhindert werden?

Ein hilfreiches Mittel sei, daß sich jeder Mensch, am besten regelmäßig, mit den vorgegebenen Werten, mit den Geboten Gottes, mit Recht und Gesetz seiner Gesellschaft und Kultur auseinandersetze und bewußt konfrontiere, fordert der Erzbischof. „Das geht am besten, wenn man sich von einem Gegenüber, den Spiegel der Werte, der Gebote und Maßstäbe, des Gottes- und Menschenbildes, der Rechte und Gesetze seiner Gesellschaft, seines Staates und seiner Kultur vorhalten läßt.“ So könne Besinnung, Umkehr, rechter Lebenswandel, gute Politik und verantwortliches Management garantiert oder zumindest eher ermöglicht werden.

Schick weist darauf hin, daß früher für viele Königs- und Fürstenhäuser ein „Kaplan“ – und für Politiker der Beichtvater – eine Selbstverständlichkeit gewesen seien. „Schlecht war das nicht“!

Die Karwoche, in der Besinnung, Gewissenserforschung und das Bußsakrament im Mittelpunkt stehen sollen, erinnere daran. „Was für Spitzenpolitiker und Spitzenmanager gilt, ist für alle Menschen notwendig.“ Die Konfrontation des eigenen Lebens mit den objektiven Maßstäben der göttlichen Gebote, der Werte und dem eigenen Gewissen ist von großer Bedeutung für ein verantwortliches Leben im persönlichen und gesellschaftlichen Bereich.

(BBK)

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