Familiennetzwerk übt scharfe Kritik an Familienpoltik von von der Leyen

(JF) Fundament für die gesunde Entwicklung eines Menschen sei nicht die frühkindliche Bildung, sondern die frühkindliche Bindung. Diese werde durch die Abgabe der Kinder in Betreuungseinrichtungen gestört. „Das zu frühe Auflösen der Bindung verursacht oft lebenslängliche Beeinträchtigungen in der seelischen und geistigen Entwicklung“, so die Familientherapeutin Maria Steuer (Hollern-Twielenfleth bei Stade), in einer Pressemitteilung des Familiennetzwerkes.

Die lobende Erwähnung des skandinavischen Modells seitens der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sei nicht nachzuvollziehen. Die Ministerin hatte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt, Kinder aus skandinavischen Staaten schnitten in Bildungsvergleichen besser ab als Kinder aus der Bundesrepublik; auch seien die Geburtenraten dort höher. Demgegenüber warne die Schwedin Anna Wahlgren, die einen der beliebtesten Erziehungsratgeber des Landes geschrieben hat, vor dem Abschieben von Kindern in Betreuungseinrichtungen. Frau Wahlgren schreibt in einem Brief an Deutschlands Mütter: „Schweden ist kein kinderfreundliches Land! Unsere Kindertagesstätten entpuppen sich nach 25-jähriger Erfahrung als das größte soziale und wirtschaftliche Desaster.“ Jedes dritte schwedische Kind leide an seelischen Störungen, jedes Jahr begingen 100 Kinder Selbstmord. Während die schwedische Politik enorme Beträge in Kindertagesstätten investiere, erhielten diejenigen nichts, die ihre Kinder selbst aufziehen wollen. In Deutschland beobachtet Frau Wahlgren derzeit ähnliche Tendenzen.

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